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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-02-01 · 2 (1.2.1911) · p. Seite 11

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
2 (1.2.1911)
Date
1911-02-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦»♦*♦»*»***»♦»««*«< ♦♦♦♦ >*♦«»««*»*»»*«»» ♦♦♦♦>*»* J Presse-Schau. j „Im Deutsche» Reich" Nr. I, Iummr. In einem Bericht über die in einer der letzten Wochen vom „Zentralverein Dtsch. Staasb. jüdischen Glaubens" abgehaltenen Versammlungen in Rheinland-Westfalen heißt es u. 21,: „Hervorgehoben muß werden, daß an allen Versammlungen sich diesehrrührigenJugendvereine in hervorragendem Maße beteiligten, und daß sie insbesondere allen zur Diskussion gestellten Fragen praktischen Vorgehens lebhaftes Interesse und großes Verständnis entgegenbrachten. Man kann erwarten, daß für die von uns erstrebten Ziele die Mitwirknng gerade der in diesen Jugendvereinen organisierten begeisterungsfähigen und begeisterten Jugend von besonderem Werte sein wird." Hier sehen wir also die anerkennende Konstatierung und Würdigung unserer Arbeit auch auf dem Gebiete, das der Zentralverein sich zum Arbeitsfelde ausersehen hat. Bei uns erwachsen ihm die Kämpfer der Zukunst. Wir sind überzeugt, daß sich Gleiches auch auf dem Arbeitsgebiete anderer jüdischen großen Organisationen von unseren Jugendverbändlern feststeilen läßt. späterhin nicht bloß die Zusammengehörigkeit in ähnlicher Weise pflegen, wie das auch sonst Verbindungsstudenten tun und wie das nicht zu beanstanden ist, sondern daß sie immer und überall sich als allein tüchtige Vorkämpfer in jüdischen Fragen darstellen, dabei geradezu andere verletzen, die an solchen Fragen ein durchaus nicht geringeres Interesse nehmen, und bei ihnen den Eindruck erwecken, als werde ihre Mitarbeit von vornherein als minderwertig betrachtet und nicht gern gesehen. . Es bleibt manchem infolgedessen nichts anderes übrig, als sich isoliert in seinem Kreise zu betätigen, auch Ivo ein Zusammenwirken aller nur dienlich und fördernd sein könnte. Es soll durchaus nicht behauptet werden, daß diese Stellungnahme der früher jüdischen Verbindungen angehörigen Studenten allgemein wäre; aber vielfach, namentlich unter den jüngeren, ist sie zu beobachten, und entwickelt sich zu einer Gefahr für die Einigkeit und Geschlossenheit jüdischer Bestrebungen." Es scheint uns in diesen Ausführungen in der Tat ein Punkt berührt zu sein, auf den kritisch hinzuweisen, ein'Verdienst des Verfassers ist. Die Auffassung, daß die Mimrbeit der Nichtorganisierten Studenten minderwertig sei, ist in der Tat anzutreffen und mit dem Verfasser als bedauerlich und unberechtigt zu bezeichne». V' „Im Deutsche» Reich." In einem Aufsatz „Nochmals unsere akademische Fügend" wendet sich Herr M. Simon- Hamm in Würdigung eines Aufsatzes Dr. Goldmanns in der November-Nummer der „Zeitschrift des , entralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" über dieses Thema u. a. gegen ,die Behauptung, daß es unter den Nichtorganisierten jüdischen Studenten zwar manchen gibt, der an jüdischen Fragen Interesse ninimt, dagegen viele andre, die völlig lau und glcichgiltig sind. Simoti schreibt dazit: „Der Glaube, wie er in dem'Artikel des Herr»,Dr. Goldmann zutage getreten ist, daß die jüdischen Verbindungen die einzige Stätte seien, wo wirklich die Betätigung für das Judentum sich entfalte, sülirt manchmal — nicht überall natürlich — zu einer gar seltsamen lleberhebung der ihnen angchörigen Studenten und zu einer Abschließnng gegenüber den sonstigen jüdischen Akademikern. Man steht den anderen, die ganz selbstverständlich nicht in gleicher Weife sich als Juden sichten können — so vermutet man wenigstens — von vornherein ablehnend gegenüber. Das ist eine Tatsache, die ganz allgemein, zum mindesten von den jüngeren jüdischen Akademikern empfunden wird. Wie Herr Dr. Goldmann es tat, so möchte auch ich hier eine kleine Anekdote erzählen, die in diesen Kreisen kursiert und gleichfalls Anspruch darauf machen kann, die Sachlage zu erhellen: Ein jüdischer Akademiker soll einmal ein früheres Mitglied einer der jüdischen farbentrageudeti Korporationen gefragt haben: „Wie kommt es, daß Sic immer so »mer sich sind':'" Darauf soll ihm die Antwort geworden sein: „Die Aristokratie schließt sich immer ab." Scherzhaft ist diese Anekdote nicht anfzufassen. Es ist nämlich eine Tatsache, daß vielfach die früher jüdischen Verbindungen ungehörigen Studenten Avomiemenls-Krdmgrmgen. I. Diese Zeitschrift kostet für Mitglieder der Verbandsvereine 30 Pfennig pro Quartal. II. Die Urrdandsmltgiirdrr mnjfen das Kiait dnech ihren Uereinsoorstand bestellen; dieser tritt dem Verbände gegenüber als Abonnent auf. III. Für Nichtmitglieder betrügt der Abonnementspreis 00 Pfennig pro (Hnartal. IV. Nichtmitglieder beziehen das Blatt unmittelbar von der GeschüftssteNe, Berlin W., Kleiststr. 12, oder durch die Post. :| 11

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