Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1 (1910)
- Issue
- 1 (1.10.1910)
- Date
- 1910-10-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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andere wollen sich auf ihre Mitglieder beschränken, um die Vereipskasse nicht zu belasten. Die kleineren Vereine ersuchten unbedingt um Redner und baten, ihnen die entstehenden Kosten aus der Brünnschen Stiftung zu gewähren. Es wurden eine Reihe diesbezüglicher Beschlüsse gefaßt. g) Mit der Frage betreffs des Beginns des Vereinsjahres wird sich voraussichtlich die Delegiertenversammlung zu beschäftigen haben. Einige Vereine ziehen das Kalenderjahr vor, wie dies das Normalstatut vorschlägt, andere wiederum wollen den Beginn des Vereinsjahrcs auf Oktober legen, weil zu dieser Zeit die Vereine ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Zum Schluß bemerkt Dr. F i n k e l, daß manche Vereine ihr Archiv nicht in Ordnung haben, so daß, wenn der Vorsitzende eines Vereins verreist ist, die andern Mitglieder über die von der Geschäftsstelle ihnen übersandten Schriftstück: und Drucksachen nicht orientiert sind. Dieses Moment erschwert den Verkehr zwischen der Verbandsleitung und den einzelnen Vereinen. Jul Anschluß an den Geschäftsbericht referiert Dr. Apfel über eine auf Anregung des Herrn Dr. Weinst e i n in Zabrze stattgehabte Zusammenkunft der oberschlesischen Jugendvereine, in der die Richtlinien für die Winterarbeit festgelegt wurden. Einiges aus diesem Berichte soll im Verbandsorgan verwertet werden. 9. Ueber die erste Vorstandssitzung des Nordwestdeutschen Bezirksverbandcs referiert R.-A. Lichtenb e r g. Die Sitzung habe manche Anregungen gebracht, und es sei beschlossen worden. Vereinsgrüudungen an verschiedenen Plätzen in die Hand zu nehmen. Referent verweist im übrigen auf das Protokoll, das Herr Dr. Nathan- Hamburg der Verbandsleitung noch vor dern Erscheinen der ersten Nummer des Verbandsorgans einsenden will. Die nächste Vorstandssitzung soll in Magdeburg stattfinden. 10. Der Verein L i e g n i tz hat infolge der Ausweisungen unserer Glaubensgenossen aus Kiew eine Kollekte veranstaltet und den erzielten Betrag dem Verbände eingesandt mit der Anregung, daß derselbe auch die übrigen Vereine zu solchen Sammlungen veranlassen möchte. Bei aller Würdigung der edlen Bestrebungen des Vereins konnte dieser Anregung nicht stattgegeben werden, weil die Hilfsaktion sür unsere unterdrückten Glaubensgenossen Sache der großen Hilfsorganisationen, der Alliance, des Hilfsvereins und der Logen, ist,an der sich die Jugendvereinsmitglieder nach Belieben beteiligen können. 11. Dr. Rosenkranz regt anläßlich des verflossenen 25. Todestages des Philanthropen Moses Monlefiore an, die Abhaltung einer Montefiore-Feter von Verbands wegen zu empfehlen. Herr Felix M eher weist darauf hin, daß viele Vereine dies voraussichtlich von selbst tun werden. In Frankfurt a. M. z. A. ist bereits eine solche Feier in Aussicht genommen, bei der ein Vortrag über jüdische Philanthropie gehalten werden soll. Die übrigen Punkte der Tagesordnung müssen infolge vorgerückter Zeit abgesetzt werden. Schluß der Sitzung 4J/a ^hr nachmittags. R.-A. Dr. A l f r e d A p f e l, Dr. F i n k e l. Vorsitzender. Geschäftsführer. Vorbildliche Uereinsprograrnme. Programm des Jugendvereins Gabriel Riester zu Cöl». (Oktober 1907 bis Oktober 1908.) a) Disknssionsabcnde über jüdische Tlicmcn: I. 8. Oktober 1007: Wir Juden als deutsche Staatsbürger. (Referent: Herr Rechtsanwalt Ludwig Cahen l.) 2. 22. Oktober 1907: Ter Frankfurter Judentag. (Referent: Herr Sanitätsrat Dr. Apfel.) 3. 23. November 1907: Antisemitische Strömungen bei den Kaufmannsgerichtswahlen. (Referent: Herr Fritz Heumann.) 4. 7.Januar 1908: Der Emanzipationskampf von Mendelssohn bis zum Jahre 1848. (Referent: Herr Dr. Adolf Hohenstein.) 5. 21. Januar 1908: Lebensanschauung eines Juden. (Referent: Herr Leo Munk.) 6. 18. Februar 1208: Gabriel Rießer (s. unter c2). 7. 3. März 1908: Wie wehre ich mich gegen einen antisemitischen Angriff? (s. unter c 1.) 8. 24. März 1908: Die osteuropäischen Juden und der Hilfsverein der deutschen Juden. (Referent: Herr Rabbiner Dr. Rosenthal.) 9. 7. April 1928: Das New Uorker Ghetto (s. unter b 7). 10. 16. September 1908: Unser Heer und die jüdischen Soldaten. II. 29. September 1908: Meine Erlebnisse in Palästina. (Referent n: Schwester Jenny Stiebel.) 12. s. unter e 6. 13. 13. Oktober 1908: Judentaufen und laues Judentum. (Referent: Herr Amtsgerichtsrat Dr. Cohn.) 14. 20. Oktober 1908: Judentum und moderne Weltanschauung. (Referent: Herr sind. jur. Leo Adler.) b) Diskussionsabeiide über Themen allgemeiner Natur: 1. 1b. Oktober 1907: Berichte über Sommerreisen. (Resercnten: die Herren Cohen, Goldreich, Heumann, Leubsdorf, Rosenzweig, Stern.) 2. ' 3. Dezember 1907: Gesellschaftliche Unterschiede (siehe unter ei). 3. 10. Dezember 1907: Belehrungsabend über sexuelle Fragen. (Referent: Herr Dr. med. Levison.) 4. 18. Februar 1908: Lebensversicherung. (Referent: Herr Leubsdorf.) 5. 25. Februar 1908: Was muß jeder Staatsbürger von der Verfaffung wissen? (s. unter c3) 6. 31 März 1908: Unser Wahlrecht. (Referent: Herr Dr. Hohenstein.) 7. 7. April 1908: Eindrücke einer amerikanischen Reise und das New Yorker Gyetto. (Referent: Herr Dr. Alfred Apfel.) 8. 14. April 1908: Das Verhältnis zwischen den kaufmännischen Angestellten und ihren Chefs nach den Bestimmungen d.s Handelsgesetzbuches (Rechte und Pflichten der Angestellten.) 9. 12. Mai 1908: Krankenkaffen und Aerzte. (Referent: Dr. med. Pincus.) 10. 8. September 1008: Berichte über Sommerreisen: (Referenten: die Herren Dr Alfred Apfel, B. Apfel, Cohen, Paul Gottschalk, Dr. Richard Stern.) 41) 22. September 1908: Der Handclsteil der Zeitungen. Anleitung im Lesen von Börsenkursen ec. (Referent: Herr Leubsdorf). 12. 0. Oktober 1908: Die Ergebnisse des Cölner Naturforschertages. (Referent: Herr Dr. med. Levison.) 14