Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 2 (1911)
- Issue
- 5 (1.5.1911)
- Date
- 1911-05-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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selbst haben ein großes Interesse daran, daß die Jugendbewegung weiter wachse und gedeihe, und dazu wünschen wir von Herzen Glück. Frau Senator Fischer (für den Frauen- und Mädchenklub Hannover): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe zunächst namens des jüdischen Frauen- und Mädchenklubs zu danken für die freundliche Einladung zu der beutigcn Tagung. Der Vorstand unseres Klubs hat nicht nur mich, sondern auch zwei weitere Mitglieder abgeordnet, um Ihnen unsere Sympathie für Ihre Bestrebungen kundzugeben. Die Schaffung der Frauen- und Mädchenvereine, gleichviel ob solche dem Jugendvereine angeschlossen sind oder als selbständige Vereine geschaffen wurden, ist vielfach ein Verdienst der Jugendvercine. Von dem großeir idealen Ziele, von dem die männliche jüdische Jugend bewegt wird, sind auch Frauen und junge Mädchen ergrissen. Das Vorbild der Jugendvercine, sich zusammenznschließcn und das jüdische Selbstbewnßtsein zu stärken, sich gegenseitig zu fördern, sich nach der Tageslast und Mühe iin Kreise Gleichgesinnter zu ergehen, I)at auch bei uns kräftige Betätigung gesunden. Ich wünsche Ihrer heutigen Besprechung, der ivir mit vollem Interesse folgen werden, zumal Ihre heutige Tagesordmmg auch uns lebhaft beschäftigt, den allerbesten Erfolg. Vors. Tr. Apfel: Als vorletzte Lokalorganisation begrüßt uns der S ch w e st e r n b u n d der Zion-Loge, und zwar durch den Mund von Frau Julius Buchholz. Frau Julius Buch holz: Ich habe die Aufgabe, mit noch einigen Damen den Schwesternhund hier p vertreten und unsere wärmsten Grüße zu üderbringen. ES wird Ihnen nicht unbekannt sein, daß gerade der Schwesternbund der hiesigen Loge gewissermaßen ein Voriäuscr für die Jugendvercine war. Denn der Schwesternbund hat es lange vor dem Bestehen der männlichen Jugendvereine verstanden, die jüdische weibliche Jugend znsnmmenzurufen, und zivar im Schwesternbnndc. Den Vcrhandlimgen folgen wir mit besonderem Vergnügen und tvünschen Ihnen den besten Erfolg. Bors. Dr. Apfel: Es bittet Herr Henry Seligmauu-Hannovcr ums Wort. Selig mann-Hannover: Ich habe die große Ehre, Sie im Namen der Vereinigten Turnerschasten Hannover zu begrüßen. Wohl kein Verein hat so große Sympathie für die Jugendvcrciusbeivegunsi wie gerade unsere Turnerschaft. Die beiden Vereinigungen ergänzen sich, denn wir wollen vor allen Dingen die körperliche Stärkung der Juden fördern. Ich hoffe, daß das harmonische Zusammenarbeiten wie es z. B. hier zwischen den beiden Vereinen ist, überall Platz greifen möge, und daß die jüdische Jugendbewegung nicht nur geistig sondern auch körperlich zur vollen Blüte sich entwickeln möge. Vors. Dr. Apfel: Als letzter Redner hat Herr Direktor Manfred Berliner als Vertreter des Vorstandes der israelitischen Erziehungsanstalt A h l e m das Wort. Direktor Berliner- Hannover: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Vorstand von Ahlem hat sich sehr gefreut, daß Sie im Anschluß an Ihre Delcgiertenversanunlung auch eine Besichtigung unserer Anstalt auf Ihr Programm gesetzt haben. Wir haben in Ahlem auch die Jugend vor uns, die wir hcranziehen wollen zu tüchtigen Menschen. Allerdings nicht in der Weile, wie Sic cs wollen, sondern wir haben mehr die jüngste Jugend vor uns, und die wallen wir var allen Dingen kräftigen in körperlicher Beziehung, daß sic auch in diesem Punkte sich den anderen nichtjüdischen Mitbürgern in Deutschland gleichmäßig zur Seite stellen können. Wir freuen uns, daß Sie Ahlem besichtigen wollen, und hoffen, daß Sie in großer Zahl kam men werden. Vors. Dr. Apfel: Indem wir nunmehr am Ende der Begrüßungsrede» angelangt sind, darf ich wohl im Einverständnis mit sämtlichen Delegierten der freudigen Genugtuung Ausdruck geben, daß fast sämtliche jüdische Organisationen Deutschlands, die durch ihre maßgebenden Vertreter hier vertreten werden, ihrer Befriedigung über das Zusammenarbeiten mit dem Verbände der jüdischen Jugendvercine Ausdruck gegeben haben. Im Anschluß hieran erbitte ich mir das Einverständnis der Versammlung, Begrüßnngstelcgrammc absenden zu dürfen an unsere nimmermüden Freunde Maximilian Stein und Siegfried Brünn, ohne die wir heute nicht zusammen wären. Ich konstatiere das einstimmige, freudige Einverständnis der Versammlung. Wir treten jetzt in die materiellen Verhandlungen ein. Ich habe zunächst mitzuteilcn, daß gemäße? unseres Statuts der Vorstand mich zum Leiter der heutigen Versammlung, Herrn Rechtsanwalt Lichtenberg zu meinem Siellvertreter bestimmt hat. Der Vorstand beantragt, die Verhandlungen als öfsentliche weiterzuführen. (Widerspruch wird nicht erhoben.) Ich habe ferner noch mitzuteilcn. daß die Herren Kollegen Simon und Regensburger nicht nur mit der Führung der Rednerliste beauftragt worden sind, sondern daß diese Herren gleichzeitig als Stimmenzählkammiffion fungieren. Die gedruckten Anträge werden in folgender Weise behandelt werden: Alle auf die Statuten bezüglichen Anträge fallen unter die heute nachmittag slattfindeude Statutenberatung, die in wesentlich abgekürzter Form stattfinden kann, da sich anscheinend die große Mehrzahl der Delegierten auf einen gestern abend gefaßten Kompromißvarschlag des Vorstandes geeinigt hat. Die übrigen Anträge werden so behandelt, daß wir einen Vertreter des antragstelleuden Vereins bitten, sich möglichst zeitig in der Generaldebatte zum Wort zu melden, dort zu seinem Anträge Stellring zu nehnrcn und ihn p befürworten, dann können die übrigen Redner der Debatte zu diesem Anträge Stellung nehmen. Nach der Mittagspause soll dann als Erster mrr noch das Wort erhalten der betreffende Antragsteller p feineni Schlußwort. und dann soll über die betreffenden Anträge 'abgestimmt werden. Ein anderer Modus ist nicht durchführbar, denn sonst würderr wir heute nicht fertig werden. Ich höre auch hier keinen Widerspruch. Ich teile ferner mit, daß unsere heutigen Verhandlungen stenographisch ausgenommen werden, und daß Vertreter der politischen Tagespresse hier zugegen sind. Bezüglich der Kostenerstattung der Spesen der Delegierten werden im Laufe des Tages nähere Mitteilungen ergehen. Um die Debatte kurz zu gestalten, verzichte ich persönlich auf die Erstattrrng eines Geschästsberichts. Es gibt wohl kaum einen Verband, der seine Mitglieder in so minutiöser Weise über alle Einzelheiten unterrichtet hält, da ja die „Mitteilungen" allmouat- 9