Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 2 (1911)
- Issue
- 6 (1.6.1911)
- Date
- 1911-06-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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feinen Turnvereinen. Das ist vorläufig, solange der Vorstand oder die Delegiertenversammlung keinen bestimmten Beschluß gefaßt hat, eine lokale Frage. Meine Resolution will etwas ganz anderes. Ich will hier nur feststellen, daß es von Verbandswegen dringend gewünscht wird, daß wir an der körperlichen Ausbildung unserer Mitglieder arbeiten. Wir umfassen einen großen Teil der jüdischen Jugend, wir haben eine große Verantwortung auf uns genommen. Für unsere jüdische Jugend ist die körperliche Ausbildung außerordentlich wichtig, wenn wir ein gesundes Geschlecht heranbilden wollen, und meine Resolution will eine Kundgebung darstellen, daß Sie die körperliche Ausbildung gefördert wissen wollen. Ich bitte Sie daher, meine 'Resolution als eine einmütige Kundgebung anzunehmen. (Die Resolution wird angenommen.) R.-A. Dr. O r z e g o w - Düsseldorf: Ueber unseren Antrag ist genügend gesprochen worden und die Angelegenheit ist daher erledigt. (Antrag Kempen- Poseur wird verlesen.) Vori. Dr. Apfel: Der Vorstand nimmt dazu keine osfizielle Stellung ein. Es ist in der Generaldebatte schon hervorgehoben worden, daß es für die jüdische Jugendvereinsbewegung von großer Wichtigkeit sei, wenn für die Fitelitas ein geeignetes Liederbuch vorhanden wäre. Ich möchte aber bemerken, daß wir zurzeit ein für neutrale Jugendvereine passendes Liederbuch nicht haben. Es ist wohl in der Generaldebatte das Liederbuch Jung-Juda erwähnt, ich glaube aber, daß die meisten neutralen Vereine mit mir darüber einig sind, daß sich dieses Liederbuch für neutrale Vereine nicht eignet, ich wenigstens habe diesen Eindruck gewonnen. Der Vorstand hat ebenfalls meine Ansicht geteilt. Der Antrag Kempen wird abgejlchnt. (Antrag Goslar wird verlesen.) Vors. Dr. Aptel: Der Vorstand hat hierzu keine Stellung nehmen linnen, ich erinnere nur an die Ausführungen unteres Normalstatuts. (Der Antrag Goslar wird angeno.nmen.) Reiolutioa Schönenberg -Berlin wird verlesen. (Tie Resolution wird abgelehnt.) (Antrag A u r i ch wird verlesen.) Vors. Dr. A P f e l: Ich bemerke hierzu, daß wir Bücher nur gemäß ihrem inneren Werte versandt haben. Wir bitten, uns andere Bücher zu schenken, die auch verteilt werden sollen. G o r d o n - Aurich : Es soll hier kein Vorwurf gegen den Vorstand erhoben werden, sondern es sollen dem Vorstande nur Vorschläge unterbreitet werden. Wenn z. B. in einer kleinen Gemeinde derartige Schriften verbreitet werden, so kann es leicht vo>kommen, daß die orthodoxe Richtung etwas beeinträchtigt wird. Rabbiner Dr. Finket- Berlin: Ich kann Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, daß wir voraussichtlich in nächster Zeit die Schriften des S. R. Hirsch auch bekommen werden. Ich habe bereits mit orthodoxen Freunden hierüber gesprochen. Im übrigen verweise ich aus den Ausspruch unsrer Weisen: „Wer ist weise? Wer von jedermann lernt." (Der Verein Aurich zieht seinen Antrag zurück.) (Antrag Dr. P o s n e r-Cottbus wird verlesen.) Vors. Dr. Apfel: Ich darf wohl annehmen, daß der Antrag aus der Erwägung heraus gestellt ist, daß bei wichtigen Beschlüssen auch das reifere Alter Mitwirken muß und daß wir überall darauf dringen müssen, daß auch die inaktiven Mitglieder dem Vorstande angehöreu. Rabbiner Dr. P o s n e r-Eottbus: Eigentlich bin ich hierher gekommen, um von Ihnen zu hören, wie man prakrische Arbeit innerhalb der Vereine zu leisten hat. Ich glaube nicht, daß diese allgemeinen Erörterungen der Sache genützt haben. Ich habe die Erfahrung eines kleinen Vereins, in den großen Städten können Sie das nicht beurteilen, Sie haben eine ungeheure Fülle von Material und zum Glück stehen Ihnen noch die Akademiker zur Verfügung, was gar nicht genug anzuerkennen ist. In den kleinen Vereinen ist es so, daß im Vorstande Lehrlinge sind, die über die Arbeit eines Vereins zu bestimmen haben. Soll ein Verein gedeihen, so muß gebremst werden. Ich weiß wohl, daß der Verein auf demokratischer Grundlage ausgebaut ist, aber hier handelt cs sich um Werdende, nicht um Vollendete. In dem Augenblicke, wo der junge Mensch im Vorstände ist, glaubt er die Weisheit gepachtet zu haben, er verspricht im Augenblick alles. Ich halte meinen Antrag für außerordentlich wichtig und bitte Sie dringend, denselben anzunehmen. Damit er Ihnen allen mundgerecht ist, bitte ich noch die Worte „in der Regel" hineinzuschieben. (Der Antrag wird abgelehnt.) Vors. Dr. A p f e l: Ich glaube, ohne meine Objektivität zu verletzen, sagen zu können, daß der Antrag aus dem Grunde abgelehnt ist, weil er bei uns schon ver-. wirklicht wird. Und nun, »reine Herren, bitte ich tief Atem zu holen. Wir kommen zu den Statutenberatungen. Die Statutenberatungen werden sich mit Ausnahme eines Punktes mit Blitzzugseile vollziehen. Ich darf Sie wohl bitten, schnell den Beschluß anzunehmen, daß der Verbandsbeitrag im kommenden Jahre derselbe ist wie bisher. Wir haben uns die Frage eingehend überlegt. Meyer- Frankfurt: Ich möchte mich dem Wunsche des Herrn Dr. Apfel, die Beiträge weder zu erhöhen, noch zu ermäßigen, anschließen. Nur möchte ich Sie bitten, die Beiträge etwas pünktlicher als bisher einzusenden. Es darf nicht Vorkommen, daß der größte Teil der am t. Oktober fälligen Beiträge noch rasch im März bezahlt wird, um hierher kommen zu können. Ein Grund, die Beiträge nicht zu erhöhen, liegt schon darin, daß es meiner Ansicht nach den meisten Vereinen schon schwer wird, den jetzigen Beitrag aufzubringen, denn sonst würden sie mit der Zahlung prompter sein. Res. Meyer- Bonn: Der Beitragsleistung muß die am l. Oktober vorhandene Kopfzahl zugrunde gelegt werden. Die Art und Weise der Feststellung der Kopfzahl ist nicht überall gleichmäßig. Für die Beitragsleistung kommen nicht nur die ordentlichen, sondern auch die außerordentlichen Mitglieder in Frage. Es gibt aber eine Anzahl Vereine, die nur Beiträge für ordentliche Mitglieder abführen. (Dr. Apfel: Der Herr Kollege Miyer hat einen wunden Punkt berührt und unser Vorstand wird sich mit dieser Frage eingehend zu beschäftigen haben.)-Der Antrag, den Verbandsbeitrag wie bisher, also auf 20 Pf. pro Kopf zu belassen, wird gegen Allenftein angenommen. Vors. Dr. Apfel: Sie werden alle mit mir dar über einig sein, daß einzig und allein der § 3 der Statuten eine lebhaftere und wesentlichere Debatte ergeben wirb. Ich ichlage daher vor, mit Rücksicht darauf, daß sich die anderen Sachen verhältnismäßig friedlich erledigen lassen, daß wir zunächst die anderen Paragraphen durchsprechen und alsdann die übrige Zeit der Aussprache über den § 3 widmen. Ich werde den Referenten das Wort zu den einzelnen Paragraphen geben; die Herren haben mir verbrochen, nicht länger als 1 Minute zu sprechen. Insbesondere richte ich die Bitte an den Verein Nordhausen: 19