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Das jüdische Literaturblatt · 1873-01-01 · N° 7. (21.5.1873) · p. Seite 26

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
2 (1873)
Issue
N° 7. (21.5.1873)
Date
1873-01-01
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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und dieselbe liegend, dir zwischen Bethel und Ai, biblischerseits bei Gelegenheit der 4Landerungcn Abraui's als ״Gebirge", bei Gelegenheit der Kämpfe Josua's aber als ״Thal'' bezeichnet rvsrde». Die Antwort hierauf soll :::dessen sicher aus den vorangehenden (von uns initgctheilten) Bemerkungen des Berichterstatters herausgelesen werven, laut deren die beiden Reisenden, als sie von Bethel ostwärts und gen Ai sich wandten, allerdings ein Thal passin, dasselbe aber — und wen» auch nur theilweise — von 2 Gebirgstheilen, einem Kegelberge und einer an diesen anstoßenden Berghöhe, begrenz: gesehen haben. — Da nun in dortiger Landschaft (wie dies übrigens in Palästina gar nicht selten der Fall) Berg und ibal mit einander wechseln, so sind natürlich die abwcichendcn Angaben an den betr. beiden Bibclstellen vollkommen gcrechkicrligt. -- Man wird aber überhaupt von vornherein schon ans gar keinen Widerspruch und dergleichen stoßen, wenn man erstlich die wirkliche Lage der beiden Städte zu einander, dann aber auch die Züge Abram's und Josua's etwas genauer in s Auge saßt. — Ai liegt allerdings östlich von Bethel, aber nich: in g:ader Richtung mit diesem, sondern (wie cü jede richrige Karte von Paläüiua zeigt) schon so viel südlicher, daß!»an mit Recht sagen kann: Ai ist südöstlich von Bethel gelegen Was nun Abram anlangt, so war ja nach Gen. 12. I) u. 7 — die Stelle, wo er zuerst Zell und Alrar ausgestellt, der Ort Sichein, ivelchcr aber bedeutend nörd licher denn Bethel sich befindet. Ist er nun von Sichern aus — wie dies überhaupt in seinem ganzen Wandernnzsplane gelegen zu haben scheint, — südwärts gezogen, so bat er natürlich, che er in die ׳Rähe von Bethel kam, einen ansehnlichen Theil des «Gebirges Ephraim passircn müssen, wodurch das זיעתלן משם ההרה entschieden gerechtfertigt erscheint. Da aber die Höhen des gedachten Gebirges a»f beiden Seiten (west- und ostwärts) von Bethel sich hinziehen, so will das unmittelbar folgende מקדם לבית אל gerade sagen, welche Richtung Abram genommen, als er, von Sichern ans bergansteigend, nach Süden sich gewendet. Dies bedingt aber noch lange nicht, dag daS hinterherkonimendc ויט אהלה mit dem Ansanae des Verses in Verbindung stehen muß, d. h. daß die Zcilausspannung (und daher auch der Altarbau) just auf einem hohen Punkte muß statt gesunden haben. .Kann dies ja ebenso gut auf niedrig gelegener Fläche geschehen sein, da ja dort Berg und Thal, Höh« und Tiefe stetig mit einander wechseln. — Gesetzt aber auch, es sei ganz sicher, daß Abram seinen Altar bei Beihel nur aus einer Bergfläch« anfgebaut, so läuft dies doch nicht im Entferntesten den betr. Angaben bei Iosua zuivider. — Denn Iosn», der sein Hauptquartier zu Gjrgal harte, mußte ja, um von hier in die Näh« von Ai zu gelangen, in nordwestlicher Richtung sich bewegen, und indem er dies lhat, umging er (aus bekannten Gründen) die Festung gen Osten und gelangte so nördlich derselben auf jeneu wichtigen Höhepunkt, wo er am Ätzende vor dem bcab sichtiglcn Angriffe sein Lager aufschlug. Da dieser Punk! aber mit Bethel in ziemlich grader Richtung gelegen, so war die qn. Stellung für den Feldherr» eine um so günstigcre, als er von derielben ans mit dem unter seinem directcn Eommando stehenden Gros des Heeres 1) gen Süden hin die Festung Ai, 2) gen Weilen hin die Stad! Bethel und endlich noch 3) ge» rübiielteit hin den Hinterhalt, welchen er iu dieser ׳?lacht noch mn Glich» Mann verstärkt batte, beherrschen konnte. Der Hinterhalt lag alts:di!lgs, »ie dreimal auS dem ' Texte zu ersehen, zwischen Bechel und Ai, ג) — *ab zwar ׳ westlich des letzter» Ortes. Das Thal aber, das im Texte envähnt ist und dem Forscher F. so viel Schwierigkeiten | machte, war ja gar nicht zwischen dem Hinterhalte und Ai (rejp. zwischen Bethel und Ai), sondern, wie ganz ausdrücklich zu lesen, zivischen dem Lager Josua's und der Festung ausgedebnr. Es wird also hier au der Stelle gerade, wo des Thales gedacht ist, ein ganz anderer Theil der betr. Gegend behandelt, als derjenige ist. mit welchem der Text bei Abram sich beschäftigt, — und wer dies nur mit einiger Aufmerksamkeit in's Auge faßt, inuß sich in der That sehr wundern, wie hier nui von vornherein irgend etwas von geographischem Widerspruche gesunden werden konnte. — Wäre aber auch ein solcher vorhanden, so könnte die Sache vielleicht auch noch ans andere Weise gelöst werden, indem man nämlich nui die Eipmologie des Wortes עי näher cingingc Es ist aussallend, daß dieses ucnnan proprium nie aiiders als mit dem Hg demoHstrativum vorkommt, was ältere wie neuere Lprachiorscher dadurch erklären, daß עי (Ai) eigentlich 11111■ eine Umschi eibung sei von עי Qi), welches — ebenso wie מעי nicht biss ״Trümmerhaufen" (wie B. Micha 1. 6 Fes. 17. I. .׳c. > Mdern auch Hügel, Aufwurf, Höhe u. dgl. bedeutet Naineiilüch ist der PluraliS עיים zumeist in der Bedeutung von ״Hügel" oder ״Höhe" gebraucht, wie aus Nilin. A3. 44.!1 s. w zu ersehen. *) — Nehmen mir nun an, daß unter dem עי, von welchem bei Abram die Rede, gar nicht die spätere Stadt dieses Namens, sondern nur die Höhe gemeint sei, welche gegenüber Bethel, — und zwar östlich dieses Ortes sich befindet, so wird es sehr begreiflich gefunden, daß und warum der Patriarch zwischen diesen beiden Punkten — nämlich zwischen Ai (dem Hügel) und Bethel (dem damaligen Lus) — Zell und Anar aufgerichtet. — Die Stadt und Festung aber, von welcher bei Iosua die Rebe, war südwärts der gedachten Höhe angelegt und hatte den Namen עי wohl noch gar nicht bei der Gründung, sonder» viel wahrscheinlicher erst non dem später» Geschichtsschreibcr anS dem Grunde erhalten, weil ja durch die Man nen Josua's der Ort in einem Trümmerhaufen (עי) war verwandelt worden. י) — An ähnlichen Fällen, wie Namen und Benennungen entstanden, sehlt's in der Bibel sicherlich nicht. — 1 3) Außer Jos. 8. V- 0 u. 12, auch in V. 13 mir! עקבו. 1 ״) Zu עיי־העברים bemerkt Naschi neben הדבות auch גלים (Hausen >c.) G. Salomo» u. A. übersetzen ״Hügel des Abvrim." ') S. Jos. * 28. lieber das Ulaltrr der Propheten Joel, Äruos, Gbadja. ü<on 1tr.: S. ><t utzznisky. Der in Nr. 3 des ״jüd. Lilcralnrbl." enthaltene Bericht über die jüngst erschienene Arbeit des Hrn. Pros. l>r. Grätz, besonders die dort bcigesügte Anmcrtüug, in der meiner Disirrtrttionenvbei! E1wäh!!!!ng geschieht, veranlag! nnkh, der vou!

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