Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1 (1910)
- Issue
- 1 (1.10.1910)
- Date
- 1910-10-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Nervands-Teil. Protokoll üker die V. Uorstandsfitznng. Berlin, den I I. September 1810, in den Logenräumen, Wilhclmstraße 118. 10 Ilhr vorm. Anwesend sind: 1. R. - A. Dr. Apfel-Berlin (Gabriel Riesser- Berein, Köln), 2. Dr. Rosenkranz und stuci. Schönenberg (Jgbd. Berlin), 8. Referendar Regensburger (Jgdv. Braunschweig), 4. Felix Mcyec (Montefiore-Berein Frankfurt/M.), 5. R.-A. Lichtenberg (Jgdv. Hannover), 6. Direktor Maximilian Stein-Berlin (Großloqe für Deutschland VIII U. O. B. B.). 7. Prof. Dr. Blumenthal-Berlin (Centralvkrein deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens), 8. Dr. Finkel, Berlin. Der Verbandsvorsttzende Dr. Apfel eröffnet die Sitzung uin 10 Uhr. 1. Ueber die von der Statutenkommisston eingebrachten Abänderungsvorschläge zum Verbandsstatut findet eine eingehende Beratung statt. Es werden einige Abänderungen im Prinzip beschlossen und der Statutenkommisston zur genauen FormuUerung unter Berücksichtigung der in der heutigen Sitzung angenommenen Grundsätze überwiesen. Der neue Statutenentwurf soll rechtzeitig den Verbandsoereinen zur Kenntnis gebracht werden und wird Ölegenstand der Beratung auf der nächsten Delegiertenversanimlung sein. 2. (@§ wird beschlossen, die nächste Delegier t e n v e r s a m m l u n g ani 19. März l 9l 1 in Hannover abzuhalten. Dieser Ort wird aus dem Grunde gewählt, weil er unter den Städten, die von seiten anderer Vereine vorgeschlagen wurden, geographisch am besten liegt. 8. Die Kassenverhältnisse des Verbandes, über die Herr M e y e r referiert, sind noch inimer ungünstig. Das Defizit beträgt zirka 700 Mark. Um dasselbe zu decken, wird beschlossen, einen Teil der Brünnschen Stiftung, der seinerzeit dem Verbände zur freien Verfügung gestellt wurde, zu verwenden. — Außerdem sollen die Vereine durch das Protokoll ersucht werden, ihren Jahresbeitrag für 1910/11 baldmöglich an die Kassenverwaltung z. H. d. H. Felix Meyer- Frankfurt/M., Thüringer Str. 7, einzusenden. Die von den Vereinen bei der Leistung des Jahresbeitrags aufgegebene Mitgliederzahl wird für die Stimmverhältnisse auf der Delegiertenversammlung maßgebend sein. Dr. Apfel berichtet im Anschluß hieran über seine Bemühungen zur Gewinnung von Gönnern für den Verband, die voraussichtlich günstige Erfolge zeitigen werden; Redner bemerkt aber, daß infolge der Krisen im Berliner Jugendbund die Arbeit in Berlin nach dieser Richtung hin sehr erschwert werde. Im Herbste soll im Hause des Herrn Brünn eine Rotabelnversammlnng staltfinden, die über Mittel und Wege beraten wird, wie man die finanzielle Basis des Verbandes festigen kann. — Die Versammlung beschließt, daß die Verbandsleitung auch an bestimmte hervorragende Persönlichkeiten in Braunschweig, Frankfurt a. M. und Halberstadt herantreten soll. 4. EinWunschdes„D eutsch-Jsraelitischen Gemeindebunde s", in unserem Verbandsvorstande vertreten zu sein, soll mit Rücksicht darauf, daß die Mitwirkung gerade dieser Organisation der Jugendbewegung nur förderlich sein kann, mit Empfehlung des Vorstandes der Delegiertenversanimlung zur Beschlußfassung unterbreitet werden. 5. Infolge der Verhandlungen mit dem „Verbände der jüdischen Lehrervereiue im D e u t s ch e n R e i ch" betreffs Förderung der Jugendvereinsbestrebungen an kleinen, für Jugendvereinsgründungen nicht geeigneten Plätzen, (vgl. d. Protokolle über die IN. und IV. Vorstandssitzung) hat diese Organisation beschlossen, auf ihrer Hauptversammlung im Dezember in Frankfurt a.^M. unfern Verbandsvorsitzenden Herrn Dr. Apfel ein diesbezügliches Referat hallen zu lassen. Die Versammlung nimmt hiervon Kenntnis und beschließt auf Antrag von Dr. Apfel, daß Herr Meyer (Frankfurt), mit Rücksicht auf unsere Finanzlage, den Verband in dieser Versanimlung verirelen soll. Dem Lehrerverband werden bestimmte Thesen zur Beschlußfassung unterbreitet werden. 6. Eine Anregung des Wedell-Vereins- Düsseldorf: „Der Verband der jüdischen Jugendvereine möge seine ihm angeschlosseuen Vereine ersuchen, sich durch Ausstellung eines oder mehrerer Kandidaten an den bevorstehenden Wahlen zu den Kaufmannsgerichten zu beteiligen", hat die Verbandsleitung veranlaßt, sich mit dem Zentralverein, der bekanntlich seit Jahren die judenfeindlichen Bestrebungen des Verbandes Deutschnationaler Handlungsgehilfen bekämpft, in Verbindung zu setzen. Der Zentralverein hat sich auch bereit erklärt, unseren Vereinen mit dem nötigen Material und zweckentsprechenden Winken zur Seite zu stehen. Ueber diese Anregung findet eine längere Aussprache statt, in der betont wird, daß derartige Bestrebungen nicht in das Gebiet der Jugendvereine gehören, die doch nicht bloß Kaufleute, sondern auch Mitglieder aus andere» Berufsschichten umfassen. Die Vereinsmitglieder aus dem Kaufmannsstande 18