Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 3 (6.1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
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spräche ergab sich, daß Aufochs mit seinen weltanschaulich - .-. legten Vorträgen allein dastand. Man verlangte vielmehr von der Gilde lediglich Vorträge über aktuelle Tagesfragen, bei denen irgendeine weltanschauliche Beeinflussung von vornherein ausgeschaltet wird. — Zum Vorsitzenden der Hayerischen Gildo wurde Artur Aufochs, Nürnberg, gewählt, reichem wir für seine Arbeit einen recht guten Erfolg H n-ehen. b) Gründung der Gilde Pfalz-Saar am 2!». März in Saarbrücken. Kinige Wochen vor der Gründung der Bayerischen Gilde vurde auch im Saargebiet eine solche vorgenommen. Unter der Leitung von Irvin Eppstein hatten sich fast alle Vereine - ganzen Landesverbandes zu einer Besprechung in Saar- •neken eingefumlen. Man beschloß, die Gilde als solche zu- , -i als Arbeitsgemeinschaft zur Schulung der Gilden- : .tglieder selbst zu konstituieren. Diese Schulungskurse werden in vierwöchentlichen Abstanden unter der 1 eitUng des i ildenVorsitzenden Max Jankelowitz stattfinden. Als Thema rurde festgesetzt: „Judentum. Form und Idee." Wir hoffen, daß auch im Saargebiet die Gildenarbeit ähnlich «rje in Mitteilt Nordwostdeutschland sich günstig für die Arbeit der wie auswirken wird. i (.aulagcr der .lunggruppen Pfalz-Saar in Saarlnui* am 15. März. Aus dem Bericht: ..Leider ist die Stimmung gedruckt, 'I'im einmal hat die Rcgicrun™skommission unseren Urning gen Kirchgangs verboten und ein anderes Mal haben wir . Ungewisses Gefühl, ob das Lager ein Krfolg oder Nicht- rfolg «ein wird. . . . Und dann kam di r Sonntagmorgen> I hr morgens treffen wir uns an der Bahn, und was sehen virt Ein kleines Häufchen Junggruppier mit vielen Wimpeln.!l .inburg fehlt. Saarbrücken versagt, Neiinkiivheti ist voll* lig versammelt. Wir danken der lfenierung-kommission. Uns den Aufmarsch verboten zu haben. . . . Ich bin unterdessen mit Pimpfen zum Bahnhof gegangen; um noch evtl. I reunde abzuholen. Und dann ging's zum Tagungslokal. Und liier stellten wir nun fest, daß Gö Juuggruppler da sind, also d ' Ii noch genug, um zu imponieren. Iii,1.. I hr Beginn un- - .Ter Feier. Saal gestoppt voll. Die Stadt war durch den :-t.-n Beigeordneten, das Wohlfahrtsamt durch den Kantor, .Ii.- ('cnicindc durch den ersten Vorsitzenden und der RolehehihI LaiMlesverband der jüdischen Jugendvi reine durch Irvin Eppstein vertreten. Im ganzen 800 Gäste. Nach einigenklinstierischen Darbietungen hielt Horst Brumlik eine gliin- /. iido Werberede, welche die Leute vollauf lief riedigte. Und nun der Clou der Tagung, gemeinsames Mittagessen: Kartoffelsalat und Würstchen. Ks wurden von 60 Teilnehmern nur 200 .Würstchen gegessen. Nach der Mittagspause Ar- 1 f-getneinschaft über .jRcligio'n und (ilaube" unter Leitung i Horst Brumlik.- THe ..Alten" staunten über unseren -t. . . Fazit: Defizit von 10 Mark. Moralischer Krfolg Krwarten groß." ■d) Delegiertentagung dc> Landesverbandes Main-Saar am 24. April in Merzig a. 1. Saar. Im Mittelpunkt dieser Tagung stand ein Vortrag von l'ri Paul Eppstein, Mannheim, über: „Problematijk iunerli»eher Verständigung", an welchen sieh eine Arbeits* - ii.-inschaft.über das gleiche Thema anschloß. Da uns ein -luhrlieher Bericht bis zur Stunde nicht vorliegt, können •< r den genauen Verlauf der Tagung noch nicht schildern. •e) Generalversammlungen. Am 2. März fand die GV. des Dortmunder Jugendbundes statt, in deren Verlauf sich ergab, daß sich der Verein trotz verschiedener Spaltungsversuche weiter gut entwickelt hat. Der bisherige Vorsitzende Dr. Kurt Wilhelm wurde einstimig wiedergewählt. — Im JJV. Berlin war die Arbeit in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen sehr zurückgegangen. In den letzten Wochen führte Georg Kopidlowski, da sich kein anderer bereit erklären wollte, die Geschäfte des Bundes. Wir danken ihm auch an dieser Stelle noch für seine aufopferungsvolle Tätigkeit. In der Generalversammlung am 25. März wurde Kurt London einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewühlt. Es läßt sicli jetzt schon erkennen, daß sich der Berliner Bund unter seiner Leitung wieder auf aufsteigender Linie befindet. — Der Kieler Jugemlliund hielt seine diesjährige GV. am 28. Marz ah. Siegmund Brief er wurde _zum Vorsitzenden gewählt. Der Geschäftsbericht ergab, daß im Verein im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr rege gearbeitet wurde. — Die GV. des Jugendvereins Inisseidorf war glänzend besucht und ergab die einstimmige Wiederwahl des bisherigen Vorsitzenden Artur Hermanns. Hermanns entwickelte in einem ausführlichen Heferat die augenblickliche Situation des Vereins und darüber hinaus <les (jesamtverhandes. Eine sich lang hinziehende und erschöpfende Diskussion bewies die lebhafte Anteilnahme aller Mitglieder an der Entwicklung des Vereins. t) Werbeveranstaltungcn itsw. Der rührige Verein Gelscnkirchen ließ im Kähmen .-einer interkonfessionellen Vorträge Herrn Oberstudien rat Dr. Töwe über ..Jugend und Weltanschauung" vor ungefähr ■100 Leuten sprechen. — Am L März versammelte sich die pfälzische jüdische Jugend aller weltanschaulichen Richtungen in Noustadt, um ein Referat von'Rudi Wertheimer, Kaiserslautern, über die politische Lage zu hören. Der Aufforderung des Referenten, die Krschienenen mögen sich ih r Abwehrarbeit des CV. anschließen, entgegneten unsere Freunde Karl Freiberg, Lambsheim, und Leonhard Felsenthal. Kaiserslautern, daß jetzt nicht die Zeit sei, innerjüdische Streitobjekte in die Jugend hereinzutragen. Selbstverständlich spj man bereit, in Fragen der Abwehrarbeit sich vom CV. beraten zu lassen. Der Referent erklärte auchin -einem Schlußwort, daß er in der Pfalz keine neuen Jugendorganisationen schaffen wolle, sondern nur die bestehenden .liigeiMlgruppen in ihrer Abwehrtätigkeit unterstützen werde. '— Der junge Jugendverein M. G 1 a d b n c Ii hielt am 28. März .■inen Werbeabend ab, bei welchem Herbert Felsenthal Uber die Aufgaben des Jüdischen Jugendvereins sprach. Wir hoffen, daß sich dieser Abend günstig auf die weitere Bundesarbeit auswirken wird. Aus den Programmen der Bünde. Wenn wir uns die Programme der letzten Monate anhauen, so machen wir die Feststellung, daß in den meisten Vereinen Themen gewählt werden, welche—sich mit den im Mittelpunkt des heutigen Lebens stehenden Fragen auseinandersetzen. Wir erwähnen hier die Bünde Osnabrück mit einer Arbeitsgemeinschaft über ..Sozialismus", Leipzig mit dem Thema „Die Organisation der Arbeitnehmer'*, Hannover spricht über das russische Problem; Paderborn über Ferdinand Lassalle, Siegen uixl Karlsruhe über Paneuropa. Dresden über Kommunismus um! Sozialismus. Mainz über .'.Streitfragen aus der internationalen Politik und Wirtschaft". Ein sehr interessante« Thema wurde in Berlin behandelt: „Kann man modern und jüdisch -Denkt an die ^övdevevlifte des Octbondcs!