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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-12-01 · 12 (1.12.1911) · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
12 (1.12.1911)
Date
1911-12-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Uerbands-Uachrichlen.!! I Mtttrttnngen bet- Geschäftsstelle. Wir machen darauf anfmerkslu», daß am 1. Dexembrr die Kalfcnveewaltnng an Herrn Artur Abrahamsohu, Kertin C., Landsbergerstraste it t«, übergegangcn ist. Wir ersuche» die Vereine, die mit der Zahlung der AbonnemcntSbeträge und der Verbandsbeiträgc (20 Pfg. pro Kopf und Jahr nach dem Stande vom 1. Oktober 1911) tut Rückstände sind, dieselben an obengenannten Herrn und zwar auf sein Postscheckkonto 12050 einzuscnden. Wir bemerke», daß durch Ucbcrwcisnng des Betrages ans das Postscheckkonto die Pvrtokostcn erspart werden. Unser in der September-Nummer abgedrucktes Vercinsvcrzeichnis ist infolge statlgehabter Veränderungen wie folgt zn berichtige» bezw. zu ergänzen: Bielefeld. Vorsitzender und Briefadresse: Max Koppel, Arudlslr. 4. Bonn. Vorsitzender und Briesadresse: R.-A. Or. Höchster, Neckenheimerstr, 23. Essen. Briesadresse: Lehrer Max Levisohn, Selmastr. 14. Hamburg. Briefadresse: Leo S. Lessmann, Oberste. 13. Neuwied. Vereinslokal: Hotel zur alten Post. Solingen. Briefadresse: G. Schwarz, Wupperstr. 48. Stargard i. P. Vorsitzender und Briefadresse: Martin Ury, Holzmarklstr. 40. Wiesbaden. Vorsitzender: Lehrer Edm. Kapell: Briesadresse: Referendar Nob. Rosenthal, Albrechtstr. 16, III. Aus unseren Vereinen. Bezirksvcrband der jüdischen Jugendvereine Westdeutschlands. Die Tängkeit des Beztrlsverbandes der jüdischen . Jugendvcreine Wkstdiutschlands im Monat Oktober hat die Gründrrn g zweier neuer Vereine, nämlich in Kreuznach und Wesel, zur Folge gehabt. Die Gründung in Kreuznach fand am 22. Oktober statt. Zu einem nicht geringen Teil war sie ermöglicht durch die ausgezeichnet organisierte Vorarbeit des Herrn Rabb. Dr. Tawrogi, dem hierfür auch an dieser Stelle nochmals ein Dank ausgesprochen sei. Herr Rabb.Dr.Tawropi hatte eine Vorbesprechung mit etwa 15 jungen Leuten schon im Laute des Nachmittags ermöglicht, deren Folge die Konstituierung des Vereins unter dem Namen „Moses Mendelssohn" und die Wahl eines provisorischen Vorstandes war. Slm Abend hielt in einer zahlreich besuchten Versammlung Herr Referendar Dr. Jsi Kahn die Programmrede „Ziele und Zwecke der jüdischen Jugendvereine". Nach dieser mit außerordentlichem Beifall aufgenommenen Rede erläuterte Herr Referendar Gatzert die prakrische Durchsührbarkeit der propagierten Ideen an den Beispielen des Kölner Vereins, des Bezirks- und ZentralverbandeS. Hierauf zeichneten sich nsgesamt einige 70 Mitglieder in die Listen ein. Inzwischen ist der Vorstand definitiv wie folgt zusammengesetzt: Herr Dr. Otto Vogel, 1. Vorsitzender, Herr Arthur Brück, 2. Vorsitzender, Herr Carl Schloß. 1. Schriftführer, Fräulein Helene Tawrogi, 2. Schriftführer, Herr Max Meyer, Kassierer, und 4 Beisitzer. Bezüglich unserer Weseler Gründung laffen wir dem dortigen Verein selbit das Wort: Wesel. Am Montag, den 80. Oktober, wurde in Wesel auf Anregung des Herrn Or. merk. Falkenstein, ein jüdischer Jugendverein gegründet. Herr Referendar Mayer, Bonn, hielt eine über die Zwecke der Jugendvereinsbewegung aufklärende Rede, die mit außerordentlichem Beifall ausgenommen wurde. Die zirkulierende Liste brachte an diesem Abend über 70 Mitglieder, eine sehr stattliche Anzahl bei der nur kleinen Gemeinde. In den nächsten Tagen meldeten sich noch mehr als 10 weitere Mitglieder. Es wurde ein vorbereitender Ausschuß gewählt, der über Statuten rc. beraten soll. Der Anschluß an den Bezirksverband der jüdischen Jugendvereine Westdeutschlands sowie an den Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands ist geplant. Berlin. In den letzten Wochen ist der Berliner Jüdische Jugendbund mit zwei bocvbedeuisamen Kundgebungen an die große Oeffentlichkeit getreten Ein Bericht über beide. Veranstaltungen erscheint im Interesse der Anregung auf dem Gebiete der Propaganda unserer Verbandsidee an dieser Stelle angezeigt. Durch Zeitungsannoncen und große auffällige Plakate an den Anschlagtzsäulen halte der Jugendbund an zwei kurz aufeinander folgenden Tagen zu öffentlichen Versammlungen eingeladen. Das erste Mal im Zentrum der Stadt in einem bekannten Versammlungslokal in der Landsbecgerstraße, das zweite Mal im auf Charlottenburger Gebiet liegenden „Tiergartenhof". In der ersten Versammlung sprachen der Vorsitzende unseres Verbandes, Herr Tr. Apfel, ferner Herr Rechtsanwalt Dr. Klee und Dr. Walter, letzterer aus unserm Vereinsvorstande, über unsere Verbandsidee. Herr Dr. Apfel wies insbesondere darauf hin, daß er hoffe, die in jüngster Zeit entstandenen Differenzen zwischen verichiedenen Richtungen innerhalb der jüdischen Jugend wurden in absehbarer Zeit durch die Idee der neutralen gemeinschaftlichen Arbeit an der Erhaltung des Judentums überbrückt werden. Herr Dr. Klee entwickelte die Notwendigkeit des Zusammenschlnffes der jüdischen Jugend zu gemeinsamer jüditcher Arbeit gegen Abfall und Indifferenz und Herr Dr. Walter legte dar, wie wir unser Ziel durch Arbeit innerhalb des Vereins zu erringen suchen. In der Tiergartenhof-Versammlung sprachen die Herren Dr. med. Zlocisti, Dr. Jsaac ans unjerm Vorstande und Herr Rabb Dr. Warschauer. Während der erste Redner von der Notwendigkeit der Erziehung zu einer geschlossenen Persönlichkeit für den einzelnen Juden sprach, zeigte Herr Dr. Jsaac auf Grund historischer und soziologischer Betrachtungen die Notwendigkeit der Mitarbeit der jüdischen Jugend an der Erhaltung des JudenlumesZ und Herr Dr. Warschauer forderte mit warmen Worten zum Festhalten an der uralten jüdischen Religion, zur Bewahrung der wertvollen Schätze jüdischer Kultur, jüdischer Wissenschaft und jüdischer Literatur auf. In der zweiten Versammlung hatten wir außerdem den Vorzug, den zufällig anwesenden, in jünuster Zeit durch seine Publikationen aus dem Gebiete der Rassesorschung und Anthropologie bekannt gewordenen Wiener Gelehrten, Herrn Dr. Zollschan als Gast bei uns zu sehen, — 12

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