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Der Jugendbund · 1930-11-01 · 11/12 (11.1930) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
16 (1930)
Issue
11/12 (11.1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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dei ken erkennen kann, in der Debatte, im Wechsel von Frage lim] Antwort gewonnen werden soll. Nur zur Grundlegung, Ergänzung und Zusammenfassung erfolgen gelegentliche kurze Referate des Knrsusleiters.'Se weit wie möglich sollen Ii.- einzelnen Kurf usteilnehmer selbst zu Wort.' kommen. Ks werden von ihnen keine besonderen Vorkeimt hisse verlangt; wohl aber wird guter Wille zum Mitdenken iind Aussprechen, zu eifriger aktiver Mitarbeit, zu rückslclrtsloser. Offenheit und zur Disziplin erwartet. Joder soll zur Fixierung von Fragen. Faehworten und I'ebersiekteii — ein Heft mitnehmen, lud keiner -oll sieh scheuen vor dem Aussprechen dessen. was er meint und weiß: keiner s Blamage. Man blamiert sieh hier nk Irrtum hier einstweilen auch bei F» male ist —, man blamiert sieh hier Mangel an Interesse. Aber auch so beim Problem der Arbeitslosigkeit - wie man sich in rein akademischen F Penn bei Fragen, welche praktisch je enthüllt das fehlende Interesse ■nicht Intelligenz, sondern vor allem am Charakters. II e i n t dII sich fürchten lit durch Irrtum bleuten noch das lediglich durch b blamiert man sie nicht etwa in der ■"rairen blamieren' den und alle any nur einen Mango h einen Defekt •ich -R i t 7. in a n h Äi kam ein i I d« Buchbesprechungen Man» Günther als l{as«ciiliir»clicr. von Eniversitätspr-ofessor I>r. Friedrich ilertz. Halle, Phiio-Verlag (l'reis 15 l'f.) und Pathologie de* Ra--cnaiiti-eiiiiti«mus von Erich Kuttner, Philo-Verlai: (Preis 50 Pf.). Zwei interessante, lesenswerte Schriften gegen, den Antisemitismus. Die erste bringt die Werke des Rassenforschers Hans GiintJter unter die Lupe des ernsten Wissenschaftlers. In geistvoller, manchmal sogar humorvoller W ri-e. werden die Ergebnisse iler ..Forschungen" Günthers untersucht und „gewürdigt", und man fühlt das Lächerliche i!cr Rassenforscbnng, wie sie ilie Antisemiten betreiben., aus der Darstellung heran-. — Die zweite ist einzig in ihrer Art. f'er Antisemitismus als psychische Krankheit. In ernster Auseinandersetzung zeigt der Verfasser,, wie der Rasgenantiseniitismus aus di m Geltuhirsbjdürfnis, wie aus den Minderwertigkeitskomplexen iler Antisemiten entspringt und gibt auch an. wie man diesen Neurosen begegnen kann. lest ii\ euren Heimabenden über Antisemitismus diesebeiden Hefte. Sie sind billig und für eine Arti. it nützlich! -.-.tZ — »ii-annc und Marie, vn Eine entzBckehde i Bruno Brehm. Piper-Verlag. Kindergeschichte ist's. Zwei unverdorbene, naturechte Mädels leben ihr Dasein fern von jenem einengenden Zwang, wie ihn Schule und Gesellschaft bringt. Sie verstehen es aber auch glänzend, -päter sich diesen Fesseln zu entziehen, um ihr ungebundenes I »n-nin weiterführen zu können. Prächtig fein ist die Entwicklung der beiden Charaktere geschildert, von ih r Kindheit durch das Pubertäts- •altor bis zum Erkennen. Mit einer Freundschaft zwischen eir.....i jungen Offizier und Susanne, die durch den Weltkrieg getrennt werden, schließt dieses Buch, das euch Junggruppen nur zu empfehlen ist. —e — Panait Dtrati. Kiiltlaml nackt. R.-Piper-Verlag, München. Man redet oft von proletarteieren und blickt verstohlen nac h Bußland, wo doch alles prolot irisiert ist. Wie us nicht gemacht werden soll, oder wie mau die Fehler vermeiden kann, das saut Panait Istrati in seinem dritten Rußlandbueh ..Rußland nackt**. I est einmal dieses Buch und ihr werdet staunen, wie wenig die heutige Menschheit zum Kommunismus fähig ist. was er im Versuchsland bewirkt hat. Ereilich, die frühere Staatsform war morsch 'und mußte fallen, aber wie es heute im heiligen l ande des Kommunismus aussieht, das zeigt an nüchternen Tatsachen (sogar mit Belegen) das Buch Istrafis. Vielleicht gehen manchem, der bisher für Rußland geschwärmt hat. die Augen auf. M. Daliberale Binheitsgebetbaeh. Im Auftrag d.'s liberalen Kultusansschnsses des Preußischen Landesverband. - jüdischer Gemeinden haben zwei Rabbiner und ein Dozent der Berliner Hochschule ein Gebetbuch für das ganze Jahr herausgegeben, das als Grundlage für alle liberalen Gottesdienste dienen soll. Es ist endlich einmal der Versuch gemacht worden. Einheit in die zahlreichen Formen zu bringen, all die kleinen Variationen. zu beseitigen, durch die sich dir' liberalen Gottesdienste immer unterschieden haben. Im allgemeinen behält das Gebetbuch die Grundlage des* alten Siddurs und Machsors bei. nur manche Gebete, wie das Kol Nidre. einige Benediktionen der ischemone Esrc erhielten andere Fassungen, manche Tagcspsalmen wurden durch andere ersetzt; hingegen wurden oft sich wiederholende Gebete gestrichen. Doch dürfte man heute schon erkannt haben, daß die Erwählung Israels nicht eine Vorherrschaft über die Völker bedeutet, sondern die große Verpflichtung, Gottes Lehre unter die Menschheit zu verbreiten; deshalb erscheint er unangebracht im Feiertags- 14 trebeto. wie im Kiddusch den Satz „Weraumaratonu mik"' halschaunaus" zu streichen, wie es zu Geigers Zeiten üblii i; war. Die Gebete, die sich auf Zion beziehen, sind nur insoweit gestrichen, als sie sich auf eine direkte Rückkehr nach Palästina zur Einführung des Opferdienstes beziehen: aber dort, wo in Jerusalem das inessianische Hoffuungsziel verkörpert wird, ist der ursprüngliche Text, beibehalten worden Das (lebet um Tau und Regen ist, unserem Himmelsstrich entsprechend, fürs ganze Jahr vorgesehen. Die wichtigsten Gebete am Neujahrs- und Versöhnungsfeste, die schönsten' Piutim, sind erhalten geblieben, ebenso die meisten Wtduj. Etwas sonderbar berührt die Auswahl der Thoraabschnitte, von denen manche überhaupt keine Beziehung zum betreffenden Fest haben: freilich sind einzelne, wie am Nachmittag lies Versöhnungstages, durch sinnvollere ersetzt worden. Die l.eigedruckte l'ebersetzung hält sich frei von jenem Eeber- «ctznngStleUtsch, und gibt den Geist des hebräischen Wortes dureha.us sinngemäß wieder, so daß die Uebersetzr.ng als Gebet nebenher benutzt werden kann. Ob das Gebetbuch die Verbreitung findet, die von ihm erwartet wird, bleibt der Zukunft überlassen, da viele Gemeinden ihre eigenen Gebetbücher haben und sich schwer entschließen können, ein neues einzuführen. Zu wünschen wäre nur. daß. wie im konservativen Ritus, im alten Stddur und Machsdr, eine Einheit besteht, diese auch in dem neuen Andaehtsbiich entstehen möge. K. M Agada und Exegese bei Flavius Joscphus. Von Dr. Salome Rappaport. (Wien 1930.) Der Verfasser bringt in dieser ausführlichen und äußerst gründlichen Arbeit reiches Material über die Abweichungen des Flavias Josephus in seinen Geschichtswcrken und sonstigen Schriften vom Text der Bibel. In der Einleitung werden die Quellen, aus denen Josephus geschöpft hat. behandelt, während der Hauptteil die Belegstellen der Abweichungen bringt. Bei Behandlung der Zeitepoche des großen jüdischen Historikers in den Bünden, wird sich viel Wertvolles aus dieser Arbeit schöpfen lassen. —t Aus der Geschichte und laben der Juden in Leipzig (Fest- HChrift zum 75jährigen Bestehen der Leipziger Gemeinde- >\ nagogc). Das uerkeben behandelt in mehreren Kapiteln von namhaften Verfa-sern die Entwicklungsgeschichte dieser Gemeinde Besonders anzuerkennen i.-t. daß nicht nur das religiöse Wachstum der Gemeinde gezeichnet wird, sondern in breiterem Rahmen auch, die wirtschaftliche Entwicklung dieses zentralen Handelsplatzes Behandlung findet. (Aufsätze f»» Gehn. Leipzig und Freudentlial, Nürnberg.) Als OricntieTUngsmaterial über diese Gemeinde sehr geeignet , — r. — Streitfragen. J. Kaufmannbrosch. 3.50 Mark, gebunden Steinhardt Jidisehe Zeit- und Verlag, Frankfurt a. M.. .4,50 Mark. . Dieser jüdischen Streitfragen sind i.....ier noch Zeitfragen. Leider. Darum ist es ein jüdisches Verdienst des Verlages, den alten Kämpfer Steinhardt zur gesammelten Herausgabe ein. r Reihe von früheren Reden und Aufsätzen veranlaßt zu haben. Was erfahren w i r aus dem Büchlein? Nichts anderes als d i e Ausschnitte aus dem Leben «Ier Gegenwart und der jüngsten Vergangenheit, die gerade jetzt — nachdem wir doch den „Weg in die Wirklichkeit" trotz und alledem angetreten haben und weder zurückwollen noch können — im Mittelpunkte unserer Verbandsarbeit stehen, sie werden uns Wer gezeigt Von einem Mitkämpfer? Nein, von einem Vorkämpfer! Die Fragen der jüdischen Schule, des numerischen

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