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Der Jugendbund · 1930-07-01 · 7/8 (7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
16 (1930)
Issue
7/8 (7.1930)
Date
1930-07-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der /erband der jüdischen Jugendverejne Deutschlands hat /.um 1 September 1950 die Stelle eines Gefchäfisführers 7. \\ I» ZudenAufgaben des Geschäftsführers gehören die selbständige Leitung der in Düsseldorf befindlichen C ieschätlsstelle. die Führung des Schriftwechsels mit den, Landesverbänden Vereinen und .lunggruppen. die Überwachung . undWei|eifüluungdei Kördereraklion sowie der Besuch yqo Vfereinen P / 4 Bewerbungen unter Angabe der Gehalts ansnrüche sowieSrhilderungderbtsherigen Verbands- und Berufstätigkeil sind bis zum 10. Augusl 1930 zu senden an. Rechtsanwalt Herbert F'elsdnthal, I )'dorf Konigsallee 66 ,!,,■ cwir <*- wahr haben mochten, waren wir Wieder in München. liier hieß 08 .....Hieb, von den vielen licb^owordcncn \i, n-elien Abschied nehmen. Und «renn in wenigen Tagen ..■in iusamor Reise <lie Devise di» Verbandes zur Tagung: „Kri'Hiidfächnffeii zu schließen and >ie an dauernden auszubauen", so glil bfefolgjj wurden ist. dann kannst Du Mir vor- -lellen. mit welchen Gefühlen' man wieder sein gewohnten Mltugxlcbeo begann; - I Mi wirst Dir nun ein Bild machen können, wie es war, iitili vielleicht auch üCbon, Wie OB in SWel .Iahten auf uu-orer n.irhsten VernandareJsd sinn wird. ""Vielleicht, daß ich Dir ■ Iiiiii einen solchen Brief nicht zu .schreiben brauche — weil wir die Reifte gemeinsam mitmachen. Her/liehe (ilnlse! £>e|n Alfred Speyer, F rank fürt a. Main. Gedanken eines, der nicht dabei sein konnte Die Münchener Tage sind vorbei. Die Freunde, die dort uaren, berichlen, und Stein um Stein fügt sicK zum getMossenen Bilde zusammen. Vielleicht ist es so, daO wir, die wir nicht in München waren, eher und objektiver den Dingen .ml den Grund sehen können, weil unser Blick nicht von den lenschaften und Spannungen, von denen die»e Verbandslagung. wie keine zuvor, beherrscht war, getrübt ist, weil wir die Ergebnisse als solche werten können, ohne von dem Drum nhd Dran, das wir eben nicht erlebt haben, gestöil zu werden. Eines steht fest, als oberstes Ergebnis: Der Verband wird von keinem seiner Clieder verneint. Alle die, die geglaubt cn, der Verband sei in Gefahr, haben unrecht gehabt. Weit im.hr als bisher sieht fest: Der Verband isl heute eine jüdische Nulwendigkeit geworden. Wenn er heute sich auflöste, er müßte, morgen in gleicher Form wieder geschaffen werden. W o sehr das richtig ist, beweist die Tatsache, daß die Opposition, die in München leider nicht so zu Wort gekommen ist, V das notwendig war, ihre Gedanken nicht außerhalb des V erbandes denk; und zu verwirklichen sucht, sondern in den \ erband hineindringen will. Es ist wirklich schade, daß die \u>einandersetzung mit der Opposition unterblieben ist. Man mag zu Holzer und seinem Kreis stehen wie man will von "•r selbst weiß man ja, daß ich die Gedankengänge für falsch '■.alte —, die Auseinandersetzung hätte nicht umgangen werden -ollen. Der Verband ist heute stark genug, eine derartige lli-kussion zu ertragen. Aber aufgeschoben braucht nicht eaf gehoben zu sein. Hoffen wir, nein fordern wir, daß die neue Leitung diese Diskussion austrägt, sie kann nur von Nutzen für den Verband sein. — V ielfach hört man die Frage: War es richtig, Buber das otfnungsreferat zu übertragen? Nun, daß die Debatte sich! 'iemals auf der Höhe des Bubcrschen Referats bewegen kann, mußte dem, der Buber und seine Schriften kennt, klar Wir haben bisher vielfach in der Auffassung gelebt, unsere Darbietungen müßten dem Niveau unserer Menschen ^epaßt sein. Ob das richtig war, ich bezweifle es. Nur : inn, wenn wir von unseren Menschen mehr fordern als sie wohnt sind, haben wir Aussicht, sie aufzureißen. Und vort führenden Köpfen unserer Vereine, wie sie in München ■ immelt waren, haben wir das Recht, zu fordern, daß sie - fertigbringen, sich auf ein Niveau, wie es ein Mann wie ler bedingt, zu erheben. Daß die Debatte abfiel, das war, ie gesagt, nicht verwunderlich, denn zu Buber konnte llcchlhin nichts gesagt werden. Ein anderes zeigte die Tagung, nämlich wie sehr richtig ■ Verbandsleitung gehandelt hatte, als sie vergangenen Herbst Rcrufsfrage anschnitt. Aus allen Berichten klingt es durch, -ehr ernst die Situation unserer Menschen ist. Und die -te Zeit der Münchener Tagung wurde mit dem Besprechen ver Fragen zugebracht. Gewiß, der Verband kann seinen erfschen kein Rezept geben, wie sie glücklich werden können. Minnte er das, er wäre der Messias unserer Tage! Aber er :wingt unsere Menschen, sich mit der Frage der Gestaltung hres Lebens auseinanderzusetzen und fegt so den Grundstein iir eine neue Lebensauffassung, die wir selber vielleicht nicht mehr erleben werden, die aber denen, die nach uns kommen, ielea leichter machen kann. Die Frage der Lebensgestaltung n Wirtschaftskampf darf nicht mehr aus dem Verbandsleben egbleiben. Mögen andere Aufgaben, andere Fragen gestellt »erden, sie können mir unter dem Gesichtswinkel dieser ■ bersten Frage behandelt werSen. Die Aufgabe ist groß, das el nicht zu sehen, aber trotzdem, es muß sein. Erfreulich ist aber vor allem, daß die Debatte über die 'ewish Agency so kurz und einmütig war. Wenn die scheidende Verbandsleitung wirklich noch eines Beweises für die Richtigkeil ihres Standpunktes bedurft hätte, hier wurde er geliefert. Palästina läßt sich nicht mehr aus den jüdischen Gedankengängen ausschalten, weil es Wirklichkeit ist und man Scheuklappen von ungeahntem Ausmaß aufsetzen müßte, wollte man es übersehen. Erfreulich war weiter, daß man mit einem Wort über die „Erklärer" wegging und die Sache damit"'zu der Bagatelle machte, die NC letzten Endes ist. Aber ein neues und wichtiges Feld hat sich in München aufgetan, an dem ebenfalls nicht mehr vorbeizukommen ist, die Frage des Antisemitismus. Es geht nicht mehr an, den Kopf in den Sand zu stecken und zu tun, als ob kein Antisemitismus da wäre. Er isl da, und zwar sehr merklich. Er richtet sich gegen die .luden allesamt. Unsere Gegner fragen nicht danach, ob der Jude Zio'nisl, Misrachisl oder Wer weiß was sonst ist, sie bekämpfen die .luden. Und darum ist die Frage des Antisemitismus keine Frage des Centraivereins oder sonst irgend einer anderen Organisation, sondern eine, jüdische Frage. Wollen wir warten, bis wir in Deutschland unseren ersten Dreyfusprozeß haben? Hier hat der Verband eine Mission, die ihm, wenn er seine Stellung richtig begreift, die höchste Aufgabe zuweist: Die Schaffung einer jüdischen Einheitsfront. Soll wieder der alte Parteihader, der schon so oft Israel geschwächt hat, hier Helfer unserer Gegner sein? Schließen wir die Reihen, vereint werden wir mächtiger sein als allein. Hier ist eine dringende Aufgabe zu tun. Die jüdische Einheitsfront ist eine Notwendigkeit der Stunde. Die Verbandslcitung hat nun das Wort. Wenn sie Hilfe braucht, wir werden da sein. Fritz Reinhard Münster. Erfolg? Die Presse gilt als einzig echter Gradmesser des Erfolges. Wie hat die Presse unsere Tagung beurteilt? In vielen Gemeindeblättern fanden wir einen in vorzüglichem Stil geschriebenen Aufsatz „Heerschau jüdischer .lugend" aus der Feder unseres Freundes Alfred Hirschberg. .Es ist ihm ausgezeichnet gelungen, den gemüthaften Inhalt unserer Tagung und ihren äußeren Ablauf dem Leserkreis dieser Blätter zu vermitteln. Ein Mehr vertragen solche 9

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