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Das jüdische Literaturblatt · 1874-01-01 · Nr. 9. (1874) · p. Seite 35

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
3 (1874)
Issue
Nr. 9. (1874)
Date
1874-01-01
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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legten NnmeiiS ״Tb-flotth". vorher das griechische ״Thalatla " ״Tbalattb״ wird oder von Lenormant und Hangs in ״Tbmtattb" corrigirl, was, da das Silbenzcichen am sehr leicht av gelesen werden konnte, wahrscheinlich nichts Anderes als ״t'hamth" ist.) 3) ה2ל. J»> Assyrisch-Babylonischen heißt ״hablu" der ״Sohn;" hieraus erklärt sich der Name des zweiten Sohnes des ersten Menichenpaares von selbst. 4) Ans den Keilinschristeit heißt ״inatu“ das ״Land" (d. i. das sich Hindebnende, Gestreckte, wovon das Hebr. מתח). Das Adv. der Zeit מתי hängt jedenfalls damit zusammen; vielleicht auch das noch immer nicht genügend erklärte מתים im Sinne von ״Land und Leute." ö) Neben ״yumu und lilatua יום ולילה kommt aus den Keiliiischriflen in gleicher Bedentiing ״um! mnusu“ vor. Das erstere (אור) hat im Hebräischen die Bedeutung ״Tag" verloren und mir die von ״Licht" behalten, durch das letztere ist das in Hiob 30, 3 vorkommende אמש als ״Nacht, Finsternitz" (aram. אמטא) bestätigt, wovon dann in adverbialer Bedeutuug ״die (letzte, verwichene) Nacht" d. h. gestern. (Auch in Exod 10. 21 ist ויאמש וימש cfr. Raschi z. St ) M. R. Ein alter Druckfehler. Wenn schon eine jede Druckschrist, in welcher Sprache und welchen Inhalts sie auch sein möge, damit sie fehlerfrei erscheine, bevor sie die Presse verläßt einer sorgfältigen Eorrectur unterworfen werden muß. so gilt dies ganz besonders von hebräischen Werken, namentlich von solchen, welche für religiöse Zwecke beftimntt sind, wie Bibeln, Gebetbücher u. dgl. Denn erstlich ist wegen der großen Aehnlichkeit, welche viele hebr. Buchstaben mit einander haben, wie 2 mit 2, ה mit ,1־ ה mit n, die Verwechselung derselben sehr leicht möglich, wodurch nicht blos eine Sinttentstellung, sondern oft auch eine Blasphemie gar leicht entstehen kann. Hierauf machen uns schon unsere Weisen aufmerksam, indem sie sagen: ״Wenn Du die Form der Buchstaben nur um ein Pünktchen oder Strichelchen veränder!!, wenn du z. B. das N von 3) ולא יחללו. Mos. 22) in ה, das ה von תחלל (Pf. 150, 6) in ח. das ח von 5) אחה. Mos. 6, 4) in ה verwandelst, so entweihest du den Namen Gottes und die dadurch entstandenen falschen Lehren führen zur Zerstörung der sittlichen Weltordnung." * > Vielleicht auch in dieser Hinsicht ruft Abtalion unseren Weisen zu: ״Seid correct in euren Worten!" damit ihr Sinn nicht duttkel und unklar sei (1 (מים רעיםt. zum sittlichen Verderben (וימותו) oder zur Ketzerei <עזם שמים מתחלל) Veranlassung gebe. (Adoth Absch». I Mischn. I I.) — Zweitens ist es eine Eigenlhümlichkeit der hebr. Sprache, mit einem oder zwei aus nur wenigen Buchstaben bestehenden Wörtern schon einen Gedanken vollständig auszudrücken, wodurch ein einziger falscher Buchstabe in einem Worte schon hinreicht, den Sinn des ganzen Satzes zu verändern oder unverständlich zu machen. Ein solcher Fehler stieß mir auch am verflossenen Gedenktage des 20״. Siwan" in der für diesen Tag bestimmten Selichah von Sabbathai Hurwitz ans. In dem mit 'יראתה beginnenden Absatze heißt es daselbst: ״.שםעתים השם להם לחזיר הנומר״ Die beiden letzten Worte geben etymologisch erklärt keinen richtigen Sinn, wenn man nicht annimmt» daß hier ein Druckfehler obwaltet und anstatt להדר es לחזיר heißen muß. Die Worte bedeuten alsdamt — nach dem Ansdrucke des Talmuds חזיר שנוםר 2אשפה (Baba Kama Fol. 17) — ״dem ») Midr. Tanchuma. Genes. Anfangs. -אתה מחרים את העולם עולם — bezeichnet die unsichtbare (v. 2על), ewige, sittliche Welt, deren Träger der Mensch ist, im Gegensatz von 2לה .עי) ו/םל) der vergänzlich-n, sinntichen Welt außer ihm; daher צדיק ים1ה עולם (Pro». 10, 25.); auch das schwierige גם את העולם נתן 2ל2ם (Kohel. 3, 11) dürfte vielleicht in dieser Bedeutung zu nehmen sein. wühlend sresiendenden Schweine." womit wahrscheinlich die verabscheuungsmürdigen Judenfeinde, der Kosackenhetman Chmiel- Nicki mit seinen verthierten Mörderschaaren, welche zur Zeit der Abfassung dieses Gebetes (zwischen 1650 und 52**) noch eristirten, bezeichnet werden, nach Analogie des י2רםמנח חזיר מיער (Ps, 80, 14), ״es frißt ihn den Weinstock, womit Jsr. verglichen wird — ab das Schwein des Waldes," wo gleichfalls unter חזיר der unmenschliche Feind Israels verstanden wird. (An der angeführten Psalmstelle übersetzt das Targum ebenfalls das erste Wort mit ינו2הנה; der Druckfehler in der Selichah ist sonach handgreiflich, und sein Fortbestehen zeigt u. A., daß derartige Pijutim von den Gelehrten meist gar nicht und von der Menge eben nur ״gesagt" wurden. Red.) Nakel, im Juni. Rabb. Israeli. Literaturbericht. Receufionku. Hr Khor«, Monatsschrift für Exegese, Kritik, Geschichte und Belletristik unter Mitwirkung namhafter jüdischer Gelehrten heransgegeben von Rabbiner I. Kohn-Zedeck. Erster Jahrgang, 1. 2. und 3. Heft. Selbstverlag des Verfasiers. Frankfurt a. M. 1874. Es gehört eine glühende Begeisterung für das jüd. Schriftthum, und jene hingebende, uneigennützige Liebe zu der hebr. Literatur, wie sie der Herausgeber im Eingänge zum ersten Artikel des ersten Heftes in warm empfundenen Worten kundgibt, um in Deutschland eine der jüd. Wissenschast gewidmete Monatsschrift in hebräischer Sprache herauszugeben. Wir glauben es ihin, dem in Redactionsgeschäften Ergrauten, ohne jene frierliche Betheuerung ״bei Himmel und Erde," daß ihm jede gewinnsüchtig« Absicht bei seinem Unternehmen fern liegt; er hat als Herausgeber von hebr. Wochen- und Zeitschriften in seinem Heimathlande Galizien sicherlich' iftnug bittere Erfahnmgen gemacht, als daß er sich in dktser Beziehung noch irgendwelcher Täuschung hingeben und von Enttäuschung überrascht werden sollte. Er ist sich der Opfer im Voraus bewußt, die dieses neue Unternehmen ihm abverlangen wird, aber er geht dennoch mit Muth und Begeisterung an die Ausführung, im reinen Interesse für die Hebung und Förderung jüd.-wisscnschaftlicher Bestrebungen. Und wenn Einer, so ist der Herausgeber dazu geeignet, eine hebr. Zeitschrift zu rcdigircn. Er handhabt die hebr. Sprache meisterhaft, ist auf dem Gebiete der jüd. Literatur heimisch, und ist voll Liebe für den väterlichen Glauben. Ueber sieben Rubriken will die Monatsschrift sich verbreiten: 1) Bibelexcgese auf dem Boden der Maflora und Tradition. 2) Erklärung schwieriger Stellen in den Talmudcn, Midraschim und Targumim. 3) Edition handschriftlicher hebr. Weckchen. 4) Sprachvergleichendes, Geschichtliches und Biographisches. 5) Kritisches. 6) Recensionen. 7) Tagesneuigkciten von jüd. Interesse. — Ein weites Gebiet, das die Monatsschrift uinfassen will! Es liegen die drei ersten Hefte zu 4 Bog. hochoctav bereits vor, und wir müssen gestehen, daß die gestellte Ausgabe darin mit vielem Geschick gelöst wirb. Zn jedem Hefte befinden sich einige größere leitende Artikel des Herausgebers, die den conservatwen Standpunkt desselben kennzeichnen, viel Belehrendes (auch Polemisches gegen Reformer, Hyperkritiker u. A.) enthalten, und sich ganz besonders durch einen blühenden hebr. Styl, in dem das Wortspiel eine oft allzugroße Rolle spielt, auszeichnen. Sodann finden sich werthvolle Beiträge aus dem literarischen Nachlaß des sel. Rapopcrt. LandShuth liefert darin Biographie«» von Poetanim. Jacob Re smanns kritische Feder bringt textverbesserndc Noten zum ״Aruch" und Berichtigungen der Stellennachweise, die bei einem lexicalischen Wecke von höchster Bedeutung sind. Er bespricht auch eingehend den von Eisenstätter aus dem Arabischen übersetzten Eommcntar zu den 10 Geboten, und weist aus innern Gründen nach, daß derselbe unmöglich R. Saadja oder irgend einen andern Gaon zum Bersasser haben könne. Auch CH. Z. Pollak in Trebitsch begegnen wir in jedem Hefte. So sehr wir seiner ErNärung des Wortes הה) beistimmen, jo scheint uns doch die von ׳חרועזת הגרם daß es von חרם wie שער החרםית Jercm. 19, abstammen soll, zu weit hergeholt. Näher liegt, daß der Ort seinen Namen von den ״Waldungen" oder den ״Kunstgeiverken" hat. — Lewisohn, Duschak und Sulzdach liefern ebenfalls recht interessante kritische, linguistische und archäologisch« Beiträge. Hervorhebenswerth sind noch die Beiträge des Sohnes des Herausgcbers, des Hrn. David Kohen-Zedeck in Lemberg, der als Mitredacteur alle Jud,n und Judenthum betrefienden Zeitereignisse mit Geschick zusammenstellt und in der Monats-Chronik gruppirt. Obwohl es meist Ucbersetzung-n aus den verschiedenen jüdischen Journalen sind, so erhalten ׳*) Siehe Grätz Gesch, B. 3. it. 10.

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