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Der Jugendbund · 1930-05-01 · 5 (5.1930) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
16 (1930)
Issue
5 (5.1930)
Date
1930-05-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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'n trage des Nordwestdeutschen Bezirks Verbandes: [In Anlehnung an die Richtlinien Holzer'Jacobs.) |)ie Delegiertagung wolle in Erneuerung der bereits in Dresden gefaßten Beschlüsse folgende Richtlinien^,für unsere Verbandsarbeit beseht ießen: i. Der Verband der lüdischen Jugendvereine Deutschlands erzieht die in ihm vereinigte Jugend auf der Grundlage umfassender Neutralität zu bewußtem Judentum in '4e- »anitjüdischem Denken und Wollen und im Geiste staatsbürgerlicher Gesinnung, i I: Die Erfüllung dieser Aufgaben verpflichtetden Verband: a| Zur Erziehung seiner Mitglieder zur tatkräftigen Mitarbeit an der itrneuerung des jüdischen und des Gemeinschaftslebens überhaupt, h) Zu politischer Tätigkeit, um zusammen mit gleichstehenden Gruppen in Gemeinde. Gesellschaft und Staat den Zustand zu erreichen, der den Aufstieg junger Menschen ermöglicht und der Schutz religiöser und politischer Uebcrzeugung gewährleistet. MI.Die erzieherische Arbeit erfordert, a) daß der Verbard die Reschäftigung mit den politi- > sehen, sozialen, wirtschaftlichen Und religiösen Fragen der Gegenwart in den Vordergrund stellt und ihre Lösung im Gcis'.c des Judentums anbahnt. b) D i e | ü d i l c h - politische Aufgabe erfordert, daß der Verband sich mit gleichstrebenden Organisationen vereinigt, um die Wahlglefchheit aller volljährigen Juden, ohne Rücksicht au' Staatsangehörigkeit. Geschlecht und Aufenthaltsdauer. zwangsmäßig'j Zugehörigkeit jedes Juden zu einer Gemeinde zu dem schaffenden Reichsverband, die Bereitstellung erhöhter Elalanteilc zugunsten der Jugendarbeit, zu verwirklicher.? Der dem Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschirinds angeschlossene Nordwcsldeutsche Bezirksverband ersucht die Verbandsleitung, die Vereine auf die große Gefa'ir hinzuweisen, die in dem Ueberhandnehmen der Mischehe für den Fortbestand des Judentums liegt, um die Erörterung dieser Frage und ihrer Lösung im Sinne des Judentums in den Vereinen zu fordern. utrag Alired Moos (Oeynhausen), Heinz Rosenberg (Osnabrück), J. Reinhold (Hamm): Der Verband der Jüdischen Jugeiidvereine Deutschlands >! 1 e bestimmen: -Die Mitglieder der Vereine innerhalb des Verbandes, die cli für die Jewish Agency erklären, zahlen einen monatle'fl Beitrag von 20 Pfennig für der Keren Hajessod. Diese Mitglieder sollen in bald einzuberufenden Pflichtr-ammlungen (Thema: „Jewish Agency") ermittelt werden. Der Verband übernimmt die Einziehung der Gelder. \ntrag des Jüdischen Jugendbundes Bingen: Der § 1 der Satzungen des Verbandes der Jüdischen ■.endvereine Deutschlands möge um folgenden Zusatz er- . iterl werden: ..Der Verband tritt für politische und wirtschaftliche Be- . Jung der gesamten Judenheit ebenso ein wie für die Bc- ■ Jung der ganzen Welt. Diese Forderungen sind ihm ein; :.?bot jüdischer Religiosität." > trag der Jüdischen Jugendgemeinschait Kassel: Angesichts der großen Notlage, in der die jüdische Jugend sich heute befindet, ist der Ausgabenetat so zu beschränken, daß die der Verbandsleitung zur Verfügung stehenden Mittel nur für Ausgaben verwandt werden, die mit der Jugendarbeit des Verbandes in unmittelbarer Verbindung stehen. Sunden und Sonderzuwendungen, wie die zur Schaffung des Heimes der jüdischen Jugendvereine gestifteten 1000 Mark,' haben während der starken Wirtschaftskrise zu unterbleiben. Jeder Verbandsverein zahlt in Zukunft neben dem Mit- :!iedsbeitrag pro Mitglied und pro Monat 10 Pfennig zur 'ildung eines Notfonds für stellenlose Verbandsfreunde, her die Bedürftigkeit entscheidet der betreffende Vereinsurstand. ' Auf den Ausbau des Stellennachweises ist der größte Wert Ku legen. Antrag des Jüdischen Jugendbundes Plauen: 1. Die Delegiertcntagung beschließt die Entrichtung eines Betrages von 10 Pfennig pro Kopf und Monat für die Zwecke der „Sozialen Nothilfe". Die hierdurch einkommenden Beträge werden monatlich sofort nach Eingang von der Kassenverwaltung an die Leitung der „Sozialen Nothilfe" überwiesen, die deren Verwertung gemeinsam mit dem ersten Vorsitzenden des Verbandes bestimmt. 2 Die „Soziale Nothilfe" verpflichtet sich, neben den 'bisher üblichen Berichten einen -Sommerbericht über die geleistete Arbeit und die Verwendung der Gelder anläßlich jeder Delegiertentagung zu geben. Antrag Scliv»ci«Jit'iiiuT. Chemnitz—Sccgull. Stettin Die Koithsdelrgiortciiiagung wolle bcftcblteflen: Es ist Pflicht sämtlicher. Instanzen des Reieb*vertmnd«s, also der Bundcsicitung und der Beairksvofbflnde, der- Bekämpfung des Antisemit i»iuuhfichste Aufmerksamkeit zu zuwenden. Sämtliche Bünde sind anzuweisen, geeignete Redner zur Verfügung zu stellen, di» in den Jugendnrganisatiepen der Dentschen VolkHpartei. 1>I»1\. sj»| >.. Zentrum und rViirtschaJtspartei, sowie in ileii Junggruppcn der (»nwork- -cbal'ten unentgeltlich aufklarende Vorträge über die Juden rragej und die Gefahr des NAtional^ozi.iiiainii« -hirtten. In -.nntlii'lien höheren Schulen sind Freunde von uns als Vertrauensmänner aufzustellen, die die Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung in den liölii hu Schulen iteMN verfolgen. Samt liehe geeignet in Schritte sind in engster Fühlung n.ihine mit dem C.-V, als der berufenen At>w«hrnrg.aiiisatji>n des ileiitsciien Judentums zu unternehmen. Begründung vorstellenden Antrage)»: — RHe wachsende Gefcnbr des Vitien il-.i/.iuli-inu.- macht mehr und mehr alle Klüfte mobil, die geeignet sind, ihr wirkvaai entgegenzutreten. Für die im ReichsvcrhowL Ver-i einigte jüdische Jugend liegt zweierlei Anbiß «nr. Heu Kauipl aufzunehmen. Erstens ist durch die /iiiiehmende Macht de- Xutiou.il -ozialismus der jüdische Bestandteil der Bevölkerung ein-i lieh bedroht, zweitenlegi uns unsere statutengemäß- [eistgelegte T*TIit-lit ..für die staatsbürgerliche Erziehung" HiisercT Mitgttreder zu sorgen, die Aüfgube auf. iille Kräfte zu b»; k.imprcn. 'Ii'' «lie-en Sia.it in' seiner verfassungsmäßigen I rundlage zu beseitigen trachten. I-- Sehl nicht an. daß w ir: die jüdische Jugend Deutschlands, in diesem schweren-Kampf die Abwehr dein C.-Y. allein überlassen und abseits stebeu. -lindern in viel größerem. Umfange als bisher muß auch der letzte ManiL von uns mobil gemacht und die Masse der jüdischen Jugend aktiviert werden für den Kampf Um die (inmdlagen unserer (ilrichberechtignng und den repuhliklinischen, sozialen Staat. Antrag Kurt Engelbert und Artur Hermanns, Düsseldorf: Wir beantragen, daß neben das im Verband herrschend'.- Prinzip der Massenerziehung das Prinzip der Individualerziehung tritt, weil nur dieses uns dazu angetan scheint, eine menschliche Grundhaltung — die zur Entwicklung der Persönlichkeit notwendige Grundlage — hervorzurufen. Anträge der Gilde. 1. Um die Verbandsleitung in ihrer Gesamtarheit zu entlasten und eine erfolgreichere und intensivere Arbeit des Verbandes zu garantieren, beantragt die Gilde: Es sind besondere Dezernate für bestimmte Aufgaben zu schaffen, insbesondere für a) die Durchführung des Jewish-Agency-Beschlusses des Verbandes; b) die Bekämpfung der Berufsnot der jüdischen .lugend: c) für die Arbeit in den Bünden (Programmbestimmung - Rundbriefe). Die Dezernatsleiter gehören dem Vorstande an. 2. Die Gilde beantragt: In Ausgestaltung des Beschlusses der Verbandsleitung haben die Bezirksverbände, Vereine und Junggruppen als Vereinigungen auf gesamtjüdischer Grundlage sich für die Jewish-Agency durch informatorische Vorträge, Arbeitsgemeinschaften und Geldsammliingen einzusetzen. Dabei soll auf das einzelne Mitglied dieser Vereinigungen kein Gewissenszwang ausgeübt werden. 3. Zur Ausgestaltung des Berufsdezernates beantragt die Gilde: Dem Dezernat gehören Vertreter der großen Berufsgruppen an. Aufgabe des Dezernates ist: a) In größerem Maße als bisher die Berufsvermittlung auszubauen; 11

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