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Der Jugendbund · 1931-07-01 · 4 (7.1931) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
17 (1931)
Issue
4 (7.1931)
Date
1931-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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V Den r -r—T ,HJG€lMfiBUINP fniTTfe't-U"6€n t>€S V€PBQnPfeS D€P jüDiscHen juGenDveeeine peurscHiftnos 17. Jahrgang Düsseldorf. Juli 1931 Nummer 4 ZU DIESER NUMMER Wenn, die lauge Pause vor dem Erscheinen der letzten .•.Ummer des „Jugendbund" ein Gutes bewirkt bat, so ist es «laß das Interesse der Verbandsmitglieder an ihrem; >rgan wieder erwacht ist. Es bedurfte anscheinend eines mt'hrmonatlichen Nichterscheinens unserer Zeitschrift, um unseren Freunden zu zeigen, daß wir eine Zeitung haben, die i h r Organ ist So dürfen wir mit Freude feststellen, daß die vorliegende Nummer wirklich ein Sprachrohr des Verbandslebens ist, und daB die in der Juninummer in reichem Maße aufgeworfenen Probleme des Verbandsgeschehens von vielen Freunden aufgriffen worden sind. , Zugleich glauben wir, feststellen zu können, daß aus der -< haftigung mit diesen Problemen sich auf naturliche Art und AVeise diejenigen Fragen herausschälen, welche von der Yerbandsleitung in den Mittelpunkt der kommenden Winterarbeit gestellt werden sollten. Die In dieser Nummer veröffentlichten Artikel sind daher durchaus als Vorarbeiten für diese Winterarbeit zu werten. Sie bedeuten nichts Endgültiges, sondern eröffnen die Aussprache Uber Gedankengänge, die im Mittelpunkt der Arbeit »Her unserer Bünde und jeden aktiven Verbandsmitgliedes stehen werden. Die Not der letzten Monate ist am Verband und seinen Bünden nicht vorübergegangen, der Auf lockerungsprozeß, der die bestehende Gesellschaft in allen ihren Erscheinungsformen ergriffen hat, macht jror der deutschen Judenheit nicht Halt. Die jüdische Jugend, und insbesondere unser Verband, hat sehr spät auf das Geschehen in ihrer Zeit reagiert. Wir glauben nicht, daß es zu spät geworden ist. Die Fragen, die mehr und mehr in unseren Bünden und in der Verbandszeitschrift besprochen werden, konzentrieren sich um den einen Pol: Jüdische Jugend im Kampf um die Fragen d e r Z e i t. Die Klärung der in dieser Formulierung eingeschlossenen Fragen unseres Eigenlebens und gemeinschaftlichen Wirkens i6t die Voraussetzung für die, Entscheidung über diejenigen Forderungen, welche eine Einordnung der gesamten jüdischen Jugend in neue Fronten und zu neuen Zielen verlangen. Von der Mitarbeit eines jeden Freundes in den Heimabenden und Arbeitsgemeinschaften der Bünde, auf den bevorstehenden Tagungen der Landesverbände und an dem Aufbau unserer Zeitung hängt der dringend notwendige Fortschritt unserer Arbeit innerhalb der oben gezeichneten Richtlinien ab. H e r b e r I F e 1 s e n t Ii a 1. \ •<>i Weg und Ziel Eine Auseinandersetzung mit dem Artikel von Hans Friedberg, Karlsruhe, in der letzten Nummer des Jugendbundes. In der letzten Nummer des Jugendbundes veröffentlichte Friedberg, Karlsruhe, einen Artikel, der größte Beachtung in allen Verbandskreisen verdient. Es ist hier eines der « nigen Male, wo ein Verbandsfreund sich der Mühe unter- >i< ht, ein umfassendes Arbeitsprogramm auszuarbeiten, das mf einer wohldurchdachten Basis aufbaut Eine um so L ichtenswertere Tatsache, als der Verfasser sich sagen muß, unser jetziger Verband die Vorschläge niemals akzepn wird und kann, da er dann aufhören würde, ein Veri jüdischer Jugend zu sein, in dem alle Raum haben, son- «■in Bund einiger weniger Auserlesener würde. — ' >ie Entwicklung der Verbandsarbeit Im vergangenen rhalbjahr hat bereits einen Teil der Ausführungen Hans '»ergs in der Oktobenrummer des Jugendbundes wider- — Die Vereine, die den Versuch unternommen haben, ■rnstlich mit dem im Programm genannten Thema der so. ,len Hilfe auseinanderzusetzen, haben sehr bald erkannt, dal es nicht so sehr Aufgabe junger Menschen ist, ihnen idi Kite Formen sozialer Hilfe zu finden und auszuarbeiten, dal hr Beitrag zur Lösung dieser Fragen nicht darin besteht, Gr, ien und Schwachen vorzulesen, Krankenhäuser zu beii oder stellenlosen Freunden kostenlos Briefpapier und Federn für Bewerbungen zur Verfügung zu stellen, sie haben erkannt, daß all das nur kleine Pflaster auf;uifhreclicn<li'n Wunden eines siechen Körpers sein können. Unsere Menschen haben weitergesehen und gefunden, daß es ihre Aufgabe sein muß, diesen kranken Körper zu untersuchen, sein Wesen und seine Organe zu erforschen. So haben sich unsere meisten Bünde mit den Fragen unserer Politik und Wirtschuft auseinandergesetzt, insbesondere jedoch Betrachtungen Uber das Wesen des Sozialismus und Kapitalismus angestellt. Die Konsequenzen dieser Arbeit sind mannigfacher Art. Dem einzelnen war die Gelegenheit gegeben, sich seine Weltanschauung pro oder contra Sozialismus zu bilden und viele, die glauben, daß man schon ein guter Sozialist .-ei, wenn man S. P. D. wähle, haben erkannt, daß noch etwas mehr dazu gehört. Der Verband kann hinsichtlich seiner Ideologie daraus noch keine Konsequenzen ziehen, das wäre zur gegebenen Zeit Angelegenheit des Verbandstages, hinsichtlich seiner Arbeit aber hat er erkannt, daß diese Dinge, die Kernfragen im Leben jedes einzelnen darstellen, Startpunkt aller zukünftigen Arbeit sein müssen. Wenn Hans Friedberg weiterhin in diesem Artikel glaubt, daß für den Verband die Teilnahme am überparteilichen Palästinaaufbau von der jüdischen Oeffentlichkeit diktiert, die nur als platonische Liebeserklärung zu werten, und die Teilnahme des einzelnen an der Form dieser Aufbauarbeit 1

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