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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-07-01 · 7/8 (Juli/August 1911) · p. Seite 9

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
7/8 (Juli/August 1911)
Date
1911-07-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Bewegung wird unterbrochen, ein Zustand, der für unsere gesamte Bewegung ein überaus schädlicher ist. Und doch ist die Sommerzeit weit besser geeignet, einen engeren persönlichen Zusammenschluß der Vereinsmitglieder herbeizuführen, als aus manchen Gründen der Winter. Gemeinsame Ausflüge und gemeinsame sportliche Betätigungen müssen naturgemäß junge Leute einander näher bringen, als Vortragsabende, die vielfach erst in vorgerückter Stunde ihr Ende finden, so daß der Vorstand gegen das Interesse der Jugend fehlen würde, wenn er ein Zusammenbleiben der Mitglieder bis in die späten Nachtstunden hinein begünstigen würde. Gerade der Pflege des persönlichen Zusammenschlusses unter unseren jungen Mitgliedern kann aber nicht genug Aufmerksamkeit zugewandt werden, was bedauerlicher Weise nur zu oft vergessen wird. Nur so können aber unsere Vereine ein wirklicher Sammelpunkt für unsere jüdische Jugend werden. Darum sollten im Sommer in allen Vereinen mindestens einnial ivöchentlich Zusammenkünfte in einer Gartenwirtschaft stattfinden, wo die Jugend zwanglos zusammen sein kann; ebenso hin und wieder kleine Sommerfestlichkeiten mit Spiel und Tanz veranstaltet werden. Dazu kommt ein zweites, noch weit wichtigeres Moment. Immer wieder müssen wir es betonen: Ebenso wertvoll wie die Pflege der geistigen Interessen, der Beschäftigung mit jüdischer Lehre und Geschichte ist die körperliche Fortentwickelung unserer Jugend. Jede Gelegenheit, sie zu fördern, muß mit allen Kräften ergriffen werden. Während aber im Winter nicht einmal in allen Orten geeignete Turnhallen zur Verfügung stehen werden, ist im Sommer durch Turnspiele im Freien, Rudern. Tennis, durch Fußwanderungen mannigfache und leicht und billig zu erlangende Gelegenheit zu gesundheitsfördernder körperlicher Betätigung gegeben. Aus diesen Erwägungen haben wir in Hannover folgendes Sommerprogramm für unfern Verein aufgestellt und führen es unter reger Beteiligung unserer Mitglieder durch: Je einmal wöchentlich: Turnen, Rudern, Tennis und ein geselliges Beisammensein in einer ca. Stunde von der Stadt entfernt gelegenen Waldwirtschaft, zu der die Teilnehmer teils zu Fuß, teils zu Rad sich hinausbegeben. Ferner veranstalten wir ein- bis zweimal im Monat eine größere Fußwanderung an den Sonntagen, daneben 1—2 Svmmerfeste. In mannigfacher Weise ließe sich dieses Pro gramm. ergänzen. Ich erinnere an gemeinsame, mehrtägige Ferienwanderungen, Zusammenführen von einzelnen Mitgliedern zu längeren gemeinschaftlichen Ferienreisen, durch Schaffung von geeigneten Vereinsnachweisen u. a. m. Nur eine Anregung können vorstehende Zeilen sein. Mögen sie auf fruchtbaren Boden fallen und zur immer besseren und mannigfaltigeren Ausgestaltung unseres Vereinslebens beitragen. Hannover, im Juni 191 l. Rechtsanwalt A. Lichtenberg. * V * Jugendverein Gabriel Riester, Cöln. Zum ersten Male seit seiner fünfjährigen Tätigkeit unternimmt es der Vorstand, seinem nunmehr über tausend Mitglieder zählenden Vereine auch während der Sommermonate etwas zu bieten, um so das rege Interesse, das man dem „Rießer" im Winter entgegengebracht hat, auch in den jetzigen Monaten wach zu halten. Diente das verflossene Halbjahr hauptsächlich dazu, die Mitglieder geistig \ zu stärken und zu heben, so wird in der Sommerzeit das Schwergewicht auf diejenigen Gebiete gelegt, die dazu berufen sind, den K ö r p e r zu stählen und zu kräftigen. Unter Leitung des Vorsitzenden der Vergnügungskommission Herrn Fritz Rosenthal bildete sich eine „Wandergruppe", die ihre Teilnehmer hinausführt in die Schönheiten unserer rheinischen Lande. Weiterhin wurde ein Tennisklub gegründet,, der jeden Sonntag Vormittag schon in aller Frühe diesem ebenso gesunden wie unterhaltenden Sport obliegt. llm indessen auch das Geistige nicht zu vernachlässigen, finden Kurse statt, die jüdische, sowie allgemeine Themen berühren. So liest Herr Referendar Jsi. Kahn über „Apologetik des Judentums", Herr Referendar Bernhard Kahn „Einführung in die Rechts¬ und Handelswissenschaft" und Herr Paul Gvttschalk über „Goethes Lyrik". Einem Hauptziel des Vereins, nämlich den jüngeren und jüngsten Mitgliedern Gelegenheit zur Ausbildung ihrer rhetorischen Talente, sowie Vertiefung ihres Wissens zu geben, wird dadurch nachgekommen, daß allmonatlich eine Rede- und Diskutierübung stattfindet. So wird auch im Somnier das Leben im Gabriel Rießer-Verein nicht erlöschen, und das Feuer (wenn ein moderner Vergleich gestattet ist) weiter glimmen und glühen, dazu bestinnnt, im Winter die viel-

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