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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1910-10-01 · 1 (1.10.1910) · p. Seite 13

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
1 (1910)
Issue
1 (1.10.1910)
Date
1910-10-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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können und sollen mit den neutralen kaufmännischen Vereinen, denen sie auch größtenteils angehören, bei den Wahlen zu den Kaufmannsgerichten gegen die Kandidaten antisemitischer Richtung Stellung nehmen; die jüdischen Jugendvereine als solche aber haben mir dieser politischen Angelegenheit nichts zu schaffen. Unsere Jugendvereine sollen sich vielmehr auf ihr Arbeitsgebiet beschränken und ihre Aufgaben im Auge behalten, die darin bestehen: bei unserer Jugend das jüdische Selbstbewußtsein zu stärken, sie mit jüdischem Wissensstoff auszurüsten und den auswärtigen Mitgliedern in der Fremde die Familie zu ersetzen. Der Anregung des Wedell-Vereins wird gemäß diesen Ausführungen nicht stattgegeben. 7. Betreffs des Verbandsorgans berichtet Dr. Apfel, daß fast alle Vereine den Abonnementsverpflichtungsschein unterschrieben hätten; außerdem hätten mehrere Vereine ihre Abonnementsverpflichtung nach Wiederaufnahme der Vereinsarbeiten in Aussicht gestellt. Durch diese allseitig« Zustimmung ermutigt, habe Redner einen gewandten Schriftsteller, der eine Reihe von Jahren die Redaktion eines vielgelesenen jüdischen Blattes leitete, für das Verbandsorgan gewonnen. Mit diesem Redakteur werde das Redaktionskomitee, dem der Verbandsvorsitzende und der Geschäftsführer angehören, ständig in Fühlung bleiben und nach Bedarf ein- bis zweimal wöchentlich Sitzungen abhalten, um die eingelaufenen Artikel zu prüfen. Redner entwirft das Programm der ersten Nununer und wird von der Versammlung mit den weitgehendsten Vollmachten ausgestattet. 8. Aus denr umfangreichen Geschäftsbericht des Dr. F i n k e l seien hier die wichtigsten Punkte hecvorgehoben: a) Den Anschluß an den Verband haben nachgcsucht die Vereine M a i n z und Eschweg e. Neu begründet wurden die Vereine in Aachen und M i x st a d t i. Posen. In Begründung begriffen sind Vereine in Breslau, Heidelberg, Königsberg i. Pr., Schildberg, Stargard i. Pomm. und W o r in s. Mit den Gründungskomitees dieser Plätze steht die Verbandsleitung in enger Fühlung. Der Verein „Jugendbuud Freundschaft", Bremen bemüht sich, dre Jugendbewegung nach Ostfriesland zu tragen und die dort bereits bestehenden Vereine zum Anschluß an den Verband zu veranlasse». — Die Jugendbewegung wird von den Vereinen Freiburg und Lörrach in derSchweiz propagiert. In nächster Zeit dürste ein Jugendverein in Basel begründet werden. Außerdem hat ein Schriftsteller aus Freiburg uns um Ueberlassung von Material gebeten, damit er die Tätigkeit der Jugendvereine und die des Verbandes in einem ausführlichen Artikel für eine Zeitschrift ui der Schweiz schildern kann. — Ferner bemühen sich Herr Direktor Schloß aus Rinraszombat und eine Lehrerin in Kvloszvar, die jüdische Jugendbewegung in 1l n g a r n zn entfachen. b) Unser Verhältnis zu den Organisationen war unverändert freundschaftlich und herzlich. Die Großloge hat auch für das Jahr 1910/11 eine Subvention von 500 M gewährt; der Zentralverein, der gleichfalls in Kürze eine größere Subvention in Aussicht gestellt hat, hat uns 7ö Exemplare von der Feinerschen Schrift „Gabriel Riesser" für die Vereine geschenkt. Der „Deutsch - Israelitische Gemeindebund" hat uns verlpruchen, die Bestrebungen unseres Verbandes zu fördern; der „Verband der Deutschen Juden" hat uns um Mitarbeit bei seinen Erhebungen betreffs der Zurücksetzung der Juden im Heere ersucht; diesem Wunsche sind wir auch nachgekommen. — Außer den genannten Organisationen, mit denen wir bereits seit unserer Begründung in Verbindung stehen, haben wir jetzt auch Beziehungen zum „Verbände der jüdischen Lehreroereine im Deutschen Reich" angeknüpft, der bereit ist, auf seiner Frankfurter Versammlung die Frage der Förderung der Jugendbewegung an kleineren Plätzen zu erörtern (vgl. Punkt 5). c) Auch die jüdischen Zeitungen haben uns ihr Wohlwollen und Interesse bekundet; sie haben sowohl das Vorstandsprotokoll wie auch die Berichte einzelner Vereine in ausführlicher Weise wiedergegeben. Unser Katalog wurde von fast sämtlichen Zeitungen günstig besprochen und auch von der außerdeutschen Presse zur Rezension eingefordert. Auch haben viele Nichtvereinsmitglieder den Katalog bestellt. ci) Auch in den Sommermonaten haben unsere Vereine nicht ganz geruht; vieluiehr suchten sie durch gemeinsame Ausflüge, Fußwanderungen n. dergl. m. die Mitglieder an sich zu fesseln und bei ihnen Freudigkeit zum Vereinsleben zu erwecken. Der Verein in Kempen hat sich mit dem Nachbarverein in Ostrowo zu einem gemeinsamen Ausflug verbunden, bei welcher Gelegenheit die Mitglieder sich über die Winterarbeil und Propaganda in ihrer Nachbarschaft berieten. Vom Verein Elberfeld-Barmen liegt der Jahresbericht über das erste Vercintzjahr vor, der ein erfreuliches Bild reger Vereinslätigkeit bietet. Außer den Unterhaltungs¬ und Vortragsabenden fanden auch englische und französische Konversationsübungen statt; ferner wurde ein S a m a r i t e r k u r s u s zur Anleitung für die erste Hilfe bei Unglücksfällen abgehallen. Ausführliche und interessante Berichte sind auch von anderen Vereinen, wie Halberstadt, Braunschweig und Berlin, eingegangen. Die beiden Vereine in Breinen haben sich unter dem Namen „Jüdischer Jugendbund Freundschaft" vereinigt. Wir haben dieses Ereignis mit Freuden begrüßt und dem nun verstärkten Verein zu diesem Schritte gratuliert. Wir hoffen, daß er jetzt eine rege Tätigkeit entfalten wird. Ungünstiges erfuhren wir von dem Verein in M ü n ch e n , bei dem eine Vereinsmüdigkeit eingetreten sein soll. Wir haben sowohl einen Förderer der Jugendbewegung in München wie auch unsern Verbandsredner Ref. Ist Kahn ersucht, die Verhältnisse dieses Vereins genauer zu studieren und uns Vorschläge zu unlerbreilen, wie wir diesen Verein wiederum arbeitsfähig machen können. Mehrere Vereine, unter ihnen Hannover und Königshiitte, beabsichtigen, die Freitagabende einzuführen. Das nötige Material wurde ihnen zu diesem Zwecke zugestellt, lieber die Sederabende liegen nachträgliche Berichte vor aus A l l e n st e i n und Erfurt, die sehr günstig lauten. In Halber st adt brauchte der Verein keine besonderen Sederabende zu arrangieren, da die Verhältnisse dort erfreulicherweise so liegen, daß kein jüdischer, junger Mann ohne Teilnahme an einem Seder» abend bei einer befreundeten Familie vorhanden ist. e) Viele Vereine haben den Verpflichtungsschein zum Abonnement auf das Verbandsorgan unterschrieben. Der Verein Essen schlägt vor, mit der Verbandszeitung bis zur Delegiertenversammlung zu warten; desgleichen der Verein Kempen, der die Bemerkung hinzufügt, daß wir jüdische Zeitungen genug hätten. k) Viele Vereine haben sich an den Verband unr Entsendung von bestimmten Verbandsredneru gewandt, 1ü

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