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Der Jugendbund · 1930-11-01 · 11/12 (11.1930) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
16 (1930)
Issue
11/12 (11.1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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V ililon wurde Kurt Löwenstcin, Berlin, an Stelle dos Rtu- . rillenden Albert Goldschmidt zum L Vorsitzenden gewählt. . Abschluß fand ein Heimabend der zurückgebliebenen aus- . irtigeo Freunde mit dem neugegründeten Frankfurter Verein unter Leitung von Krwin Seegall statt, ha ist hier be- -••uders hervorzuheben, daß sich die Mitglieder des DjWB. Kameraden zur Mitarbeit im Frankfurter Verein bereit erklärten. r Am 12. Oktober fand in Mülheim-Ruhr die Tagung des 1,'heiniseh-Westfälischen Landesverbandes statt. Im Verlauf Ii.-i r Tagung sprachen Krich Altmann über das Verbands- |irngramiii und Artur Hermanns über die 'Methodik Unserer Arbeit. Aus dein zweiton Referat ist besonders, di Nculeilung der Vereinsarbeit in parallel laufende Arbeitsgemeinschaften und Heimabend-Zyklen hervorzuheben: diese Mothod wird wahrscheinlich in vielen 'Bünden befolgt werden. In ief, sich am Nachmittag anschließenden Diskus.-iirti ward" wieder besonders auf die Arbeit der Gilde hingewiesen, die -ich in den Vereinen fruchtbringend zu zeigen beginnt. Der I mu'vcrdiente Vorsitzende des Lindesverbandes. .Dr. Julius ller/.feld, Essen, legte sein Amt nieder: Nachfolger wurde Rabbiner Hr. Kurt Wilhelm, Dortmund. Die Dclegiertentagung des Landesverbandes Grenzmark fand am 5. Oktober in Schneidjmühl statt. Das Hauptreferat hielt Max Schweisheiroer über Abwehrarbeit. Die Berichte der Grenzmarkvereine ließen irkennen, daß man sieh im großen und ganzen an die auf der Führertagung in Berlin gegebenen Richtlinien hielt. Der bisherige Vorsitzende Rabbiner Dr. Rosenzwoig, Schneidemiihl, wurde einstimmig wiedergewählt. Sowohl in Frankfurt a. d. Oder als in ■Schneidemühl war die Verbandsleitung durch Krwin Scegall vertreten. Der I'ommrrsche Landesverband veranstaltet iu diesem Jahre keine Delegiertentagung, sondern beschränkt sieh auf eine erweiterte Vorstandssitzung. Das hierdurch ersparte Geld soll für Beisien der Gildenmitgliedor in die Bünde Verwendet werden. Am 10. Oktober war in Bremen die diesjährige Dclegiertentagung des Landesverbandes Nord Westdeutschland, welcher' 1(1 Delegierte und ungefähr 100 Gäste beiwohnten. In drei Kurzreferaten wurde /.um Problem der Tagung „Gestaltung unserer Arbeit" Stellung genommen Leber soziale. Arbeit referierte Dr. Rosenack. Frau Ida l'olack, Luiden, zeigte Mittel und Wege zur jüdischen Arbeit und Jack Kapha.d, Beckum, legte seine Gedanken zur politischen Arbeit dar. In der anschließenden Aussprache diskutierten u. a. Krich Altmann. Wanne, und Herbert' Müller ' Millingen. Besonders bemerkenswert bei dieser Tagung war in Antrag Jack Raphaels, welcher darauf hinausging, daß der Verband aus seiner politischen Neutralität herauszutreten habe und sich offen zum Gestaltungswillen einzelner politischer und halbpolitiscber Organisationen bekennen müsse. IMaser Antrag wurde mit knapper Mehrheit deshalb abgelehnt, weil der Antragsteller politische Betätigung in um/, bestimmten Organisationen nicht empfohlen, Mindern .Hin Zwang gemacht hat. Am Schluß der Tagung sprach da* Mitglied der Verbandsleitung. Krich Altmann, über das Thema „L'nser Kampf gegen Nationalsozialismus und Wirt- - Ii.iftsnot". Die Tagung des Landesverbandes Mitteldeutschland würde mf den 26. Oktober nach Krfurt einberufen. Herbert Felsen;; Üial sprach über „Die Stellung des Verbandes zu den Lebensfragen dea Judentums". Kr wies darauf hin. daß heute, im Zeitalter des Ausgleichs, die auch jetzt noch auf allen Lebens- Schieten vorhandenen Spannungen unter allen Lmständeii beuben werden müßten. Der von der Verbandsleitung als erster i'unkt auf ihr Programm gesetzte Kampf gegen den National- •i/.ialismus habe als Knd/.iel die gegenseitige Verständigung : Wischen nichtiüdischer und jüdischer Jugend im Auge. Auch die beiden anderen I'rogrammpiinkte des Verbandes, überpartcilicher I'alästinaaufbau und soziale Arbeit, seien bewußt zu demselben Kndzwcck den Vereinen zur Bearbeitung übergehen worden. Am Nachmittag wurde im Anschluß an in Referat von Waldemar Strauß vor allem die praktische *eito der sozialen Hilfe besprochen. Daneben sind Fragen ier politischen Erziehungsarbeit und des Verhältnisses von lügend und Gemeinde erörtert worden. Der Norddeutsche Landesverband veranstaltete seine •-jährige Delegiertentugung am 2. Novpinber in Lübeck, urt Friedmann, der Geschäftsführer des Verbandes, sprach i :ai Delegierten und etwa 50 Gästen über das Thema \ ö'r neuen Aufgaben des Verbandes". Kr wies besonders •rauf hin. daß es in der heutigen Zeit unumgänglich, nötig sei, die jüdische Jugend mehr als bisher zu politischer Betätigung heranzuziehen. In der sich anschließenden lebhaften Diskussion wurden eingehend die Punkte des Verhandspragrainiiis erörtert. Erfreulich war die trotz der schwierigen Verhältnisse in Norddeutschlaud außerordentlich rego geistige und menschliche Anteilnahme aller Freunde. Hans L'antor wurde einstimmig wieder zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Tagung des Badischen Landesverbandes am 2. Nn- \ einher in Mannheim war von sämtlichen bndischen Vereinen besucht worden. Das Hauptrefernt hielt Herbert Felsenthal, der unter dem Thema ^Neue Aufgaben — neue Fronten" sich mit denjenigen Lebensfragen des Verbandes beschäftigte, .über die auch an anderer Stelle berichtet worden ist. Der gut besuchten öffentlichen Tagung folgte eine mehrstündige geschlossene Delogiertonsitzung. Die Vereine berichteten über ihre durchweg intensive Tätigkeit. -Ks wurden aber auch dieselben Mißstände wie anderorts erörtert. Insbesondere der sich stark bemerkbar machende Führennan-rel und der wirtschaftliche Druck, unter dem die Vereine zu leiden haben, Linen breiten Raum nahm die Erörterung über die Ausgestaltung der Sozialen Hilfe in Baden ein. für die sich insbesondere Rabbiner Dr. Grünewald. Mannheim, zur Verfügung stellte. Kür Lutz Themal, der aus beruflichen Gründen eine Wiederwahl ablehnen mußte, übernahm Bruno Danziger. Freiburg i. Br.. dem zwei stellvertretende Vorsitzende zur Seite .stehen, den Landesverbamlsvorsit/.. . _^ Der Mannheimer Jugendbund, der über eine außerordentliche Anzahl aktiver Mitglieder verfügt.' hatte die Tagung gut vorbereitet und beschloß sie durch ein wohlgelungenes Fest. Atn-0. November fand ein Fiihrerschulnngskursus für die Landesverbände Westdeutschland und Rheinland-Westfalen; den die westdeutsche Gilde nach Köln einberufen hatte, statt. I'äs von 160 Verbandsfreunden aus fast allen Vereinen und Junggrupperi der' beiden Landesverbände besuchte Treffen stand auf einem beachtlichen Niveau. Man hatte, um eine stärkere Heranziehung aller Freunde zu ermöglichen, den Schulungskursus in fünf Arbeitsgemeinschaften aufgeteilt. Herbert Felsenthal sprach in diesem Rahmen über,dieStruk1ur des Verbandes. Krich Altmann leitete eine Arbeitsgemeinscnafl über die Frage „Was ist in Palästina lös?" die Leitung der Arbeitsgemeinschaft ..Wege zur Bibel" las in den Händen von ('urt Friedniann und /der Kursus ..Soziale Hilfe" wurde gejhefmäm von Herbert Felsenthal und Krich Altmann durchgeführt. Im Junggruppenkrei8 sprach I eo Eschelhaehor über ..Die Methodik der Arbeit in den Junirgruppen". — Wir hoffen, daß dieser Tag sich in der- Winterarboit der Bünde und Junggruppen richtunggebend auswirken wird. Wir' können mit Freude feststellen, daß die Winterarbeit sich in den Vereinen ihrem Höhepunkt nähert. Allenthalben werden die vom Verband gegebenen Richtlinien befolgt und die Themen, welche in den Bünden behandelt werden, schließen: sich zum größten Teil eng an das Vorbandsptogramm an. Hierbei sind besonders die Arbeitsgemeinschaften zu erwähnen, welche sieh mit politischen »Fräsen befassen, wie sie u. a. in Mainz. Heidelberg. Dresden. Chemnitz. Trier. Göttingen und Bruchsal stattfanden. Die augenblickliche Wirtschaftliche Situation zwingt allenthalben inch die jüdische Jugend, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Die Vereine Stuttgart, München. Hannover. Frankfurt a.-$f. und Haiger loch, werden sieh im Laufe dieses Winters mit diesem Thema beschäftigen. — Ks ist sehr erfreulich, daß in vielen Vereinen der Versuch gemacht wird, ihren Mitgliedert) rein" jüdisches Wissen zu vermitteln. So finden in den Bünden Emden, Köln und Hannover Geschlcbtskurse statt, welche sich einer regen Teilnahme erfreuen. Krojanke berichtet von einem wohlgelungenen Stiftungsfest, Harzburg von einer schönen Simchas-Thora-Fe.ier. Daß auch in Kleinvereinen künstlerisch g "-arbeitet werden kann, beweist der Verein Ichenhausen, welcher das G. Bild ans Stefan Zweigs ..Jeremias" EU einer hervorragenden Darstellung brachte. Wir wollen nicht verfehlen, an dieser Stelle einen anderen Kleinverein besonders hervorzuheben, welcher im Verbanilssinne vorbildlich arbeitet: Siegln, an dessen Arbeit sich viele andere Bundvereine ein Beispiel nehmen können. Außerdem liegen uns erfreuliche Berichte aus den Bünden Konstanz, Saarbrücken. Borncastcl. Attenkirchen, Stuttgart und Geilenkirchen vor. Erfreulicherweise sind eine ganze Anzahl_Vereine in der Lage gewesen, sich iu der letzten Zeit eigene Heime einzurichten. Dies erfahren wir aus Halbcrstadt und München. In Stuttgart und ■ ■ ~ 11

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