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Das jüdische Literaturblatt · 1874-01-01 · Nr. 4. (1874) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
3 (1874)
Issue
Nr. 4. (1874)
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Züdislhk MMMM. -ar Deteachtaap ,»er -»denttza» » -adea deiresteadea U- »rrarischea erschein,»,en auf km Srdiet« der Phitasaphie,Keschichte,Sthaagraptzik.Btzratogie, Brieatatia, Lxezese, Ha«itetik, Litnrzid, Pt»a,a,ik. V_-_/ Herausgegeben Rabbiner Dr. M. Rahme» in Magdeburg. /-\ Bücher der einschtt,i,en Literatar, »eiche »er *r» de« ״Iü». KitrratardtaU" ta Maßdedar, (»der der ״I»rarl. Wochraschr.- in -tetti») sagesaadt »erdea, finden ia diese« Matte eia- ,rtzeade Desprechaa,. Nr. 4 Erscheint 1—2mal monatlich. Preis pro Jahrgang 1 Thlr. Für die Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrist" gratis. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen;in Leipzig durch Robert Fries«. 3. Jahrgang. Das heilige Altarfeuer. Bon Rabbiner D. Oppenheim. ES ist ein eigenthümlicher Charactcrzug der Sage, daß sie gewöhnlich ihren Sloff in mannigfacher Weise behandelt und in verschiedenen Darstellungen erzählt. Die Sage von der Auffindung deS ״heiligen Feuers" durch Neheinia bei der Wiederherstellung des zweiten Teinpels »ird ebenfalls, wie wir dies bereits in Nr. 2 dieses Bl. kurz angedeutet, im II. Makkabäerbuche in doppelter Gestalt berichtet. Cap. I 20—36 wird angegeben, daß die Priester das heilige Altarseuer bei der Zerstörung des Tempels durch Nebukadnezar in einer waffertrcren Cisterne versteckt und nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft auf Veraulaffung des Nehemia daraus auf eine wunderbare Art wiedergewonnen haben. Zur Beglaubigung der Thatsache wird sogar hinzugefügt, daß der persische König, als er von.der wunderbaren Auffindung deS verborgenen Feuers hörte, auf der Wunderstätle einen Tempel bauen ließ, und Nehemia nannte den Ort Nephthar, welches als ״Reinigung" erklärt wird. — Cap. II, 1 heißt es dagegen: ״Es wird auch in den Schriflen gesunden, daß der Prophet Jeremia den Weggeführten gebot, vom Feuer zu nehme», wie angedeutet worden." Meiter wird dann angegeben, I, 2—20. ״daß Jeremias auf dem Berge, auf welchen Moses hinausgestiegen war, uni das GotteSerbe zu schauen, in einem höhlenförinigen Hause das Zelt, die Lade und den Räucheraltar verbarg und sprach: der Ort wird unbekannt bleiben, bis Gott das Volk gesammelt rc. Alsdann wird der Herr diese Dinge zeigen, und die Herrlichkeit des Herrn und die Wolke wird erscheinen, wie sie zur Zeit Mose's und Salomo's sichtbar war rc." Da hier nun Uber die Auffindung des FeuerS nichts Näheres angegeben wird, denn die Anführung des bei der Einweihung der Sliflshütte durch Moses und Aron und des Tempels durch Salomoh herabgekomntenen Himmelsfeuers scheint sich aus die Tempelweihe der Maccabäer zu beziehen; so hat wohl der nüchterne Erzähler dieser Version damit nur sagen wollen, daß auf Befehl des Jeremias das Altarfeuer bei der Zerstörung des Teinpels heimlich verwahrt und während der 70jährigen badylomschen Gefangenschaft stets aus natürliche Weise unterhatten wurde. Diese» heilige Feuer wurde daun auch vom Nehemia bei der Einweihung des Altars benutzt. Derselbe Vorgang soll mit dem Altarfeuer, nach dem Talmud, während der 40jährigen Wanderung der Israeliten in der Wüste stattgefunden haben, wo das Altarfeuer dadurch erhallen wurde, daß man es in einem dreisußartige» Gesäße verwahrte. S. Sisra und Jalkut 3 B. M. 6, 6 und Aruch 8. V. (Tenn, vorübergehend bemerkt, wurde ja, wie der Prophet Amos 5, 25 ausdrücklich sagt, in der Wüste außer dem ersten Jahre gar nicht mehr oder doch nur in den seltensten Fälleil geopfert, und doch niußle während der Wanderzüge das Altarseuer erhalten werden. E. Nascht und Jbn ESra zu LmoS und Tr. Chagiga 6 b) Jedenfalls steht fest, daß nach der Relation des II. Maccadäerbuch«- Kap. 2, 1 die Aufbewahrung und Auffindung des heiligen Feuers ohne besonderes Mirakel, wovon das erste Kapitel so viel zu erzählen weiß, vor sich gegangen ist. Wir verweisen der Kürze wegen auf Winer'S dibl. Realwörterb. s. v. Brandopferalt., wo alle Stellen der Profanscribenten über das ewige Feuer bei den alten Persern und Römern angeführt sind und heben nur die eine Stelle aus Ourtius vita Alexand. B 2, hervor, daß die Perser im Heerszuge des Darius daS ewige Feuer auf fildeinen Altären und gefolgt von den Magiern getragen haben. Josippon Ab. 3 verquickt die beiden verschiedenen Relationen, wie wir bereits im ersten Artikel nachgewiesen und selbst der Berf. deS II. MaccabäerbucheS scheint die ursprünglich aus zwei besonderen Quellen geflossene Sage nicht genau von einander getrennt zu haben. Als Juda, der Maccabäer, Jerusalem von der Gewalt des AntiochuS Epiphanes befreite und in den Besitz deS Tempels gelangte, war es seine erste Aufgabe, den Tempeldienst wieder herzustellen und den Altar einzuweihen, da er den alten von den Heiden verunreinigten Altar zerstören ließ. (1. B Maccab. 4, 44—47) Nun trat abermals die Schwierigkeit wegen der Herbeischaffung deS heiligen FeuerS h^rs!!, da er fremdes, profanes Feuer nicht gebrauchen niochle. Da- II. Maccadäerbuch 10, 3, gibt »ns hierüber folgende dunkle Angabe: ״Sie reinigte» den Temprl und erbauten «inen anderen Altar, und nachdem sie mit den Steinen Feuer geschlagen hatten, nahmen sie dasselbe und brachten nach einem zweijährigen Zeiträume ein Opfer und Räucherwerk dar u. s. w." Im Griechischen lautet die Stelle: ״brennende Steine, auwelchen sie das Feuer nahmen" und in der Vulgata: et de ignitis lapidibus igne concepto sacriücia obtulerunt etc. Warum gerade Feuersteine dazu verwendet wurden, und w »S es mit diesen Feuersteinen für eine Bewanotniß hatte, ist nicht klar und wird nicht deutlich angegeben. Jojephus und daS I. Maccadäerbuch erwähnen von all diesen nicht das Mindeste! Hingegen ist hier Josippon, der das II. Maccadäerbuch vollständig benutzte, viel ausführlicher. Ad. 20 erzählt derselbe: Als Juda und die Priester die Opferstücke auf den neuen Altar legten und kein heiliges Feuer fanden — ואש קדושה לא מצאו —, so betete» sie zu Gott; da kam ein Feuer aus den Steinen des Altars hervor, und sie legten Holz daraus und ließen die Opferstücke in Rauch aufgehen. ותצא אש מן האבנים וכר ויערכו עצים על־יה וכי ♦ Hier haben wir also anstatt eines Himmelsfeuers, wie bei Moses und Salomoh, II. Chrou. 7,!, e>» aus den Allursieinen hervorgebrochenes,gleichsam vulkanisches, göttliches Feuer Offenbar ist hier also das B-streben sichtbar, die Einweihung der neuen Altäre, sowohl unter N.hemia als unter Juoa

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