Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 3 (6.1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Beschlüsse der Hauptvorstandssitzung Hannover vom 22. März 1931 . I. Gestaltung der Gildenarbeit. A. Die Organisation der Gilde. 1. Es sind tunlichst in jedem Landesverband unter Leitung des jeweiligen Landesverbandsvorsitzenden Gilden zu gründen, die allerdings nach Bedarf vergrößert werden, d. h. zwei bis drei Landesverbände umfassen können. 2. Auswahl und Ausschluß der Gildenmitglieder erfolgen nach Rücksprache im Gildenkreis durch den Leiter. 3. Es ist nach Möglichkeit darauf zu sehen, daß aus jedem Ortsverein ein bis zwei Mitglieder in die Gilde gewählt werden, damit die Arbeit in den Bünden intensiviert werden kann und Gelegenheit gegeben ist. ..Arbeitszellen" in den Bünden zu bilden. 4. Die Gildensitzungen sollen nach Möglichkeit alle zwei Monate stattfinden und zwar abwechselnd in den verschie- . d%nen Orten. Alle Sitzungen sind ganz oder zum mindesten teilweise öffentlich, wobei darauf zu achten ist, daß möglichst viele Vereinsmitglieder teilnehmen. 5. Ferner ist darauf zu sehen, daß ältere Junggruppenmitglieder in die Gilde kommen. B. Die Aufgaben der Gilde. 1. Selbstschulung der Gildenmitglieder. 2. Unterstützung der Vereine. 3. Weitergabe von Anregungen auf Grund gesammelter Erfahrungen an die Verbandsleitung. 4. Verbindung der Junggruppenarbeit mit der Vereinsarbeit durch Einrichtung von Uebergangsgruppen. 5. Führerkurse. Zu 1. Auf den Gildensitzungen ist Protokoll zu führen und die laufende Gildenarbeit zu besprechen: desgleichen der gegenwärtige Stand der allgemeinen jüdischen Arbeit und der Verbandsarbeit. I Bedingung für die Gildenmitglieder ist. daß sie die wichtigen jüdischen Zeitungen und die Rundbriefe lesen. Außerdem ist nach Möglichkeit eine Vertiefung der Allgemeinbildung herbeizuführen durch Kenntnis der modernen Literatur und größerer Tageszeitungen. Außerdem ist auf jeder Gildensitzung ein größeres Referat zu halten, entweder jüdischer (religiös oder politisch), wirtschaftlicher, politischer oder soziologischer Art. Zu 2. Die Vereine müssen systematisch besucht werden. Eine ständige Fühlungnahme ist herzustellen, evtl. dadurch, daß einzelne Mitglieder über einen Verein ein Protektorat übernehmen. Ferner ist es erforderlich, daß ein Gildenmitglied an den wichtigen Vorstandssitzungen der einzelnen Vereine teilnimmt. Die Referate können allgemeiner Natur sein. Sie müssen tunlichst aktuelle Themen behandeln und sich nach Möglichkeit den Vereins- bzw. Verbandsprogrammen anpassen. Ferner sollen in den Vereinen die Rir&dbriefe durchgesprochen werden, um den. Führern die diesbzügliche Arbeit zu erleichtern. Je nach Lage des Ortes ist es vielleicht auch möglich, daß einige Kleinvereine sich an einem zentral gelegenen Ort treffen und daß man somit durch die Veranslal. tung mehrere Vereine umfaßt. Zu 3. Die Referenten sind verpflichtet, dem Gildenvorsitzend n über den Eindruck ihrer Reisen schriftlich Bericht zu erstatten. Desgleichen müssen die Vereine angehalten werden, dem Gildenvorsitzenden eine ehrliche Kritik über die Veranstaltungen zuzustellen. Ueber die Ergebnisse der Arbeit ist die Verbandsleitung ständig auf dem laufenden zu hal: Zu 4. Alle Gildenveranstaltungen sind in Gemeinsamkeit mit den Junggruppen auszuführen. Zu 5. a) Große Führerkurse. Diese jedoch nur nach dem Beispiel Langenschwalbach, wobei allerdings die Ergebnisse durch den Verband besser ausgenützt werden müsser. (Ausarbeitung von Rundbriefen. Angabe des beim Refc-at verwandten Materials. Namhaftmachung von Referenten — nach Möglichkeit Verbandsfreunden). Diese Führerkurse sollen jedoch nur in Verbindung mit der Verbandsleitung durchgeführt Werden. b) Kleine Führerkurse. Veranstaltet durch den Landesverband. Programm ähnlich wie bei den Gildensitzungen. Bei den Führerkursen ist stets darauf zu achten, daß nach Möglichkeit junge Menschen, von denen man annehmen darf, daß sie sich einmal führerisch betätigen werden, teilnehmen, und daß man sich auch weiterhin in den Ortsvereinen mit dem Stoff auseinandersetzt. c. Die Arbeit der Gilde ist rein interner Art und soll sich weniger mit der Außenpolitik des Verbandes beschäftigen. Ihr vornehmstes Ziel muß es sein, die Arbeit in den einzelnen Bünden zu intensivieren und Menschen aufzufinden und zur Arbeit heranzuziehen, die irgendwie führerisch qualifiziert erscheinen. II. Führerkursc. Im Etatsjahr 1931 32 werden von seilen des Verbandes vier Führerkurse für Nordwestdeutschland, Mitteldeutschland, Süddeutschland und Ostdeutschland veranstaltet. III. Personalien. Für die Dauer der Verhinderung von Erwin Seegall wird Kurt Löwenstein, Berlin, die Geschäfte des 2. Verbandsvorsitzenden übernehmen. Zum Mitglied der Finanzkommission wird an Stelle von Heinz Lewin, Plauen. Rudolf Mainz, Düsseldorf, gewählt. Kommission zur Vorbereitung der Winterarbeit: Rabbiner Dr. Klein, Düsseldorf — Rabbiner Dr. Wilhelm, Dortmund — Frich Altmann. Wanne-Eicke! — Waldemar Strauß, Berlin — Kurt Löwenstein. Berlin — Kurt London, Berlin — Hans Abraham, Freiburg. IV. Finanzen. Ueber die Entlastung der Verbandsleitung 1928,30 und den Etat 1931 32 wird das nächste Rundschreiben berichten. Aus dem Leben des Verbandes Tagungen. Genoralv rr-anilungen u. Ii. :i) Gründung einer bayerischen Gilde am Ii*. April in Nürnberg. Auch in Bayern hat der Gedanke, eine Gilde zur Intensivierung der Verein.-arbeit zu gründen. Fuß gefaßt. Altar Aufochs. Nürnberg, referierte über „Aufgabe und Organisation der Gilde" und legte seinem Referat folgende (Jedanken zugrunde: Die Hauptaufgabe der Gildenmitglieder bestehe 18 darin, den Bundesmitgliedern einen Wesr aus der gemeinsamen Situation vorzuzeichnen. Dadurch, daß die Verein von verschiedenen Gildenmitgliedern mit naturgemäß auoli verschiedenen Weltanschauungen besucht werden, werden sio über alle Erscheinungsformen des jüdischen Lebens informiert. — Aufochs schlägt daher vor. daß die einzelnen Gilden- ■UtgHedtr nur ihre Spezialthemata behandeln sollen, *u welchen sie eine ausgesprochene und entschiedene Stellungnahme eingenommen haben. In der darauf einsetzenden Aus-