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Der Jugendbund · 1931-06-01 · 3 (6.1931) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
17 (1931)
Issue
3 (6.1931)
Date
1931-06-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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es sinnvoll ist, Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke der privaten Verfügung und Willkür zu entziehen und sie unter kommunal-demokratische Verantwortung zu stellen. Man versteht auch, daß große Verkehrsbetriebe, wie Post und Keichsbahn staatliches Eigentum, d. h. öffentliche Wirtsch.iftsbetriebe sind (und man findet es sinnwidrig daß ,1ns heute bei der Reichsbahn nicht mehr der Fall ist). Wird man nicht ebenso im Laufe der Zeit begreifen, daß eigentlich 111 e großindustriellen Wirtschaftsbetriebe, ganz besonders die Schlüsselindustrien der Eisen- und Stahlerzeugung, die Kohlenbergwerke und auch weite Zweige der übrigen konzernierten und vertrusteten Industrie „lebenswichtig", d. h. für das Schicksal des ganzen Volkes und ganzer Völker entscheidend sind, und daß es «sinnwidrig ist, das Schicksal der Völker an die private „Initiative" oder Willkür n-zuliefern? Im Katholizismus verschließt man sich noch weithin <lie=en Erkenntnissen. Nicht, weil Glaube und Dogma, sondern weil feudalistisches- und bürgerliches Vorurteil, weil religiös verbrämter Unverstand entgegensteht. Die kirchlichen Kundgebungen gegen den Sozialismus, die mit einer unehlich „christlichen" Privateigentumslehre argumentieren, i--.ii sich mühelos in Konglomerate feudal-bürgerlicher I vnkgewohnheiten und Interessen auflösen. Gegen diese k 'n-ervierten Ideologien hilft nicht so sehr geistige Aufklärung als die politisch-soziale Machtgewinnung des sozia [istiseben Proletariats. Es gibt Menschengruppen, die sich ■.•■■n ihrer auf Zeit sehr stabilen und kaum zu erschüttern-- Ich sozialen Situation nicht oder nur schwerlich zu Sozialist i-chen Einsichten fortbewegen lassen. Gegen diese iiruppen kann das sozialistische Proletariat nur kämpfen. Das ist dann „gerechte Notwehr", von der katholische Moraltheologen in Anwendung auf nationale Kriege sehr viel wissen, die sie aber bisher dem Proletariat in seinem sozialen Krieg gegen die kapitalistische Gesellschaftsklasse nicht zubilligen wollen. Unheilvoll für das Verhältnis der christlichen Kirchen zum Sozialismus ist die Vermengung der ökonomisch-sozialen mit weltanschaulichen und religiösen Zielen — auf beiden Seiten. Die kirchlichen Kreise benutzen die Religion als jenes „Etwas", das imstande ist, traditionelle Ordnungen mit dem Schein der Unbedingtheit, Heiligkeit jind Gottgewolltheit auszustatten; das sozialistische Proletariat bekämpft die Religion, weil es diese gesellschaftliche Funktion'der Religion als „Opium für das Volk" aus tiefstem Herzen haßt und hassen muß.' Diejenigen, die Religion zu Opium verdorben haben und immer noch verderben, tragen die Schuld an der Antireligiösität des sozialistischen Proletariats. Dagegen wiegt der philosophisch und naturwissenschaftlich begründete Atheismus, der aus dem Bürgertum ins Proletariat abgesunken ist, verhältnismäßig wenig. Atheismus ist im sozialistischen Proletariat in erster Linie sozialer Protest gegen die 0 p i u m - R e 1 i g i on. Wir katholischen Sozialisten anerkennen das Recht des Proletariats in seinem Kampf um den Sozialismus. Wir wissen, daß es sein Recht heute gegen die maßgebenden kirchlichen Kreise (die feudal und bürgerlich gebunden sind) behaupten muß. Diesen gesellschaftlichen Klassenkampf des sozialistischen Proletariats kämpfen wir mit Heinrich Mertens. Schriften zum religiösen Sozialismus Schritten, herausgegeben vom Bunde der religiösen Sozialisten Deutschlands: 1. Was wollen die religiösen Sozialisten? Von Pfarrer Eckert. 2. Wie es zum Bund der religiösen Sozialisten kam. Von Dr. Dietrich. 3. Das heilige Eigentum und die' Enzyklika Leos XIII. Von Dr. Dietz. 1 4. Predigten sozialistischer Pfarrer. 5. Die Seele des Proletariats. Von Lic. Dr. Piechowski. 6. Wilhelm Hohoff und der Bund katholischer Sozialisten. Von Dr. Dietz. 7 Christliche Sittlichkeit und sozialistische Wirtschaft. Von Prof. D. Wünsch. 8. Das religiöse Problem des Marxismus. Von Dr. Dietz. 9. Feierklänge. Von Dr. Piechowski. 10. Unschuldig verurteilt. Von Pfarrer Kohlstock. 11. Die Staatsauflassung von Marx und Engels. Von Dr. Dietz. 12. Von Naumann zu den religiösen Sozialisten. Von Pfarrer Fuchs. 13. Kampf um die Volkskirche in Lippe. Von Heinr. Schwartze. Zeitschrift für Religion und Sozialismus. Das Rote Blatt der katholischen Sozialisten. Katholische Sozialisten (eine Flugblattreihe). Adler: Marxismus als proletarische Lebenslehre (Laubsche Verlagsbuchhandlung, Berlin). Bauer: Weg zum Sozialismus (Wiener Volksbuchhandlung). Engelhardt: An der Wende des Zeitalters (Arbeiterjugendverlag, Berlin). Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft (Dietzverlag, Berlin). Heimann: Die sittliche Idee des Klassenkampfes (Dietz, Berlin). Heller: Sozialismus und Nation (Arbeiterjugendverlag, Berlin). Korn: Die Weltanschauung des Sozialismus (Arbeiterjugendverlag, Berlin). Das kommunistische Manifest — Marx-Engels (Dietz-Verlag). Das Heidelberger Programm, illustriert (Dietz, Berlin), de Man: Der Sozialismus als Kullurbewegung (Arbeiterjugendverlag, Berlin). Radbruch: Kulturlehre des Sozialismus (Dietz, Berlin). Klühs: August Bebel, der Mann und sein Werk (Dietz, Berlin). Die jüdische Frau im Beruf dieses Thema kann nur als Unterthema für die „Frau im Eeruf" aufgefaßt werden. Sämtliche Fragen, die allgemein im Kampf um die berufstätige Frau gestellt werden, treffen natur- I auch auf die jüdische Frau zu. Darüber hinaus gibt es aber für die Jüdin noch besondere Probleme, die hier bebst:;! l'H werden sollen. I Man mag zur Frau im Beruf positiv oder negativ stehen, *v haben uns mit der Tatsache abzufinden, daß die Frau im Beruf ist. Die wirtschaftlich« Notwendigkeit zwingt den einzelnen Menschen, unter dem Druck des Kapitalismus, seine Arbeitskraft zu verkaufen. Der Mann allein kann die Familie nicht mehr ernähren, also muß auch die Frau einen Beruf ergreifen. Kommt diese Frau aus den proletarischen Schichten, bedeutet das Berufsleben für sie keine große Umstellung. In diesen Kreisen kannte man den Begriff „Haustochter" in keiner Weise. Dem Mittelstand war es vorbehalten, diesen „Berufszweig'' heranzuzüchten. Ich erzähle wohl kein Geheimnis, wenn ich sage, daß der Mittelstand heute kaum noch existiert, da die Vertreter dieser Kaste fast ausnahmslos über ihre Verhältnisse leben. Um einigermaßen die Zukunft der Töchter zu sichern — Mitgift und Kapital sind fast nirgends vorhanden —, '■ 7'

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