Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 4 (4.1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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im ungemeinen I'»t Verband ist nicht der Vorstand. Nein, «ivr Verband sind wir alle und insbesondere diejenigen Personen, die sich jetzt berufen fühlen, irgend etwas zu schreiben und vorzut ragen. Ind dieser Verband hat eine falsche Ein: -tollung. die geändert weiden muß. Einen neuen Weg will ich zeigen. Der Verband betrachtet die einzelnen Ortsgruppen als etwa.- I'osit iv-Kert iges. als Gebilde, die in sich lilM.--rii sind, und das ist ein Fehler. Beweis dafür -ind die regelmäßigen Rundschreiben, die en blne abgefertigt werden. Ihr jetziger Kinwurf. daß dies von der Zentrale gar nicht andergemacht werden könne, stimmt, nur m u ß d u n n eben ei n e A e n d e r lüg e i n t r e t e n. Ks gibt nicht viele Vereine, die schon die fertigen Menschen zur Vertilgung stellen können, um die Maschine laufen zu lassen, so, wie es der Verband gern sehen will. Wissen Sie auch, daß d e r g r ö ß t e Teil der Vereine gern Anregungen entgegennehmen würde und sich gern in den < iruinlgedunkeii vom Verband leiten lassen wurde, wenn dieser Verband es verstände, seinen Mitglieder- \ l einen eine Leitung zu sein? I>er Verband - soll doch kein I nternehmen sein, *o wie es etwa eine Einkaufszentrale ver- -< hiedener Werke ist, die sich zusammengeschlossen haben, um billiger einkaufen KU können? Eine solche Zentrale ist lebensfähig, weil sie von den ihr angeschlossenen Unteritelimungen. die jede in sich allein lebensfähig ist. uutej halten wird. I iiser Verband, der nach meiner Ansicht heute .noch in dieser Weise aufgebaut i-t. muß gerade den umgekehrten Weg gehen; dieser Weg kostet viel Arbeit, wer scheut sie? - Was ist der Verband?, ein loses Ding. Auf alle fremden Personen macht unsere Zeitung und alles was nißerlieh sichtbar ist. einen guten Eindruck, das i-t ja unser Kehler. wir glauben selbst an das. was wir uns immer wieder einreden I n-erc W irklichkeit ist allerdings weniger schön. Betrachten Sie doch einmal die Vereine. Diese leben ihr Eigenleben, erwähnen auch einmal den Verband, besuch"n die f unde-verbandstagungon. und nar die Vorstande stehen je Iii- Ii ihren Fähigkeilen in Konnex mit dem Verband. Wenn feilt irgendein örtlicher Verein be-teht. bei dem dies nicht h l K ill ist. der also wirkliche Verbands- oder Geiueinarbcit leistet, -o möchte ich doch bitten, daß nicht gerade «lieser Verein mir entgegentritt, um an einem Fall mir und dein -''.inzeii Hund das Gegenteil beweisen zu wollen. Solch ein \ erein i-t zu bewundern, ist aber auch ein weißes Seh.il unter den anderen. Da wird gesagt, daß wir keine Idee und kein Ziel haben und daß dies von innen heraus kommen müsse. Ja, dies stimmt! Aber wenn man genau hinsieht, mm« man konstatieren, daß es ein Inneres noch nicht iribt. Ferner, spricht man von Grundsätzen. Wo sind denn Grundsätze? Gewiß, wenn heüte'der Verband ansei nander- Ciele. würde sich sofort ein neuer bilden. Warum? Nicht, weil man mit dem -alten unzufrieden w .1 r. •I e r kann ruhig bleiben, nein, weil die ..Masse'" der jungen Juden auf die Organisation wartet, die man heute überall sieht und die notwendig ist. I>abei vergißt man. daß erst praktische, schwere Arbeit geleistet werden muß, ehe sich ein Ideal daraus bildet, nach dem die Masse streben kann, soll und will. Sind wir berechtigt, liber diese Iii mm jungen Menschen zu verfugen, nur weil sie in der Kartothek in Düsseldorf stehen? Glaubt man. diese Nimm jungen Menschen sind mit dem Verband verbunden? Nein, ganz gewiß nicht. Ein Beispiel Ich bin der einzige Pirroaseaser, der dem Verband treu geblieben ist. denn der Verein i-t aus dem Verband ausgetreten. Kin ganz kleiner Teil des Vorstandes ist Gegner itea Verbandes und brachte es fertig, daß der Austritt erlolgte. In naher Zukunft wird allerdings eine Aenderung für den Verband wieder eintreten, sobald die Wahrheit durchdringt. Dies sind interne Angelegenheiten, sie sind aber bezeichnend. Vor dem Konflikt standen wir mit dem Verbaad, natürlich auf seiner heutigen Basis, in regstem Verkehr, und trotzdem berührte es die Mitglieder nicht sond«»rliih. so oder so. Ich bin bei vielen Bünden sehr gut bekannt und höre auch hier immer dasselbe. Die Nimm jungen Juden sind dabei, weil der Verein, dem sie angehören, Mitglied ist. Wer mir jetzt das Gegenteil behaupten will, will nur den 4 momentanen Leerlauf des Verbandes verdecken und k kein Freund desselben sein. — In jedem Jugendbundl steht so furchtbar viel von der Agency und anderen Bfiml ich glaube, wir hätten doch andere Sorgen unserer eigenen Organisation, um mal bei uns im eis Hause Ordnung zu schaffen. Was nützt denn heute Stellungnahme zu den anderen Vereinigungen? Viele Wo In ute schon vortäuschen, wir wären eine Macht, man « bis wir eine sind, helfe dazu, damit wir eine werden, dann können wir uns mit Hingen beschäftigen, die uns In fremd sein müssen. Ich bin kein (iegner der Agency. . wie F. K. heute schreibt, um unseren Beitritt zu erklä. einen Aufwand an Ansein.uidersetzungen zu treiben, ist 1 lieh nicht nötig gewesen. — Ferner die großen Tugm in Dresden und sonstwo. Es war nur eine Fassade und so nichts. Die Zeiten der Kongresse sind vorbei, die Arbeit -. beute in kleinen Ausschüssen geleistet und wenn wir Erfolge erzielt haben, ein großes Fest zu feiern, dafüi ich immer zu haben. Bei dieffen Tagungen wird doch \ den meisten immer das geredet, wader Augenblick gel eingibt, und nur die (iroßen unseres Bundes, die sich du, - hriftliche Ausführungen in unserer Zeitung, festgeh haben und einander kritisieren, nur diese Herren werden Iii These vertreten. Was hat diealles für die kleinen Vit. für einen Wert? Die Großstadt hingt dafür, daß unter den vielen Men-i Ii nu ll einige -ind. die eine Führernatur haben, die einem \- ein so vorstehen können, wie RS der Verband will, ed ibet nicht vergessen werden, daß die großen Geister fa ohne Ausnahme ins kleinbürgerlichen Kreisen 'her., gegangen -ind. Ich will keine (ö'istesgrößen entdecken. ii mf die kleinen Vereine wurde bis jetzt absolut keine hu. sieht genommen, es konnte ja keine genommen werden, n■ diejenigen Leute, die es bis jetzt anging, keine Met hu. kennen. Einen neuen Weg werde ich allen, die gewillt sin mitzuarbeiten, vor Augen führen Ich beginne mit Beispiel. Führen Sie sich alle Vereine und Bewegungen Auiren. die nur ideelle Vereinigungen sind, wie wir nö heute. Verfolgen Sie genau die Statistik, wie viele \. Glieder diese Verbände, zählen und wie viele Personen V<i banden wären, die den Bestimmungen und Gedanken dies Bünde entsprechen! Sie werden zu der Erkenntnis komm, daß dies,. Verbände fast ausschließlich aus jugendlichen P«> soneri bestehen. Warum? Weil die Aelteren abgehen, wo *ie sehen, daß auf ideellem Gebiet ihr -«Ziel sich nicht e reichen läßt und ein praktische« Weiter es nicht mehr gih Ihr Verein ist eben nur e i 11 i d e e 1 1 e r V e r e i 11. (Jena so i-t es mit dem Verbund. Seit derselbe besteht. erwa"rt< jeder, daß ersprießliche Verbandsarboit geleistet wii und wo bleibt diese? Die meisten treten ab. wenn sie sehe daß alles nur leerer Schall und Bauch ist. W ie könnten SOh junge Leute von 30 Jahren sagen, wir sind schon zu alt! ' diesen Jahren scheint die ideale Einstellung merklich nl geklungen zu sein, und man würde gern praktische Arb. leisten, wenn, ja wenn — —. Komme mir niemand mit d< Ausrede, dies seien Ausnahmen, nein, dies ist die Kegel, i Irrtümer zu vermeiden, sei bemerkt, daß ich selbst no> lange Zeit bis zu meinem dreißigsten Jahre habe. Betrachten Sic dagegen die Verbände des DHV. und >• t iewerk-chaftshundes und viele andere mehr." Auch diese Ve bände stellten am Anfang nichts anderes dar, als eine V einigung der Büroangestellten, um Oc-eltigkeit zu pfleg- Haid wurde erkannt, daß mit dem Heimabenden alle nichts erreicht wurde, daß trotz der Tagungen und Mfhön< Referate auch keine Resultate erzielt wurden, war dort dasselbe Bild, wie bei uns heute. Man sah de bald ein, daß die Mitglieder durch Vorteile g e f e s s werden mußten, da neben der ideellen Einstellu ein wirtschaftlicher Faktor geschafft werden mußte, der noch alle Außenstehenden im Man schuf Krankenkassen. Versicherungen usw., man «ht also auf sozialpolitischem Gebiet Einrichtungen, d den Mitgliedern Vorteile boten, die sie dringend benöti." Es ist heute so, daß kein junger Mensch, wenn er ins Li '• trat, nicht Mitglied einer dieser Verbände wurde. Dies w»