Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 7/8 (7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 77% known words query
- IRI
…/6492456-6352311-6352569--0958-4929101- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
i .i mein-ch.-1rf — —i• -ir 1. Nur ilurcli Leben wird Leben gezeugt iiml geboren. Darüber. Bber die-.-- I n.ili.in<l<-11i< 1 ic rühren keine Si"dliruR-iiutcriiciimiiiiReu und keine religiösen Bewegungen hinweg. Keine Sicdlnnrsgrtindung: kann'.an« gemeinschaftsnnfahrgen L'emein-. haftsfäliiRo Menschen hervorzaubern. Keine religiöse Bewegung k um den notwendigen I"rirrniiil aller Glaubensgemeinschaft, eben da? Sichangelobon, da* Angi>lnbts<«in dahin setzen, tn es nicht i-t. ~<>im1iTh «de kann, u.. .■- um Iii i-t. nur Ridigion anstreben und, das Fatalste «•>u iHein. Religion fiuRi.Tcn. . Nun liin ii Ii noch inf eine Antwort gefallt, die mir etliche Urnen in die-, in AugcnMlrk schweigend Reben: P.iill.- i»n der heutigen »fäVsellxehaft, wir m i--on aber. I die KTfanll ixt. dafi -ie hc-tcnlallmir Dünger für eine IIHehdc abgeben kann, und wir ineinen eben. daß es beute , in.b r. <;.■ . in-.haft irüil. als an der Durchsetzung der hI.tiiur einer neuen (;.■ 11• ft.in>r<Iriunlt arbeiten. Alter. ii - Freunde, ich bin verpflichtet ex zu xagon. auch dies i-t Illusion. Niehl die neue GesellschaftsordnunR nclber :i. i. b:' i.-|i bin mit rückhaltloser Herzonskrnfl anf Seiten it. die MienxhüiM» an dei Knt-1 •bunsr einer neuen Ge- ■I -rb.irt-..i.lnui.'' arbeiten'. Aber -jl.-ruhen Sie nirbt. dal« di.-s mj? i-t. rt.-»l« die Begründung dieser nisten OeseHselrafts-f ktn.ns girii'tgeh wird, damit ('..'iiiein-ib >rt werde. Wenn* Iti'tdüicren 'I. - '/n-niiiii.-iil. b. n- und Zusammenwirkens Well-i Ii. ii auf der Krde gerechler werden, winl :1b' ilie.il •.•ein. in-, li iftli. heu I.ebe-ider-Meli-eheil. IMniittcl- ■r. iranärr B<zichuiureu - /.« i-. 'i. n Mensch und Men-rh Ii |.. in -» verwirklicht'; Mrnsch.'n. die in Gereohtig- •il miteinander leben, leben darum noch niebl in Oemeint. .r*. I'altiit. ilaS d'e I'iiR.recht i"koit. das uncebeuerliebe |. ,.„ i,--v-t.;n iler beut i-' n .Produktion, iler heutigen ,. it-r..r n.'5n. der heutigen (;e-ell-ehafts-chichtnn" ilheri.I. ii ist, damil i-t r,eni. in-i baft«.bben. I ehonsverbiii»di»nrwi-i bell .l.n Menschen noch nh-M gestiftet. GcordnMo ire l' -titirtinnen werden dann bestehen, es wird kein Verheil gegen die < M—i'M.ebaft b •..'aiiRe.i werden dürfen wie i te 1. in- .-. ii das Privateigentum, iwird — wie heute Kai.il il - .l .iin .Ii ■ de-. H-ihift geschlitzt werden, lind "ie-e... un "ebener -tiuimeM.b ii Annarat wird nur die Gern.» n-ibafl vielle'nbl keinen Hätz bähen. »« -ie ihr Hann) lif» et1>. Mit luiverw.iudelten Menbei. i-t Gemeinschaft niebl li .uen ii'hI l'ini ii hlniiR-n \ tw ui.b'lii Menschen noch nicht ■•. in. •i.|-f-li;.rtilnf:- bi '.'eil III Reinei II« ha ft-fä)i i Ul'. Oelneinirt-r.ihii.'keil ih r Mee-i l-eti nl-er kann sich ebe.|-.l heilen in der < ,, -. II-, h iU .ler \11ft.■ 11n»i11•-. de- Widerspruchs ili iler < b—ell-i bjft «ler \ . .| | k. Uli IUI-Hell OrillHIII". I'- I . in.- unreine 7. it in Rußland, wn ••- <"• •uiein-. haft Rah. war -Ii. Friibzeil der rii--i-iben Revolutinn: da Rah e- Mei lieben, die nt- Oeim-iiisebaftäbineaMi« alle nersönliehen rrnelinmi.....n und Krfolpe hinwarfen, rund in- Volk Bfn. mii I' «.iluiieii /u bereiten -— da Rah es Oemein- »fl: die-e Men-. heu k Hinten -ie in iler Kaiiier id-eh irt. IJh^Raleu /.ii-inmit'ii irbeit. -n wie man »ie im betltieen 'i ind ni« hl kennt. An ili. -. in Heixniel i-t ileiltliill /u erkenn-n. IiriiieriM. außer iimeh Rri>f»en hi-t.iri-eben Men. lelie beb. von l'rfrrümd her nie r.emeiii-. baft. i III befldeti l'.emein-. (lemeinxehaft ff r.emeinliarten. — al- V..ril, ..b laube in iler Hnd nanu; :t\)-c einer LT. -al-- und dai-t immer da in der Oefal. ekann .'lieh in der f><yeiiw im .ine Sebar \.in Men-iben. •-<'liebtIii hen ('■eniein-ehaft. ein-T (ll.iiib. n-L'ein. in-ebaft oder an* ft -ein i h\ ie! iRen Sv-hiek leren l .-rvi.i •_'.-:.'>ie_'e.i i-t. in kat.i-tri.nhaler niltl uinifcemb'r W'. i-e. in iler W . i-e de'- -. bu r-ten Rrxebiltternrie I. r erh-te-ten Knl-etierduii« eine ..'einein-anie Hitnatiou in-aiii-erfährt und die-.+ Renieiiwain erfahr'neu Sit'i i- '.'' iii. in-im nntwnrfet ilnnli Repiejrisame FlaltunR. diireh i*ein-.nne- Verhalte* dann \«ird -ie eben iladureb zum ij.ein-. b:iri-verband. Aber wnhlRenierkt. nielit etw.i. wenn AU\~iiuitii.li L'emeiii-.im erführt und nun die Antwort I /li-t.inde briiiR». I'enkeii wir imeine Sebar. die mit dem b-tzten Frn-t I i .-: iffeii-eineine Remein-nne Sitnatinn erführtum:l eiiixam .'utw..riet, tut und bilit. :il-.i nneh'mit dem Lassen _•■ 'iieiii-am tut. Mii iü.li-ebe lif.'end. vmi der au- und die «vir fragen, kann sieb nieht mit einer romantisch?n onerirhc des .Imlentnm«. befassen, in d. ni Sinne, daß «ie kennte, daß eine -nb he ErneiierunR nur aus einer Krprnne de- Ranzen I ebenwachsen kann Sie kann nicht vermeinen. (!eniein-ehaft miteinander /.II stiften, wenn -i.« dleht jenen ar<hinie<lisehen Punkt eaM«ekt, von wo aus heut,. (b niein-ehaft allein erneuert werd.-n kann: eben dies. i*ar» eine Schar, die Situation, in der sie Rcschichtlieh steht, gl tneinsaM erfahrt und Reineiusam beant wort et. Die Bttoiltinn des .luden)um-, die die deiitseh-iüdisehe .IilRend in die-, r Stunde aiiRebt. ist dureh drei T>inRe ß"kennzeielinet: 1. Nachdem durch die n<«Rativen Foltren der Bmamiruitln. der innere Zu-.iiiiiiienhalt. die kmiinakte AViderstandskr h' dewe-lliehen .luden!ums Re*chwäebt worden ist. hat der immer konzentrierlere Angriff von außen auf das westlicb, JunVn.tnn benennen. 2. IVr noch nirhl emanzinierle llailotleil d"s .Ttldenliim-. die n-t in.Ii-, hen Massen, nrnd in ihrem r.roßleil seit kurz. ' , in einen l'ro/.eß wach-enden /."rfalls getreten, gerade Iii■•- siehtlieb ihrer iiidi-chen Verbunilenbeil. ihrer Verhuiiilenh. it mit dem I 'r"elleimnides .lud.Mit ums. gerade in dein Punkt ■tri beim .ludeiitiim Schicksals- und fil.iiibenssemi'ini'ebafl Du- |.".-li. Ii miteinander verbunden sebeinen. Pie jetziRe fl,.» . r ition des riis-iseheii Jndentnms kennt vielfach die Vorbnn d. nbeit ron Scbick-.il-- und (Il.iubeii-Renieinschaft nielit mehr % fn eben die-er /V'it hat zunächst (-jne Minderheit d «r liideiiheit vor tin-eren AilRen. nuiiin.dir weitere und weit■•: Kräfte der .liideiiheit — ««eni'.'slens organisativ — um fas-end. ein Werk für das .luden)um und vom Judentum nnin Palistina heirunnen. Rio hi-her kleines, merk würdige-, gl wartes, iiiiikiiiiii.ftes. biHlriihte-. wider-nruebsvolles. nnvei .'leiehliches Werk be.'iinnen. Ich wi iß niebl. inwiefern dieses rk beule -chon ein AVerk der Jndonbeii zu n.«nnen i-' Wenn es das nehoD wli.re. dann wäre die .Tudenlieit nohon mehr. Oemein-chart als sie es ist. Pas i-t das dreifache Zeichen der Situation, in der wir Leute »fehen T>ie-c Situation des .Tiidentums rii'et di dentseh-ifldisobe .luRend in fl-iminenilen Zeichen an. nber ich «. iß nicht, ob die .Tu'/end diese Flammenzeichen zu leiten »ersteht, mit dem We-en. mit dem leben Reineiusam zu lesen und Remein-atn zu bennt «« «rlen vOrmn". Oh das •»••- -«heben kann, weiß ich nicht. Ich habe fre^latihl. es Fn<b il- Vertretern |HdlacK<*r ln*end Dratceblandii. so sni»en zu ii.i.--en. wie es -ich mir aufdräiert: als die ielzl und hier cinzipe irrnße AföRlichki'it. Geroeinaohafl zu -tiflen und zu ■rneuern. Went) Sie inich afier nun unmittelbar fra"!-!!: .Wii-t al-o zu Inn?*4, —■ nun denn, ich bah«' in meiner Tas«-he kein Rezept, und ich habe nichts, w .« einem Rezonl ähnlich i-t Dem dieser Aufrur der Situation, den Sie alle hören sollen, i-l nieht dazu ansetan. in.eine Formel uinire«Tosse»i zu weiden. Ks kommt darauf an. daß Ohr nn«l Herz sieb Affl* und die Ranze Kraft zur Verfüs'itiiR stelh«. dem »as unrafrnft, leder ehen da. wo er steh) und wo er also konkrei wirken kann. AVenn er f'ioineinschnf! mit i«m.>rste"i Ilei-zi-i belliir mein), d um kann er daran tun" ««•irken in «einem natflrlleben!• inkri-i-. -o daß er eben «'• l^e'"eiiisc'eirt ver wirkli' h). -oviel er kann, mit .illen seinen Krüflenindem er al-o niebl darauf ausgeht. Gentelnsebaft zu erfahren, ia indem er überbauet nicht mebr auf ..«'•cmeiiisehaft"' ausseht, .sondern -ich alire"'ein-cb.(fl-f;ibiRer Men-ch. zu anderen Venschen rti? andre Menschen, mit andern Men-chen wahrhaft lebend, bewährt. ' Si lilußwort. Zu den inakti-ebeu Fr.iRen Kur-r besonderen wirlsehaft liehen und sozialen Situation kann ich mich nieht ntfttndbt äuberu. ich würde hinein- und nicht dazu snreeheii. Unter allen Fr.iRen die an Blieb. Rerieblet worden gind. befassen sieb ciiii;»i mit einem oTfenharen Mißverständnis, pies zu klären er-cbeint mir das Wichtigste. . AVenn ich ->.rte. mau k.inne Gemeinschnft nicht hcr- -tellen wollen ebenso wie man Persönlichkeit nicht her- -tellen wollen kann. s(l war das keine Skensis. es war kein Wiilu-nnich zu einem früheren ..Ontimismns". den ich ührirenauch nicht b itte, leb hallo Ontimismus und Pes-imisnms fer ein eigentlich eicht erbmhtos Spiel. Per Krn-t der Sitnatinn. die wir in die-er Z. it /.wischen irdischer 0r> hnrt und irdischem Tod zu durchleben haben, ist viel Hl -chwer. als daß wir unontimi-tiseh,. Träume oder pessi- Mistischc StimTonngen zulegen dürften. Ks kommt darauf an. zu wissen, wie furchtbar -chwer es ist — und trotzdem zu Rlnihen. dennoch zu Rliuben. Tbis war mein Gnimleefilhl \on meiner Jugend her. Eine l'iiersehrockenheit des Sehens, kein Optimismus und kein Pe-simismus. Denan so stehe ich auch jetzt zur Gemeinschaft. Ich Haube an die werdende Menschheit. Ich glaube daran, daran, daß die ganze Menschheit, ja die ganzo SchöpfunR.