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Der Jugendbund · 1931-06-01 · 3 (6.1931) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
17 (1931)
Issue
3 (6.1931)
Date
1931-06-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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erst eine feste Grundlage, von der aus sie sich entscheiden leimten. : Und dann müßt ihr selber entschieden sein! Die Frage des jüdischen Volkes, seine Bejahung, seine Verlel>endigung im einzelnen, als Grundlage zur jüdischen llinigung, als Grundlage schließlich dos Vordringenzur Menschheit und zu freiem Menschentum, einstmals hineingeworfen in das Chaos der Nachemanzipation von Zioniston, i?t heute hinausgewachsen über den Zionismus, ist heute Aufgabe des gesamten Judentums. Dessen Jugendführung in Ivutschland will der Bund sein. Werde er es endlich! m. Arbeit. Einleitung. Gemäß den vorhergegangenen Artikeln, kann es «ich nicht darum handeln, daß hier eine Musterkarte für irgendein Arbeitsprogramm aufgestellt werde, von dem für den Verband, wie er heute ist, das Heil zu erwarten wäre. Wir haben an Hand einer Kritik des Vorbandsprogratmns, da* von der Leitung nach München aufgestellt wurde, zu zi-iircn versucht, daß an diesem Programm, das uns symptomatisch zu sein scheint für den heutigen Verband, nicht so sehr Menschen schuld sind, als das System. All das. was heute im Verband von oben her geschieht, geschieht gewisseren zwangsläufig. Es kann gar nicht viel anders aüsi. auch wenn andere Menschen da wären, solange wir anter der Flagge der Neutralität segeln. Solange wir das untjudentum" im Wappen führen. Solange der Jugend- \ereinsgedanke bei uns spukt und der Segen der Mitte]- Parteilichkeit. Voraussetzung also für die Durchführbarkeit des Folgenden wäre ein erneuerter, gänzlich und radikal erneuerter \ -rband. Ein Verband, nicht mehr der Vereine, ein Verband der Bünde. Aus seinem Statut und Tendenzparajiraplien i Ite das Wort „neutral" zu verschwinden. Das Wort mitjudentum" wäre durch das den Tatsachen entsprechende Wort „Volk" zu ersetzen (ähnlich etwa wie von niir in München vorgeschlagen). Die Rabbiner sollten sieh _ wie von vielen übrigens schon heute erkannt — von den Leitungen zurückziehen und sie der Jugend selber überleben, was nicht heißen soll, daß der Beruf des Rabbirers an sich in Zukunft zur Führung untauglich machen soll. Der onsgesetzparagraph wurde so geändert werden, wie allein er ehrlicher Jugend 'entspräche, ohne Rücksicht auf I'ntolerante. die uns vielleicht deshalb bekämpfen mögen. — Kurzum, ein Verband der Bünde, der eindeutig und klar h und nur so eingestellt wäre. r würde alle Menschen umfassen, die ohne Kompromisse •ii den Tatsachen, wie sie sind, bekennen. Es wäre nur Präge der Zeit, daß Kadimah und Kameraden in diesen \ nd eingehen würden, daß Makkabi, Zion. .Tugendgruppen, ' W. B. korporative Mitglieder würden, unter Umstünden orthodoxe Bünde. Alle junge Juden bis auf die C. V.- Uml Viumannjugend würde dieser Bund einen. (Selbstredend der Verband prinzipiell auch jedem Angehörisen de- 0. V. offen. Geschlossenen Gruppen natürlich nur. sofern sie das jüdische Volk anerkennen.) Korporativgruppen. die li'ht im Verband aufgegangen sind, können selbst redend ei halb des Verbandes ihren Sonderzielen nachgehen. Die Irl t-, die sie aber dabei leisten, wird sich zum großen Teil mit der des Verbandes decken. \Ile diese Jugend würde er einen ohne Rücksic.ht auT 8 und umweltliche Partei. Und dennoch wäre dieser iclit mehr neutral-jüdisch, sondern p o s i t i v - jüdisch, ine Organisation wäre die der Jüngeren- und Aeltcren- Biir.de. . Fene bauten sich auf dem Prinzip der boy scout Ihn; liehen Wander- und Kameradschaftsbünde auf mit progressiv Steigender Teilnahme an den Veranstaltungen der Aeltercnbiin-le (aber eigene Heimabende). Der Aclterenbund hätte sich aufzubauen auf zwei Prinilpien: (Körper-(Sportgruppen) und Geist (Schule des •luden:ums, eigene Kurse, Heimabende). Der große öffentliche Vortrag würde nur noch den Zwecken der Propaganda tuid Information dienen. - Hauptteil. Nun, wie würde dies praktisch aussehen. Beginnen wir mit den Jüngeronbünden. Haupteinteilung: Buben- und Mädelsgruppen. (Altersgrenzen: unten, beginnendes 7., oben, vollendetes 1C>. Lebensjahr. Mit beginnendem 17. Lebensjahr tritt der Bub »der das M in den Aelterenbund über. Altersgrenzen der Führer: nach unten nicht unter 20 Jahren, nach oben entscheidet nur «las innere Jungsein. Unterführer bis vollendet«« IG. Lebensjahr. Die Führer des einzelnen Bundes.. werden von dem Aelterenbund der Bezirksleitung genannt und von der obersten Bundesleitung bestätigt, sie werden also nicht gewählt, sondern ernannt. Der Unterführer wird dem Aelterenbundvom Führer dem Bund genannt und von der Bezirksleitung bestätigt. Tier einzelne Jüngerenbund hat das Recht, um andere Führer zu bitten, ja er kann auch solche unter Einstimmigkeit fordern. Der Führer kann jederzeit, aber nur von der oberen Bundcsleitung (bzw. Bezirksleitung) seines Amtes enthoben werden. l>ie Bünde sind in verschiedene Altersgruppen unterteilt. Has Programm der Bünde besteht aus Fahrten, Wander- (Kriegsspielen) nach Art der boy seouts und aus Heimabenden. Ferner Beteiligung an Hallen- und Freileichtathlctik der Sportgruppen, sowie an Schwimmen und Skilauf, wofür allerdings eigene Jüngerenriegen einzuführen wären. Weiterhin, je nach Alter und Wunsch, Beteiligung an den Kursen etc. des Aeltcrenbundes, insbesondere Hebräisch. Dieser Wunsch soll, je nach Veranlagung, vom Führer geweckt werden. Keinerlei äußerer Zwang in geistigen Dingen. In körperlichen darf dieser nie als solcher gespürt werden. Alle Disziplin muß Ergebnis im Kreis des Jüngerenbundes angestellter Ueberlegungen sein. Es soll Gehorsam, aber keinen blinden Gehorsam geben. Es soll Befehle, aber keine unverstandenen Befehle geben. Es soll Unterordnung, aber im Sinne der Ordnung, nicht des Unter und Darüber geben. Mit einem Wort: die „Frage der Disziplin", die sich letzlich körperlich auswirkt, soll ganz und gar vom Geist und der Seele her gelöst werden. Die Heimabende sollen vor allem dem Zweck dienen, unter den Jungens und Mädels selbständiges Itenken, gegenüber dem selbständig (durchdachten) Handeln der Fahrten zu wecken. Die Themen der Abende sollen allmählich aus dem Bund selber dem Führer gestellt werden. Daß dies geschehe, ist wiederum seine'— nicht leichte — Aufgabe. Per Ideenkreis in jüdischer und allgemeiner Hinsicht ist durch die Kurse des Aelterenbundes (siehe dort) ungefähr auch für die Jüngerenbündc bzw. deren Heimabende umrissen, natürlich nach entsprechenden Aenderungen. Die Führer bzw. Führerinnen müssen pädagogisch fähig und psychologisch . nicht ungeschult, sein. Führerkurse für Jüngcrenbünde einzurichten ist Sache der obersten Bundesleitung, wovon später noch die Rede sein wird. Die Jüngcrenbünde haben keinerlei eigenes Gesetz usw.. des Verbandes Statut ist auch das ihre, des Verbandes Tendenz auch die dqr Jüngcrenbünde. Diese bilden keine Organisation in der Organisation. Das ist im neuen Verband nicht mehr nötig. Die Jüngerenbünde sind die Unterstufe, das Fundament des Verbandes in Hinsicht seiner Menschen. Ihnen muß der Verband seine größte Sorgfalt widmen. Das Führermaterial soll möglichst aus den Jüngerenbünden hervorgegangen sein. Schließlich auch das der Aelterenbünd*. Nun zu den Aelterenbünden. Eine Trennung zwischen Jungens und Mädels besteht hier natürlich nicht mehr. Mit beginnendem 17. Lebensjahr kann man Mitglied des Bundes werden. Früher nicht. Einen Unterschied zwischen aktiven und passiven Mitgliedern soll es nicht geben. So lange ein Mitglied sich jung genug fühlt, mag es aktiv tätig sein. Will es dies schließlich nicht mehr, so kann es der Gruppe der Förderer des Verbandes beitreten, die außerhalb des Verbandes gegründet werden soll, aus finanziellen Gründen. Auch die Arbeit des Aelterenbundes unterteilt sich nach 11

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