Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 2 (1911)
- Issue
- 2 (1.2.1911)
- Date
- 1911-02-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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i i i k ’i lv fc fr •> St. ft (l'tctlticvtc. Schriftf.), 91. Doktor, (Kassierer) und Herr Rechtsanwalt M. Dresdner (außerordentliches Mitglied) als Beisitzer. — An Borträgen für den Winter 1910/11 sind bisher vorgesehen am 19. Januar, Herr Referendar Dr. Lomnitz: „Die Verfassung des deutschen Reiches!"; mit 16. Februar Herr B. P i n e z o w e r: „Die Geschichte der Emanzipationskämpfe der deutschen Juden im 19. Jahrhundert!" Für den 4. Februar bereiten wir einen Herren-Abend vor und für den 11 Marz als Pnrimfeier ein Kostümfest. Weitere wissenschaftliche Referate werden im Laufe des Winters voraussichtlich noch vier abgehalten, auch Herr Dr. A p f e l hat uns für die kommenden Monate einen Bortrag zugesagt. Unser Verein zählte am 18. Januar 1911 83 außerordentliche und 27 ordentliche Mitglieder; die Zahl ist jedoch in steteni Wachstum begriffen. Wegen einer im März cr. abzuhaltenden gemeinsamen „Gedenkfeier des Jnhrhundertstages der Judenemanzipation in Deutschland" stehen Nur mit hieiigen anderen jüdischen Vereinen in Korrespondenz. — Auf meine Anregung hin wird sich der I. I. L. demnächst mit 2 neuen Fragen beschäftigen und zwar 1. mit der Gründung eines literarischen Lesezirkels und 9. mit der Begründung einer Sport-Abteilung, welche mehrere Unterabteilungen haben soll, wie z. B. Turnen, Eislauf, Rudern, Tennis, Radfahren usw. Louis B o d l a e n d e r, 1. Vorsitzender' Oppeln. Der „jüdische Jugendbund in Oppeln", der seit zwei Jahren besteht, hat trotz vieler Schwierigkeiten, die ihm aus der anhänglichen Abneigung mancher Kreise der Gemeinde sowie aus der hier besonders starken gesellschaftlichen Abschließung erwuchsen, es vermocht, den besten und größten Teil der jüdischen Jugend Oppelns zusammenzuschließen, und das rege Vereinsleben ist heute bereits einer der wichtigsten Faktoren in dem an sich schon sehr lebhaften jüdischen Leben unserer Stadt. Die erste offizielle Veranstaltung dieses Vereinsjahres, das am 1. April 1910 begann, war ein gemeinsamer Sederabend, dessen allgemein gerühmter schöner Verlauf uns ermutigt, im nächsten Jahre zu der Veranstaltung noch weitere Kreise der Gemeinde hinzuzuziehen. Im Somnrer fandcn häufig Zusammenkünfte und Ausflüge statt, die jederzeit einen starken Besuch aufwiesen. Außerdem wurde ein regelmäßiger Kegelabend eingesetzt, der als ständige Einrichtung' auch im Winter beibehalten worden ist. Die eigentliche Vereinsarbeit begann nach den jüdischen Feiertagen. An Vorträgen sind bisher zwei jüdischen und zwei allgemeinen Jnhairs gehalten worden, erstere in Gemeinschaft mit dem Literaturverein. Es sprachen Dr. Goldmann über „Das Taufjudentum in der jüdischen Geschichte" Herr Kurt Blumenfeld über: „Was niuß man von der preußischen Verfassung und der des Deutsch enReich es wissend" und Rechtsanwalt Wunderlich über: „Frauenfrage und Frauenbewegung". An die Vorträge schloffen sich sehr interessante Diskussionen sowie stets ein geselliges Beisammensein an. Der Besuch war als s e h r g u t zu bezeichnen. Von besonderen geselligen Veranstaltungen sind ein U n t e r h a l t u n g s a b e n d zu erwähnen, zu dem der aus den inaktiven Mitgliedern gebildete Ausschuß die jungen Herren kund Damen eingeladen hatte, sowie ein mit dem jüdischen kaufmännischen Geselligkeitsverein gemeinsam veranstalteter stark besuchter Ball. Der Verein zählt gegenwärtig 34 aktiveMitglieder ljun ge Damen und Herren) sowie 30 inaktive. Das Abonnement auf die „Mitteilungen" ist durch Vereinsbeschluß obligatorisch gemacht worden. (Bravo! Die Red.) Die Kaffenverhältniffe sind befriedigend, so daß nach jeder Richtung hin das Vereinsleben günstige Zukunftsanssichten gewährt. Den Vorstand bilden die Herren Adolf Proskauer, Fritz Brauer, Max Brauer, Hartmann n. Scheffer. Den Ausschuß bilden die Herren Gustav Lewin ski, Justizrat S a l i n g e r und Rabb. Dr. G o l d m a n n, an dessen Adresse alle Nachrichten ec. zu senden find. Nordhausc». Unser Verein „Moses Mendelsohn" wächst von Woche zu Woche, ein Zeichen, welches Interesse der Jugendvereinsbewegung auch hier bei uns entgegengebracht wird. Der Vorstand bemüht sich in anerkennenswerter Weise, dies Interesse durch Vorträge und Veranstaltungen aller Art zu heben. Ein besonderes Verdienst gebührt hierbei dem Ehrenvorsitzenden Herrn Dr. £ e 9 p. Auf seine Veranlassung wurde eine Lesehallegemeinde gegründet; jetzt haben somit die Mitglieder sdes Moses Mcndelsohn-Vereins Gelegenheit, sich über alle jüdischen Fragen zu orientieren. Ferner wurde das erste Mal hier eine Chanukka-Feier veranstaltet, an der auch Damen teilnahmen. Die Veranstaltung war sehr zahlreich besucht und das Fest verlief in anregendster und schönster Weise. Auch wurden in letzter Zeit verschiedene Vorträge gehalten, die sich gleichfalls guten Besuches erfreuten. Der Verein ist — und das erscheint erfreulich zu konstatieren — in stetem Emporwachsen begriffen. N. N. Königshütte O.-T. Die erste große Freitagabendveranstaltung unseres jüdischen Jugendvereins am 13. d. M. nahm einen über Erwarten befriedigenden Verlauf. Wir hatten noch nie einen so zahlreichen Besuch aufzuweisen, wie an diesem Abend. Nicht nur von unfern Mitgliedern, sondern auch seitens weiter Kreise unserer Gemeinde wurde dieser Veranstaltung mit regstem Interesse entgegengesehen und wohl allen, die ihr beigewohnt, wird ihr überaus schöner Verlauf noch lange in Erinnerung bleiben. Nach dem stimmungsvoll von Mitgliedern unseres Vereins unter Leitung des Herrn Oberkantor R o s e n b a u m zum Vortrag gebrachten Liedes ,.Ma Tauwu“ hielt unser verehrter Herr Rabbiner Dr. G o l d s ch m i d 1 eine Ansprache, in der in eindrucksvollen Worten auf die Bedeutung der Freitagabende überhaupt und insbesondere für unsere heutige Jugend hinwies, und sie als Mittel zur Vertiefung der Liebe zum Judentum hinstellte. Den Schluß des osfiziellen Teils des Abends bildete ein Kiddusch und sodann ein Referat unseres Vorsitzenden Herrn Alfred K r o t o w s k y, der in fesselnder Weise das Wirken des großen jüdischen Philantropen Sir Moses Montefiore behandelte. Während der daraus folgenden freien Bewirtung unserer Mitglieder herrschte eine überaus gemütliche Stimmung, f fr 14