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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-01-01 · 1 (1.1.1911) · p. Seite 9

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
1 (1.1.1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Am Abend der Tagung veranstaltet der Bruder- Verein Hannover zu Ehren der Delegierten einen Purimball. Am Normittag des 20. März findet eine gemeinschaftliche Besichtigung der Erziehungsanstalt Ahlem statt. In der am 1. März 1911 erscheinenden Nummer der Verbandszeitung wird der Ortausschuß Hannover alle näheren Bekanntmachungen betreffs Unterkunft, Treffpunkte u. dgl. veröffentlichen. Der Borstand. Die Vereine werden gebeten, ihre Propagandaaufrufe, die sie bei der Begründung des Vereines oder später zum Zwecke der Ausdehnung deeselven verwandt hoben, der Geschäftsstelle einsende» zu wollen, da wir um solche Aufrufe öfters angegangen tverden. Wir beabsichtigen, demnächst ein neues Vereins- Verzeichnis herauszugeben. Zli diesem Zwecke ersuäicn wir die Vereine, unserer Geschäftsstelle genau die Namen der Vereine, ihres Vorsitzenden und Brie.fadresse mitzuleiten. In letzter Zeit haben wir wieder viel Strafporto be- 3 ahlen müssen. — Wir wiederholen daher die dringende Bitte, bei der Frankierung von Zuschriften und Sendungen von seiten der Vereine mehr Sorgfalt walten zu lassen, um uns in Zukunft unnütze Ausgaben zu ersparen. — ltnsere R e d n e r l i st e ist zu ergänzen: Fräulein Paula Löb, Lehrerin, Cöln, Dasselstr. Themata: 1. Benjamin von Tudela, der berühmte jüdische Weltreisende des Mittelalters. 2. Entwicklung der neujüdischen Lyrik (Rezitationen). Protokoll über die VI. Uorstandsschnng. Berlin, de« 4. Dezember 1»10, in den Logenrämnen, Wilhelmstraßc 1 IS. lO1/, Uhr vormittags. Anwesend sind: 1. R.-A. Dr. Apfel, Berlin (Gabriel Rießer-Verein, Cöln). 2. Dr. Rosenkranz und Simon (Jgbd. Berlin). 8. Referendar Regensburger (Jgdv. Braunschweig). 4. Felix Meyer (Montefiore-Verein, Frankfurt a. M). 6. R.-A. Lichlenberg (Jgdv. Hannover). 0. Albert Bloch (Großloge für Deutschland VIII. II. O. B. B.). 7. Rechtsanwalt Brodnitz (Centraloerein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens). 8. Dr. Finkei, Berlin. 9. Siegfried Brünn und Redakteur der „Mitteilungen" Jacoby als Gäste. 1. Nach einer Vorbesprechung mit Herrn Felix Meyer Über die Kassenverhältnisse eröffnet der Verbandsvorsttzende, Herr Dr. Apfel, die Sitzung um lOffz Uhr, mit der Bitte, ihm einen Urlaub vom 15. Dezember bis 16. Februar zu gewähren. Da sich bei der Beratung Schwierigkeiten betreffs des Vertreters Herausstellen, zieht Dr. Apfel zur Genugtuung der Versammlung sein Urlaubsgesuch zurück. 2. Alsdann werden die Einzelheiten der D eletz i e r t e n v e r s a m m l u n g besprochen. Die Tagesordnung derselben ergibt sich aus der besonderen Bekanntmachung des Vorstandes in dieser Nummer. Es findet eine eingehende vertrauliche Aussprache über die finanziellen Maßnahmen statt, die zur Aufbringung der Kosten für die Delegiertenoersanunlung erforderlich sind. Der Verein Hannover wird betraut, alle Vorbereitungen zu dieser Versammlung zu treffen. 3. Der Vor stand beschließt, daß denjenigen Vereinen, die nicht bis spätest e ii s zum 31. Januar 1911 die rückständigen Verbandsbeiträge gezahlt haben u n d b i s z u d i e s e m T e r m i n ihren s o n st i - gen Verpflichtungen (für Zeitun gsabonnenlent, Kataloge rc.) nicht nachgekommen sind, d i e D e l e g i e r t e n k o st e » nicht erstattet werden sollen. Rechtsanwalt Dr. Brodnitz schließt aus dein säumigen Entrichten der Verbandsbeiträge darauf, daß auch die Vereine mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen und schlägt vor, den Vereinen ans Herz zu legen, daß sie auf eine Stärkung der finanziellen Verhältnisse bedacht seien. Ein Leben von der Hand in den Mund und'ein beständiges Hoffen und Harren auf die Beihilfen von seiten der Organisationen und Korporationen könnten die Tätigkeit der Vereine beeinträchtigen. Redner empfiehlt dringend, daß sowohl der Verband als auch die einzelnen Vereine stets an die Stärkung ihrer Finanzlage denken sollen. Bei der Sympathie, die der Jugendbewegung allerorten entgegengebrachk werde, dürfte eine Selbständigmachung der Vereine in finanzieller Hinsicht nicht schwer fallen. 4. Der von der Statutenkommission eingebrachte Entwurf einer revidierten Verbandssatzung wird durchberaten und angenommen. Die neue Fassung des Statuts soll den Vereinen durch das Verbandsvrgan rechtzeitig zur Kenntnis gebracht werden. 5. Folgender Antrag Dr. Apfel wird einstimmig angenommen: „Die Verbandsvereine werden aufgefordert, im März 1911 in geeigneter Weise des Jahrhundertstages der Judenemanzipation in Deutschland zu gedenken. Es wird den Verbandsvereinen empfohlen, sich mit anderen jüdischen Vereinen zwecks Veranstaltung gemeinschaftlicher Gedenkfeiern in Verbindung zu setzen." 6. Ueber das Verbandsorgan findet eine eingehende Aussprache statt. Zunächst stattet Herr Regensburger dem Redaktionskomnee wärmsten Dank ab für die bisher gehabten Bemühungen. Das Verbandsorgan habe überall eine freudige Ueberraschung gebracht. Die vorzügliche Haltung des Blattes, die gediegenen Artikel zeigten, daß man an Herrn Jacoby eine glückliche Wahl getroffen habe. Diesem Danke schließen sich sämtliche Mitglieder der Versammlung in lebhaftester Weise an. Dr. Rosenkranz wünscht, daß in der „Rundschau" mehr Gegenwartsfragen, das jüdische Leben betreffend, behandelt würden und dafür weniger die des Gleichberechtigungskampfes; auch sollte die Presseschau nie vernachlässigt werden; bei Raummangel könnte ein Artikel weniger gebracht werden. 9

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