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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-07-01 · 7/8 (Juli/August 1911) · p. Seite 14

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
7/8 (Juli/August 1911)
Date
1911-07-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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erhalten, in denen wir manche wichtige Anregung für unsere Tätigkeit zu finden hoffen. 12. Dem Verbände der deutschen Juden, der sich an alle Organisationen betreffend die Tragung der Diäten für die Delegierten gewandt hat, soll auf sein Schreiben geantwortet werden, daß dem Verbände durch unseren Vertreter keine Kosten entstehen werden. Ein weiterer Antrag des Verbandes auf Bewilligung eines Beitrages zu dem von ihm geplanten apologetischen Werke soll in der nächsten Vorstandssitzung eingehend beraten werden. 13. Zur Gedenknummer liegt nachstehende Resolution vor: „Der Jüdische Jugendbund Berlin hat mit Bedauern von dem Inhalt der Enquete-Nummer der VerbandSmitteilungen Kenntnis genommen und ist überzeugt, daß dieselbe nach Form und Inhalt nur geeignet ist, das Ansehen des Verbandes in den Augen Außenstehender zu schädigen. Der Vorstand des I. I. B. konstatiert mit besonderem Erstaunen, daß der an die Angesragten gerichtete Brief eine durchaus subjektive und unzutreffende Interpretation des Verbandsstatuts enthält, die der gesamten Oeffentlichkeit ein durchaus falsches Bild von der wirklichen Tendenz des Verbandes gegeben hat, und gibt der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß analoge Fälle in Zukunft vermieden werden. Wir hallen es auch für unzulässig, daß eine derart wichtige Kundgebung des Verbandes an die Oeffentlichkeit gelangt ist, ohne daß eine formelle Beratung und Beschlußfaffung durch den Verbandsvorstand erfolgte." Nach eingehender Debatte, in der festgestellt wurde, daß die Enqnetenummer nach vorheriger formeller Beschlußfassung durch den Verbandsvorstand herausgegeben worden ist, wird über die Resolution mit allen gegen zwei Stimmen zur Tagesordnung übergegangen. Desgleichen werden Mißbilligungsschreiben derV erst ä n d e der Vereine Halberstadt, Breslau und Nürnberg- Fürth als unbegründet zurückgewiesen. Schluß der Sitzung li-{l Uhr abds. R.-A. Dr. Alfred Apfel. Rabb. Dr. E. F i n k e l. Aus unseren Vereinen. Protokoll dcS am irr. Februar 1911 stattgefundenen DelegicrtentagcS des rhein.-westf. BezirkSverbandcS jüdischer Jngendvereine tu Essen-Ruhr.') Anwesend: vom Jugendverein Essen-Ruhr die Herren l)r. jur. Marx, A. Simoni, Speyer, Klein, Huppert, Dannenbaum; vom Jugcndverein „Laubheim"-Bochum Herr Kaufmann, Frl. Sachs; vom Jugendverein Duisburg Herr Ref. Kauffmann; vom Jugendverein Oberhausen die Herren Jeckel und Röttgen; vom Jugendverein Dortmund Herr Rabb. Dr. Jacob. Dr. Marx eröffnet die Tagung und begrüßt die anwesenden Vertreter der Bezirksvercine und die dem Verbände noch nicht angehörenden Vereine Oberhausen und Dortmund. Herr Kauffmann« Duisburg referiert zunächst über die am 18. Dezember 1910 stattgefundene Sitzung der von Cöln einberufenen Vereine des Westdeutschen und zum Teil auch südwestdeutschen Bezirkes, die den Zweck haben sollte, einen west- *) Die Vereinsberichte konnten wegen Raummangels bis heute nicht veröffentlicht werden. deutschen Bezirksverband unter dem allgemeinen Verbände zu schaffen. Dieser, der Westdeutsche, soll als Zweckverband den Bezirksverbandsvereinen den Redenaustausch ermöglichen und vor allem die Idee der jüdischen Jugendvereine propagieren. Im Namen seines Vereins erklärt Herr Kauffmann-Duisburg, daß er bezw. sein Verein diesem Vorschläge auf der Cölner Tagung zugestimmt habe und umsomehr, als der rhein.-westf. Bezirksverband seit ca. 11/2 Jahren seine Tätigkeit vollständig ausgesetzt habe. — Herr Simoni wendet sich gegen den Cölner Zweckverband. Sämtliche Aufgaben, die sich Cöln gestellt habe, vertrete der rhein.-westf. Bezirksverband, der, wenn seine Tätigkeit auch eine Zeitlang zu wünschen übrig gelassen habe, mit frischer Arbeitskraft wieder ans Werk gehen wolle. Im übrigen hält der Redner die Tätigkeit eines engeren Verbandes, wie ihn der rhein.-westf. darstellt, für viel intensiver und deshalb seine Wirksamkeit für viel stärker. Da nun jedoch der Vorschlag CölnS verwirklicht worden sei, so könne zwar an dieser Tatsache nichts geändert werden, aber zu Gunsten dieses Verbandes wolle der rhein.-westf. keineswegs sich auflösen. Herr Klein äußert dieselbe Ansicht und betont vor allen Dingen das schroffe Verhalten Duisburgs in Bezug auf Verbandsangelegenheiten. Frl. Sachs-Bochum stellt die Tatsache fest, daß der Duisburger Verein seine Ansicht schnell gewechselt habe, da die früheren Vertreter dem rhein.-westf. Verbände sehr sympathisch gegenübergestanden hätten. Herr Kaufmann-Bochum bemängelt das selbständige Vorgehen des Duisburger Vereins in Bezug auf Cöln. Zum mindesten hätte er bis zur heutigen Tagung mit einem definitiven Beschluß warten können. Herr Kauffmann-Duisburg: „Ich war auf eine derartige Opposition gefaßt, stelle aber dennoch der Tagung anheim, den rhein.-westf. Verband zu Gunsten des Cölner aufzulösen." Dr. Jacob-Dortmund spricht zunächst über die Ausgaben der Bezirksverbände, hält aber dennoch jeden Verein in sich für arbeitsfähig genug und erklärt dann, daß sich der Dortmunder Verein dem rhein.-westf. Verbände sympathisch zur Seite stelle und freundschaftlichst dabei verbleibe. Des weiteren sind alle Anwesenden, bis auf den Vertreter Duisburgs, für das Fortbestehen des rhein.-westf. Bezirksverbandes. Es gelangt folgende Resolution zur Annahme: „Die heutige Versammlung des rhein.-westf. Bezirksverbandes sieht keine Veranlaffung, seine Organisation aufzulösen, sondern seine Tätigkeit noch intensiver zu gestalten." Dagegen stimmt nur Duisburg, der aus dem Verband ausscheidet. Oberhausen meldet seinen Eintritt an. Dortmund verbleibt dem Verbände. Kurz referiert noch Herr Or. jur. Marx über Stellenvermittlung und -Nachweis innerhalb der Bezirksverbände. Zur Annahme gelaugt noch folgender Antrag: „Es wird den einzelnen Vereinen empfohlen, in irgend einer Weise eine Rechtsauskunftsstelle zu errichten, und wir schlagen vor, einen geeigneten Juristen zu veranlassen, sich an bestimmten Tagen dieser Arbeit zu unterziehen." Darauf schließt Herr Dr. Marx die Tagung. gez. vr. jur. E. Marx. gez. Alfred Simoni. 14

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