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Das jüdische Literaturblatt · 1874-01-01 · Nr. 3. (1874) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
3 (1874)
Issue
Nr. 3. (1874)
Date
1874-01-01
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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‘»־־—ז־ז^־־ילי wf. - * W'|11 י;.*,י ייי,־«*^י• ׳1יקיימ — 10 — chungen anstellte — ein Werk, das von der Aenntniß der Musik de- Verfassers ein rühmliches Zeugniß ablegt. Selbst in Deutschland wurde vor mehr als einem Jahrhundert unternommen, synagogale Gesänge durch den Druck zu veröffentliche«. Wir kennen bloS den Titel des im Oppen׳ heimer'schLu Katalog, Hamburg 1785, angeführten Werkes: שמחת הצפש ח״ב עם זמירות יפי ועם מוזיקא׳ פירט ת׳פז Näheres haben wir sonst nirgends hierüber gefunden! D. Oppenheim. Nachbemerkung der Redaction: In demaufder Pariser Nationalbibliothek befindlichen Exemplar des Salomo de Nossi'schen Werkes lautet das erste Wort des Titels nicht, wie Wolfs und Fürst angeben באמו, sondern, wie uns Hr. M. Schwab, ehemal. Redact-ur der Rev. isr.,!jetzt an der Pariser Nationalbibliothekaus besoiidere Anfrage mittheilt: סיממו■ Unser gesch. Ntitarbeiter, Hr. Rabbiner Oppenl)cim, hält Ersteres für richtiger, da ״Basso" eher eine Bezeichnung aus dem Titel niusikalischer Compositionen sein konnte als ״Sesio", das ja nur eine ״s e ch st e" Abtheilung derselben dezeichnen könnte, von fünf anderen Parthieen aber nirgends die Rede ist. Nun aber sind, wie aus dem Inhalt der Compo sttioncn, die nächstens hier in Magdeburg von einem Kundigen neu aufgelegt werden, dieselben für Topran componirt, und das Plädoyer für ״Basso" sonach Hinfällig. Wir vermuthen, daß Sesto hier nicht als Ordnungszahlwort, sondern iit seiner andern Bedeutung ״Cirkcl" hier zu nehmen sei, also etwa ״Cyclus" von Liedern, Lieder -Ordnung. Hr. Schwab ftiiumt uns bei. Literaturbericht. Rkkkvfionrn. Schwarz, Dr. Israel, Rabbiner zu Cöln. יתל,ות אצוש Cominent.ire zum Buche Hiob. 1. Band. Berlin, 1868. XX und 102 und 294 Seilen. 8°. Der ausführliche Ditet diese« vor 5 Jahren erschienenen Werke« giebt hebräisch und lateinisch den Inhalt seiner Bestandrheile an: wir wollen zu Ansang der folgenden Besprechung denselben kurz skizziren, um von vorne herein aus die Reichhaltigkeit de« Buche« ausmerksam z» machen, welchem, wie es scheint, bisher nicht die verdiente Ausmerksamkcit zu Therl geworden ist. — In der ersten, kleinern Hülste erhalten wir außer dem Texte und einer gegcnüderstehenden metrischen Uebersetzung de« Buches viob auch in fortlausenden Roten Angabe der Parallelstellen aus allen Theilen der Bibel, sowle zum Schluß eine Reihe massoretisch-kritischer Beinerkungen. Die zweite Hülste d.steht aus einer Reihe von Connnentaren zu Hiob, ivelche zu Bersasscrn di« drei Rinrchiden, Jesaja «ui« Trani den Jüngern, und Scrachja den Jsak b. Schealtiel haben: denselben geht voraus eine aus Talmud, Midraschim (auch dem Sohar) zujauimengeslellle Catena von den in jenen Werken enthaltenen, auf Stellen in Hlvb sich beziehende» agadischen Sätzen und Bemerkungen. Rllyt zu vergessen ist dr« im Vorwort gegebene sechs Seiten lange Anmerkung, welche an einer sehr vollständigen Beispielsammlung de» Einfluß de« Buches Hiob, namentlich seines Reichthum» an seltenen Wörter», aus die Prul-Dichler nachweist. Man lieht, Herr Rabb. Schwarz hat sich das schwierigste, vielleicht ober auch schön!»« Buch der biblischen Literarur zu dem besondere» Gegenstände seiner Forschung gemacht In dem bisher nicht erschienen » zweiten Band«!oll Sa« i>u ersten gebotene Material durch die Hiob- «vnnuentare R. Laadja's und R. Moses Gikitilja's, aus dem Arab»!chcn zum erst.«» Mule »ns Hebräische übersetzt, sowie namentlich durch de» «lgrneli l5vn»nenlar des Herausgebers nebst aussührlicher Einleitung ergänzt werde». Sehr erwünscht wäre es gewesen, wenn der Herr Vers, seme tleber!etzung erst »n Begleitung de« verheißenen Lonnnentar« vers!se::!licht haue Tann würee in derselbe» Manches vielleicht nicht jo ganz l.ngkr>chrjertlgter!chri»en, als cs jo, ohne erläuternde Bemerkungen, dem U»de!ange»en vorloiumen muß. Rur einige Beispiele seien hier «rwähnl. 5,21 wird בשוט לשון übersetzt mit ״bei der Horden Einbruch": 9.26 אציות אבה «herbe Schmerzen"; 20,7 בגללו «wie eine Sch'iuppeתצים 30,29 :״ «Wölfeומה אתבוצן על בתולה 31,1;״ ״doch was bracht' mir die Unschuld ein"; 4,5 כי אתה תבוא אליך ״nun hältst du Einkehr bei dir stlber" (was einerseits ein, GernioniSmus ist s. v «. ״du kommst zu dir", andererseit« eine »nhebrSische Eonstruction voraussetzt, indem es heißen müßt« אל צפשך)• Unklar ist, warum 38,36 בטחות mit ״in de« Hirn« Geäder" übersetzt ist, besonders da nach biblischer Anschauung di« Weisheit nicht im Gehirn« wohnt; gegm den Zusammenhang und all« bisherigen Erklärer werden di« Imperfecta in 10, 10-.-11 als wirkliche Futur» genommen und «r der ganzen SchsÜderung tzin» freilich phantastisch genug klingende Beschreibung der Hilf, erstehnng angenommen. — Was »uy den Charakter dieser ״m«l»eschen Uebersetzung" im Allgemeinen betrifft, so muß Referent gestehen, daß in Bezug aus die Form das gewählte einfache Jambenmetrum durch die Bitten Inversionen, Apostrophe, sowie besonders die Ungleichheit der Verszeilen entstellt und in vielen Fällen die Quantität der Sylben auf willkürlich« Weise qehandhabt ist; gute prosaische Wiedergabe der Uersglieder würde di« Schönheit des hevr, Parallelismus viel besser abgejpiegelt haben. Da stößt man zuweilen aus Ausdrücke, die man bei metrischen liebertragungen eines alten Meisterwerkes am allerwenigsten gesiicht hätte. Wer würde zum Beispiel in Hiob die moderne ״Phrase" anbringen? Und doch findet sich hier da« Wort an den verschiedensten Stellen: so 72,14; 38,2 zur Wiedergabe von מלין Wie seltsam, an heutigen Zeitungsstyl erinnernd, klingen folget,de Sätze: ״Die Herrn stotterten in ihren Phrasen" (29,9); ״wozu auch diese« hohle Phrasenspiel" (27,12); ״wie lang noch macht ihr Jagd auf Phrasen" (18,2). Wer zu diesen Sätzen das hcbr. Original vergleicht, finoet, daß im Text« durchaus keine Rölhignug zur Wahl de« fraglichen Worte« liegt. Sinnwidrig heißt es 15,22 ״vom Dolche, der ihn anstiert," 20,17 ״Bäche, die von Honig triefen." Sprachwidrig wird 38,28 ״austhauen" transitiv gebraucht. Unzulässig sind Wörter wie: Jngesind 1,3; eingedornt 3.23; Hadersang 23,2. — Nun darf nicht verschwiegen werden, daß die vorliegende Ueberjetzung ursprünglich einen Projelyten, Herrn Abr. Bekendel angehörr«, dessen Arbeit Herr Rabb. Schwarz, wie er in der Porreoe erzählt, einer Umgestaltung unterzog und als ״Vollender" unter eigenem •Rainen herausgab. Daß eine Ainvcndung kritischer Feile viele Mängel der Ueber» tragung beseitigt haben würde, zeigen Stellen wie 7, 1—3, 11,17; 29, 19—20; 39, 19—25, welche von dem Uebrigen recht wohlthuend abstechen. Ist im bisherigen der Tadel vielleicht etwas zu stark hervorgetreten, so kann für den übrigen Theil seines Werkes dem Herausgeber nicht genug Anerkennung gezollt werden. Sind doch durch seine Bemühung hier werthvolle Arbeiten aus der Blüthczeit der jüdischen Bibelexegese Jedem zugänglich gemacht, der für diese Llteratur sich intecejsirt. Und daß nicht nur die Exegese allem aus denselben Belehrung schöpfen, sondern auch der Literatur- und Lulturhistoriker sie verwerihen kann, zeigte namentlich der letzte der hier veröffentlichten Commentare (S. 107 — 293). (Schluß folgt.) Bücherjchau. (Fortsetzung.) x. 6) Wolf, H. Zur Salzburger Chronik. Wien 1873 (31 S.) 7) Schmidt, Fyeod. Vor hundert Jahren. Eine pomnlersche Criulinal-Geschichle. (Abdruck aus den baltischen Studien.) Stettin 1872. 81 S. Zwei Heslche» von geringem Umsang, aber von Interesse für die jüdische Geschichte. Die 'erstgenannte Schrift lönnen wir sogar als sehr interessant bezeichnen; mit der Drainatik, durch welche die geschichtliche Wahrheit die ersunoene Romantrk übertrifft, gibt uns der Wols'jche historische Bericht ein künstlerisch ubgerunbekes Bad, düster im Beginn, erhebend und verjöhneno »in schlosse. Die zweite Schrift ist ei» Sittenbild, voll tiefer Scha.i-n; es versüant uns mit dem Gelesenen nichts als der Gedanke, daß Zerr-ir ..irr, Sitten besser geworden sind. Wolf erzählt uns au» der »•!«schichte der Juden in Salzburg svviel, ivre überhaupt zu aiiu.u.ii ist: Die Vertreibung rm Jahre 1498 und die Verhandlungen ii'vr die Aufhebung des Leibzolls (durchreisender) Juden in den Jahren!791» u ss. Die Zeit seit der neuen Niederlassung einiger Juden m Lalzo.^rg seit 1848, bietet kein geschichtliches Interesse. Ueber die Austreib:.ng rar I. 1498 ersahren wir, daß der Erzbischof Leonhard, ivelcher!.» vollzog, ein grausamer, rechtsvcrachlenber Herr auch gegen seine ch.rg.ichen linterrhalien gewesen ist; es kann uns daher nicht wundern, wenn sre Verlriebencii gezwungen wurde», auch noch einen lange» Revers zu uiiierschreiben, durch den sie auf alle Ansprüche verzichten, jeder Femdjchast. Rache u. s. w. r»tsage,r und ״mit rhrem guten Willen und Wisse» geurlaubl" zu sein belennen. — Umer dem Erzbischof Hieronynrus von Collerebo-Wallsce (seit 1772) kamen die Ideen der Toleranz und Aufklärung auch i» Salzburg zur Geltung, sie dewirkte» auch die Aushebung des Leibzolles und Geleitgeldes der Inden. Rach 1731 waren bekanntlich die Prolestanteil aus Salzburg vertriebe״, vierzig Jahre später sehe» wir einen gewaltrgen Umschwung vollzogen. Der Erzbischof führt tiefgehende Resormen ei», und »n Bezug auf die Juden lesen wir nun in Erlasse» und in Gutachten der geistlichen Be- Hörden Sätze wie: ״bei jetzigen Zeiten sieht nran allerdings ein, daß die Juden Menschen wie alle übrigen seien, daß nur eine durch ReligionSvorurtheile veranlaßt« Drückung sie herabgewürdigt hat, daß verschredene

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