Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 11 (1.11.1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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nalisten", eine Fundgrube die über „Juden", „Judenabzeichen", „Judenbischof", „Judeneid", „Judonf rase", „Judenpasse", ..Judengesetze", ..Judenprivilegien". ...Judonstouern", „Judentum", „Judenverfolgungen", „Judonviertol". Fs ' ist ein leichtes, mit Hilfe der I iteraturangaben diese Artikel für viele Arbeitsgemeinschaften zu verwenden. Unter den gesenwärtigen Umständen werden die Ausführungen über „Jiid. Kolonien" besonderes Interesse finden, die solir einsehend sind. Gut ist auch der Artikel „Literatur der Juden". Gänzlich unzureichend erscheint uns da trogen die Darstellung der indischen Juecndbeweeung. Besonders knapp und wenig befriedigend ist die Darstellung unseres Verbandes. _ Das Lexikon, das ursprünglich in 4 Bünden erscheinen sollte, wird, wie der Verlag anzeigt, doch einen größeren I'mfang bekommen müssen. Das ist eine Folee des unablässigen Bestrebens der Herausgeber, das Lexikon auszubauen und alle Vorschläge nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Dafür gebührt Herausgebern und Verlag wärmster Dank. K. Bücher um Mendelssohn. Es ist gewiß so. daß die deutschen Juden, die Moses Mendelssohn, in des Wortes wahrstem Sinne: ihren Vorfahren, an seinem 200. Geburtstage ehrten, sich selbst ehren. Und doch, inmitten all der rauschenden Feiern erhebt sieh dioFracc: Wieviele von denen, die eine Stunde bei dem toten Weltweiscn zu Gaste gewesen sind, haben seines Geistes wirklich einen Hauch verspürt? Wieviele gar haben sich von seinen Gedanken, seiner Größe, seiner Wahrheitsliebe, seiner Prinzipientreue beeinflussen lassen, Diese Frage aufwerfen heißt die Forderung erheben, daß wenigstens diejenigen Ernst machen, die da in echt Mendelssohnschem Geiste erklären, ihr Leben „in gesamtiüdischem Denken und Wollen und im Geiste staatsbürgerlicher Gesinnung" feben zu wollen. Ernst machen aber heißt in diesem Zusammenhang: mit größerer Dauer und Intensität sich belehren lassen von dem Mann, den man den ersten deutschen Juden genannt hat. Bücher mögen Lehrer sein! Für die. Unkomplizierteren, für die Jüngeren von uns, und auch für die, die das Leben Mendelssohns in seiner Totalität an sich vorbeiziehen lassen wollen, sei zunächst hingewiesen auf die kleine, anspruchslose Schrift von Jacob Seifensieder: „Moses Mendelssohn, das Märchen seines Lebens" (Philo- Verlag. Berlin). Das billige und leicht faßliche Bändchen sollte besonders in den Junggruppen bearbeitet werden. Für diejenigen, die sich tiefer mit den Problemen befassen urollen, denen Mendelssohn selbst gegenüberstand und die sein Lebe« und seine Sonderart ausmachten, eignen sich die drei von der Encyclopaedia Judaicä herausgegebenen Aufsätze von Strauß, Cassirer und Bernfeldt: „Moses Mendelssohn, zur 200jährigen Wiederkehr seines Geburtstages" (Lambert Schneider. Berlin). Hier werden Leben, Philosophie und jüdische Sendung des „Mos»s Dessau", wie er selbst sich manchmal nannte, gezeigt. Das Buch, gut ausgestattet und auf beträchtlichem Niveau stehend, ist sicher das Beste, was in diesen Wochen über Mendelssohn geschrieben wurde. Es zeigt die Stellung heutiger Menschen zu Mendelssohn und seiner Zeit. Es ist glänzend geeignet, zur Grundlage von Arbeitsgemeinschaften in unserem Verbände gemacht zu werden. Das Studium Mendelssohns wäre _ erst dann vollständig, wenn man ihn selbst und die Menschen, die um ihn lebten, zu sich sprechen läßt. Die „Zeugnisse, Briefe, Gespräche", die Berta Badt-Strauß eingeleitet und herausgegeben hat („Moses Mendelssohn, der Mensch und sein Werk", Welt-Verlag, Berlin), rufen uns Heutige über die Jahrhunderte hinweg an. Sie verfehlen ihre starke Wirkung auf uns nicht, wie immer, wenn lebendes Gewordenes auf lebendes Heutiges trifft. E. H. „Moses". Von Edmond Fleg. Im „Moses" hat uns Edmond Fleg ein Buch geschenkt, das einzig in seiner Art dasteht. Er gibt uns nicht eine trockene Biographie von Moses' Geburtsstunde bis zu seinem Tode, sondern versucht sein Bild zu zeichnen, wie es unsere alten Lehrer in den Midraschim und im Talmud überliefern. Dadurch, daß er sich von jener zerstörenden Kritik an der Ueberlieferung der Bibel vollkommen fernhält und vielmehr die geistvollen Erzählungen unserer Alten verwendet, entsteht vor unseren Augen jene wahre Gestalt des großen Führers der Menschheit; wir erleben alle seine Talen mit, von der Ursache bis zur Ausführung, wir verstehen ihn als Führer eines Volkes, als Mensch, als Prophet Gottes. Man muß dieses neue Werk Edmond Flegs gelesen haben. K. M. Presseschau A. Allgemeine Politik — Wirtschaftslagen. Strcsomann-Gcdenknummer Voss. Ztg. 4.10. T. W. Gustav Stresemann. B. T. 3.10. Nr. 467. Sternthal: Zum Tode G. Stresemanns. Lit. Welt 18.10. Hellpach: Die evangelischen Konkordatsverhandlungen. Dortm. G.-A. 16. 9. B. Internationale Fragen — Pazifismus etc. Coudenhove-Kalergi: Die Rationalisierung Europas. Dortmunder G.-A. 22. 10. Wehberg: Kelloggpakt und Völkerbund. Dortm. G.-A. 16. 9. Kern: Das neue Polen. „Frau im Staat" 10. Becker: Zehn Jahre Genf. Voss. Ztg. 29. 9. Sozialismus und Vereinigung Europas. Das andere Deutschland. 28. 9. Krieg durch Volksbegehren? „Deutsche Zukunft" L 10. Kaiisch: Der Kriegsdienstgegner und der nächste Krieg. ..Deutsche Zukunft" t. 10. Schweitzer: Erneuerung des Monschenrechts. Menschheit. 41. Herbers: VDA.: Das andere Deutschland. 12. 10. C. Jugend fragen. Die Aufgaben der Jugendbewegung der Gegenwart. Die junge Tat. 4. Schulkampf in der Schulgemeinde. Schulkampf 10. Wrobel: Schulkampf. Dortm. G.-A. 10. 10. ,'Kinderelond in Berlin. Voss. Ztg. 29. 9. Zusammenschluß jungiüdisehcr Pazifisten. Dortm. G.-A. 19. 10. I). Jüdische Tagesfragen — Religion — Palästina. .Resolutionen zur Kenessio Gedaulo. Agudahblätter Xr. 19.. Katten: Jüdische Jugend für den Weltfrieden. Frkf. Gem.-Bl. 2/3, J. Raphael: Friedensarbeit der jüdischen Jugend. Frkf. Gem.-Bl. 2/3. Schweisheimer: Die jüdische Jugend für den Frieden. JUd. l.ib. Ztg. 18. 9. Eine Aeußerung Einsteins. Jiid. Rdsch. 22. 10. Wahre und falsche Judenemanzipation. Jiid. Rdsch. 18. 10. J. Raphael: Das Judentum ist der Friede. ..Menschheit" 40. Meiseis: Homer und die Bibel. Gem-.Ztg.- f. Wttbg. 16. 10. E. Verschiedenes. Eisenstein: Der Film der Zukunft. Voss. Ztg. 15. 9. Krieg ol'ne Remarque. Voss. Ztg. 14. 9. Berkes: Durch die Türkei und Syrien. B. T. 9. 10. Norden: Die kulturelle Not der arbeitenden Massen. Lib. Ztg. 28. 8. Die Entwicklung der Buchproduktion. B. T. 3. 10. Auerbach: Bertha v. Suttner und die Judcnhcit. JUd. Ztg. f. Ostd. 13. 9. Schneider: Diktator Karsen. Schulkampf Nr. 10. J. Raphael. Preisausschreiben Wir sind von vielen Freunden darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Zeit für unser Preisausschreiben zu kurz war. Wir haben uns auf Grund dessen entschlossen, den Termin bis zum 20. November zu verlängern und veröffentlichen nachstehend, noch einmal die Bedingungen: 1. Der Kreis der Teilnehmer ist unbeschränkt. 2. Die Arbeiten dürfen nicht 50 Schreibmaschinenzeilcn (höchstens 509 Worte) überschreiten. Manuskriptbogen nur einseitig beschreiben. 3. Letzter Einsendungstermin: 20. November. 4. Das Ergebnis des Preisausschreibens wird in der am 1. Januar 1930 erscheinenden Nummer der Verbandszeitschrift veröffentlicht. Die Entscheidungen der Prüfungskommission sind unanfechtbar. 5. Die Prüfungskommission besteht aus: Hansgeorg Bloch, Herrn. Greid, Georg Rammacher, Fritz Schwarzschild (Düsseldorf), Jack Raphael (Beckum). 6. Alle Einsendungen sind mit einem Kennwort zu versehen, ein geschlossener Briefumschlag mit dem Kennwort muH die genaue Anschrift des Einsenders enthalten. 7. Die ausgezeichneten Einsendungen werden Eigentum des Verbandes der jüdischen -jugendvereine Deutschlands. Die anderen Einsendungen werden, falls Rückporto beiliegt, zurückgesandt. Folgende Buchprämien werden verteilt: 1. Preis: Gustav Landauer: Briefe. 2. Preis: Fülöp-Müller: Lenin und Gandhi. 3. bis 5. Preis: Harry Keßler: Walter Rathenau. 6. bis 15. Preis: Coudenhove-Kalerghi: Pan-Europa. 16. bis 20. Preis: Barbusse: Das Feuer. 21. bis 25. Preis: Leonhard Frank: Die Ursache. 7