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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-04-01 · 4 (1.4.1911) · p. Seite 16

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
4 (1.4.1911)
Date
1911-04-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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Otto Ernst. Sehr geehrte Herren, ich kann Ihnen heute nur schreiben, daß ich mit Ihnen die volle Gleichberechtigung aller Staatsbürger, welches Glaubens und welcher Abstammung sie auch seien, fordere und immer gefordert habe- Das ist zwar für jeden, der mich kennt, selbstverständlich; wenn Sie sich aber einen Nutzen davon versprechen, daß es an dem denkwürdigen Tage, den Sie feiern, von möglichst vielen zum Ausdruck gebracht werde, so sei es hiermit von Herzen gern getan. Otto Ernst. Jos. Giampietro. Ihrem außerordentlich humanitären Verein wünsche ich von ganzem Herzen die größten Erfolge, und wird wohl durch Ausbildung des Herzens und der Intelligenz im einzelnen Menschen in Zukunft bald aller Rassenhaß aus der Welt geschafft werden. Jos. G i a m p i e t r o. Han-ö von Kahlenberq. Ihrer Aufforderung komine ich gern nach, da mich die angeregte Frage aufs Lebhafteste interessiert. Dies ist meine Meinung: Für einen aufrechten Juden, für den jüdischen, edlen Jüngling sehe ich heutzutage schlechterdings keine andre Stellung als in der Opposition, das heißt, im Kampf, einem offnen, hoffnungsfreudigen und unermüdlichen Kampf gegen Lüge, Halbheit und Fäulnis. Als ein solcher Kämpfer erfüllt er seine Pflichten gegen sein Vaterland und gegen die Menschheit. Er wird unehrlich und der Achtung unwürdig, wenn er sich durch Vorteile irgendwelcher Art, durch Ehrgeiz oder Verbitterung, in einen faulen Frieden mit der Gesellschaftsordnung drängen läßt, die ihn als Stütze immer nur mit Berechnung aufnimmt, um den Preis der Selbstaufgabe, — des sittlichen Todes. Genehnligen Sie den Ausdruck meiner besonderen Wertschätzung Helene Keßler gel). von Mombert, (Pseudonym: Hans von Kahlenberg). Arthur Kranßneck. Das beste Wort Nathans: „Wohl uns! Denn was mich Euch zum Christen macht, das macht Euch mir zum Juden!" Arthur Kraüßneck, _ kgl. Schauspieler. Max Kretzer. Von Ihren geplanten Zielen hat mir der Wunsch, daß nur ein „aufrechter Jude" der andersgläubigen Mitwelt Achtung abnöligen könne, am besten gefallen. Denn ein aufrechter Mann wird auch dem Feinde imponieren. Im übrigen will ich hier anführen, was ich vor Jahren schon einer jüdischen Dame ins Album geschrieben habe: „Ob Jude oder Christ, — Die Wahrheit liegt inmitten: Der beste Mensch stets ist Erkennbar an den Sitten." Map K r e tz e r. Dr. Ion Lehman». So ßoch! wie heißt wohl jene Ligenart, Gar schwankend in ihrem werte? Dem gilt sie als ein höchstes Gut!—1 Doch jenem gleich Schmutz der Lrde.-- Der trägt voll Stolz sein Lockenhaupt Als Gottes Auserwählter; Der andre kriechet scheu im Staub— , Lin Grübelnder und Gequälter! Der tauscht mit keinem Fürstensolm, Nicht für des Königs Lande — 3m Kirchenwinkel spült jener ab Des alten Glaubens Schande. Merk auf! Merk auf! Du jüdisches Kind, Du selber lösest und bindest! So hoch steht unser Judentum Als Du es selbst empfindest. — Ion Leh m a n n. Landesrat Robert Passarqe. Der fest ain Glauben hält und Brauch, Der Iud' hat Lhristen-Achtung auch, wenn reines werk schafft seine Hand Für Menschheit, Volk und Vaterland. Aönigsbcrg i. Hr., Februar pu>. Robert passarge, kandrsrat. Otto Sommerftorff. Glaubt, was Ihr glaubt! Nur überzeugungsrein! Nicht, waS wir meinen, siegt! Nein, Wie wir es meinen, das nur überwindet. (Gutzkow: „Uriel Acosta".s Otto Sommerftorff. Hermann Struck. Nicht ohne Grund feiern die jüdischen Jugendvereine das Hardenbergsche Edikt; bezeichnet es doch einen wichtigen Lebensabschnitt der westeuropäischen Judenheit, deren geistige und kulturelle Entwicklung es bestimmend beeinflußte. Zwar brauchen wir keine 18

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