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Der Jugendbund · 1932-02-01 · 1 (2.1932) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
18 (1932)
Issue
1 (2.1932)
Date
1932-02-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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die der Mut der Junge« auf die Probe gestellt wird. Mut ist eine Eigenschaft, die zu erlernen ist, oder anders gesagt: Feigheit kann überwunden werden. Baumklettern, Ueberspringea von Gräben u. ä. sind hier die geeigneten Mittel. Voraussetzung des Gelingens der Wölflingsarbeit ist — nnd o.is m-uB begriffen werden —, daß wir Führer erziehen, die fähig sind, den schwierigen Aufgaben, die die Führung von Wölflingen an den Führer stellt, gerecht zu werden, die also vor allem fähig sind, sich in die Gedanken- und Vorstellungswelt der Wölflinge einzuleben, Führer, die es verstehen, auf. die Freuden und Sorgen dieser Jungen einzugehen. Hardi Swarsensky. Aelterenarbeit In icdcm Erziehungsbunde nimmt die Frage der Aelterenarbeit einen breiten Rahmen ein. Nichts ist natürlicher, denn wenn man in Jüngerengruppen von bewußter Erziehung zu einem ZjJTe sprechen kann, so tritt in der Aelterenschaft eines Bundes die Verwirklichung dieses Zieles in den Vordergrund. Aber nicht nur das rein erzieherische Moment gewinnt einen gänzlich anderen Charakter," noch entscheidender wirkt sich die Tatsache aus. daß der Acltere seinen Lebenskreis nicht mehr allein im Bunde sieht, daß seine Wertungen über den bündischen Maßstab hinauswachsen, daß er mit nichtbündischen Elementen in Berührung kommt, Elementen, die ihn in seiner ganzen menschlichen und sachlichen Situation stärker beeindrucken, als es der Bund jugendlicher Menschen tun kann. Ihm bleibt nur die gemeinsame bündische Vergangenheit, ihm bleibt die gemeinsame Zielvorstellung, aber der Weg zur Verwirklichung dieser Zielvorstellung wird aufs stärkste beeinflußt von der Persönlichkeitsentwicklung, vom speziellen Können und den speziellen Fähigkeiten, vom Beruf und dem durch den Beruf geschaffenen Wirkungskreis. Die Aelterenfrage in unserem Bunde läßt sich nicht unter nurbündischen Gesichtspunkten sehen, wenn man Bund und Erziehuhgsbund gleichsetzt. Nur wenn man klar erkennt, daß die Aufgabe unseres Bundes sich nicht im erzieherischen Moment im Jüngerenbunde erschöpft, sondern daß sie sich fortsetzt in der Forderung an unsere Aelteren, ideale Vorstellungen zu verwirklichen, daß überhaupt erst der Wert der bündischen Erz-iehung sich in der nachbündischen Tätigkeit erweisen kann, wird man den Weg zur praktischen Aelterenaroeit finden. Auch dieser Weg führt stufenweise weiter. Wir haben Aeltere im Bunde, die noch entscheidend an sich selber, an ihrer, Fortbildung zu arbeiten haben, wir haben Aeltere, die sich in der führerischen oder organisatorischen Tätigkeit innerhalb des Bundes auswirken können, andere Aeltere werden ihr Können und ihre Fähigkeiten zwar für den Bund, aber schon außerhalb des bi. idischen Kreises einsetzen, und die letzte Stufe umfaßt jene Aelteren, die, getragen von dem gemeinsamen Wollen mit dem Bund, innerhalb der jüdischen Gesellschaft unsere Forderungen zu verwirklichen suchen. Aber alle diese Aelteren gehören zu uns, wenn sie auf Grund der im Bunde gewonnenen Hallung im Sinne des Bundes wirken. Mit zwei Fragen haben wir uns zu beschäftigen, mit der Arbeit unserer Aelteren und der Form der Gestaltung ihrer Arbeit, insbesondere um den Konnex mit dem Bunde, der stets von neuem heranwachsenden Generation, zu halten. Von der Form möchte ich als erstes sprechen, einmal, wtil sie sekundärer Natur und daher schneller zu behandeln ist, dann aber, weil sie in rr.it.ehern wenigstens doch Izu einem bestimmten arbeitsmäßigen Ausdruck führen kann. El ist selbstverständlich, daß neben einzelnen Aelteren dem Hunde auch ausgesprochene Aelterengruppen angehören werden, einmal im Rahmen größerer Ortsgruppen, wo sie nicht n ir die Nichtführer, sondern auch die aktiv Führenden umfassen müssen, dann aber auch in Orten, wo sie einzige Gruppen des Bundes sind. Schon der Arbeit der nächsten WooJien w,rd es vorbehalten bleiben, den organisatorischen nahmen für diese Aelteren zu schaffen. Dagegen möchte ich ni ch aufs entschiedenste gegen die Vorstellung wenden, daß w.r eine i besonderen Aelterc-bund brauchen. Alle Erfahrungen haben 0 ze \ daß dieser Weg nicht gangbar ist, aber er ist bestimmt nirht gangbar für uns. Denn er würde zu einer erneuten ^bfcapsefShg führen und unserer Aufgabe, des Einll:in■*cn« in jüdische Gesellschaft und ihrer Umgestaltung, nicht gerech! v:r*f"» ■ £ Wir können vier Stufen unserer Aelterenarbeit feststellen, Die erste Stufe umfaßt die Aelteren, bei denen das Hauptgewicht der Arbeit noch in der Ausbildung liegt. Es sind die Gruppen, die noch hundertprozentig dem Bunde eingeordnet sind und sich seinen Formen anpassen. Nicht mehr, weil diese Formen Erziehungszweck für die Aelteren sind, sondern weil sie eben nicht mehr von so ausschlaggebender Bedeutung sind, als daß man sie aus prinzipiellen Gründen ablehnen und damit, rein äußerlich, eine Kluft zum Bunde schaffen sollte. Die zweite Stufe umfaßt den Kreis der jungen Führer und der sich auf die Führung oder auf die Uebernahme einer innerbündischen Arbeit vorbereitenden. Für diese gilt ebenfalls das oben Gesagte. Auch für uns muß der Bund noch die gesamten Direktiven der Arbeit geben. Hier liegt ja eine der wichtigsten Aufgaben jeder Bundesleitung, weil aus diesen beiden Stufen sich stets die nächste Führergeneration entwickeln wird. Die dritte Stufe umfaßt die Aelteren, die zwar noch als Einzelne oder in ihren Gruppen ganz im Bundesleben stehen, denen aber auf Grund ihrer speziellen Fähigkeiten außerbündische Arbeiten zugewiesen werden können. Auch für sie sind noch die Direktiven, die ihnen der Bund gibt, maßgebend, Sie sind die Uebcrgangsgeneration zum außerbündisch jüdischen Leben und ihnen fällt damit eine der verantwortlichsten Bundesaufgaben und gleichzeitig allgemeinjüdischen Aufgaben zu. Und in der vierten- Stufe haben wir dann die Aelteren, die eben nur noch von der gleichen Zielvorstellung beseelt, bündisch gesehen bereits auf Außenposten stehen, in den Verbandsvereinen oder in den Gemeinden. Sie können mit Bern Bunde nur noch in gedanklicher Fühlung stehen, ihre persönliche Entscheidung ist aber gefallen, sie haben den- Beweis des Wertes der bündischen Erziehung zu liefern, indem sie den jüdischen Gemeinschaftsgedanken über alles stellen und ihre ganze Kraft für diese Gemeinschaft einsetzen. Versuchen wir einmal, in kurzen Zügen den Aufgabenkreis der einzelnen Stufen zu umreißen. Wir haben einmal unsere Aelterengruppen, die den in Stufe 1 genannten entsprechen. Diese Gruppen werden aus der bündischen Form heraus zu eigenen Formen kommen müssen. Formen, die sich stärker ihren Notwendigkeiten anpassen. Es wird ganz auf die zur Gruppe Gehörigen ankommen, ob der Rahmen der Zusammenarbeit enger oder loser ist, ob er sich über die praktische Arbeit heraus wieder zum menschlich stark gebundenen Kreis gestaltet. Die Bildungsarbeit steht" im Mittelpunkt der Tätigkeit dieser Gruppen, in gleichem Maße aber auch die Fragen über die menschliche und jüdische Haltung. Die Arbeit der Gruppe ist aber nur noch Rahmenarbeit, der einzelne muß sehr viel für sich selbst tun. Man kann in dieser Gruppe über Bücher sprechen, wenn die einzelnen sie gelesen haben. Man kann gemeinsam ins Theater gehen, kann Vorträge besuchen und an Kursen teilnehmen. Da nicht mehr pädagogische Rücksichten genommen werden müssen, da man bei diesen Aelteren schon damit rechnen kann, daß eigene Erkenntnis sie zur Notwendigkeit der Arbeit führt, kann jeder Umweg vermieden und alle Kraft zur Erlangung von Wissen und Fähigkeilen angewandt werden. An Stelle spielerischer Beschäftigung tritt Planarbeit. Die Gruppe steckt sich ihr Ziel ab, macht für Wochen oder Monate einen genauen Arbeitsplan, der erreicht werden muß. Das Arbeitsgebiet ist so umfassend und so vom tatsächlichen Wissen und Können der Aelteren abhängig, daß sich genaue.

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