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Der Jugendbund · 1930-11-01 · 11/12 (11.1930) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
16 (1930)
Issue
11/12 (11.1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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..I'i;.• h n-bc-t rehuniieniin Miilol.-ilt«T ". deren I 'urcharboituug -"n Ii im Hinblick :>uf -ehr vi.-Iiaktuelle Dinge zweifellos lohnt. — Dem Sinn des nationalsozialistischen Aufstiegs versucht die gute Wochenschrift „Chronik iler Menschheit" in rie r Sondernummer ..Heil Hitler!" (Heft £9) gerecht tu werden. Aach Heft in iler Zeitschrift ..Freie Sozialistische Jugend" gibt sieh mit dieser Zeitfrage ab. Iu beiden Zeitschriften wird bei der Behandlung des Themas jede — sonst b iiler immer noch gern angewandte — ironisierende und satirisch sein sollende Ueberbeblicbkeit und aus den seligen Zeilen v"i>r der Wahl stammende f'ntersehätzurig eines politischen Gegners vermieden. I nd. das macht die Auseinandersetzung erst sympathisch. I. R. Das Deutsche a<l hoc-Comitee der Internationalen Aktion gegen Wehrpflicht und militärisch.- Ausbildung der-Jugend veröffentlicht folgende , ."/ Erklä imi ii Kin internationales Manifest ruft uns auf zum Kampf gegen die W^ehrpflicht und gegen die militärische Ausbildung b r' Jugend Die Wehrpflicht isJLzwar in Deutschland durch Friedensertrag und Gesetz abgeschafft. Dennoch wird unter bewußtem Verschweigen der modernen Entwicklung der Krioss- ,\ luftiund -Technik die Wiedereinführung eines Wehrjtflichtsysteras. sei es auch in Gestalt von Miliz oder nur \ rbeitsdienstjahr, propagiert. Auch die militärische Ausbildung der .Tugend ist in Dentsehland durch Gesetz verboten. Nicht durch Gesetz zu verbieten i-t indes der Geist lies Militarismus Kr beherrscht weite Kreise der Lehrerschaft, die die jungen Menschen <— oft unter dem Vorwand körperlicher Ertüchtigung — bewußt "br unbewußt; entgegen der .Absiebt des Artikel- II.* der Reichs*" erfassun^ Kriegsroniantik und Kriegshandwerk leinen Kr beherrscht fast ausnahmslos die deutschen Hochschulen: Kr .beherrscht in Deutschland überaus jahlreicbe Jugendvereine und -Organisationen, die — unter der reitung r v-k wäKsgerichteter, verantwortungsloser Angehöriger der alten Ccnorotion — in der Jugend den Kriegsgeist von 1011 neu schaffen wollen. Wir fordern, daß Reichstag und Reichsregierung Bestrebungen auf Wiedereinführung der Wehrpflicht oder auf \ -r. größerung des Heeres unzweideutig ablehnen und da; zuständigen Behörden alle Organisationen rücksichtslos un rdrücken, die unter dem Druck politischer und sozialer ,te Men-clien zwingen, sich für einen künftigen Krieg. Bi gegen irgendeinen äußeren, sei es gegen einen inneren Fi |. militärisch ausbilden zu lassen. Die Jugend bat die große Aufgabe, für die t'ingostalg Deutschlands und der Welt auf ganz neuen Grundlage kämpfen. Das erfordert in Deutschland die Vereinigung Znkohftgerichtefen zu gemeinsamem freiwillig-bejahen : u Verzicht auf jede Militarisierung. zu gemeinsamem schiedenem Kampf gegen jedes System, das Krieg zwi- Völkern ermöglicht. Deutschland wird nie und nimmei den Mitteln der Gewalt die ihm gebührende Stellung wiei. erlangen können, nie und nimmer ist mit Mitteln des Krieg - der Friede zu sichern; Deutschland erkenne vielmehr, ii •tenn es den Frieden will, es nur eines vorbereiten >l den Frieden. Außer vielen Eiiizelunter-chriften prominenter Per- ,i - licbkeiten: Arbeitsgemeinschaft der Vereinigung ehemaliger Kri> gefangenen Deutschlands, c. V. / Bund der Freien Schulgcscllschaften Deutschlands, e. V. / Bund der Kriegsdien-'- gegner. Bund Entschiedener Schulreformen / Bund R< igiöser Sozialisten, I andesverband Preußen. / Christi Soziale Jugend Deutschlands. ' Christlich-Soziale Reh - partei. / Deutsche Friedensgesellschaft. | Deutsche Liga fün Menschenrechte. / Deutscher Bund für Mutterschutz. Deutscher Monistenbund. / Deutscher Zweig des Internat' nalen Versöhuungsbundes. / Friedensbund Deutscher Katl liken. Gewerkschaft Deutscher Geistesarbeiter, e. V. / ('.p. deutsche Volksgemeinschaft. Gruppe Revolutionäre l'a/i- Fisten. ,' Internationale Frauenliga für Frieden und Freih Deutschet Zweig. / Katholische Weltjusr endliga. Vorb::,l Deutschland. / Kreis Junirjüdiseber Pazifisten. / Vereinigung der Freunde von Religion und Völkerfrieden. Volksbun I für Getetesfreiheit. / Weltjugendliga, \"crhand Deutschland. Aus Briefen an die Verbandsleitung r. Einem Rrief. den uns unser Verbandsfreund Oberland ■-- gerjehtsrat Dr. Alfred Ncumeyer. München, freundlichst zut Verfügung gestellt bat. entnehmen wir folgende frische Schilderung eines amerikanischen Jungen über seine Barmizwob-Feier: .....Wir hatten 80 Mädchen und Knaben konfirmiert und batt 'ii eine herrliche Andachtsfeier. Der grope Tempel war überfüllt, und mir wird dieser Tat: stets in Erinnerung bleiben. Nun bin ich ein volles Mitglied des Judentums und Will stets danach trachten, durch meinen I ebenswandel Achtung für solches zu werben. Wir hatten keine Feier zu Hause, da die Zeiten hier Bihi schlecht sind. Wir hatten ein gutes Essen, und das war alles. Natürlich habe ich eine neue Ausstattung von Kopf bis Fuß bekommen. Die Mädchen tragen weiße Kleider und ein Rosenbukett. Da arm und reich vor Gott gleich sind, war das Tragen von Schmuck verboten. Da waren Kinder armer I eilte und großer I'ollarmillionäre. Leider ist der neunzigjährige Richter Cohen, der uns in den Tempel einführte, drei Tage später plötzlich gestorben. Der Verstorbene war jeden Tag im Gerichtssaale und war einer der größten amerikanischen .luden. Kr war geehrt bei jedermann, doch daß er uns zur Feier an jenem Tage einführte, betrachtete er als die größte Ehre, die ihm in seinem Leben erwiesen worden war. So sagte er zu uns. und dies «rar für ihn der letzte Tag in seinem Tempel Mein Vater hat von seiner Barmizwoh-Feier erzählt und : seine eigenen Fehltritte vor Augen gehalten. Wir haben al drei bitter geweint und mit guten Vorsätzen bin ich in ö Mannesalter' getreten." II. Ilse Horwitz, Höchst a. M.. schreibt uns über die Poli: ierung des jüdischen jungen Mädchens folgendes: „Ich will jetzt hier keine wissenschaftliche Abhandln' ichreiben, sondern ganz kurz meine Meinung, von meine Standpunkt, der ja der Standpunkt eines jungen. jüdischdädcheiis j-t. Sagen. — Mädchen lassen sich leicht bec Hussen. 'Einem Andersgläubigen wird es bestimmt ni< hwer fallen, ein junges, >unerfahrenes Mädchen für sei Partei zu gewinnen. Daher ist es die Pflicht der jüdiscl Jugendvereine, dafür zu sorgen, daß sieh seine weiblich) Mitglieder von frühester Jugend nn eine eigene politUo Meinung bilden. Gleichzeitig müssen sie aber auch versuch, es ihnen einfach zu machen. Ich kenne viele Mädchen, ll twar Zeitung lesen, aber nur das. was unter dem .Strich stej Politische Leitartikel sind langweilig. Ich gebe zu. Roman von der Coletta ist für manche vielleicht spannen! als SeveringS Rede im Reichstag. Daher müssen wir \ Puchen, die politische Kost so .einfach und schmackhaft \ tnsetzen, wie es nur irgend anseht. Leicht verständlich . die Hauptsache. Dann wollen wir sehen, ob nicht auch Mädels Geschmack an der Politik bekommen." ' Aus dem Leben des Verbandes Die letzten Wochen standen im Zeichen der Delegiertchtagungen, über die wir nächfolgend' berichten: Infolge des verspätet eingegangenen Berichtes können wir jetzt erst über die am 17. August in Frankfurt (Oder) stattgefundene Delegiertentagung des Ländesverbandes Großßcrlin-Brandenburg berichten. Die Tagung wurde durch ein Referat von Rabbiner Dr. Maybaum, Frankfurt (Oder), ein- 10 geleitet, an welches -ieli zunächst nur eine kurze Diskus-:-n ahsebloß, die zur Gründung des Judischen JugendvereiiH Frankfurt a. «I. Oder führt.». Man hatte im Interesse eii r praktischen Auswirkung der Tagung von großen Referat n abgesehen; man hielt vielmehr lediglich (hei Arbeitsgeim ascliaften über ..Nationalsozialismus", „Soziale Arbeit" und ..Pala.-tina.irbcif ab. In den die Tagung beschließend-™

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