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Der Jugendbund · 1931-07-01 · 4 (7.1931) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
17 (1931)
Issue
4 (7.1931)
Date
1931-07-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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außerordentlich gering sei. so übersieht er hierbei folgendes: Die Jewish Aejency besteht annähern«! zwei Jahre und hat während dieser Zeit viel Arbeit geleistet, sie hiitte mehr leisten können and müssen. Wenn sie es nicht tun konnte, -i> liegt es vor allem daran, daß ihr die nötigen Menschen reldten. Sie verfügt über keine Akt ionsbasis in Form eines ausgebauten Vertranenrfmittnersy Stent* iwler einer durch» gebildeten Organisation — ihr gehen alKr Mitlei ab. die Massen -y-toniatisch zu erfassen. Unter diesem Gesichtspunkt ge- -i lieii. ist es vnin Verband eine nicht zu unterschätzende Tat gewesen, daß er seine Organisation und seine Meuschen, die ich durch die Arbeit Uio-en ganzen fragen näherbringen hissen, zur Verfügung gestellt hat. Wir haben alles getan, ileti iihcrparicilichcii Palästiuaaufbau zu unterstützen, versagt bat hier die Agency, die unsnicht durch Programm und Methode in unserem Bemühen unterstützen konnte. Möge die neue Pnigratniiikonimissioic bald Abhilfe schaffen. Hecht hat Friedberg, «renn er sagt. Abwehrarbeit gehört nicht in das l'rngrauiiu eines Jugendvcrbnmics. Aber auch hier,weiß jeder. daf> dieser Progranunteil diktiert wurde aus ■der Situation des Augenblick- und ihm keine aufbauende Bedeutung in der Fortentwicklung des Verbandes beizumessen i-t. Aber da indische Jugendarbeit immer von den Gegebenheiten der Situation ausgehen muß. i-t auch dieser Stoff gerechtfertigt, -elb-t wenn er in seinen Befolgen nicht so positiv sein kann, wie ein anderer. — im folgenden setzt -ich dann Hans Friedberg mit der hie,- des Verbandes auseinander und lauft Sturm gegen den Begriff der Neutralität. Dieses ominöse Wort wird dem Verbind immer zum Verhängnis gereichen, weil es meistens falsch verstanden wird und deshalb überall Verwirrung anrii biet. Neutralität i-t kein feiges Ausweichen, sondern etwas durchaus positives. Man kann es am besten erklären, wenn nun an -eine Stelle ..gesamtjudisch" setzt, aber auch di.-.-r Ih'grrf i-t von Friedberg nicht in seiner ganzen Bedeutung erlaßt worden, ich möchte fa-t sagen, überhaupt ii' iii erkannt worden. Kr weist sehr genau nach, daß die Judenheil nicht etwa nur als eine Religionsgemeinschaft anZll- -|ne, heu ist. sondern, daß mit ihr der Begriff des Volkstums unlösbar verquick! ist. Diese Anschauung, die heute auch schon in nichtzionistischen Kreisen sich durchzusetzen beginnt, steht aber in keinem Gegensatz zu dor von uns gci.ii b rien gesamtjudischen Haltung und Erziehung zum Volkiji-w ußt-ein. i-t kein Widerspruch zu unserer Erziehung zum gi's.iuttjfidischen Typ. Gesamtjudentum ist uns nicht nur Ausgangspunkt rür eine Arbeit, heißt für uns nicht nur Krfa.sitng aller Menschen, gleich welcher Anschauung und Ein- -lelluiig. bei6) nicht nur diese Menschen vertraut machen mit allen Erscheinungsformen jüdischen Lebens der Vergangenheit und Gegenwart-in objektiver Weis«« sondern i-t gleichzeitig auch Erziehungsziel. Die jungen Menschen, die -ich zu-üiuinengetundeu haben in dem Gedanken, alle jüdische Arbeil zu leisten., um «las Judentum möglichst in -einer Gesamtheit kennen'zu lernen, ttin das nicht von «1er Warte einer bestimmten Parteieinstellung aus. Sie werden, wenn -ie von 'h in Rhythmus dieses (iedankens und dieser Arbeil erfaßt werden, gegenüber «Ien amleren etwa» Zusützli aufweisen, eben das Gesamt jüdische, das sie immer über Trennende hinweg zunächst «las Einende erk<>nnen lassen wird Sie werden sich finden uml ausgehen von den Fragestellun. -n, die alle Juden bi-si bäftigen. Wenn so die Erziehung , .,i gi'samtjüdiscben Typ richtig aufgefaßt wird, scheint sie r in einem gewissen Siniie weitergehender zu sein, als Halene zum Volkstum, weil sie eben «las Trennemle zunii i aufhebt und das Einende in den Vordergruiul zieht, sie . aus von dem Einenden uimI könnet dann zum Trennen Wenn wir aber Friedberg folgen würden, so gingen wie von einem, wenigstens beute noch. Trennenden, würden Zv. wissen, «laß es Gemeinsames gibt, aber «lieses Wissen w nicht stark genug uns zu einen. — Pas außerordentlich genau und sorgfältig durcliil.e .\ i lieitsprogramm ist ideal gut. bat ab»T etilen großen Fehl Es stellt Voraussetzungen und Anforderungen an den jUnp u Menschen, «lie er heute nie erfüllen kann. Wir müssen innn r wieder bedenken, dal die Zeil verhält pisse nie an zermürb. | waren, «laß wir in unserer sogenannten Freizeit tatsüchl schon abgespannt und enerviert sind uml «Iii- \ eranstaltuii'.'. n des Jugendvcreiiis. stets gewisse Anforderungen sind, w.;i man mitarbeiten w ill, nicht, wenn man mit — <lös«'n will. ( I n allen Mißverständnissen vorzubeugen: Ich will keiner 1-•. i|ii. inliehkeit «las Wort reden oder etwa den Standpunkt v. ■ treten, das gegenwärtige Arbeitsprogramm sei zu anstrenget i. es i-t bestimmt durchführbar, zumal, wenn man sich Unsc Situation vor Augen führt. Ich will lediglich zum Ausdru . bringen, «laß die Forderungen Friedberjgs wohl für eine normale Zeit diskutabel seien, beute aber noch undurführbar sind.) — Wenn der Verband «liese Forderungen iu sein Programm erheben und selbst, wenn er «las geforderte Au.-le-eprinzip durchfuhren würde, wimle er zu einer gew . I guten, aber sehr schwachen und aller Stoßkraft baren (irup: zii-ainineiischrumpfeii. die für <lie nächste Zeit bestimmt n'n I die Kraft aufbringen würde, ihr Ziel auch nur in etwa zu i <■- reichen. Sie würde einige tüchtige Menschen haben, die sich aber auch ohne diesen Bund mit ihrer ganzen Intensität dem jüdischen Aufbau zur Verfügung gestellt hätten, und die• Masse würde weiter zurücksinken. — Trotzdem kann ich nur jedem Vereinsf Uhrcr empfehlen, die Vorschläge aufmerksam zu'studieren, enthalten sie «loch bestimmt eine Fülle von All regangen. Sehr rec ht hat Friedberg, w:enn er sagt, «laß «1er Sozi i IIsmus nicht nur «lie W irtschaftsform «ler Zukunft sein Wird, sondern auch ein mensebbeitlicbes Problem darstellt, daa. in den Brennpunkt unseres Lebens genickt i-t. Und nicht erst dU' Delegiertentagung 1932 wird sich mit unserer Anteilpahn au dieser Frage zu beschäftigen haben, sondern bereits d künftige Winterarbeit muß in ihren Mittelpunkt geste' -eben den Fragenkomplex: ..Wir' jungen Juden in den Strömlingen unserer Zeit." Alles andere ist unmöglich. <11 unsere Menschen sich nur noch ganz von «lieser Seite her anfa.-.-en und halten lassen. Wir wünlen anderenfalls in tuy stärkerem Maße die Bindung mit unseren wertvollere:, Menschen verlieren und violleicht sogar die Existenz «les Y. bandes gefährden. Artur Hermann-. Der Wegaus der Krise — Jugend und Sozialismus I>ie Grundlage unserer Arbeit bildet seit Bestehen des Verbandes* die Neutralität als eine Art rocherde bronce: wir haben zwar verbucht, diese Idee im Laufe der Zeit zu modifiziert*«. gewissermaßen hierzu Auafiihrungsbcstimmungen zu erla--eu. indem wir etwa von „gesaintjüdi-cher" Haltung sprachen uml damit versuchten, Raum für moderne jiidi-che Ideen, wie Palästinaaurbau uml Anteilnahme am Gemeindeleben zu' schaffen, aber die Neutralität blieb biziim heutigen Tage unberührt. ,liier liegt «lie Wurzel allen I'ebels. «las in so reichlichem Mbfte vorhanden ist. I »ie meisten Mitglieder des Verbandes erlassen die Neutralitätsidee in ihrem wahren Sinne überhaupt nicht, oder wenn irgendwie, dann jeder in einer ander. Weise Bei einer Bewegung mit einer ausgeprägt klar Idee — t. B. Zionismus. Sozialismus — stoßen Menschen, il vui der als gut und richtig erkannten Idee begeistert u iiigezogen werden KU der Organisation, tun der I«lee dienen; bei uns hingegen erwuchs stets die Notwendigk den Verbandsmitgliedern Kommentare über den eigentHel Sinn der Neutralitätsidee auf'den Weg mitzugeben, we-: auch iu unseren Keihen die Diskussion hierüber einen Imrii viel zu breiten Baum beanspruchen mußte. Wir müssen immer mehr erkennen, «laß grade «lies! halten au der Neutralität es ist. was wie eine eiserne Kei

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