Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 12 (15.12.1929)
- Date
- 1929-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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IV. Erb will nicht Tön jenen (.deutschen Staatejude lieben.' Glaubens", nieht von jenen jüdischen Ch tint. r Jabotinsky, nieht von dem kulturschaffen«' i llahima!) und dem kulturellen und Wirtschaft1 sager „Palistina" sprechen. Wohl aber wende dagegen, daß man auf hundertfünfzigtausend Sympathie, alle- Geld verwendet und die Mill Jaden-im Gallith in un jüdischen Anselm wachsen unij zum Teil vorkommen lassen mul an Mitteln fehlt. — daß man die Ideen des Wider soziale« Gerechtigkeit, die zu predigen Aufgabe de- Judentums ist. nicht nur nicht frn sich direkt, in Widerspruch zu ihm setzt. -Is ntwerten, daß jeder palästinensische Kolonis bis 10000 Dollar dem jüdischen Volke gekostet 1 inte in positiv Jüdischem für diese- Geld in hon JitgendbUnden Deutschlands geschaffen wenn der l'.il.istin ilr.ium nach Last der T»iiiirtausgeträumt. Per -mite Optiniistorird in der künftigen Palästinaarbeit nicht mehr sehen können als ih n Versuch, eine kleine Minderheit um jeden -Preis in einem armen Lande .nit re, btzuerhaltcit, ■im Kolonie ZU stützen, deren jüdische Bevölkerung nicld i v iel grüßer als die eines Warschauer Vorortes ist. und die . bestenfalls eine neue jüdische Kultur schaffen würde, deren ['ebertragnng auf die i ialuthjudenheit entweder eine Phrase »l.-r eine rnntöglkfikeit sein wird. Dann könnten wir eines Tages gleich zwei Judentümer haben. Die Jewish Agency i-i jetzl hauptverantwortlich für die Entwicklung des Judentums inner- und außerhalb Palästinas. V. I!- ist. unmöglich, in einem kprzen Artikel alle die Gründe aufzuzählen, die gegen die Jewish Agency. gegen Krez Israel spreclien. Wenn es mir gelungen ist, den einen .«der anderen etwanachdenklich gestimmt zu haben, ■ob man weiterhin die jungjüüischc Elite, den jüdischen Idealismus und das uns so bitter notwendige Geld für eine zumindest uugewissc Sache opfern soll! Ks geht nicht mehr an. mit dem alten Maßstab zu messen. In der ..Jüdischen ■"Rundschau" vom 1". .September 102} befindet sieh ein Eingesandt: ..^V.irum tragen wir in un-eren Kundgebungen immer noch einen unentwegten Optimismus zur Schau, der : zu fatal an die Haltung der verantwortlichen Stellen während des Weltkrieges erinnert? Warum dürfen wir uns nicht.eingestehen, daß die ernstesten Anhänger des Zionismus Iii' ht nur durch die traurigen Voriränire erschüttert, sondern auch von den heftigsten Zweifeln in bezug auf die jüdischen Grandfragen aufgewühlt werden? Müssen wir uns nicht zu jeder Zeit und jetzt ganz besonders die Franc nach der praktiseben und vor allem nach der moralischen Durchführbarkeit unseres Zieles vorlegen? Die zionistischen Ziele -ind nicht Selbstzweck; sondern sie haben der jüdischen Zukunft zu dienen. Wenn diese Ziele sich als undurchführbar erweisen sollten, dann müssen sie zurückgesteckt oder Verworfen werden. Dieser Gedanke kann nur dem ein Verbrechen erscheinen, fü'r den das Judentum erst mit dem Zionismus geboren ist." In gleichem Sinne schreiben Hunderte unparteiische deutsche und jüdische Linkszeitungen. Können wir diese Stimmen überhören? Kann der Verband es auf sich nehmen, in die.-en Fragen eine Stellung einzunehmen, die es allen, denen es mit der jüdischen Ethik ernst ist. unmöglich machen muß. ihm auf dem eingeschlagenen Woae weiter zu folgen? Tonen die warnenden Stimmen selbst schon im zionistischen Lager, um wieviel mehr haben wir Anlaß, jede voreilige und einseitige Stellungnahme zu vermeiden. Wie sich der einzelne dazu stellt, ist -eine Sache: aber für den Verband gibt es nur noch ein Zurück in dieser Frage! Ziehen wir einen dicken Trennungsstrich unter die palästinensische Vergangenheit und ihren Exponenten, die Jewish Agency, und wenden wir uns unseren anderen Aufgaben qu! Wir haben Wichtigeres zu tun: Im Kampf gegen Krieg und Kapitalismus zu beweisen, daß wir ein auserwähltes Volk sind! ' , 4 , ' dgar Wolters. London: Vorausschicken möchte ich, daß ich die Zugehörigkei des Verbandes zur Agency als gegeben ansehe. Sie stel nicht zur Diskussion, obwohl ich nicht anstehe, sie zu b. dauern. Ich bin aber liberal genug, um zu wissen, daß nuui einem Verbände oder einer politischen Partei nicht oh» Kompromisse angehören kann. Ich wende mich aber entschieden cegen die Auslegung, die Dr. Kanowitz der Tätigkeit und den Gedanken der der Agency bei getretenen Nichtzionisten zu neben wünscht. Ich hatte Gelegenheit die Wahrheit dessen, daß die Trauer und Empörung tiber die Ereignisse in Palästina durch die gesamte Jndenheit ging, durch meine Anwesenheit in Frank reich und England festzustellen, mul» gleichzeitig aber daran hinweisen, daß für jeden Nichtzionisten (ich würde statt dessen gern Juden sagen, kann es aber nicht, da mir von führender französischer jungzionistischer Seite das Gegenteil versichert wurde) jede Judenverfolgung in irgendeinem anderen Laude die gleiche schmerzliche Entrüstung auslöst Dali rieh diese dann nicht so äußert, liont an der mangelnden Regie: Feh glaube, daß das Verbleiben der Niehtzionisteti in der Agency nicht in schlechten Zeiten in Frage gestelli ist. sondern daß in erfolgreichen, sehr schnell der Punk' kommen kann, wo es die Nichtzionisten nicht mehr verant werten können, die nationale Heimstatte zu unterstützen. Ich bestreite entschieden, daß Palästina für alle .luden das Symbol der Einheit geworden ist und wehre miel irogen die Verallgemeinerung, daß alle lebendigen Aufbau kräfte im Judentum in der Ägeney zusammengefaßt sind Ich spreche hier für mich, weiß aber, daß viele und nieh' die schlechtesten innerhalb und außerhalb des Verbandes mi' mir 'in Palästina nur eines der vielen Auswandererländer für Juden in Not. denen geholfen werden muß. sehen, die aber ihre nationale Heimstätte in dem Lande ihrer Geburl und ihrer Eltern und Vorfahren seit Hunderten von Jahren sehen und die Verteidigung ihrer Hechte dort für lebcns notwendiger halten, als die Schaffung eines neuen Zwergstaates, zur Zeit wo die besten Geister von den Vereinigten Staaten von Europa träumen. Ich fühle mich als Europäer und möchte den sehen, der mir deshalb Mangel an Jugend und Judentum vorwerfen kann. Ich möchte nicht mißverstanden werden. Ich bin kein Scharfmacher und achte Zionismus und jeden Zionistcn so hoch wie ich wünschte, daß wir von den Zionisten geachtet würden, ein Wunsch, der wohl nie in Erfüllung gehen wird Daß ich auch für weitgehendste Zusammenarbeit von Zionisten und Nichtzionisten bin, habe ich in meinem Verband beweisen können. Was ich aber ablehne, ist der dauernde Versuch, die Agency zu einer zionistischen Angelegenheit zu machen. Man wird mit dieser Propaganda vielleicht viele bekehren, aber noch mehr verärgern. Als den Fehler der Agency sehe ich es an. daß sie einseitig ist. sie verlangt von den Nichtzionisten Unterstützung der zionistischen Arbeit, von den Zionisten dagegen nicht die I nterstützung der Nichtzionisten. Würde sich das ändern oder wenigstens der Kampf um die Seelen der Nichtzionisten seitens der Zionisten aufhören, erst dann kann die Inkonse ■ luenz zwischen Denken Und Handeln wirklich enden. flus dem Leben des Verbandes Dieser Monat war der Monat der Tagungen. Sic begannen mit der Delegiertentagung des Landesverbandes Grenzmark am 2. November in S c h 1 o c h a u. Voraus ging eine öffentliche Kundgebung mit dem Thema „Jugend und Gemeinde". Der Vorsitzende Rabbiner Dr. Rosenzweig konnte Vertreter der Bünde Schneidemühl, Preuß. - Friedland, Schlochau Kronjanke und F 1 a t o w begrüßen. In den Vereinen wird rege gearbeitet. Harry Drucker, Schneidemühl, sprach Über die Winterarbeit. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Bei dem Norddeutschen Bezirksverband am 10. Nov. in Harburg-Wilhelmsburg waren 40 Delegierte aus Lübeck, Güstrow, Harburg, Kiel, Rostock zugegen, alle Organisationen der Gemeinde bezeugten ihr Fortsetzung Seite 6.