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Der Jugendbund · 1931-03-01 · 2 (3.1931) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
17 (1931)
Issue
2 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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HedSCueO, mit der Nase in der Mitte des Gesichte», au Ueui i i. rbeinigen Hund, der kerzengeraden Fichte, der runden Sonne usw. Also gerade umgekehrt, wie wir es manchmal r.» herrlich kitschig in Zeitschriften in Form von z. B. kreisrunden, — aus der Vogelschau aufgenommenen — Ncubautreppenhäuser-ähnlichen biologischen Körpern oder der, den kleinen Fuchsschwanz ähnlichen Säge des Sägefische- und ähnlichem bewundern dürfen. Ks gibt nicht so etwas wie Kunst in der Natur. Aber es gibt so etwas wie Natur in der Kunst. , Die Kunst'ist für den Jugendlichen: picht« eigentlich besonderes, als das oben für die verschiedei..... Fälle bereits ausgeführte. Aber, etwas weitaus aktuellere-: als für irgend jemand anders. Besonders in der Aufnahme. ■Penn Ausführung ist ja beim Jugendlichen aus technischen 'iründen noch stark beschränkt. Nirgends, als beim Jugendlieben, haben wir s,, viel Trieb- und Gegentriebmuterial, das irgendwie zum Bewußtsein gebracht werden will, nirgends finden wir so viele yef- -ehiedene Triebe beisammen und infolgedessen so viele Möglichkeiten der Betätigung für in Kunst konservierter Triebe wie beim Jugendlichen. Hier kaun die Kunst aui Segenbringendsten und am zerstörendsten wirken. Hier ist die Verantwortung des künstlerischen Erziehers noch größer als beim Kind. Denn das Kind nimmt nur auf und ehe es gesellschaftsfähig wird, muß es dieses jugendliche Alter, in dem es noch mal aufgerissen wird und die Möglichkeit einer Reinigung bat (wenn es in den richtigen Händen istl durchschreiten. Die Kunst ist für die G e in e i n s c h a f t: grundsätzlich ebensowenig als sie für die Natur ist (s. o.). Aber: Die künstlerische Materie kaun „Mittelpunkt eines Kreises sein, dessen efhzelne Punkte diesem Mittelpunkte radicirartig (durch gemeinsame nicht unbedingt gleich artige künstlerische oder sonstige Arbeit) zustreben"".- Dcrbew, ußte Gehalt kann wissensvermittelnd und zu weiterer Verarbeitung Stoff bietend wirken. Der unbewußte Gehalt kann erzieherisch, klärend und gemeinsame geistige Situationen schaffend wirken. Die Kunst ist für uns: Nichts besonderes. Aber eine* Aufgabe, die ihrer systematischen Inangriffnahme harrt. Walter Hol /. m a n n. Heinrich Heine zum 75. Todestage Mit einem Schlage, wahrscheinlich weil so viele Menschen, Kleinbürger, leiden, ist ein Problem Hioh in die zeitgenössische Literatur gestellt worden. Ks existiert sogar ■ •in Roman darüber, sehr prägnant, bündig geschrieben, — aber mit einem happy cnd. Alle« wird noch gut. — fünf Minuten vor Toresschluß. Heine würde vielsagend lächeln. Was gehört eigentlich /um happy cnd? Genügt eine Villa? Oder braucht man ■ lazu noch mindestens einen Mercedes? Kin Bankguthaben in der Schweiz? Einen Vetter, der M. d. R. ist? Oder etwa in paar Aufsichtsratsposten? Von wegen — es gibt Fälle im Leben i mau hat sie noch nicht statistisch erfaßt, aber sie sollen recht häufig vorkommen!), wo man sich die Kosten für ein Begräbnis zu- -ammenbetteln muß. also so eine niedliche Schnorrerei noch Mach dem Tode gewissermaßen. Heinrich Heine haben die literarischen Zauberkünstler ebenfalls weitherzig mit happy ■ nds beschüttet, — die einen zerbrechen sich den Kopf darüber, oh er sich in seiner letzten Stünde (übrigens hau°te •r hoch oben in seinem Halbdunkel in der Avenue Matignon. nahe den Ghamps Elysees, und es war ein trostlos grauer "~ inntag im Februar, am 17. war's . . .) Blumen auf die Bettlecke hat legen lassen, und Albert Wolf, der es genau wissen rill, legt dem sterbenden Kämpfer einige sentimentale Worte n den Mund. Die anderen tiberlegen, ob er vielleicht nicht loch, um als Jude zu sterben, einen Rabbiner hat kommen lasseil, — Hermann Schiff hat gehört, daß das aber nicht der Kall gewesen ist. Und die dritten brachten die wunder -i höne Episode von dem Satz auf. den Heine im Ton grenzender Aussöhnung gesagt haben soll: ..Gott wird schon ver- "ihen. denn das ist nun mal sein Metier!" Das französische Original) das der Heinesehe Kckermauu Alfred Meißner itiert, und das andere „Biographen" nachplappern, klingt Kärlich noch viel glaubwürdiger. ' So ringt man um das happy end bei Heine. Man braucht äs. Lud gerade diejenigen, die tausenderlei an Heine hcrumzumäkcln haben, gieren nach dem happy end. Nicht Heine hat viel gutzumachen, einzurenken und so eine gewisse Fasson wieder in das verkrempelte Dasein zuletzt noch einzuschmuggeln, — sondern seine Lästerer und Neider, die Kpigonen, die ihn analysieren und sein ganzes künstlerisches Werk vertan haben, — die literarischen Schnüffler, denen das Leben eine mathematische Formel oder eine, philosophisch scharf bestimmte These ist. Heine hat keinen Taler hinterlassen. Seine Frau, die göttliche, dicke Mathilde, hatte ihren Papagei. Seine Kollegen waren einen scharfen Konkurrenten, einen Kämpfer, der die Zeit mitriß, los. Die paar, die mit ihm den Kampf gegen Kleinkram, gegen Denunziantentum und ähnliche lyrisierend.' Zeitgenossen aufgenommen hatten, waren ihren Führer los und atmeten auch erleichtert auf: denn es gibt_JTUhrer.' die ihren eignen Lieblingen mit der Zeit gefährlich, unheimlich werden. Was war das zuletzt noch für ein feierliches Begräbnis! Heino hätte bestimmt, bestimmt ein wütendes Chanson über das der ..Welt" und der zünftigen Literaturgeschichte unabkömmliche, an den Haaren herbeigezogene happy end hinausgewettert. _ Das Spiel mit dem happy end um Heine ist. im 75. Todesjahre, noch nicht beendet. Das ..Denkmal" an irgendeinem Rhcinwinkel, wahrscheinlich ein imposanter, aktueller Steinhaufen, soll das Kapitel beschließen, und zwar sn würdevoll, daß die Studienräte ohne die pp. Hemmungen ihren erhitzten Schülerinnen von diesem „großen Dichter" predigen können. Kin ,Denkmal" sanktioniert vieles. Wir anderen, aufrührerischen Menschen haben, gerade wenn wir an Heine denken und ingrimmig die Faust ballen, andere. — o, ja: aufrührerische Sorgen, als die Debatte um das „Denkmal". Wir lieben unseren Heine ohne Denkmal. — diesen armen, verlassenen Juden, — diesen Kämpfer ohne happy end! J. Raphael. Es lebe die Humanität Allüberall, wohin wir blicken, herrscht die Humanität. N>hen wir nach Amerika! l>ort braucht niemand zu hungern "ler von einer Stadt zur anderen um Arbeit zu pilgern. > nein! Er kommt wegen Landstreicherei in herrliche Gelingnisse, wo er sein einwandfreies Wasserklosett hat, wo er vor dem Regen geschützt ist und wo er seine Kleiderlaus l"s wird. In wissen Sie. daß die Kleiderlaus Kleckfieber überträgt? l'nd wir schützen so jeden vor dein Fleckfieber. O, wir sind human in Amerika. Ja.- und wenn jemand über die Arbeitslosigkeit nachdenkt, und wir verurteilen ihn zum Tode, so lassen wir ihn noch 7 Jahre leben. Denn wir warten doch noch auf das Geständnis, wir töten niemand gern ohne Geständnis, wir sind ja so human. Und ist SS dann so weit, dann setzen wir ihn auf einen

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