Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 3 (1912)
- Issue
- 1 (1.1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ferner wird Referendar Dr. Ist Kahn damit betraut, ein Arbeitsprogramm für die nächste Vorstandssitzung vorzubereiten und dabei die heute in der Debatte angegebenen Momente zu berücksichtigen. Er wird gebeten, das Arbeitsprogramm frühzeitig herzustellen, damit es den Vorstandsmitgliedern zur Prüfung und Stellungnahme unterbreitet werden kann. Hierauf erstattet Herr Schönenberg einen Kaffenbericht 1. vom Oktober 1910—l. Oktober 1911 und gibt einen Haushaltanfchlag für das Jahr 1911/12. Nach den ausführlichen und überaus exakten Darlegungen des Herrn Schönenberg sind die Kassenverhältnisse nicht besonders günstig. In der sich anschließenden Aussprache, an der sich die Herren Geh. Justizrat Timendorfer, R. - A. Lichtenberg, Brünn und Dr. Regensburger beteiligen, wird auch die Zeitungsfrage eingehend erörtert. Angesichts der Tatsache, daß unser Verband mit nur geringen Mitteln arbeite, und daß er Gefahr laufe, infolge des Geldmangels in seiner Arbeit gehemmt zu werden, wird vorgeschlagen, sich an prominente Persönlichkeiten zu wenden und sie um die Förderung der Zwecke des Verbandes durch Geldunterstützungen zu bitten. Herr Brünn regt an, den Vereinen dringend ans Herz zu legen, daß sie ihre sämtlichen Mitglieder veranlassen, die Zestung zu halten. Dadurch könnte die Auflage die Höhe von 10—12 000 Exemplaren erreichen; eine solche Auflage würde sich verhältnismäßig nicht allzu teuer stellen, hingegen aber für die Gewinnung von Inseraten von sehr großem Nutzen sein. Ist cs den Vereinen gelungen, für sämtliche Mitglieder das Abonnement zu beschließen, so könnte evtl, das Blatt zum niedrigen Preise von 5 Pfg. pro Nummer abgegeben werden. Es wird von den Herren R.-A. L i ch t e n b e r g und Dr. Regensburger hervorgehoben, daß zu anderen Anlässen wie Wahlkämpfen, für die Abgebrannten in Konstantinopel rc. große Summen Geldes zusammengebracht würden, während für eine so wichtige und ernste Sache wie die unsrige bisher sehr wenig Mittel geschaffen worden seien. Bis auf Herrn Brünn habe kein einziger größere Mittel zur Verfügung gestellt und dabei müßte doch die Judenheit bedenken, daß die Arbeit, die der Verband leiste, Zukunftsarbeit sei. Geh. Justizrat T i m e n d o r f e r verspricht, bei der Großloge für eine Erhöhung der Subvention einzutreten und schlägt vor, daß ein Konsortium von Notabeln sich zusammentue, um die Finanzen des Verbandes zu stärken. Ein Antrag R.-A. Lichtenberg: 1. Sämtliche Verbandsvereine sind zur Abnahme »er Verbandszeitung in Höhe ihrer dem Verband angemeldeten Mitgliederzahl verpflichtet; 2. Der Preis beträgt 5 Pfg. pro Nummer; 3. Es bleibt den Verbandsvereinen überlassen, diesen Betrag selbst oder iin Wege der Beitragserhöhung aufzubringen; 4. Der Vorstand wird für diesen Beschluß die Jdemnität der nächsten ordentlichen Delegiertenversammlung nachsuchen; ü. Der Beschluß tritt am I. April 1912 in Kraft — wird a b g c l e h n t. Dagegen wird nachstehender Antrag R.-A. W i l k - Thorn angenommen: Der Vorstand des Verbandes ersucht die Vorstände der Verbandsvcreine dringend, dahin zu wirken, daß die V e r b a n d s z e i t u n g von jede mVer ei nsmitgliede gehaltenwerden muß, evtl, soll dieses durch eine Generalversammlung der einzelnen Vereine fe st gelegt werden. Herr Dr. Apfel stellt den Antrag, eine Kommission zu wählen, die folgende Befugnisse hat: I. 1. Sie soll, wenn sie es für richtig erachtet, an die -Gemeinden zwecks Beiträge herantreten; 2. sie soll, wenn sie es für richtig erachtet, an die subventionierenden Organisationen um Erh öhung der Beihilfen herantreten; 3. sie soll andere Organisationen um Beitragsleistung angehen; 4. Aufrufe in den jüdischen Zeitungen zu erlassen. II. Auch soll die Kommission befugt sein, über Erhöhung von Gehältern, über Bureauverhältniffe rr. eigenmächtig zu beschließen. Dieser Antrag wird angenommen; als Mitglieder der Kommission werden gewählt die Herren: der Verbandsvorsitzende Dr. Apfel, Dr. Simon, Schönenberg bezw. Abrahamfobn. Der nächste Punkt betrifft die Frage der M ä d ch e n - organisation. Dr. Apfel bemerkt hierzu: Wir sind gezwungen, diese Organisation der Mädchenvereine zu beschleunigen, da sich bereits verschiedene Vereine wegen Aufnahme in unseren Verband an uns gewandt haben. Den Mädchenvereinen müssen bestimmte Arbeitsprogramme gegeben werden, und das kann nur auf breiter Grundlage geschehen. Ich bitte daher, Frl Cora Berliner als Dezernentin zu bestellen und ihr eine Sekretärin zur Seite zu geben, damit sie mit den Vorarbeiten bald beginnen kann. Frl. Cora Berliner: Es kommt in der Hauptsache darauf an, daß Sie sich prinzipiell darüber klar sind, ob Sie die Organisation der weiblichen Jugend in die Hand nehmen wollen. Diese Frage bietet ungeheuer viel Schwierigkeiten. Ich habe als Vereinsleiterin und als Vereinsmitglied verschiedene Erfahrungen gemacht. — Das von mir in Bremen gehaltene Referat über die Organisation der weiblichen Jugend dürste in einer der nächsten Nummern der „Mitteilungen" erscheinen, anßcrdem wird ein Auszug meines Referates in dem Bericht über die Tagung des Nordwestdeutschen Bezirksverbandes veröffentlicht werden, so daß es sich erübrigt, dasselbe hier nochmals vorzntragen. Zum Zwecke der Mädchenorganisation wird ein vorläufiger Kredit von 300 M. bewilligt. Es findet dann eine Aussprache über neugegründete Vereine und deren Aufnahme statt, und es wird, in Gemäßheit einer bereits früher gefaßten Entschließung, folgender Beschluß gefaßt: A u s n a h m s w e i s e können Vereine auf Vorschlag der Statutenk o m m i s s i o n auch auf dem Z i r k u l a rw eg e a u f g c n o m m e n werden, d a ni i t die aufzun e h m e n d e n V e r e i n e nicht bis zur n ä ch st e n V orstan ds s itzu n g zu warten brauchen. W e n n aber gegen die Aufnahme von einer Seite Bedenken geltend gemacht werden, kann diese nur in einer Vorstandssitzung erfolgen. Vereine, welche vonBezirksver bänden gegründet und zur A u f n a h m e präsentiert werden, können ohne weiteres auf dem Zirkularwege ausgenommen werden. Jeder Verein hat seine Satzungen möglichst in 9 Exemplaren einzusenden, damit alle Vorstandsmitglieder dieselben prüfen können. Ferner wird beschlossen, daß der Verbandsvorsitzende zum Zwecke der Propaganda die Städte Königsberg und Posen besuchen soll, wobei ihm Rechtsanwalt Wilk-Thorn assistieren wird. Dem Verein in Lörrach, der am 31.12.1911 und 1. 1. 1912 sein zehnjähriges Stiftungsfest, verbunden mit einer Bezirkstagung zwecks Begründung eines süd-