Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 2 (1911)
- Issue
- 1 (1.1.1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Normalstatuten und unser Katalog wurde nach dem Auslande vielfach verlangt. c) Unser Verhältnis zu den O r g a n i s a t i o n e n ist dauernd freundlich gewesen. Der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat uns in diesem Jahre eine Subvention von 600 Mark bewilligt und diese Unterstützung mit einem liebenswürdigen Schreiben begleitet. Der Zentralverein hat seine Ortsgruppen angewiesen, bei den Wahlen zu den Kaufmannsgerichten mit unseren Jugendvereinen zur Bekämpfung des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfenverbandes zusammenzugehen. Wir haben das Rundschreiben des Zentralvereines unter Hinweis auf unseren Beschluß in der letzten Vorstandssttzung (Vgl. Mitteilungen Nr.j 1 S. 12 Punkt 6) den Vereinen übermittelt und ersucht, daß die Vereinsmitglieder, die dem Kaufmannsstande angehören, mit den Ortsgruppen des Zentralvereines sich in Verbindung setzen sollen. — Nach den Berichten aus Halle, Halberstadt und Cöln ist es diesem Zusammenwirken gelungen, dem Handlungsgehilfenverband mehrere Sitze zu entreißen. — Der „Verband der Deutschen Juden" hat uns zu seiner großen Versamnilung, in der Professer Philippson und Abgeordneter Cassel über die „Zurücksetzung der Juden im Heere" sprachen, eingeladen. — Bei der von dem Zentralverein veranstalteten Versammlung gegen die „Judentaufen" hat auf besonderen Wunsch auch unser Verbandsvorsitzender gesprochen. — Der „Lehrerverband" hat unsere Leitsätze entgegengenommen, und der Leiter dieses Verbandes, Rektor Feiner in Hamburg, hat in seiner überaus lesenswerten Schrift „Kulturelle Bestrebungen innerhalb der deutschen Judenheit", die in zweiter Auflage erschienen ist*), auf Seile 11 und 12 der Tätigkeit unseres Verbandes mit anerkennenden Worten gedacht. Er schreibt dort u. a.: Die Bildung und Erstarkung von Jugendvereincn und in Verbindung damit die mit Jubel und Begeisterung begrüßte Gründung des „Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands" werden dazu beitragen, ein selbstbewußtes Geschlecht heranzuziehen, „dessen Gemeinschaftsirene anf erarbeiteter Kenntnis und begründetem Stolze basiert". All den Lehrern liegt es, das Feuer der Begeisterung, das aus dem Willen und dem Streben der jüdischen Jugend aufflammt, zu nähren, sie zu dem Arsenal zli führen, das ihr Waffe und Wehr zu sachgemäßer Verteidigung gegenüber gehässigen Angriffen auf Juden und Judentum bietet und durch Lehre und Vorbild dafür zu sorgen, daß wieder ein großer idealer Zug durch unsere jüdische Jugend gehe, daß sie mit ihrem Herzen den Willen zuin Judentunr als freudiges Bekenntnis fasse". Der Geschäftsführer regt bei dieser Gelegenheit cm, den Rabbinerverband anläßlich seiner Generalversammlung Ende Dezember d. I. in Berlin offiziell zu ersuchen, auch seinerseits die Jugendbewegung zu fördern. — Dieser Anregung soll Folge geleistet werden. d) Das Verbandsorgan ist am 1. Oktober zum ersten Mal erschienen und ist mit unserem Buchgeschenk „Gabriel Riesser" an die Vereine versandt worden. Die Verbandszeitung hat eine sehr günstige Beurteilung gefunden, auch die Großloge hat uns ihre Anerkennung ausgesprochen. Den Bemühungen des Redaktionskomitees ist es gelungen, bekannte Persönlichkeiten als Mitarbeiter zu gewinnen, sodaß wir hoffen *) Preis dieser Schrift ist 40 Pfg., beim Bezüge von mindchrns 100 Exemplaren 05 Pfg. dürfen,'^ daß unser Verbandsorgan sich gut entwickeln wird. Auch mit dem Wachsen der Abonnentenzahl kann man zufrieden sein, da infolge der Propaganda des Herrn Siegfried Brünn hochherzige Persönlichkeiten jährliche Beträge in Höhe von M. 600 für das Organ bewilligt haben. — Leider ließ die Expedition etwas zu wünschen übrig, und wir beabsichtigen in Zukunft, den Versand durch den hiesigen Arbeitsnachweis besorgen zu lassen; auch dürsten die Versandschwierigkeilen im Monat Januar 1911 gehoben sein, da bis dahin unser Verbandsorgan in die Postzeitungsliste ausgenommen sein wird. e) Unser Katalog und unser Normalstatut wurde in letzter Zeit vielfach gewünscht; nur ist es zu bedauern, daß unsere Vereine bis jetzt den Katalog noch nicht genügend gewürdigt haben. Der Bibliothek der jüdischen Gemeinde in Berlin haben wir auf Wunsch 6 Exemplare unseres Katalogs übersandt. f) Einen Südwestdeutschen Bezirksverband bereitet der Jugendverein Cöln vor, der zu Beginn des Winters einen Zuwachs von über 200 Mitgliedern hatte, sodaß er sich nach neuen größeren Räumen Umsehen muß. 8) Der Mädchenklub in Metz beabsichtigt, die Freitagabende nach dem Cölner Muster einzuführen. h) Zum Schluß sei noch erwähnt, daß wir durch unseren bekannten Gönner Herrn Brünn in der Lage sein werden, unseren Vereinen zu Chanukka das v o rtreffliche Buch „Das Judentum und seine Geschichte" von Abr. Geiger als Geschenk zu übersenden. 14. Die dem Verbände der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche überreichten Leitsätze betreffend die Jugendbewegung an kleineren Plätzen (vergl. die Protokolle über die III., IV. und V. Vorstandssitznng) werden zur Kenntnis genommen und genehmigt. Das Referat in der Hauptversammlung des Lehrerverbandes in Frankfurt a. M. wird Herr Felix Meyer halten. Die Leitsätze lauten: 1. Der Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche erblickt in den Bestrebungen der jüdischen Jugendvereine Deutschlands ein vorzügliches Mittel, das jüdische Bewußtsein und die idealen Interessen der Heranwachsenden Jugend zu stärken. 2. Der Verband der jüdischen Lehreroereine empfiehlt daher seinen Mitgliedern, sich überall in den Dienst der Jugendbewegung zu stellen. 3. An kleineren, für Jugendvereinsgründung nicht geeigneten Plätzen ist es wünschenswert, daß die Lehrer die Jugendvereine dadurch zu ersetzen suchen, daß sie die reifere männliche und weibliche Jugend in den Gemeinden und deren Umgebung von Zeit zu Zeit um sich versammeln. Bei diesen zwanglosen Zusammenkünften sollen die Lehrer mit den Teilnehmern einzelne Partien aus der jüdischen Geschichte durchnehmen, jüdische Gegenwartsprobleme behandeln, anregende Artikel aus den jüdischen Zeitungen vorlesen und besprechen, für geeignete Lekiüre sorgen, überhaupt den gesamten jüdischen Jnteressenkreis der Teilnehmer in unparteischer Weise zu fördern bemüht sein. 4. Wo die örtlichen Verhältnisse es erheischen, sollen die Lehrer gemeinsame Seder- und Freitagabende 11 —