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Das jüdische Literaturblatt · 1874-01-01 · Nr. 4. (1874) · p. Seite 14

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
3 (1874)
Issue
Nr. 4. (1874)
Date
1874-01-01
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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14 MaHbi durch ein Wunder wie die- 3 B. M. 8, 24 und II. «tonsk. 7, I der Fall war, zu verherrlichen. Der folgendePafsus, II. Maccab. St 9 ff: ״Auch wird erzählt, wie fepr mit Weisheit Begabte (tzusomo) tuts Opfer her Einw-ihWg tznd Vollendung des Temtzelß dargebracht. Ho wie htzßtt» und Hmer tetniffeetty^ so betete Salnpo und daS hernredergekon'.niene Feuer verzeyrte die Brandvpser?c. Auf gleiche Weise feierte Salomo die acht Tage" — (?1 flöu. 8, 65 heiß, es {Let׳eu Tage) — kann sich auf die Tempel-׳ weihe der Mccabger, hie 3 Tage währte, beziehen. Es muß alsq hi« wie in den angeführten Vibelstellen ein ähnliches Wmider, wie z. B. Iosippon angibt, stattgesunden haben. Der griechische Text, bezüglich des Feuersteine des Altars, ist immerhin unklar und muß durch Iosippon ergänzt werden. Abraham b. David, der Vers, de- Seser Hakabbala, berichtet in seiner ״Geschichte der Lönige des ziveilen Tempels," daß, מ Juda Mackabi in den TemLel. rütjüg uut». das Arier- > die Opfer aus den Altar legte, er zu Gott betete, daß der Ewige sein Opfer wohlgefällig aufuehmen möge. Da brach aus dem Altar «in Feuer aus, und verzehrte das Opfer und das Holz. Sonderbar heißt es daselbst: Ls geschab dies am 25. Ellul. — Man steht also, daß aus allen diesen verschiedenen Darstellungen die Absicht hervorleuchtet, die Eontinuität des heilige» Feuers während der beiden Tempelperioden zu beweisen und festzustellen. Iosippon sagt eS an deu beiden bereits angesührten Stellen Ab. zu 20 ausdrücklich: Von da, von Nehemia an, war das aufgesunde,te heilige Feuer bis zur zweiten Vertreibung der Juden (unter Antiochus EpiphaneS) und seit dieser Periode blieb das im Altar hervorgebrochene wunderbare Feuer ununterbrochen auf dem Altar bis zur dritten Vertreibung, Golah, unter Titus. Luch die Mijchnah, Aboth 5, 9, führt es unter den Wundern, die sich täglich im Tempel kundgaben, an, daß der Regen niemals das Feuer des im Freien stehenden Altars verlöschte, wodurch also die Eontinuität des heiligen Feuers niemals unterbrochen wurde. Das Wunder liegt also nicht vlos darin, wie allgemein erklärt wird, daß der Regen das Feuer nicht verlöschte, da man ja im Nolhfalle das Altarfeuer, wie dies in der Wüste geschehe» ist, in einem Topfe verwahren konnte; sondern zunieist darin, daß während der Jahrhunderte das heilige Feuer fortwährend auf dem Altäre brennend erhalten wurde. Die Erhaltung des heiligen Feuers betrachtet also die Mischna für ein Wunder, und dies setzt nun voraus, daß die Mischna auch angenommen hat, daß das Altarfeuer ursprünglich auf eine wunderbare Weise entstanden sei. (Schluß folgt.) Nachträge zur biblisch-talmudischen Kosmogonie. Gegen den im ״Jüd. Literaturbl." Nr. I I und 12 v. I. von Hrn. Michael Levy in Jnowraclaw veröffentlichten Aufsatz über das in der Heberschrist genannte Thema ist uns eine sehr ausführliche Widerlegung von Hrn. A. Wolfs in Znln zugegangen, die wir wegen ihres allzugroßen Umfanges und der Menge von hebr. Citaten aus Talmud und Midrasch nicht «örtlich, sondern nur inhaltlich zum Abdruck bringen können. Hr. W. sucht gegen Hr. L. nachzuweisen, daß die talmudifche Auffassung von der Weltschöpfung nicht im Einklänge mit den Ergebnissen der Heuligen Wissenschaft stehe, daß in!onders a) das Weltall in sechs Tagen geschaffen worden, d. h., daß unter dem biblischen ll? ein Zeitraum von 24 Stunden verstanden sei und d) daß die Geschöpfe alle vollständig entwickelt aus des Schöpfers Hand hervorgegangen seien. Hr. W. hat mit großem Fleiße viele der einschlägigen Talmud- und Midraschstellen gesainmelt, die aber schon darum nichts deweisen, weil sie fast ausnahmslos (רעת יחיד) die Ansicht Einzelner sind, denen die Ansichten Anderer entgegenstehen, welche Hx. L. zur Begründung seiner Hypothese anführen könnte und auch meist angeführt hat. Hr. L. stützt nicht etwa seine Hypothese auf derartig» agadische Aussprüche, er zeigte nur, wie m vnigen derselben bereits Manches, was die heutige 2tziffe»schaft erst gefunden, durchblitzte. Dgs Anzuführen ist allerdings von Jntere.sq, Im UedrjHM findet hier jq der WunHqtz אין למדץ מן האגדח pro »ich contra seine HmMdyn^ _ Dm Widerspruch roften tzer Hchöpjunz b# Licht ersten Tage und der her Lichtträger am vierten «lge, den Hr. L. vont Standpunkte der neuesten Lich.theorie zu lösen suchte, findet Hr. W. durch Chagiga 12a Dnlittl ק p ביום הראעזון ולא נתלו פד יוה הרביעי gelöst. Dagegen theilt uns Hr. L. (aus einem Briefe des Hrn. Rabbiner Raphtaly Adler zu Bagswater, London) solgeiche aus de.M Englischen übersetzte Stelle zur Begründung seiner Ansicht mit: ״Die Wiffenichajt lehrt uns nun, daß Licht ein von der Sonne unabhängiges Element und ein Ergebnis der Undulation (Wellenbewegung) sei, welche unendlich sein und elastisch als Lether den Raum durchmißt, ähnlich den Schwingungen des dichteren ElemeiUs der Luft. Es wird auch allgemein angenommen, daß die Sonne kein lichter Ball sei, vielmehr ein undurchsichtiger dunkler Körper, besten Gtanz durch eine hochlichst leuchtende, umhüllende Atmosphäre hervorgedracht wird. In der Thal setzen die neuesten Forschungen voraus, daß weit über die von uns entferntesten Gestirne hinaus eine Region von mächtigstem Lichte vorhanden sei, ein Empyräum-Himmel, uitd die Gestirn-Nebel seien demnach nichts als der Wiederschein von jenen Aether-Regionen und erfüllt mit der ausgestreuten leuchtenden Materie. Es ist nicht zu verkennen, daß diese Geftirn-Nebel-Theorie sehr den Einwürfm begegnet, welche wider die Schöpfungsgeschichte Mose's erhoben werden, indem durch jene festgestellt ist, daß Licht auch ohne unsre Sonne vorhanden sein kann. Wte erstaunlich genau zutreffend sind nunmehr die biblischen Worte, welche die Sonne nicht mit אור (das Licht), sondern מאור (Lichtort oder Lichtgeräth, Lichtträger oder Leuchter) bezeichnen. Genau so, wie unser jetziges Wissen den Sachverhalt erklärt. Man kann noch hinzufügett: Die heilige Schrift spricht nicht von einem ״Schaffen" oder ״Machen" des Lichts, ivndern sie sagt: ״ יהי אורes werde Licht", denn Licht ist kein separater für sich bestehender Körper, sondern ein Zustand des Schwingens. Flimmerns, wellenförmiger Bewegung des AetherS, in gewiffen Momenten. Der heilige Berich ersta.ter konnte diese Erscheinung mit eineut kaum irgendwie paffenderen Ausdrucke bezeichnen." Literaturbericht. Recensionen. Freudenthal, Dr. J., Hellenistische Studien. Heft I.: Alexander Polyhistor und die von ihm erhaltenen Reste jüdischer und samaritamischer Geschichtswerke. (Prograimuschrift des Jild. tlieol. Seminars). Breslau 1874. 104 SS. gr. 8" Weber ben vollständig erhalten.» Schriftdenkmälern der jüdisch-hellenistischen Eulturepoche, neben den umfangreichen Werken der Bibetübersetzer, des Philo un» Josephus, haben sich auch emige kleine Ueberreste bis auf uns gerettet, vereinzelte Fragmente, die das Bild jener regsamen und für die geistige Entwickelung so bedeutungsvollen Zeit vervollständigen helfen. Alle diese Fragmente zeigen, daß der in Sprache und Bitdüng Grieche gewordene Sohn Judäa'ü die treue Anhänglichkeit an den Glauben und das Schristthum seines Volkes aus die verschiedenste Weise bethätigte. Sei es, daß er biblische Geschichte zur Epopöe oder zum Drama verarbeitet, sei es, daß er in volltönenden Hexametern der längst verklungenen Prophetie in der Fremde einen begeisterten Nachhall weckte, ober daß er hebräische Weisheit mit griechischen Gedanken und Wendun» gen vorträgt, stets zeigte sich das Bestreben, dem kosmopolitisch gewordenen Hellenemhuin die geistigen Güter des unbekannten oder verkannten Judenthunis zugänglich und verständlich zu machen. Eine mehr wissenschaftllche Lendenz zeigt jtch in oen historischen Fraginenle», welche als Ueberreste einer zieintich reichen Literatur sich erhalten haben. Indem sie die von der Bibel erzählten Begebenheiten in chronologischen Zujammenhang bringen oder durch anderweitige Nachrichten, durch einhei-

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