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Der Jugendbund · 1931-06-01 · 3 (6.1931) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jugendbund
Volume
17 (1931)
Issue
3 (6.1931)
Date
1931-06-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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ein Fückwerk ist es geworden! Und ihr schämt euch nicht nur nicht, dieses Fragment zu tragen, nein, ihr seid noch stolz darauf! Brüstet euch wie ein Pfau mit diesem Lappenkram, der euch nicht einmal paßt, denn die Aenderungen, die der Schneider „Krieg" immer wieder vornimmt, sind nur für kurze Zeil haltbar. Jeden Augenblick droht der morsche Plunder zu zerreißen. Kommt dem zuvor und werft den Flitterkram abl Besinnt euch, daß ihr Menschen seid! Brecht die Schranken, die ihr euch selbst errichtet habt! Opfere eine Stunde und denke darüber nach, was es denn für „unüberbrückbare" Gegensätze sind, die dich von deinem Gegner trennen! Mitmensch sein, heißt Bruder sein. — Franz Heymann, Bielefeld. Ein Ruf Mynona '— Dr. S. Friedlaender 60 Jahre. Am 4. Mai 1931 beging Dr. S. Friedlaender- \\ n o n a seinen 60. Geburtstag. Anlaß genug zu einem neuen Weckruf an die suchende, eilende und wirkende Jugend und Zukunft! Wer diesen wahren — leider von der Jugend noch wenig erkannten — Genius „stählerner Logik" und konsequente- Sittlichkeit kennt, wird sich wohl nie mehr ganz seinem entziehen können. Und wirklich — viel, sehr viel Dank schulden wir diesem 'Manne. Unter einem Konglomerat verwin-ter, blutiger, mit lauestcr ilitit (kon-)fusionierter Ideen und Kämpfe erschaust du ihn, Jugendgenosse, klaren, hellen, breiten Weg zu r Ideologie (das sagt noch zu wenig), deren dich ganz und rfassender Strom hinaufführt zu einer höheren Stufe des Frkennens und Verstehens! \ us der Fülle seines genialen Schaffens kann ich nur e Werke an dieser Stelle andeuten: \ on seinen Groteskensammlungen und phantastischen Ermgen nenne ich „Die Bank der Spötter", „Graue Magie" und die unheimliche Erzählung „Der Schöpfer". Als Philosoph ist er durch eine große Anzahl grundlegender Werke berühmt geworden, deren Aufzählung auch hier zu weit führen würde. Nur einige. Sehr interessant ist das Buch über den Physiker Julius Robert Mayer, sowie die Werke über Nietzsche und Schopenhauer und seine „Schöpferische Indifferenz", Mynona ist in letzter Zeit als hervorragender Kritiker mit Schärfe und dabei heute seltener positiver Fähigkeit hervorgetreten. . . , Das herrliche philosophische Werk „Kant für Kinder" ^. i an dieser Stelle besonders erwähnenswert. Als Fragelchrbuch mit konsequenter Durchführung der Disposition eignet es sich vorzüglich für den Schulunterricht, für den es eigentlich erst bestimmt war, aber auch für Arbeitsgemeinschaften und Selbststudien. Frage den jungen Menschen, der sich in dieses Werk vertiefte,'nach dessen Wirkung, er wird dir antworten: „Lies es, und dann sprich mit mir!" Wir wachsen auf mit einem kranken Geist, der schon zuviel Arzneien verschwommener Ideologien schlucken mußte, beginnen wir wenigstens, ihn zu reinigen! Werner Borchardt. Abwehr Nicht l.in echOnes Wort nicht wahr? Was hat das schon viele iin Anopcnch genommen, um) was ist herausgekommen? viel! I y Von ilcr jüdischen Jugend? Gar nicht-, aber rein ■ Nicht zu glauben. Unsere Gegner arbeiten Tag und Tag mit bomben; li'-rem Erfolg. Ja. unser«' jüdisch hochgebildete Jugend it sich einmal auf Anregung des ...lugendbund" eine Woche tensiv,unterhalten. Das war alles, gutes Thema, viele Zu rer; und die meisten spielten in vielen Bünden glänzend l'antomime. Wie lange soll dieses Schauspiel dauern? Bis wir recht- -ind? Dann «lenken wir reumütig an unsere nicht wieder it^umacbenden-.Sflnden zurück. Schrecklich! •Iiidische Jugend, an euch richte ich die Frage: Wollt fluch einst an den Strömen Babelsitzen und Klagelieder ", verlorene Heimat singen oder als junce Juden kämpfen Ii unsere in Einigkeit lobenden deutschen Brüder? Reißt euch los von diesen unheilvollen Fesseln! Einige •piele sollen dies erläutern: (Selbst erlebt!) 1 Mein Kind bat sich nicht um Politik zu kümmern Jahre!!!). Ja. es ist zum Verzweifeln, wie heute die '.''iid. die kaum trocken hinter den Ohren ist, sich in •' 'ik einmischt. Es ist ein Zeichen von verrohtem Zuirjde in Deutschland. Früher wußten sie kein Wort. Heute - ii sie mehr als wir Alten. Liebe Freumio, was sagt ihr dazu? Glaubt mir. es i-t t Fall schon hundertmal vorgekommen! 1 Wissen wir im Grunde genommen gar nichts — — — -'»•tiüber unseren Gegnern: 2. Müssen diese Vorurteile und falschen Erziehungsmethoden' in unserer Zeit verschwinden. Jetzt frage ich euch! Ist von uns Jugcmlhüuillcrii Abwehrarbeit im praktischen Sinne, bitte außer den 5 Heimabenden, geleistet worden? Nein! Wie ist sie aber gerührt -worden? 1. Wissenschaftlich. 2. Für nur feingebildete Bürger, nicht aber für_das Volk. 3. Vortrüge. Resultat: Phrasen? Das war also Abwehr. Unsere Gegner spritzen Tag für Tag Haß — Lüge — Verleumdung in Städten und Ortschaften in die Adern der BüTger. Wollt ihr weiter wie die Alten schaffen? Tag für Tag, Monat für Monat. Jahr für Jahr zeigt sich, daß die Lage in Deutsohlami immer schlechter wird statt besser. Schaut nur die Berichte der zerstörungswütigen (iegner an. Habt ihr nicht einmal solche Situation Selbst erlebt? Konntet ihr fest, klar und überlegen sprechen. Konntet ihr die neuesten Schlagwörter verdeutschen? Habt ihr sje ver- -landen? Wußtet ihr regelmäßig die T'arteizustände. Zum größten Teil ward ihr isoliert von politischen Ereignissen Also her mit diesen Zweifeln! Gründet einen politischen Briefkasten. In «liesein soll es nie an Aufklärung fehlen. Verlangt vom Verbände in der Jiigendbunil-Zeitung einen bestimmten Raum zur Verfügung. Er wird euch für eure tatsächliche Arbeit stets dankbar sein. Also heran! Zweifel beiseite! Jede Frage einsenden! Antwort kommt!. Dies soll uns helfen! Rolf Schweizer.- Nürnberg. 17

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