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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-07-01 · 7/8 (Juli/August 1911) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
7/8 (Juli/August 1911)
Date
1911-07-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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neben Silbergerät, Leuchter etc. untergebrachte Buch, enthaltend Gründungsbericht, Statuten und Protokoll des Vereins Malbisch-Arumin (Armenbekleidung) zu Kismarten-Eisenstadt (Ungarn) aus dem Jahre 5487 (1727) und die beiden in Raum 27 angebrachten jüdischen Grabsteine, welche bei Ausgrabungen gefunden wurden. Der beschränkte Raum gestattet mir nur die hauptsächlichsten Sachen zu nennen. Noch manches Sehenswerte ist vorhanden. — Mögen daher diejenigen Mitglieder der jüdischen Jugendvereine, die Gelegenheit haben, die „Jha" zu Dresden zu besuchen, die Ausstellung nicht verlassen, bevor sie die beiden besprochenen Räume ausgesucht und sich wieder vor Augen geführt haben, im Judentum stark zu bleiben und zu sehen, wieviel Hehres und Erhabenes das Judentum bietet. Gedanken über die Tätigkeit der Iagendveeeine.*) (Auszug aus einem von Herrn Or. Elbogcn im Jüdischen Jugendbund in Berlin gehaltenen Vortrag.) Nachdem der Redner über die Ziele der Jugendvereine sich ausgesprochen und einige neue Aufgaben erwähnt hatte, die sich hieraus für den Berliner Verein ergeben würden, ging er dazu über, von der Ausgestaltung der Vereinsabende zu sprechen. Er vertrat den Standpunkt, daß in den Vereinen die Mitglieder selbst das Wort ergreifen und sich durch Vorträge oder Referate gegenseitig anregen müßten. Den Stoff für dieselben empfahl er aus der Lektüre eines jeden einzelnen zu wählen. Er erwähnte einige Neuerscheinungen der letzten Jahre, die allgemeines Interesse besitzen, auch viel Aufsehen erregten und Anregung zu Vorträgen über jüdische Themen bieten. Er empfiehlt ferner, daß von Zeit zu Zeit über den Inhalt der wichtigsten jüdischen Zeitschriften, insbesondere über die „Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands" Referate gehalten werden; sie würden Anregung zur Aussprache und zur Behandlung allgemeiner Themen bieten; ja, es ist anzunehmen, daß aus dem Kreise der Mitglieder direkt die Forderung nach der Behandlung allgemeiner -Fragen im Anschluß an derartige Referate sich erheben würde. Wird für die Ausgestaltung der Abende in den Jugendvereinen ein solches Programm aufgestellt, so ist die Behandlung von Tagesfragen nicht zu vernieiden. Sie soll auch in den Vereinen nicht ver¬ *) Unter dieser lleberschrifl, die der bekannte Dozent Dr. Jsmar Elbogen als Titel für seinen Vortrag gewählt hat, wollen wir i» beit nächsten Nummern Borträge, Referate und Aussätze von Freunden der Jugendbewegung bringen, wie von den Herren Rabbiner Dr. Warschauer, Rabbiner Dr. Fintel, Dr. Regensburger, Direktor Maximilian Stein u. a. Die Verbandsvereine, die derartige Aufsätze besitzen, werden ersucht, dieselben der Geschäftsleitnng einzusenden. Die Red. mieden werden, denn durch ihre prinzipielle Ausscheidung würde das Programm außerordentlich zusammenschrumpfen, es würde kein Interesse bieten, keine Anziehungskraft ausüben. Die Behandlung dieser Fragen ist aber auch darum nicht zu vermeiden, weil sie im Mittelpunkt unseres Denkens stehen, weil sie uns ständig begegnen, und man über sie unterrichtet sein muß. Die Behandlung dieser Fragen nun muß, wie sich dies aus der Zusammensetzung der Vereine ergibt, eine lediglich informatorische sein, darf niemals ins Agitatorische ausarten; es muß das Bestreben der Redner sein, über den Gegenstand ihres Vortrages zu unterrichten, die nötigen Daten zusammenzubringen und zu beleuchten. Niemals aber darf es ihr Ziel sein, ihre Vereinsgenossen für eine bestimmte einseitige Richtung gewinnen zu wollen. Eine homogene jüdische Masse ist nirgends mehr zu finden, und wenn man von dem kleinen Kreise der extremen Orthodoxie absieht, die sich in ihren Separatgemeinden abschließt, wird man nirgends mehr eine größere Anzahl von Juden antreffen, die in ihrer Auffassung der religiösen und politischen Fragen nicht weit auseinandergehen. Wir haben Konservative und Liberale, sog. Assimilanten und Zionisten unter uns, innerhalb jeder dieser Parteien die verschiedensten Schattierungen und endlich die nicht zu unterschätzende Anzahl derer, die gar keiner Partei angehören, darum, weil sie die Unterschiede nicht genau kennen, oder weil sie nicht von der Güte einer Partei so überzeugt sind, daß sie es für ihre Pflicht hielten, sich ihr zu verschreiben. Ueberall machen sich Gegensätze geltend. Wir dürfen diese Gegensätze nicht beklagen, denn sie schließen eine außerordentliche Fülle und Vielseitigkeit des Lebens ein. Aber die Gegensätze müssen ertragen werden. Eine Einheitlichkeit ist nach der Entwicklung, die das Judentum im letzten Jahrhundert genommen hat, nicht mehr zu erzielen, aber darum soll das Streben nach Einheit nicht aufgegeben werden. Mit Recht rühmt der Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands in seinem Aufsatz „Zur Einführung" in Nr. l der „Mitteilungen" als einen Vorzug des Verbandes, „daß es tms Jungen gelungen ist, um unsere Fahne den Liberalen und Orthodoxen, den Zionisten und „Assimilanten" und ivie sie alle heißen inögen, zu sammeln und in vielen Tausend Heranwachsender junger Männer und Frauen Verständnis und Begeisterung für den Gedanken zu wecken, daß es für alle Israeliten ein großes gemeinsames Arbeitsfeld gibt, auf dem jeder Zwist zu ruhen hat. Die Jugendbewegung ist die in die Tat umgesetzte Erkenntnis, daß die kleine und zurückgesetzte Minorität der Juden die Verpflichtung hat, nach außen und nach innen das Gemeinschaftliche mehr als das Trennende zu betonen — und zu empfinden." Das Gemeinschaftliche mehr als das Trennende. Wir Juden sind nicht zahlreich und nicht stark genug, daß wir uns den Luxus gestatten könnten, uns in Gruppen und Grüppchen aufzulösen. Unseren Feinden

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