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Der Jugendbund · 1931-03-01 · 2 (3.1931) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
17 (1931)
Issue
2 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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JiemUH an Suren Beiern und &esten ___ die SpendenheHe halten geknüpft hat, verbot es uns. das „Israelitische Familienblatt."" in dieser Angelegenheit zu einer berichtigenden Erklärung zu benutzen. AU letzter Landesverband hielt der württembergisclie am 1. März seine Pelegiertontagung in Stuttgart ah. an der außer den Delegierten der einzelnen Ortsgruppen Mitglb-dor des Israelitischen Oberrates, Vortreter der Gemeinden Stuttgart und Iloilbronn. soweit der Stuttgarter-Logo teilnahmen. In •iner gut besuchten öffentlichen Vormittagskundgobung -|>raoh Brich Altman über da- Thenra ..Wie erhalten wir unser Judentum". Er zeichnete ein umfassendes Bild der Situation, wie sie. sieh heute in sozialer, wirtschaftlicher und religiöser Hinsicht für das Judentum in Deutschland, in-- besondere für die jüdische 'Jagend; herausgestaltet hat. und ■legte dabei dar, welche Arbeit der Verband nach innen und außen zu leisten habe. Die von den Stuttgarter Freunden gut vorbereitete Tagung war der Beweis, daß auch unsere .«ürttonihprgischo Vereine zum größten Teil hervorragend arbeiten. Am L Februar fand in Oeynhausen 'eine Tagung der nordwestdeutseben Gilde unter dem Vorsitz von Max Fernbeimer -tatt. Per Leiter der mitteldeutschen Gilde, Erich Loew, Leipzig, hielt ein größeres Uefer.it über ..Zweck und Ziel <ler Gildenarbeit". In der anschließenden Piskussion wurden die Themen ..Jüdische Geschichte'". ..Das Judentum und -eine Umwelt" und „Sozialismus" den Gildenmitgliedern /ur Bearbeitung aufgegeben. — Auch im Landesverband Pfalz->aar können wir dank der rührigen Arbeit Irvin Eppsteins einen neuen Aufschwung der Vcreinsarboit verzeichnen. Es wurden dort in kurzer Zeit zwei neue Vereine. St. Wendel und Sötern, gegründet. Man trägt sich mit der \bsioht. in absehbarer Zeit wieder eine Zusammenkunft der dortigen Vereine zu veranstalten.' um den einzelnen Mitgliedern eirton Konnex mit der Vorbandsarbeit zu verschaffen. Wir freuen uns sehr, feststellen zu können, daß einzelne Vereine dazu übergegangen sind, auch Redner aus anderen, an unserer Arbeit stark interessierten Kreisen, für ihre Abende zu gewinnen. Hier steht an erster Stelle Pforzheim, welches einen Abend mit Kaplan Schmidt über das Thema ..Kann die B'ibel noch als Grundlage der Sittlichkeit angesehen werden" und einen zweiten Abend mit dorn Jugendtind Wohlfahrtspfarrer Pr. Schumacher über das Thema ..Pie; Gefahren der Jugend und ihre Bekämpfung durch den evangelischen Jugenddienst" veranstaltete. In Karlsruhe sprach Professor Pfarrer"Kuhngamberger über ..Katholische Jugendbewegung" und in N imm i. W. der Gaujugendftihrer der deutschen Gewerkvereinc über ..Pie allgemeine deutsche .Fugendbewegung". In Essen sprach Pfarrer Pr. Lic. Hartrnühn über ..Strafrecht-reform": die Essener• Junggruppe hat •ine sehr interessante und bemerkenswerte Zusammenarbeit mit nicht jüdischen Pfadfindern, mit denen regelmäßige Ausspracheabende stattfinden. An letzter Stelle sei hier der Jüdische Jugendverein Nürnberg aufgeführt, auf dessen Programm, wir einen Punkt finden, der in der Vereinsarbeit der verschiedenen Bunde einmalig dasteht. Und zwar einen Vortrag des Nürnberger Oberbürgermeisters Pr. Luppe, der über Gustav Stresemann sprach. Wenn wir uns die Programme der einzelnen Bünde an- -ehen. so müssen wir die Feststellung machen, daß im Verhältnis zu den gehaltenen Vorträgen -ehr wenig fortlaufende Vrbeitsgemeinscbaften abgehalten werden. Es hat den An- -rhein. iils ob sich das Schwergewicht der Vereinsarbeit trotz der von der Verbandsleitung herausgegebenen Rundbriefe wieder mehr auf nur einen Abend ausfüllende Veranstaltungen verschoben hat. - Dieses ist um so bedauerlicher, als gerade die Rundbriefe Stoff genug für eine fortlaufende Reiht von Abenden unter einem einheitlichen Thema bieten. Die Ver eine müssen bei der Aufstellung ihrer Programme immei wieder berücksichtigen, daß einzelne Mitglieder wohl gern einmal einen schönen Vortrag hören, aber in der Regel nicht viel dnVOO profitieren. Ein sehr gutes Programm legt der Monlefiore-Vereir, Frankfurt a. M. vor. aus welchem wir besonders eine Arbeits gemeinschaft über das Thema „Die Kunst im Dienste der Politik"' hervorhoben. Eine sehr schone Neuerung bat der Schneidemühler Jugendverein eingeführt, und zwar regelmäßige Unterhaltungsabcndo für die über 68 Jahnalter Gemeindemitglieder. Eine andere -chöne soziale Tat voll bringt der Görlitzer Bund, welcher durch Sammlungen ein' beträchtliche Anzahl von Kinderspeisungen übernommen hat Linen beachtenswerten Aufschwung hat in den letzten Monator. der Heidelberger Bund genommen, welcher sich in einem größeren Aufruf an die Mitglieder der ganzen Gemeinde mit der Bitte um Unterstützung des Vereins wendet. — Es -ebeint. als ob der Gedanke, allerorten jüdische Jugendheime einzurichten, endlich von vielen Gemeinden aufgenommen wird. Wir können von der Einweihung eines Jugendheimes in Gelsenkircben und der Schaffung eines Heimes in Leipzig berichten. Auch die Essener Gemeinde plant den Bau eines großen Jugendheimes. Als Architekt hat man Professor Mendelsohn, Berlin, gewonnen. — Nun einige die Allgemein heit interessierende Timmen aus den uns vorliegenden Be richten. Freiburg i. Br. hat einen „Briefkasten" eingerichtet Pie eingebenden Anfragen, gleich welcher Art — auch anonyme —. werden in den Reintabenden besprochen und auf Wunsch auch schriftlich beantwortet. Auch der Jugendvereiii Bingen hat ähnliche Frageabende eingeführt. Vor kurzer Zeit veranstaltete er gemeinsam mit dem Literaturverein eine viel beachtete Buchausstellung. Köln bat eine Arbeitsgemeinschaft über biologische Tagesfragen. Zwickau spricht über Jugendelend und Jugendpsychologie, Münster über Misrachismus und Liberalismus, Paderborn über Juden in Deutschlands Geschichte und Wirtschaft und Konstanz über luden in der Karikatur. Einen bemerkenswerten Auftrieb können wir in den letzten Monaten im Berliner Verein und in den östlichen Bünden feststellen. Unser Vorbandsfreund Kurt Metzger veranstaltete eine Tourne durch die Vereine Flatow, Krojanke. Schlochaii. Preuß. Friedland und Deutsch Krone und berichtet von der auch dort gut florierenden Ver einsarbeit. Von Güstrow liegt ein sehr schöner Bericht über einen Vortrag von Kurt London vor. In Rastatt arbeitet Erna Kuppenheimer wie immer sehr fleißig. Bielefeld hat einen Bibelzyklus eingerichtet und PreSden veranstaltet einen größeren Zyklus über ..Pie Geschichte, des Judentums im Zeitalter der Entstehung des Christentums", per Jüdisch« .Tugendbund Hannover gibt ab 1. Mär/, eine eigene Zeitung. ..I nterwegs", heraus, der wir fleißigere Mitarbeiter wünschen als das Verbandsorgan sie hat. Zum Schluß sei noch auf ein Treffen der Westdeutschen Vereine am 1. Februar in Godesberg hingewiesen, welches vom Kölner Bund veranstaltet und von über 290 Vorbandsfrounden besucht wurde. C. F. Per Gründer und erste Vorsitzende unseres Jugendbundes, Rabbinatskandidat Josef Schwarz, der am Breslaüer Seminar studiert wurde in Liognitz, wo er längere Zeit als Sabbinatsverweser fungierte, einstimmig als Rabbiner gewählt, obschon er sein seminaristisches Studium noch nicht beendet bat. Wir gratulieren herzlich! Jugcndbund Korschenbroich.

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