Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 3 (6.1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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■inbar ist. ja. da Ii ei verdient. ..au? dogmatischen GHnJon verurteilt zu werde n". Bischof Ketteier stammte; selbst aus adelig-feudalen Kreisen und hatte-schon aus seiner geistigen Tradition her eine oppositionelle Haltung gegen den bürgerlichen Kapitalismus. Leider sind seine ' V.a: :.r:::c damals, als es noch Zeit gewesen wäre, nicht geiaügend beachtet worden. Man hat ihm zwar hier und da begeistert zugestimmt, insbesondere hatte er. sieh die Liebe lies Volle« errungen, das m grollen Scharen in seine Predigten strömte] aber eine einflußreiche aniikapitdlistiselie Begütig konnte Bisehof Ketteier nicht entzünden. Nach ihm haben eine Reihe führender Katholiken in Deutsehland und Oesterreich, spater auch. in Frankreich, das Kapitalismusproblem erneut und in der gleioben .-Richtung aufgegriffen. Es warten wiederum zumeist adelige Kreise: . Freiherren. Qtafen und Barone, dazu kamen einige Theologen Die soziale Herkunft ist nicht, etwa neben- - a chIi ch . sonder n d ur chweg iusschlaj- _o b e n d l ii r das soziale D e n k e n dieser Männer gewesen. Als Abkömmlinge der feudalen . Herrsehaftskreise waren sie sehet; gewissermaßen von Haas aus anti- 'bürgerlich und wtüafpitalistrschgerichtet, manchmal -eher, ätshalb; weil sie die historische Bedeutung, die. Notwer.d.gk-. .t und das relative-.Recht der. kapitaltstischdu-iustriellen Entwicklung " nicht begriffer.. Sie wvhrten sich c..-;:-. neu lufsteigende Gesellschaft, die ihre trad::: neiie feudale Leb.-nsw-.lt ::.;: ::.ren ehrwürdigen und geheiligte« Ordnungen' zerstörte. IhK antikapitalistische Ab- ■ve r trug Momente ein » gesellschaftlichen Klassenk a m : f e s .:. Sich: de? Kare.: des des 'Feudalismus gegen det: bürgerlichen Kapitalismus Die Form, in der sie den •Kar.;::' f :..rt.:.. war allerdings so vergeistigt und veredelt, wie mau tV vor. Menschen «ieliger Abkunft und'reicher geistfg-seeUscher Bildung erwarte:, kMin. Sie kämpften mit rel;gi:sen u :. -i m e ra 1 i s e i ea Argumente n i'-jg#g.e u d c r. $L"a, p i t ä 1 i s m u s T-abei verfielen 'sie sehr :': m'den Fehler; sdziale Prinzipien von illgem ir.er reltüng diese Prinzipien eilimal r. ilt waren, zu verwechseln. Statt für Gerechtigkeit überhaupt zu kamt:'.:. stf.: er. s:e sieh für " die feudal- Fo r m e n-gesellschaftlioher Gerechtigkeit ein., die a'cer t alt :: werden kennte:;, weil die Skoadnifsehe ut:t teii n.-. Entwicklung ei;. Zurück zu: n agrarischen F*udal:s_ius n. ' t erlaubte, sondern-e :: '.. a r t - s V or w a r t;s zur i a d u s.t r i e 11 e n W i r t s h a f t s *■ w e i sei ::; g r : d betrieblichen Formen er- Jt;w •, n V :e katholische a::t:kar italistisei e Bew-gur.g iv jrsgea.lJah.rli•_r.derts die jutch-heate noch nennenswert!« Vertreter hat' mußte seheitern, weil s.e r:u-a:::c und konservat.v. statt realistisch und zukuuftgeriefctet w>r.; - j In der zweiten Hälfte des vorigen. Jahrhunderts entw.vk-clte sich hu. Kath:'.::israas neben der - :lalremartiscbeu l>ew-cgur.g dU ^sogenannte s.-i 1 i.d ar is t i s c he rlieht_ne;. d e dadurch ge_e::n:o;; r.et .st. dad sie das Zur :;k zu rr.it" 1-;|^te.rlic3;*e_dale:: .;ese..-. und Wdrtsehaftsforruen ab- '. :.-.t uztd statt dessen eis« graudsotzlichc Anerkentiunc der _u ::.-.:st;s...<r. [n_ustr:ew;rtsc_u_t nz.izz: >:e er... cv '-'•drts. rer. find er-eus: vergang, .ei wie StJ sie v/r..;.dem sie:, iza Laufe der Gr x ur unsere a e u11 g Ll.i st i'*c h e S y st e m ti bekämpfe.- als widerehris* die kavitalist »ehe Fern: ddr.n.en. .Nie ' if die Fe! ^y Sterne - si.r. d de» -GeiSEC v d Ii*! ..... . :: una e rtstt:cfcet Art : :-rr. das??ysf •.-:.. Komme ldifferetit . soadie das System isttichen t'nters •:■ I'l d a r : s c Ei v : s eziilretuar-is: Karital.imus itinz iruttdlage der herrschenden -eznn: das hist?riscre solidaristische Richtung das Recht und die Bedeutung d< Kapitalismus in der Weise mißverstanden, daß sie zwar di ..Eigengesetzlichkeit" des kapitalistischen Systems erkann« aber übersah, daß diesem Kapitalismus zugleich eine imn.. nente Tendenz innewohnt, die über ihn selbhinaustreibt: der Kapitalismus mußte zwar g. schichtlich kommen und seine Weltherrschaft antretei. er gebar aber zugleich das Proletariat, das brufen und gewillt ist, die ökonomisch-technischen Errungen Schäften und Fortschritte der kapitalistischen Industriewin s:haft gutzuheißen, daß aber anderseits die verhängnisvoll-.-' sozialen Folgen des kapitalistischen Systems, die in d< privaten Eigentums- und Herrschaftsgewalt der einzeln- Kapitalisten begründet sind, beseitigen und überwinden wih Wer die wahre Eigengesetzlichkeit der modernen Wirt-chaf"- und Gesellschaftscntwicklung anerkennt, muß in diese Eig.--; gesetzlichkeit auch jene gesellschaftlichen Triebkräfte einschließen, die gegen die Klassenherrsch.i: innerhalb der kapitalistischen Wirtschaft rebellieren un eine Umgestaltung der kapitalistischen Eigentumsverhältiii-- erstreben. Um sich ein Verständnis der Tatsache zu verschaff :, daß der Sozialismus — nach der Lehre der marxistisch i Geschichtsauffassung — gesetzmäßig in einem dialektisc* i Entwicklungsprozeß aus der bürgerlich-kapitalistischen < seüschaftsordnung hervorgeht, muß man die heute - vorhandenen Ansätze sozialistischer OrganiSH-runzstendenz im gesellschaftlichen Leben betrachten. Die Wirtschaft ist durch die ökonotr.iseh-techni-' Revolution '.ermöglicht durch die moderne Naturwissen~: in ihrer Struktur völlig verändert worden. Aus den zi - linsen Kleinwirtschaften der vorkapitalistischen Zeit tat die große. Länder uberspannende kapitalistische ft eew ordern. Produktion private nd Austausch Industrie»'., haben Förmi Meisterung nicht mehr angenommen, die statten, sondern* das soi-idarische Zusammenwirk-n der Mensehen :r. Arbeitsgemeinschaft notwendig n.a n. Weitriiunige Wirtschaft« o r g a n is a t i :• n mit differenzierter Arbeitsteilung ist das Kennreichen der Zeit. Die :r;<tISOiie LeitusgSr und Verfügungsgewalt ist auf gro£« iemokratisebe Selbstverwaitungskörper übertragen. Nicht der private Unternehmer leitet und dirigiert den Prpduktionsprozefi nach eigner Initiative: unterhalb der kapit ilistischen Oberschicht hat sich ein Wirtschaft-- beamtentum herausgebildet, das über Sachkenntnis, .-.i k nren und Sachverantwertung verfügt, die notwendig si:-:. ur_ eia so kompliziertes Gebilde, wie es die moderne k r.. listiscbe Ir.dustriewirts-chaft darstellt, intakt zu halten, idigentumstermelles Herrschaftsrecht fallen nicht mehr i - i ■.nin-en —.: der praktischen Leitungsgewalt und umfasse, den sainii.hen Verantwortung. Ein Eigentumsrecht und eine Herrschaft, die nicht mehr saci. - li:h fundiert 'sind, werdenaber im Lauf der Zeit im gesellschaftlichen Bewußtsein als iiattloi e n; t fanden. Was man dem Handwerk-- -rister und den. Braern ohne weiteres zugesteht: daß er die ArbeJtSBtitte 1, die er persönlich meistert, mit deaen er selbst tatig ist. auch als Eigentum besitzt, daw;ri den kapitalistischen ..Eigentümern" der riesigen greiadtutrieüen Fr>iuk*.i-:nsmittel. der Fabriken und Gei-i- Institute, nicht mehr ohne weiteres zuerkannt. Denn auwr. hrluneren Recht sind sie Eigentümer und haben si- Herrschaftsgewalt? Wenn die sachlichen Leitungsfunktionv.-. _n-: :.e ent-r re.! en-ie Verantwortung immer mehr von de:. ..Eigent-ntern irn Kapitalisten) weg auf besitzlose Angestellte und Arbeiter verlagert werden, warum soll dann nicht lach des ...gentüasrevht und die daraus entspringend . k : u •: t_ : s . Le Nu t z n l e ß u n g ebenso auf gespalten, ■i h. der_-kritisch auf die den Wirtschaftsprozeß tatsächlich tragenden Krr.se umgelegt werden? Niemand empfindet es heote'mehr als Eingriff in ..Persi-nlichkeitsrechte". daß «•genannte decenswichtige Betriebe ", von denen weitgehend dasehjckjal eine. Getneinde oder eines Staates bestimmt wir-:, kemneunilisie — nr«^ und verstaatlicht werden. Man begreift, d.