Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 2 (1911)
- Issue
- 7/8 (Juli/August 1911)
- Date
- 1911-07-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Die anderen Redner, besonders Herr R.-A. Lichtenberg, sind der Ansicht, daß vor allem die Art und Weise der Zionisten, in der sie in den Jugendvereinen ihre Anschauungen zum Ausdruck brächten, zu rügen sei. Dies sei hauptsächlich darum so sehr zu bedauern, weil sie es dem Vorstand außerordentlich erschwerten, jeder Richtung im Verein vollste Gleichberechtigung zu teil werden zu lassen. Durch das einseitige tendenziöse Vorgehen einzelner Zionisten aber würde vielfach die große nichtzionistische Mehrheit gegen die zionistische Minderheit erbittert und dadurch das friedliche und neutrale Zusammenarbeiten aller Richtungen gestört. 3. Die von Herren Dr. Neumann und Dr. Finkel ausgearbeiteten Satzungen der Stiftung Brünn beim D. I. G. B. zur Förderung der Jugend- Vereinsbestrebungen an kleineren Plätzen durch die Rabbiner und Lehrer werden mit kleinen von den Vorstandsmitgliedern vorgeschlagenen Aenderungen angenommen. (Der Wortlaut der Satzungen wird in einer der nächsten Nummern zum Abdruck gebracht werden.) In das Kuratorium dieser Stiftung, das sich aus 2 Mitgliedern des D.J.G.B. und aus 3 vom Vorstande des Verbandes deputierten Herren zusammensetzt, werden delegiert: Dr. Finkel, Dr. Simon und Maximilian Stein. Das Kuratorium soll das Recht haben, im Bedarfsfälle auch Urteile der nicht in Berlin ansässigen Vorstandsmitglieder einzuholen. 4. Ueber die Kassenverhältnisse berichtet Herr Meyer. Dieselben lägen durch die Ausgaben der Delegierten-Versammlung und die großen Zuschüsse, die der Verband an dieZeitung noch immer gewähren müsse, ziemlich ungünstig. Aus diesem Grunde bittet er um Vorschläge, wie der Betrieb zu verbilligen wäre. R.-A. Lichtenberg regt an, die Zeitung dadurch billiger Herstellen zu lassen, daß man für Artikel nur ausnahmsweise »nd stets nur mäßiges Honorar zahle, und daß mehr Vereinsberichte gebracht würden. Ferner schlägt er vor, daß den Vorstandsmitgliedern außer den Diäten nur Reisekosten 3. Klasse gewährt werden sollten. Es wird noch erwogen, ob nicht die Zahl der Vorstandssihungen verringert werden, ein Modus, den Dr. Regensburger sehr empfiehlt, und ob nicht die Vorstandsvereine die Hälfte der Reisekosten bezw. die Diäten für ihre Delegierten übernehmen sollten. Demgegenüber wird geltend geniacht, daß mindestens drei Vorstandssttzungen im Jahre abgehalten werden müßten, weil man dem Vorsitzenden und dem Geschäftsführer nicht zumute« könne und dürfe, allein alle Geschäfte zu führen und die große Verantwortung auf sich zu laden. Den Vorstandsvereincn könne man jetzt nicht die Tragung der Kosten für ihre Delegierten auferlegen, weil ein solcher Beschluß nur auf der Delegiertenversammlung gefaßt werden könne. Auch sei es fraglich, ob unter solchen Umständen irgend ein Verein sich entschließen würde, in den Vorstand einzutreten. Denn die Vereine hätten sowohl für sich als auch für benachbarte kleine Vereine genug Ausgaben. Es wird daher beschlossen: a) im Laufe jedes Jahres müssen mindestens drei Vorstandssitzungen abgehalten werden, b) den auswärtigen Vorstandsmitgliedern werden die Reisekosten nur Ul. Klasse vergütet. Ein Antrag Dr. Regensburger auf Einsetzung eines gefchäftsführenden Ausschusses, der der Verbandsleitung zur Seite stehen und häufigere Vorstandssttzungen ersparen könne, sowie ein Antrag Wilk-Thorn, den Vorstandsmitgliedern nur die Diäten für einen Tag zu vergüten, werben abgelehnl. 5. Die Beratungen über die Zeitungsfrage nehmen eine geraume Zeit in Anspruch. Mit Rücksicht auf die gegenwärtige finanzielle Lage unseres Verbandes wird beschlossen, die Stelle des Redakteurs zu streichen. Herr Dr. Finkel wird gebeten, vorläufig die Obliegenheiten des Redakteurs mitzuübernehmen. Honorare für Artikel sollen nur in Ausnahmefällen gezahlt werden. — Die Vereine sollen durch das Protokoll und evtl, noch durch besondere Schreiben aufgefordert werden, eine größere Propaganda für die „Mitteilungen" zu entfalten, so daß mindestens alle aktiven Mitglieder auf das Verbandsorgan abonnieren. — Referendar Ist Kahn regt noch an, daß die Vereine wie die Verbandsleitung sich nach Gewinnung von vielen Inseraten Umsehen sollen, um daö Blatt auf diese Weise zu verbilligen. Außerdem wird der Wunsch ausgesprochen, daß die sedergewandten Mitglieder öfters für unsere Zeitung schreiben möchten. — Rechtsanwalt Lichtenberg hält eS für notwendig, daß in jeder Nummer eine „Rundschau" gebracht werde, um die Vereinsmitglieder über die wichtigsten Vorgänge im Judentum zu orientieren. 6. Ueber das Büro und die Geschäftsführung findet eine eingehende Aussprache statt. 7. Betreffs des Programms für die Sommerarbeit der Vereine sollen in der Jnlinummer einige eingegangene Artikel veröffentlicht werde», welche Richtlinien und 210? regungen für die Tätigkeit der Vereine während der Sommermonate geben. Diejenigen Vereine, welche auf diesem Gebiete manche Erfahrungen gesanimelt haben, werden ersucht, der Geschäftsstelle davon Mitteilung zu machen. 8. Die von der Delegiertenverfammlung angenommenen Anträge werden den beiden Vorstandsmitgltedern Referendar Ist Kghn und stuci. jur. Weilt zur Bearbeitung übergeben. Dieselben haben baldmöglichst ihre Referate der Verbandsleitung schriftlich mitzuteilen. 9. Ausdehnung des Verbandes und Propaganda. Der Jugendverein Heidelberg und der Jüdische Frauen- und Aiädchenklub Hannover werden auf Vorschlag der Statutenkommisston in den Verband aufgenommen. Neu gegründet wurden durch die Bemühungen der Zentrale bezw. einzelner Vorstandsmitglieder Vereine in Schwerin a./Warthe, Filehne, Marburg, Worms und Offenbach durch Herrn Felix Meyer, Solingen und Hagen durch den Juzendverein Elberfeld- Barmen. Außerdem wurde Propaganda betrieben in Dierdorf, Recklinghausen und Kreuznach durch Referendar Ist Kahn, in Mülheim a./Ruhr und Kaiserslautern. Auf Antrag des Herrn Referendar Ist Kahn wird einstimmig beschlossen, daß in Zukunft N e u g r ü n d u n g e n nur von seiten der Zentrale oder im Einverständnis mit dieser von seiten der Bezirksverbände vorgenommen werden dürfen. 10. Es wird beschlossen, daß ein süddeutscher Bezirksverband bald begründet werden svll^ und zwar werden den Vereinen Frankfurt a./M. und Straßvurg i./E. die Vorarbeiten übertragen. 11. Nach einem Referat des Dr. Finkel wird beschlossen, der Zentrale für Jugendfürsorge mit einem Jahresbeiträge von M. 10.— beizutreten. Durch diese Mitgliedschaft wird unser Verband die zahlreichen Schriften und Drucksachen dieser Organisation 14