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Der Jugendbund · 1931-09-01 · 5 (9.1931) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
17 (1931)
Issue
5 (9.1931)
Date
1931-09-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Bund, nicht Verband Zu Hans Frredbergs Artikel. Hans Friikdbergs Artikel bleibt zum grüßten Teil im Oberflächlichen haften, Seine Kritik an der Verband-idee werden alle die bejahen, die aus dem Verband nehr als eine Dachorganisation indifferenter jüdischer Jugend machen wollen. Auch wir wünschen eine tiefgehende Erfassung des Jüdi.-c lwn Menfi heu Im Bund und .-eine Verankerung in den Formen des Bunde*. Aber hierzu gehört der Wille zu einer xorm-chaffenden. von dem Wunsch, Gemeinschaft zu werden, beseelten jüdischen Tat. ■ Hans gibt einen großen Orgauisationsplan des neuen Bund) - (Aelterenbonde. Jüngerenbuude usw.), beschreiht aber nielrt'"ausfiihrlich, welche Veränderungen im Verhältnis der einzi Inen M i sehen zueinander eintreten sollen. Bis heute begnügte, -man sieh im Verband mit der Schaffung einer zu nichts verpflichtenden ge-amtjüjlischen Grundhaltung, ohne dabei den Menschen in allen seinen Lebensbezirken erfassen zu nullen. l'eheraH finden sich zwar ungewollte Ansätze, ■-.Üntihir zu errviehen, als <üe gesamöüdische Grundhaltung (München V.<"n>: Wie kann Gemeinschaft werden. Soziale Nothiife. die sozialistische Zeitung, genannt ...Jugendhtmd"). Aber «ter gante Verband hat nicht das Bestreben, zum Bund zu werden. I Vi den J. ingirruppon wird ein graßer Teil der Erziehung auf die Heranbildung zur Gemeinschaft verwandt. In den Jugendverein» n meint man mit, unpersönlichen Heimabenden, Vortragen und Teekränzchen genug getan zu hüben. Man kümmert sicli, nicht um die Sorgen des „lieben Verbandsfn uudes". sondern lebt aneinander vorbei. In den Jungpnifpen trägt man gleiche Kluft, singt gemeinsam, schart s> Ii,um das icmciilsame Zeichen, die Menorah, zu Spiel und 1;. r. Was entspricht dem bei den . Jügendvereinen. Dio Formen der Junggruppe sind zwar für Jüngere. Trotzdem \.tl;.'rt ihr Wesen picht an Bedeutung für uns. und wir müssen versuchen. Gleichwertiges zu schaffen. Ihr Wesen i-:. Leijbendigularhung dos in den Gruppen steckenden Gcmetn- Sckäftavi Ileus! der jain kümmerlichen Ansätzen auch im Jugendverein vorhanden ist. Kgilt nun, wenn man Ernst Bachen will mit der Hunihveidung im Verband, Wege zu suchen, um dem Gemeinschaft-willen freie Entfaltungsmöglichkeit zu bieten. Endgültige Wegweiser können wir nicht aufstellen. Wenn einmal die Menseben mit ernstem Willen und voller \'erantwortlichkrit der Gemeinschaft gegenüber an irgendeiner Veranstaltung des Verbandes teilnehmen, bekommt diese ein anderes Gepräge. Eine Freitagabendfeier mit Menschen, die eine Stunde der Feier und Sammlung wiin-eheii. wird anders aussehen, al* eine solche mit Menschen, die. mal i im n Abend bei Tee und Gebäck gemütlich verbringen wollen. AI-- Sj-jnboISsierung des neuen Geistes der Jugend un<r «b- Verbandes könnte man dio Veranstaltungen straffer organisieren. Man könnte mit einem gemeinsamen Lied oder i i ii. ai SpreehcKar den Beginn und Schluß des Heimabends beton« ii und zugleich der Gemeinsamkeit Aufdruck verleihen. Man könnte technische Dinge scharf von Diskussionen und bei Feiern das Ernste vom Lustigen trennen. Ueberflüssige Begrüßungsreden müßten wegfallen, damit niemand den Eindruck bekommt, der Verein wäre dankbar für den Besuch seiner Mitglieder. Man achte auf Pünktlichkeit Aeußerlich würde sich vielleicht dio Lni-tellung von der Oberfläeheuarbeit auf persönliche Art der Arbeit kennzeichnen durch Verkleinerung und Gruppierung der Heimabendbesueliorzuhl, durch Schaffung von Aussprachemöglichkeiten im kleinsten Kreift. Die Vtrband.-frc-undc müßten wirkliche Verbindung Mit dem besprocheneu Stoff haben. Man würde sich gegenseitig kontrollieren, ob man die besprochenen Fragen gründlich durchgearbeitet hat. Man würde sich im ganzen Reich duz >a als Zeichen der Verbundenheit. Dies alles sind Kleinigkeiten, die aber alle etwas betonen könnten: l'nbedingter Wille, die Gestaltung unseres Lebens selbstbi'wnl: und tatkräftig in die Hand zu nehmen und ..... endlich zum Jund zu werden. Kurt Mayer, Düsseldorf. Gerd Weyl, Gelsenkirchen. Und dennoch — Neutralität! Die Ii!/••• Nummer des „Jugciidbund" brachte einen onbvcBngl beachtenswerten Artiki«T 'von Max Scliwoisliefmer, Chemnitz, der mit seinen" Ausführungen dir (irundfesten posercs V. iIi.iikI. - absägen und auf den Füigmenti-n des Fundamenteinen Neubau errichten will., für. den die Not die Plane entworfen hat. Es ist ja ar......I für -i<-li kein ■fettes Thema mehr im Verband, über die Neutralität herzuzi. hen. .....I. in überall, wo ältere — ich b. i.uu': ältere — \ i ili.itnl-ha-.-n zusamniensitzei). wird di- Neutralität als Gr und übel un-V res Verbandes, als llemin-. hob unserer Ar>>cit hinge-t. Ilt. V|« Ileicht i-t es daher einmal angebracht, in der gtÜtWDg; die ja unser Au—praehcorgatl sein -oll. die-.-- Thema rfsgiobig zu behandeln. . . Zunacli-t,. will ich fe-l-telleii. daß -sich bi-ber ni. inand der Mo he unterzogen hat. zu unter-in lien. i/b Neutralität nicht au.h etwa- Positives in »ich birgt l.- gilt alselbstverständlich, unter neutral — nachhinken zu verstehen. |>aiin allerdings wenn Neutralität nur gleichbedeutend i-t mit Außerhalb-der Saclie-sti-hen, dann ist es höchste Zi it. daß wir dieses Wort, diesen Begriff fallen lassen. Denn .lugeiitl will voran, will nicht abwarten, bidie Situation soweit geklärt i-t. daß der Weg deutlich und unverkennbar vor ihr liegt,. Jugend hat ein Recht da t auf, sich in die er-te Leihe der Kämpfenden zu -teilen, und ein Verband, dessen Aufgabe darin besteht, Si Ii nicht in den Kampf einzula.—en, i-t eine Vereinigung Ton Spießern. ni< bt der Jugend. I-t nun die Arbeit in unseren Verb.iiid-vereinen s,> ry.. •I ' .Iii; diese Art der .Neutralität sichtbar wird? In der Praxi? bat wohl noch kein Verein ein Thema nicht behandelt, Weil mau einen Verstoß gegen die Neutralität befürchtete. Außerdem möchte ich behaupten, daß fast jeder Bund — mag er .-ich auch noch so sehr bemühen, objektiv zu sein — nach de -, r oder jener Richtung hin eingestellt i-f Da wir all t nur Menschen, junge Menschen sind, die .unbewußt beeinflußt «ind ond weiter beeinflussen, Ist diese Tafsache wohl zu ents, liiil<figen. f„ einem Vorein gibt den 'Führer, im anderen die soziale Struktur der \u.-schlag. Nur ganz wenige Bünde Sind neutral, ohne indiffeirnt zu sein. '•< Al-o können wir die Neutralität als Hindernis bei der Arbeit nicht anerkennen und kommen nun zum zweiten Punkt, ob n.iuilieh unser Tendenz-Paragraph geeignet ist. die Jugend /u begeistern. Hier müssen wir zunächst feststellen, daß keiu Paragraph in der Lage i-t, die Jugend mitzureißen, -oudorn lediglich die Auslegung ist der nervus rerum. Also da.-, was wir in unsere Tendenz hineinlegen, kam der Ansporn für dio Jagend weiden. Entflechten möchte ich noch, daß unter unseren Mitgliedern nur ein »erscb Windend kleiner Teil den Tendenz-Paragraphen überhaupt kennt, der grüßen Masse ist . r gleichgültig, ja .-ogar unwesentlich. Für den größten Teil unserer Mitglieder hat der Verband eine Aufgabe zu erfüllen, die mit der Neutralität gar nichts zu tun hat. Ich gebe unumwunden zu, daß unser Ziel, wie wir es bi-ber hingestellt haben, keine Begei.-terung bei jungen Menseben hervorrufen kann. Aber der Fehler liegt nicht in der Tendenz, sondern in der kleinlichen Auslegung. Wir haben bisher nur die Nebenseiten der Neutralität erkannt, picht den llaupt/.ug. der wie kein zweiter geschaffen i-t. die Jugend in unser Lager.-zu treiben. Sehen wir uns doch un-erec Tendenz Paragraphen einmal ganz an! Dort steht ein Wort, das wir in unseren Disku — ionen immer über-ehon. von dem niemals die Hede i.st. Ks lautet: erzieht. Wir müssen uns darüber kl ir sein, <lal> wir kein Partei-Verein sind, der bereits erzog.'i.e-M.-tischen hat. sondern ein Jugend-Verein, d. Ii wir nahen die Verantwortung für die jungen Men-eben. die zu uns kommen, Weira'wir von der Sehnte sprechen, können wir picht genügend harte Worte finden, um die Pädagogen zu geißeln, dii ihre Schiller nach der einen oder linderen Richtung hin verhetzen. Wir gelbst aber sollen Beeinflussung treiben, iin-ore Menschen nach der Seite hin erziehen, die unsera Führer und vielleicht a'ueh wir gelbst als richtig erkannt bähen?! Nein, damit graben wir uns -r-ll>-t das Grab! Hann sind wir genau so vjel und BD wenig wie alle Verbände, die

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