Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-01-01 · 1 (1.1.1911) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
1 (1.1.1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4926451-6352328-6352443--0073-4929352
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

Heir Jacoby antwortet auf diese Bemerkungen, dag die Jugend nach seiner Ausfassung Uber alle wichtigen Vorgänge m Deutschland informiert werden sollte. Der „PrJseschau" unrde das Redaktionskomitee gern die gewünschte Sorgfalt zuwenden, wie auch dem Feuilleton und kleinen Gedichten niehr Raum gewähren. Mit Rücksicht auf die Kestenfrage wird von Herrn Meyer und anderen Herren angeregt, nicht allzu hohe Honorare zu zahlen und alte brauchbare Artikel.zu bringen. Auch sollen die Vereine durch das Protokoll ersucht werden, ihre federgewandtcn Mitglieder öfters zu erinnern, das Verbandsorgan durch geeignete Beiträge zu fördern. Ferner soll das Redaklionskomitee auf Mittel und Wege sinnen, um die Herstellungskosten zu verringern, sei es durch Gewinnung von Inseraten oder durch billigeren Druck, damit sämtliche Mitglieder der Vereine in der Lage wären, auf das Organ zu abonnieren. VonallenSeitenwird de m lebhaften Erstaunen' darüber Ausdruck gegeben, daß einige Vereine sich bisher gar nicht um die „Mitteilungen" bekümmert und kein einziges Exemplar abonniert hätten. Dieses Verhalten steht durcharrs mit dem Verbandsinteresse im Widerspruch. Eine Anregung des Jugendbundes Bremen soll den Vereinen durch das Protokoll in der Weise empfohlen werden, daß die Vereine ersucht werden, recht viel Inserate den „Mitteilungen" zuzuführen. 7. Ueber die Kassenverhältnisse berichtet Herr Mayer, daß der Verband mit einem Defizit von 200 Mk. abschließt, das aber gehoben sein wird, wenn die Vereine ihre Verbandsbeiträge bezahlt haben werden. Bis jetzt sind mehrere Vereine ihren Verpflichtungen noch nicht nachgekommen. 8. Aus Anlaß der Gründung einer Jugendgruppe der liberalen Vereinigung in Berlin wird 'einstimmig folgender Erwägung Ausdruck gegeben: Jeder pol tischen und religiösen Parteirichtung muß das Recht znerkannt werden, die Heranwachsende Jugend in ihrem Sinne zu beeinflußen. Dennoch gibt die Verbandsleitung ihrem tiefen und schmerzlichen Bedauern Ausdriick, daß ihr Bestreben, die jüdische Jugend in neutralen Vereinen zu organisieren, uni sie zunächst auf die g e m e i n s a m e n Gesichtspunkte hinzuweisen, durch Bildung von tendenziösen Jugendvereinen eine wesentliche Schädigung erfährt. Der Vorstand beauftragt seinen Vorsitzenden und die anderen in Berlin wohnenden Mitglieder, bei der ersten sich darbietenden Gelegenheit öffentlich in energischer Weise diesem Standpunkt unter Bezugnahme auf die Berliner Neugründung Ausdruck zu geben. 0. Ein Antrag Dr. Apfels wird in folgender Form zum Beschluß erhoben: Jeder Verbandsverein hat die Pflicht, die Namen derjenigen Mitglieder, die aus denr Orte seines Vereinssitzes wegziehen, der Geschäftsstelle des Verbandes unter gleichzeitiger Angabe des neuen Wohnortes und der neuen Wohnung des Wegziehenden mitzuteilen. Der Verbandsverein des neuen Wohnsitzes hat die Pflicht, den neu Hinzugezogenen zum Eintritt zu bewegen und etwaige finanzielle Vorausleistungen in den Vereinen des früheren Wohnsitzes in angenressener Weise in Anrechnung zu bringen. Von der Mitteilung an die Geschäftsstelle ist jedoch dann abzusehen, wenn der Verein des bisherigen Wohnsitzes die Ueberzeugung gewonnen hat, daß das ausscheidende Mitglied wegen persönlicher Unehrenhaftigkeit dem Verbände nicht zur Zierde gereicht. 10. Ein Antrag des Jugendvereines Bremen auf Stellenvermittlung für Verbandsmitglieder in Verbindung mit Versicherung gegen Stellenlosigkeit. Krankheit und Invalidität, über den Herr Meyer referiert, soll zunächst im Verbandsorgan zur Erörterung gestellt werden. Der Verein Bremen wird hierdurch ersucht, die Erörterung durch einen geeigneten Artikel einzuleiten. 11. Die Anregung eines Mitgliedes des Berliner Jugendbundes, Herrn Scheer, einen Pensions-, Mittags¬ und Wohnungsnachweis von Verbandswegen zu organisieren, soll den Vereinen zur Kenntnisnahme überwiesen werden. Der Verband als solcher kann die Aufgabe nicht in die Hand nehmen, da dies Sache der einzelnen Vereine ist. 12. Einer Anregung des Jugendbundes Freundschaft, Bremen, zufolge, soll der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ersucht werden, den Verbandsvereinen die Zeitschrift „Im deutschen Reich" zuzusenden. 13. Herr Regensburger übernimmt es, in Bielefeld und in Eschwege Vorträge zu halten, ebenso erklärt sich Herr Dr. Simon bereit, in Stargard zu sprechen. 14. Aus dem Geschäftsbericht, den Herr Dr. Finkel erstattet, sei folgendes angeführt: a) Seit der letzten Vorftandssitzung sind in den Verband nachstehende Vereine ausgenommen worden: Aachen, Eschwege, Rakel, Emden, M.-Gladbach, Stolp und der weibliche Jugendverein Ostrowo, so daß der Verband jetzt 59 Vereine zählt. b) Die Propaganda wurde betrieben in Cottbus, Stargard, Breslau, Metz, Gelsenkirchen, Leipzig, Schneidemühl, Posen, Worms, Augsburg, Offenbach und St. Ludwig i. Elf. (mit Unterstützung des Vereins Lörrach). In den erstgenannten fünf Städten sind bereits Vereine gegründet worden, und zwar in Stargard .mit Hilfe des Stettiner Jugendbundes, in Metz mit Hilfe des Straßburger Jugendvereines, in Gelsenkirchen mit Hilfe des Rabbiner Dr. David, Bochum. — Sehr fleißig und mit Erfolg arbeitet der Nordwest-Deutsche Bezirks-Verband, der uns Emden zugeführt und in die Regierungsbezirke Stade, Osnabrück, Aurich und Oldenburg seine Fühler bereits ausgestreckt hat. Besondere Anerkennung verdient nach dieser Richtung Herr Markreich vom Jugendbunde Freundschaft in Bremen. Aber auch Unangenehmes soll nicht verschwiegen werden. Von den Vereinen München und Görlitz haben wir schon lange nichts gehört. Aus dem Grunde regt Dr. Finkel an, in einer der nächsten Sitzungen folgendem Antrag zuzustimmen: „Jeder Verein ist verpflichtet, wenigstens einmal v i e r t e l j ä h r l i ch au die Zentralleitung einen kleinen Bericht über die Vereinstätigkeit zu erstatten." Auch im Auslande macht die Jugendbewegung Fortschritte. Auf Anregung und mit Unterstützung der Bne Brith Logen ist in Prag die „Johann Gottfried Herdcr-Vereinigung" gegründet worden. Wien und Lemberg sind mit dem Studium dieser Frage andauernd beschäftigt. Auch sind wir auf Veranlassung der Vereine Freiburg und Lörrach mit Basel und St. Gallen in Verbindung getreten. Von all diesen Städten iin Auslande sind wir um Rat und Auskunft angegangen worden; anch unsere - 10

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.