Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 2 (1911)
- Issue
- 3 (1.3.1911)
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4926451-6352328-6352446--0103-4929380- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
zur nächsten Delegierten-Versammlung wird in der Weise geregelt, daß die Führung des B-V. Geschäfte ausschließlich auf den Bremer Verein übergeht, unbeschadet der statutarischen Gleichberechtigung der beiden übrigen Vorstands- Vereine. Gleichzeitig wird ein Vorschlag Bremens angenommen, wonach jeder Vorstands-Verein den ihm örtlich zunächst liegenden Distrikten seine Tätigkeit vornehmlich widmen soll. 8. Die Aufnahme des Vereins „Montefiore", Emden, wird beschlossen 4. Bei der Besprechung über die eventl. Aufnahme Aurichs stellt der B. V.- Vorstand prinzipiell fest: Die Zugehörigkeit zum Verbände der jüdischen Jugendvereine Deutschlands ist Vorbedingung für den Eintritt eines Vereins in den Bezirks-Verband. Feiner wird folgender Antrag angenommen: Bei Ausnahme Aurichs in den Hauptverband gilt ein etwa vorliegendes Eintrittsgesuch in den B. V. als genehmigt. 5. Der B. V. beschließt seinerseits den ihm angeschlossenen Vereinen den Beschluß der Nr. 9 des Protokolls der VI. Vorstands-Sitzung des Verbandes (siehe Verbandszeitung Januar- Nummer S. 10) zur Pflicht zu machen. Weiter will er im Sinne des Bremer Antrages beim Verbände in Berlin darauf hinwirken, daß der Umschreibungspassus an hervorragender Stelle der L erkandsmitteilungen regelmäßig wiederholt wird. 6. Zum Protokoll der Vorstands-Sitzung vom 4. 12. 10 in Berlin befragt der Bremer Verein Herrn R. A. Lichtenberg bezüglich verschiedener von Bremen gegebener Anregungen, die teilweise unerledigt geblieben oder unvollständig bearbeitet worden seien, lvorauf befriedigende Antwort erteilt wird. lEinheitliche Mitgliedskarten, Inserate). 7. Im Laufe der Besprechung zu diesem Punkte wurde folgender Beschluß gefaßt: Den einzelnen Vereinen soll empfohlen werden bei ihren Delegierten darauf hinzuwirken, von dem ihnen nach 8 8 des Verbandsstatuts zustehenden Recht auf Gewährung der Reisediäten zum Delegiertentag möglichst wenig Gebrauch zu machen mrt Rücksicht ans die Finanzlage des Verbandes. Ferner ergibt sich in der Aussprache, daß vor dem allgemeinen Delegiertentag in Hannover eine Vorstandssitzung des B. V. nicht mehr erforderlich ist. Die beiden letzten Punkte der Tages-Ordnung wurden wegen der vorge>ückten Zeit nicht mehr behandelt. Schluß T'% llhr. Für die Geschäftsstelle Bremen: I. K a tz e n st e i n. S. Z a ch a r i a s. BreSlau. Geschäftsbericht, erstattet der ordentlichen Generalversammlung v. 24. l. 1911. Am 29. November vergangenen Jahres ist, dank der emsigen Vorarbeit des Herrn Waisenhausdirektors Fabian, der jüdische Jugendverein zu Breslau gegründet worden. In seiner ersten Versammlung, die sich unmittelbar an die Gründung anschloß, wurde zum ersten Vorsitzenden Herr Rechtsanwalt S. N o t h m ann, zum zweiten Vorsitzenden Herr Max Steuer gewählt; als fernere Mitglieder des Vorstandes die Herrren Dr. H. B a d t, Hans Breslauer, Dr. W. E o h n , Martin F r i e d l a e n d e r, Referendar S u t t m a n n, Paul Landsberger, Dr. Sali L e v i, cunei. jur. Markus, Engen Mittwoch, Referendar O l l e n d o r s f, Dr. Kurt P o l l a k, Arthur Wiener. In seiner I. Sitzung konstituierte sich der Vorstand in der Weise, daß die Herren Dr. W. Eohn und Referendar Suttmann die Aeniter einest., bezüglich 8. Schriftführers, die Herren Wiener und Landsberger die Aemter eines 1., bezüglich 2. Kassierers übernahmen. 'Als erste Veranstaltuug des Vereins fand am 28. Dezember ini Saal der Lessingloge eine Ehanukkafeier statt. Das Programm des Abends bestand aus dem Lichtzünden, einer Ansprache des Herrn Gerichtsassessors Dr. Hartmann und musikalischen und deklaniatorischen Vorträgen der Herren Grabowski. Olllndorff, Rappaport, Markowitz und Durra. Die Feier war von zirka 90 Mitgliedern besucht und nahm einen recht hninionischen Verlauf. 'Allen Mitwirkendcn sei herzlicher Da ik ausgesprochen. Mit Beginn des neuen Jahres hat der Verein seine regelniäßigen Vortragsabende eingesührt. die zunächst jeden Dienstag in den unteren Räumen der Lessingloge stattfinden. Es sprachen: Herr Dr. Arthur S ü ß m a n n über die Judenemanzipation in Deutschland, Herr Waisenhausdirektor Fabian über das Organisationsstatut des israelitischen Gemeindebundes, Herr Eugen Mittwoch hielt eine Zeitungsschau. Auch diese Abende sind r-cht rege besucht gewesen, 'erfreulicherweise auch von unseren jüngeren Mitgliedern. Sie haben in den anschließenden Diskussionen Gelegenheit zu angeregtem Meinungsaustausch gegeben. Nach dem Beispiele anderer Jugendvereine hat der hiesige Verein auch Freitagabende eingeführt, die unseren Mitgliedern einen schwachen Abglanz dieser schönsten jüdischen Familienfeier bieten sollten. An dem 1. Abend begrüßte der Leiter, unser 2. Vorsitzende Herr Steuer, die Erschienenen und erteilte nach einigen einleitenden Worten über den Zweck der Veranstaltungen, Herrn Dr. Sali Levi das Wort zu einer Ansprüche. Dann wurde Tee und Gepäck gereicht. Herr Aufrecht recitierte jüdische Dichtungen. Es waren 20 Personen anwesend. Der 2. Abend verlief nach kurzer Ansprache des Leiters in angeregter Unterhaltung, die durch humoristische und belehrende Vorlesungen Abwechselung erhielt. Es waren 30 Personen anwesend. Die laufenden Geschäfte des Vereins wurden in den Vorstandssitzungen erledigt. Mit Rücksicht auf seine provisorische Wahl mußte der Vorstand sich in für die Zukunft bindenden Angelegenheiten Beschränkung auferlegen. So hat er insbesondere die Wohnungsfrage zum endgültigen Abschluß nicht bringen können. Vorläufig fanden unsere sämtlichen Veranstaltungen in den Räumen der Lessingloge statt, der wir für ihr Entgegenkommen aufrichtigen Dank abstatten. Der M i t g l i e d e r b e st a n d ist der folgende: 247 ordentliche Mitglieder, 60 außerordentliche Mitglieder, 3 immerwährende Mitglieder. Außer den regelmäßig fortlaufenden Dienstag- und Freitagabenden beabsichtigt der Verein im nächsten Monat eine Propagandaverjammlung zu veranstalten. Am 24. Januar d. IS. fand in Breslau die erste ordentliche Mitgliederversammlung des jüdischen Jugendvereins statt. Nach Vorlegung des Geschäfts- und Kassenberichts erhielt der bisherige provisorisch gewählte Vorstand Entlastung. Die Versammlung trat darauf in die Beratung der Statuten ein, bei der Herr Martin Fciedländer die Berichterstattung übernommen hatte. Als einschneidende Aenderung erwähnen wir, daß die Versammlung beschloß, von nun an auck Damen in den Verein aufzunehmen. In der darauf folgenden Vorstandswahl wurde Herr Rechtsanwalt Samuel Nothmann durch Zuruf zum ersten Vorsitzenden wieder gewählt. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Herr Eugen Mittwoch gewählt und in zwei weiteren Wahlgängen noch 12 Herren. Rach Wahl des Aufnahmeausschuffes und der Kassenprüfer fand die zahlreich besuchte Versammlung, in der die Wahlen des Vorstandes besonders lebhafte Debatten hervorgerufen hatten, am frühen Morgen ihr Ende. Kattowilz. Tätigkeitsbericht für die Zeit vom '1. Februar 1910 bis 1. März 1911. Der Jüdische Jugendbund, Kattowitz benützt die Gelegenheit seines ersten Geburtstages zu einem Bericht über seine bisherige Tätigkeit. Die Gründung wurde seitens eines Komitees vorbereitet und in einer gut besuchten Versammlung am 1. Februar v. I. durchgesührt. Das Bedürfnis nach einem Zusammenschluß erwies sich stärker als die hier und da auftauchenden Bedenken, selbst für diejenigen, wie sich später zeigte, die der Sache zuerst gleichgültig oder gar feindlich gegenüberstanden. Die Shnagogen-Gemeinde, die Konkordialvge, der Verein der Jugendfreunde gelvährten, wie auch bei dieser Gelegenheit mit Dank hervorgehoben sei, deni Bunde materielle Förderung, und ganz besonders dankbar sei des „Vereins für jüdische Geschichte und Literatur" gedacht, der durch Neberlassung seiner Bibliothek zur Erfüllung der Aufgaben wesentlich beitrug. Aber ungeachtet der Shmpathieen, die ihm von außen entgegengebracht wurden, hat der Jugendbund sowohl bei der Ausgestaltung seines Statuts wie bei der Zusammensetzung seiner Leitung den allergrößten Wert auf Unabhängigkeit gelegt in — 8