Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 2 (1911)
- Issue
- 3 (1.3.1911)
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Unsere letzte Versammlung von» 20. Februar cr. hat sich mit der Frage der Schaffung eines eigenen Heims besaht. Wir hoffen, daß dieser schon lange gehegte Wunsch in absehbarer Zeit erfüllt wird — Mit besonderer Genugtuung konstatieren wir die Tatsache, daß wir für alle im letzten Jabr gehaltenen Vorträge und Referate in unserer Mitte geeignete Damen und Herren gefunden haben, die ihrer Aufgabe mit ernstem Eifer nachkamen. Breme». Der Ausgangspunkt der t Arbeiten unseres Vereins in dieser Wintersaison war der im Sommer 1910 erfolgte Zusammenschluß der beiden Bremer Jugendvereine. Unsere Aufgabe bestand zunächst in der Schaffung einer Organisation nach innen und in Maßregeln, einer Reaktion unter dem Mitgliederbestände vorzubeugen. Erfreulicherweise ist es gelungen, bis zuni Jahresschlüsse die Zahl ans ä3 ordentliche und 64 außerordentliche Muglieder zu bringen, die uns bei Erledigung eines ziemlich umfangreichen Programms unterstützten. Unsere Veranstaltungen bewegten sich im üblichen Rahnien der Jugendvereins-Täiigkeit und brachten unseren Mirgliedern n. a. mehrere Diskusstonsabcnde über zeitgemäße jüdische Fragen, denen entsprechende Referate von Vereinsmitgliedern vorausoingen. In anderem Zusammenhänge vereinigten wir unsere Freunde zu belehrenden Vortragsabenden, die in Gemeinschaft mit anderen jüdischen Vereinen Bremens veranstaltet wurden und an welchen bedeutende auswärtige Redner zu Worte kamen — Den Wünschen einer großen Reihe von Mitgliedern entsprachen wir auch durch Veranstaltung mehrerer geselligen Abende, die in mannigfacher Form regelmäßig zu einem Erfolge wurden. Nebenher lief noch eine rege Tätigkeit in Koni Missionen und speziell eine lebhafte Bearbeitung von Verbandsfragen im Vorstande. Dieser hat die Tätigkeit für das allgemeine Ganze nie aus dem Auge gelassen und sich dem Verkehr mit dem Hauptverbande nachdrücklichst gewidmet, sodaß wir eine Reihe von Anregungen an den Hauptverband gelangen ließen, die erfreulicherweise auch mehrfach zu dem gewünschten Erfolge geführt haben. Derselben Tätigkeit ist es auch zu verdanken, daß der Jüdische Jugendbund Freundschaft mit Erfolg für den Bezirksverband der jüdischen Jugendvereine Nordwestdeutsch. lands tätig gewesen ist, sodatz der Verbandsarbeit ein neues Feld in Ostsriesland erschlossen wurde. Das Berbandsorgan haben wir speziell auch als lebhaftes Propagandamittel in unserer Stadt verwandt; durch Beschluß unseres Vorstandes wird es zunächst unseren ordentlichen Mitgliedern gratis zugestellt. Für das kommende Quartal werden wir zunächst die Diskussionsabende wieder in de» Mittelpunkt unseres Vereinslebens stellen, da durch den Delegiertentag in Hannover die Jugendvereine mit ausreichendem Material für ihre Vereinsabende versehen worden sind. Die weiteren Aufgaben werden darüber nicht vernachlässigt, und wir hoffen mit einigem Vertrauen weitere Fortschritte in Aussicht stellen zu können. I. Z a ch a r i a s. Bezirksverband der jüdische» Jugendvereine Nordtvest-Dcutschlands. Bericht über die zweite Vorstandssitzung in Bremen am 29. Januar 1011. Anwesend: Jüdischer Jugendverein Hannover: Rechtsanwalt A. Lichtenberg. Jüdischer Jugendbung Hamburg: Dr. Oscar Nathan, Alfred Behrens, S. Silberberg, Hugo Cohen. Jüdischer Jugendbund Freundschaft, Bremen: Max Mnrkreich, S. Zacharias, H. Aschendorff, L. Körbchen, D. Assenheimer, A. Ries, I. Katzenstein. Als Gast: Jüdischer Jugendbund Unterweser, Bremerhaven: E. Ascher. Die Tagesordnung lautete: 1. Tätigkeits- und Kassenbericht: 2. Geschäfis- und Arbeitsverteilung: 3. Aufnahme des Vereins „Montesiore", Emden; 4. Besprechung über Aufnahme des Montefiore-Vereins, Aurich; 0. Umschreibung von Mitgliedern; 6. Vorbesprechung für den Delegiertentag des Verbandes in Hannover; 7. Verbandsmitteilungen (Vorstandssttzung vom 4. 12. JO;; 8. Bericht über die Vertretung des Bez.-Verb. in Eöln; 9. Anfragen und Verschiedenes. Nach Eröffnung der Sitzung durch Herrn Dr. Nathan' Hamburg, erstattet Herr I. Katzenstein für die Bremer Geschäftsstelle den Tätigkeitsbericht. Nach einleitender Korrespondenz mit Herrn Landesrabbiner Dr. Mannheimer, Oldenburg, der uns eine Reihe von jungen Leuten in Oldenburg bezeichnet hatte und nachdem wir diese Herren und die in Oldenburg seßhaften Mitglieder der U. O. B. B. bereits auf die von uns geplante Gründung eines Juaendvereins für die Stadt Oldenburg hingewicsen hatten, beriefen wir für den 28 Oktober eine Propaganda-Versammlung in Oldenburg ein, für welche ein Referat über „Die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der jüdischen Jugend" vorbereitet worden war. Die Gründung konnte leider nicht erfolgen, da die Versammlung nur sehr mangelhaft besucht war. Um nicht ohne jeden Erfolg in Oldenburg tätig gewesen zu sein, wurde Herr Lehrer Meyberg ersucht, für die nächste Zeit in unserem Jntereffe tätig zu sein. Leider waren auch diese Anstrengungen fruchtlos, wir haben aber durch eine Zeitungsnotiz Zwecke und Ziele der Versammlung der Oefsentlichkeit klar gelegt und beabsichtigen, den Vortrag in Form von Zeitungsartikeln im führenden Oldenburger Blatt zu veröffentlichen. Nach einer ausführlichen und eingehenden Korrespondenz niit dem E m d e n e r Verein über Verbands- und Bez.-Verb.- Fragen entschloß sich der Emdener Vorstand in einer mündlichen Aussprache in Leer den von Bremen anwesenden Referenten zur Stellung des Aufnahme-Antrages beim Verbände der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Berlin, zu autorisieren. Da man auch seitens des B. V für Nordwest - Deutschland Unterstützung in Aussicht stellte, speziell durch Verlegung einer Vorstandssttzung nach Emden, so erklärten die Herren sich auch bereit, unserem B B. beizutreten. Das Projekt dieser Sitzung ließ sich bis jetzt infolge der schlechten Zugverbindungen noch nicht verwirklichen, doch hatte man die Emdener Freunde zu der heutigen Sitzung nach Bremen geladen. Auch mit dem Verein Aurich wurden schriftliche Verhandlungen in ausgedehntem Maße geführt. Der Referent hielt dann auf Wunsch in Aurich einen Bortrag, konnte aber die Aufnahme für diesen gemischten Verein in den Verband nicht ohne weiteres befürworten. Nach Annahme einiger Vorschläge des Referenten, die den Verein dem Charakter eines Jugendvereins annähern sollen und wofür auch die Stimmung günstig war, dürfte dieser Verein dem Verbände zu gewinnen sein. (Der Antrag ist inzwischen eingegangen.) Außer mit sämtlichen sihm angeschlossenen und den vorerwähnten Vereinen korrespondierte der B. V. noch mit Göltingen und Nordhausen, die aber den Beitritt abgelehnt, resp. verschoben haben. Verschiedene Rundschreiben wegen Einsendung der Beiträge, Umschreibung von Mitgliedern wurden von den Vereinen nur teilweise erledigt, die Beantwortung solcher Zuschriften sollte unter alle» Umständen erfolgen; es wird an dieser Stelle nochmals dringend darum gebeten. . Von Herin Markreich wurde für die Geschäftsstelle Bremen im Kassenbericht ein geringes Manko festgestellt, das aber nach Eingang der noch ausstehenden Vereinsbeiträge beseitigt sein wird. Der Hamburger Verein wird aufgefordert, zur nächsten Vorstandssttzung einen Kaffenbericht über seine Ausgaben für den B. V. vorzulege», inzwischen aber den Ueberschuß nach Bremen abzuführen. In der Diskussion über die vorliegenden Berichte führt Herr R. A. L i ch t e n b e r g - Hannover, gleichzeitig in Erledigung des Punktes 2 aus: Der Bremer Verein habe außerordentlich für den B.-B. gewirkt, dagegen habe der Hamburger Verein den Erwartungen nicht entsprochen. Herr Dr. Nathan- Hamburg begründete das Verhalten insbesondere mir Mangel an freier Zeit während des Winter- Semesters und mit der Schwerfälligkeit der Erledigung der Verbandsarbeiten durch, mehrere Vereine. In Konsequenz seiner Ausführungen schlägt er vor, die Geschäftsleitung zunächst Bremen allein zu übertragen. Herr Behrens- Hamburg bestätigt diese Mitteilungen und sührt ergänzend ans, daß trotzdem kein Grund zum Pessimismus vorliege, auch der Hamburger Verein wird sich in Zukunft der ihm übertragenen Arbeiten des B.-V. annehmen. Aus der Debatte resultierte als Beschluß: Di« nach II! Abs. 2 des Braunschweiger Protokolls vorgesehene Verteilung der Geschäfte bis