Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 5 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6492456-6352311-6352566--0941-4929086- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
b) Material über die Situation des jüdischen Arbeitnehmers zu sammeln; c) dieses Material den jüdischen Institutionen und Wirtschaftskreisen zu unterbreiten, um dadurch die jüdische Oeffentlichkeit stärker mit diesem Problem zu beschäftigen. Das Dezernat hat eine zweckentsprechende Organisation zu ■ schaffen. Dem Dezernat gehört ein Pressereferent an. 4. Für die Neubesetzung des Geschäftsführerpostens beantragt die Gilde: a) Der zukünftige Geschäftsführer ist nicht mehr Mitglied der Verbandsleitung. b) Der neue Geschäftsführer übt aus Gründen der Ersparnis die Arbeit nebenamtlich aus. c) Die Arbeit des Geschäftsführers beschränkt sich auf rein technische Büroarbeit. Bemerkung: Dieser Antrag kann, in seihen einzelnen Punkten beraten ^werden. Anträge des Landesverbandes Sachsen: 1. Zur Wahl des Geschäftsführers: Die Anstellung eines Geschäftsführers erfolgt durch den Verbandsvorstand nach folgenden Richtlinien, die von der Delegiertentagung zu genehmigen sind: Das Gehalt des Geschäftsführers beträgt 250 bis 35'J ELM., rein netto. Die Anstellung erfolgt auf zwei Jahre, ohne jede weitere Bindung. Bei Reisen werden nur die entstehenden Reiseauslagen ersetzt. Wegen der augenblicklichen wirtschaftlichen Notlage des Verbandes kann ein höheres Gehalt nicht ausgesetzt werden. Es soll deshalb möglichst nach einem unverheirateten Geschäftsführer (möglichst Verbandsfreund) Umschau gehalten werden. 2. Die Stellen vcrmittlungshilfe wird zur „S o - zialcn Nothilfe" ausgebaut. Sie arbeitet vollkommen selbständig, wie die Schriftleitung innerhalb der weiteren Verbandsleitung. Die Landes- und Bezirksverbände sind verpflichtet, diese Arbeit zu unterstützen und eine hierzu Geeignete Persönlichkeit speziell für diese Arbeit in den Bezirks- bzw. Landesverbands vorstand zu wählen. Der Aufgabenkreis wird gemeinsam vom Verbandsvorsitzenden und dem Leiter der . Sozialen Nothilfe" bestimmt. Als Leiter der „Sozialen Nothilfe" schlagen wir Waldemar Strauß, Berlin, vor. Aus dem Leben des Verbandes Die Landesverbände haben in der Berichtszeit wieder verschiedene Zusammenkünfte veranstaltet zur Vorbereitung der Münchener Tagung, die sicherlich dazu angetan sind, die Arbeit der Verbandstagung zu erleichtern und zu vereinfachen. , Der Mitteldeutsche Bezirks verband tagte am 30. März in Magdeburg. Bei der öffentlichen Vormittagskundgebung sprach Rabbiner Dr. Wiener. Berlin, über „Die jüdische Forderung und unser Leben". Zum Vorsitzenden wurde Richard Cohn. Halle, zum geschäftsführenden Vorsitzenden Lehrer Rudolf Rosenberg. Magdeburg, zum stellvertretenden Vorsitzenden Berlhold Simonsohn, Bernburg, gewählt. — Vetreter der Bezirksverbandsleitungen Nord.- Westdeutschland, N o r d d e u t s c h l a n d , Mitteldeutschland. Sachsen, Groß - Berlin, Grenznjark und Pqmmern hatten in Berlin eine Aussprache über Verbandsfrägen. Es wurde über die künftige Erhal- und Gestaltung des Verbandes in sachlicher Weise gesprochen und und die Ausgestaltung der Tagung erörtert. Eine Anzahl von Anträgen für die Münchener Tagung, insbesondere zu den Satzungsänderungen, wurden beschlossen. Die Verbandstendenz und die Junggruppenfrage sowie die Neuwahlen wurden besprochen.— Eine besonders gelungene Tagung hielt die Bezirksgruppe Unterweser des Nordwestdeutschen Bezirksverbandes in Oldenburg ab. Es ist schade, daß es der uns zur Verfügung stehende Raum nicht zuläßt, den vorbildlichen Bericht JettaMamloks, der Leiterin, abzudrucken. 77 Vertreter der Bünde Oldenburg, Wesermünde, Emden, Cremen, Wilhelmshaven, Leer. Verden, Brake, Oeynhausen waren erschienen. In Kurzreferaten behandelten Joe Israel. Hannover, Fritz Pels, Emden, Lehrer Hartog, Wilhelmshaven, Jetla Marolok, Wesermünde, das Verbandsthema (Wirtschaftskampf . . .). Daß an der Aussprache 20 Diskussionsredner U:l. nahmen, kennzeichnet das allseitige Interesse. Auch Fragen der Münchener Tagung wurden besprochen. Jetta M. wurde für die vorzügliche Leitung nach Verdienst gefeiert. — Die Bezirksgruppe Ost im Rheinisch -W< fälischen Bezirks verband hatte am 27. Apri! erste T r e f f a h r t. 32 Freunde aus Hagen, Recklingh.v.i Herne und Wanne trafen Sich in Hagen, wanderten spielten nach Herzenslust. — Die Vereine Ahaus, i s t e i n f u r t und Rheine schlössen sich zu einer A r b e i 1 . gemeinschaft zusammen und hörten am 27. April ( Vortrag von Willy Rosenthal* Rheine, in Burgs t e furt über „Haben die deutschen Juden ein Recht auf ulc deutsche Heimat?", dem eine lebhafte Aussprache folgte. Ucber 30 junge Menschen aus dem Kasseler B e / i - ■: trafen sich am 4. Mai in Bebra auf Einladung der JüJUc Juiicndgcmcinschaft Kassel. Die Tagung wurde von Lei" Katz, Kassel, mit einer Aussprache über praktische sammenarbeit im Bezirk eingeleitet. Es wurde beschlossen, in den einzelnen Gruppen Arbeitsgemeinschaften zu veranstal!. Die Kasselaner stellten sich zur Leitung zur Verfügung. Nach einer kleinen Fahrt berichtete Lehrer Katz über VerbandsarK- Die Aussprache ergab allgemeine Bereitwilligkeit zur re_ Mitarbeit am Verband. Freund Fechenbach sprach über München, worauf einige Resolutionen gefaßt wurden, diu an den Verband wcitergelcitet werden sollen. Ueber rege Arbeit in den Vereinen ist zu berichten erfreulicherweise auch aus solchen, von denen wir sonst wen . oder gar nichts hörten. Wir erwähnen eine Anzahl Arbeitsgemeinschaften, die weiteres Interesse haben dürften: In Kassel über ..Kriegsliteratur der letzten Jahre": . Leipzig über „Stefan Zweig"; in Stuttgart über „Juger,d. und Wohlfahrlsarbeit"; in Hamborn über „Sozialismus"*: i." Hannover über „Praktisches Judentum"; in Alten^ kirchen über „Zweck und Ziel des Jugendbundes", „Heima: - recht der deutschen Juden", „Heine", „Judentum und Nationalsozialismus"; in G ö t t i n g en über ..Der jüdische Gottesdienst . „Wirtschaftskampf..." (Die Aufgabe des Bundes); Düsseldorf ..Bibelzyklus", „Randjuden" (Jüdische Journalisten, Juden aal der Bühne), „Bericht über die von der englischen Regierung zur Untersuchung der Palästina-Unruhen eingesetzte Sha« - Kommission"; in Köln: „Zeittheater", „Kunst und Religion „Was hat das Christentum dem Judentum entlehnt?", Die Reichsverfassung", „Strafrechtsreform", „Das Buch Ezechiel ..Juli 14", „Ehefragen"; in Osnabrück über „Die Entstehun . des Christentums": in K o 1 b e r'g über „Der Jude in der euro-> päischen Welt"; in Freiburg über „Hebr. Anfängerkursus'. „Dichter aus der neueren Literatur"; in Frankfurt über „Die Aufgaben der jüdischen Frau", „Religiöse Lebensgestallung". „Wirtschaftsprobleme und ihre Lösungsversuchc" in München über „Die Juden in der Politik"; in Würzbürg über „Marannen", „Jüdische Staatsmänner früherer Jahrhunderte". „Wesen des Antisemitismus", „Der kleine Prophet": in Lüdenscheid „Purim und Pessach", „Die religiösliberale Bewegung", „Chassidismus und Kabbalah", „Der Rabbi von Bacharach", „Jugend und sqziale Fragen", „Ritualmordmärchen", „Der Antisemitismus und seine Bekämpfung", .Jüdische, in den Volksmund aufgegangene Ausdrücke"; in Mainz über „Modernes jüdisches Theater", „Mahatma Gandhi", ..Die philosophischen Grundlagen des modernen Arbeitsrechts"; in Rastatt über „Karl Marx", „Benjamin Disraeli", „Jüdische Organisationen in Deutschland", „Warum ich Jude binV"; in Karlsruhe: „Deutsche Jugendbewegung"; in Chemnitz über „Grundfragen des Verfassungsrechts", „Talmund" (Sprüche der Väter): in Berlin: „Die Jugendpflegeorganisationen"; in Berlin-Norden über „Deuleronomium", „Toleranzbewegung und Anfänge der Emanzipation", „Verbrechen und Strafe"; in Berlin-Osten über „Stefan Zweigs Jeremias". ..Deuterojesaia"; in Berlin-Wittenbergplatz über ••Akute Tagesfragen", „Genossenschaftswesen", „Arbeiterjugend"; in Berlin-Zoo über „Aus der sozialen Bewegung": Trier über „Jewish Agency", „Jugend und Gemeinde". „Wirtschaftskrise und Lebensgestaltung", „Geschichte der Emanzipation". Vorträge wurden u. a. gehalten: In Göppingen über „Jugend und Gemeinde" (Fr. Schwarzschild); in Stuttgart über „Henri Bergson" (Lutz Rosengart); in Leipzig über „Stefan Zweig" (Kurt Meyerowitz), .Paneuropa, ein Weg zum Völkerfrieden" (Rabbiner Cohn), „Rainer Maria Rilke" (Leop. Kahn); in Kassel über „Die Jugend und der Alltag"