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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1912-05-01 · 5 (1.5.1912) · p. Seite 5

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
3 (1912)
Issue
5 (1.5.1912)
Date
1912-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Uervands-Nachrichten. Derzweite Westdeutsche Uerdandstas. Bon Dr. Alfred Apfel. Am 24. März d. I. fand im Klublokal des Kölner Gabriel Riesser-Vereins der zweite Verbandstag des Bezirksveibandes der Jüdischen Jugendvereine Westdeutschlands statt. Vertreten waren die Vereine: Aachen (Dr. med. S ch u st e r, Rfdr. Strauß, Hartog, Frankenberg, Saul). Aachen, Mädchenverein (die Damen Strauß, Borodowitz, Rosenfeld, Philipp!, Heim). Bonn (R.-A. Dr. H ö ch st e r, R.-A. Dr. Mayer, Cand. jur. T i e f e n t h a l). Köln (Rfdr. Dr. Ist Kahn, Rfdr. G a tz e r t, Lazarus, Oppenheimer, Simon, Frl. B ä h r). Duisburg (R- - A. Dr. Kaufmann, Rfdr. Dr. Kolski). Düffeldorf (R.-A. Dr. O r z e g o w, Moses). Elberfeld (Dr. med. Lob, Zivi, Fischel, Epstein). Gelsenkirchen (Hauptlehrer Kaufmann). M.-Gladbach (R.-A. Dr. G a n z, K a u f m a n n , F e l d - man n). Krefeld (R.-A. Dr. Rath, Moser, F a r d e n). Solingen (Kahn, Schwarz). Wesel (Dr. F a l k e n st e i n). Nicht vertreten war: Kreuznach. Für den Gcsamtvcrband erschien dessen 1. Vorsitzender: R.-A. Dr. Apfel (Berlin). Der Mitteldeutsche Bezirksverband war durch Rfdr. Engelbert (Kassel) und Zahnarzt Danielewicz (Kassel). der Rheinisch-westfälische BczirkSverband durch Horn (Esten) und Kaufmann (Bochum), der Südwcstdcntfche Bezirksverband durch S p a n g en - t h a l zFrankfurt a. M.) vertreten. Ferner hatte Bingen (R. - A. S t r a u ß), Mülheim a. d. R. (Dr. med. Blan k), Mainz (Bloch) zu Jnformationszwecken Delegierte entsandt. Dr. Ist Kahn, der Vorsitzende des Bezirksverbandes, erstattete folgenden Geschäftsbericht: Meine Damen und Herren! Ich berichte erstens über unsere äußere Arbeit, und zweitens über die innere Arbeit. Unter der Außenarbeit verstehe ich Neugründungen, Propaganda, Gründung von Zweckvcrbändeu, Verhältnis zum Gcsamtverband und Verhältnis der einzelnen Bezirksverbände untereinander. Erst an zweiter Stelle möchte ich die Jnnenarbeit skizzieren, die der Bezirksverband in den 1JA Jahren seines Bestehens geleistet hat. Wenn wir das erste Jahr unseres Bestehens überblicken, so kann uns ein Gefühl der Befriedigung nicht fernbleiben. In der kurzen Zeit haben wir versucht, das, was wir im Dezember 1910 vorfauden, weiter auszubauen. Wir sind bei unserer Arbeit ausgegangen von statistischen Unterlagen» die uns von den einzelnen Vereinen auf Grund unserer Rundfragen besorgt worden sind. Wir begannen unsere Tätigkeit mit einem Rundschreiben, das folgende Hanptgesichtspnnktc anführte: Welche Plätze sind noch ohne Jugendverein? Wo ist ein solcher noch zu gründen? Wieviele Juden wohnen am Orte? Will und kann Ihr Verein die Vorbereitungen zur. Neugründung übernehmen?" Dann haben wir bczügl. der Rednerliste eine Umfrage gehalten. „Welche Redner können zur Verfügung gestellt werden? Erscheint es zweckmäßig schon jetzt einen unserer Verbatidsführer dorthin zu senden?" usw. usw. Auf Grund dieses gesammelten Materials sind weitere Arbeiten erledigt worden. Im großen und ganzen haben uns die einzelnen Vereine gut mit Material unterstützt. Dann haben wir die N e u g r ü n d u n g e n in die Wege geleitet und zwar mit recht erfreulichen Resultaten. Beispielsweise nenne ich Kreuznach. Es war so richtig der Beweis, wie notwendig die jüdische Jugendbewegung im deutschen Vaterlande ist. In Kreuznach bestand seit 10—12 Jahren ein Litcraturvcrein für Erwachsene, für die Jugend war nichts geschehen. Als wir in Kreuznach anfragten, fanden wir überall offene Türen. Mit Unterstützung des Rabbiuates und des Vorstandes der Gemeinde gelang es. uns, eine vorzüglich besuchte Versammlung zu veranstalten, und heute hat sich in dem Kreuznacher Verein mit seiner sehr erheblichen, Mitgliederzahl (130) ein reges, arbeitsreiches Leben entfaltet. Ich möchte hier betonen, daß unsere Neugründungcn prinzipiell dahin gingen 1. die Gründung auf einer möglichst soliden Grundlage aufzubauen und 2. auf dem Boden st r e n g st e r Neutralität. Wenn wir nicht diese zwei Prinzipien beobachtet hätten, so hätten wir noch mehr Neugründungen haben können. Wer es kommt nicht darauf an, möglichst viele Jugendvereine zu gründen, die über Nacht wieder absterben, sondern darauf, daß die zu gründenden Vereine auch lebensfähig sind und auf die Dauer existieren können. Wir wollen alles vermeiden, was eine Neugründung zn einer tendenziösen machen könnte, und müssen darum doppelt vorsichtig arbeiten. Wir haben von mancher Gründung abgesehen, da wir nicht die Garantie,der Neutralität hatten. In zweiter Linie möchte ich die Gründung Wesel erwähnen, dessen Verein heute über 100 Mitglieder hat und ein außerordentlich gutes und schönes Programm entwickelt. Es nimmt air den, Bestrebungen unseres BezirksverbandeS lebhaften Anteil. Dann sind wir in die Eifel hineingegangeu. Mit Hilfe des Herrn Rechtsanwalts Mayer', Bonn, dem mein besonders herzlicher Dank für seine treue Mitarbeit gilt, haben wir Mayen gegründet, das heute leider noch nicht hier vertreten ist; es hat bereits 120 Mitglieder. Sie sehen an der Zahl der Mitglieder, daß alle diese Gründungen einem lebhaften Bedürfnis entgegen» gekommen sind. Gründungen an Plätzen, wo von vornherein nicht die nötigen Garantien für die Dauer gegeben wären, wie Andernach, haben wir nicht vorgenommen. Wir haben aufklnrende Reden über die.jüdische Jugendbewegung dort halten lassen, und wo man immer von solchen Plätzen aus mit Wünschen an uns herantrat, haben lvir es an energischer Unterstützung durch Rat und Tat nicht fehlen lassen. Mit Hilfe des Elberfelder Vereins, dem ich im Namen des Vorstandes hier nochmals besten Dank ausspreche, ist Solingen gegründet worden. Der Solinger Verein hat heute fast 100 Mitglieder, Sie sehen, auch Solingen ist eine Notwendigkeit gewesen. Eine der — 6 —

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