Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 12 (15.12.1929)
- Date
- 1929-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6492456-6352309-6352559--0878-4929030- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
immer wieder darauf dringen, daß Führerschulu stattfinden, zu denen insbesondere auch geeignete aus den Junggruppen heranzuziehen sind. Die Xotw* daß in Miinciien bereits eine neue Führergenerntioi in Lrscheinung tritt, kann von niemand geleugnet t AV i n t e r a r b e i t.. Linen interessanten Kinbl geistigen Grundlagen unserer heutigen Yerbandsai eine Statistik über die von den Vereinen an; Rundbriefe des Verbandes, die vom Heferenten wurde. Daraus ergeben sich folgende Anforderu Material für Friedensarbeit und Kundbriefe gefordert in 146 Anforderungen 110 Vereine, 1 bände. Material zum Winterthema haben angeforder A. '..Die jüdische Jugend und der F (7 8 V e r e i n e.) Ausgearbeiteter Vortrag.......... ä Vortragedisposition ........ .... - 5 Freitagabend-Ansprache ......... 11 Material Friedensbund .......; ■ -'5 Kondbrief üreid......;..... Hundbrief Lüff ler .......... ~ 51 Literaturverzeichnis .... ß..... 30 1}. „W irtschaftskämpf und Lebens^. Dg «I e s jungen Jude D.*' (10 Vereine.) Ausgearbeiteter Vortrag.............27 Vortragsdisposition........ . . ... . . 29 Kundbrief........ . ..........30 C. Kundbriefe. (10 7 Vereine.) l. Erziehungsfragen.....■.........25 "J. -W irtschaftsfragen, dargetan am Aufbau Palästinas . 20 :!. Beruf und JLeben............... IS 1. Die Probleme der Zeit im Spiegel der modernen Literatur................... 30 .">. Das Judentum im Erteil der L" in weil ....... 31 0. Uegeuwartsfori en des AntiseuHtisuiu? 27 7. Verfassung der deutschen Juden ....... 21 8. Grundlagen und Einzelfragen jüdischer Wohlfahrtspflege................... 14 9. Die Bibel I. Buch...... . ... . . 10 if>. Wege zum Weiffrieden............09 11. Geschichte und Auswirkung der Emanzipation ... 10 12. Moses Mendelssohn.............. 30 13. Das jüdische Haus als Grundlage jüdischen Lebens . 30 1 £ Propheten............... 6 15. Jüdische Charalrterköpfe...........31 30. Jüdische Organisationen in Deutschland..... 10 17. Urchristentum......... 20 1>. I ier Jude im modernen Drama......... 31 19. Jugendarbeit anderer Lager..........31 20. Die Aufgaben der Jugend in der Gemeinde .... 3 21. Geschichte und Entwicklung de-* Verbandes .... 4 22. Die jüdische Jagend für den Frieden.......04 N zusammen Rundbriefe^ 59") D. Sonstige- Materia 1. ( 9 1 Vereine.) Rodnerliste ...........03 Dichtung für Feiern............. 21 Freitasabendmaterial . :........... 51 Flugblatt 1............. ..... 1480 Flugblatt 2................. 560 Leider muß festgestellt werden, dali der Hundbrief über unser Winterthema „Wirtschaftskampf und Lebcnsgestaltung des jungen-Juden"" bis heute noch nicht endgültig fertiggestellt werden konnte, weil die sachlichen und persönlichen Schwierigkeiten sich stärker erwiesen haben als angenommen werden konnte. Hahn: Ich habe den Eindruck, daß in vielen Vereinen das Winterthema nicht behandelt wird, obwohl Material vorliegt. Unsere Ansicht über die Notwendigkeit der Arbeit wird nicht im ganzen Reich geteilt. Ich glaube an Schwierigkeiten prinzipieller Natur; es genügt eben nicht, das Winterthema theoretisch zu behandeln, sondern wir müssen den Angestellten und Stellungsuchenden aktive Hilfe bringen. Bin positives Kesult.it ist die Stellenvermittlungsnothilfe, die zwar gut gemeint, aber ohne nennenswerten Erfolg geblieben i-t. Wir dürfen in den Bemühungen nicht erlahmen, mit .inderen Organisationen zusammen die praktische Seite der Berufsfrage einer Lösung entgegenzuführen. Damit wir an unserem Teil den stellenlosen jungen Menschen im Verband ktive und wirkliche Hilfe in der Berufsnot bringen können. — las zweite, was ebenso wichtig und schwierig erscheint, ist die heoretische Seite der Angelegenheit. Wenn man sich fragt, was können wir dem jüdischen Augestellten unserer Tage geistig bieten, so besteht einmal die Möglichkeit, daß wir ihm seine eigene Situation klar zu machen suchen, ihm Zugang zu verschaffen suchen zum Verständnis des Wirtschattsprozesses, in den er selbst eingespannt ist. — Die weitere Schwierigkeit ist aber, daß der junge Mensch dann aus dieser Darstellung gewisse Konsequenzen für sich ziehen wird. Wir werden ihm natürlich .empfehlen, daß er sich allen jenen Bewegungen anschließt, die einen gerechteren Aufbau unscre.- Wirtschaftssystems anstreben. Damit weiden sich aber viele unserer Freunde nicht zufrieden geben. In diesen Punkten werden immer die Propagandisten einer radikalen Lösung der Frage ein williges Ohr bei jugendlichen Menschen finden. Die Frage aber' ist, ob solche Lösungen, die für andere Gemeinschaften tauglich sein mögen, für die Menschen unseres Verbandes richtig sind. Wir dürfen nicht vergessen, dae die meisten jungen Leute bei uns ja nicht aus proletarischen Arbeitskreisen stammen, sondern aus einem kleinbürgerlichen Milieu,- und daß sie trotz mancher radikalen Strömungen Kleinbürger geblieben sind. Offenbar haben unsere Sachbearbeiter des Winterthemas diese Schwierigkeiten gefühlt und sind deshalb zu keiner einheitlichen Parole in dieser schwierigen Frage gekommen. Tschornicki: Ist es überhaupt möglich, daß der Verband in der Berufsfrage zu einer entscheidenden Stel lung kommt:1 Der Verband ist keine politische Partei. Uns ist es nur möglich, dem einzelnen zu sagen, du stehst so und so in einer bestimmten Wirtschaftssituation. Alle praktischen Lösung*sversuche, wie Stellenvermittlungsuothilfe, die vom Verband allein ausgehen, scheinen mir dilettantistisch. 1 »äs Problem ist für uns vieleicht schwieriger, aber doch dagleiche, wie bei der katholischen und evangelischen Jugend Soviel ich weiß," ist es weder der katholischen noch evaugeli sehen Jugend bisher gelungen, in diesen Fragen zu einer Klärung zu kommen. Der Verband kann nur dem einzelnen seine Berufssituation klären, nicht mehr. Friedberg: Wirtschaftskampf und Lebensgestaltung sind ein Zentralproblem für den einzelnen, nicht für den Verband. Der Verband in seiner jetzigen Form hat gar nicht die Mittel, ein solches Problem in einer Linie eindeutig auch nur aufzuzeigen, geschweige denn zu klären. Nur die Analyse liegt in der Linie des Verbandes. Alles weitere muß er den Organisationen überlassen, die einen bestimmten Weg für sich erkannt haben (Sozialisten, Kommunisten, Faschisten usw.). Zu erwägen wäre aber, ob man Leute, die ganz konkret in einer Richtung eingestellt sind, bitten soll, sich aktiv im Verband zu betätigen, z. B. Führer oder Mitarbeitet aus sozialistischen Jugendgruppen. Karger: Eine Grundlinie des Verbandes, in die er den einzelnen stellen kann und kraft der er eine Grundlage zum l.ebcnsprinzip des einzelnen machen kann, haben die beiden Vorreferenten verneint. Wenn man diese Grundlinie verneint, hat auch der Verband keine Berechtigung mehr. Ich stehe der Frage zwar mit großer Skepsis gegenüber und habe immer Klarheit verlangt, bin aber nicht so weit, dalich die Frage verneinen kann; sie harrt der Beantwortung und wir müssen praktische Wege finden. Ich bin der Ansicht, daß heute die Wirtschaft einen solchen Raum in Anspruch genommen hat, daß es für jeden einzelnen Menschen schwierij.' ist, sein geistiges Ideal aufrechtzuerhalten. Wenn wir al- Jugendverband nicht ein gemeinsames Mittel geben können, um allen zu helfen, hat der Verband keine Berechtigung. Die große Schwierigkeit besteht darin, daß die Geist-Wirtschafts Probleme für die einzelnen Berufe und Stände verschieden sind. Daran krankt keine Partei Und keine Standesver tretung, weil für deren Mitglieder diese Probleme die gleichen sind, aber daran krankt der Verband. Ich schlage vor, dalder Verband Standesvertretungen für - Schüler, Akademiker. Angestellte und Kaufleute schafft. Dann muß jede der vier Kategorien - ihre Stellungnahme zu den Wirtschaftslagen selbst klären. Gemeinsam muß allen der Wille und di< Arbeit zur Erhaltung und Erneuerung des Judentums sein Ich binrder Ansicht, daß es sich hierbei um eine durchaukonkrete Angelegenheit handelt. Hahn: Ich halte mich für verpflichtet, mitzuteilen, in welchem Punkt wir augenblicklich im Verband in der Diskussion dieses Problems stehen. Soweit ich sehen kann haben sich zwei Richtungen in dieser Frage herausgebildet Die eine sagt: der Beruf ist eiu notwendiges Uebel, das wir auf uns nehmen müssen, um unser Leben zu fristen. Auf- 2