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Der Jugendbund · 1929-10-01 · 10 (1.10.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
15 (1929)
Issue
10 (1.10.1929)
Date
1929-10-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Heben ist die Feier des JJV. Moses Mendelssohn in Kreuznach, dem siin Name hier Besonderes zur Pflicht machte. Kurt Bachrach las Lyrik jüdischer Dichter. Den Festi ortrag' hielt Dr. Dienemann, Offenbach, der in unübertrefflicher Weise Zeit, Werk und Mensch der gebannten Zuhörerschaft nahe zu bringen wußte. Durch den Mund des Vorsitzenden Richard Rauner gelobte der Verein, im Sinne und Geiste Moses Mendelssohns zu wirken. Von Kundgebungen für den Frieden sind noch wenig Berichte eingelaufen. Die Bezirksgruppe West-Westfalen des Nordwestdeutschen Bezirksverbandes fand sich unter Leitung von Jack Raphael in Beckum zu einer solchen Kundgebung zusammen. Etwa 70 Freunde aus Beckum, Ahlen. Hamm, Lippstadt; Paderborn waren anwesend und lauschten ergriffen dem Referat von Siegfried Bacharach, Hannover, über ,,H elden? Heilige? Menschen?" — In Büsseldbrf sprach Dr. Eduard Strauß, Frankfurt, in starker Weise. Der Sprechchor wirkte mit. In München gestaltete sich die Kundgebung, bei der Fritz Schwarzschild sprach, zu einem Ereignis. In Dresden referierte Erich Sachs, Ncißen, in Wanne Dr. Klein, Düsseldorf, in Göppingen Dr. Tänzer, in Chemnitz Dr. Karger. Die Berliner Gruppen „Osten", „Schöneberg" und „Wiltenbergplatz" bearbeiten das Thema des Friedens in Heimabenden. Ueber Kundgebungen aus Anlaß der Ereignisse in Palästina berichten die Bünde Oeynhausen und Osnabrück. Einen wohlgelungenen Werbeabend veranstaltete Göppingen. Es sprach der Vorsitzende des Württembergischen Bezirksverbandes, Obersekretär W i ß m a n n , über „Jugend und Gemeinde". Im übrigen ist die Arbeit überall wieder aufgenommen, meist nach einem guten Arbeitsplan. Ueber die Tournee unseres Freundes Steinhardt werden wir nach Abschluß im Zusammenhang berichten. — Wir heben aus der Fülle der Vereinsberichte, die alle anzuführen den gezogenen Rahmen sprengen würde, eine Anzahl Heimabende und Arbeitsgemeinschaften, die allgemein interessieren werden, hervor: „Sinn und Wesen des Verbandes" (Göttingen). „Festtage. Sabbatjahr" (Bibelgruppc Berlin-Norden), „Zum Völkerfrieden: als Austauschschülerin in Frankreich. Eindrücke und Ausblicke" (Berlin-Schöneberg). „Die wirtschaftliche Situation", „Unser Berufsweg". „Streiflichter: das wichtigste Ereignis des Monats vom Gesichtswinkel der verschiedenen Parteien aus ucsehcr." (Berlin-Zoo), Weltreligionen: „Der Katholizismus" (München). „Was zieht mich zum Gottesdienst?" (Hannover), ..Lebenskunde". „Jüdische Gebete". „Judentum und Todesstrafe", „Jewish Agency" (Halle). „Kultur und Technik", „Medizinische Tagesfragen" (Mainz). „Triebkräfte der modernen Wellpolitik" (Düsseldorf), „Die Lehrer des Talmuds" (Stuttgart), „Psalmen", „Edm. Fleg" (Buchau). „Arnold Zweig", „Juden in den verschiedenen Ländern", „Kritik an der heutigen Schule" (Koburg). „Sozialgesetzgebung der Bibel", „Soziale Ethik im Judentum", „Politik und Logik", „Bibel und Bodenreform", ,,Deut,sch-jüdischc Probleme", „Die jüdische Situation", „Ausschnitte aus den jüdischen Hilfswerken der Gegenwart", „Geistige, religiöse und politische Bewegungen in der heutigen Judenheit" (Bingen), * „Wesen des Judentums". „Jugend und Gemeinde". „Die Lage in Palästina" (Trier), „Ein Gang durch die Geschichte der Juden und ihrer Literatur" (Göppingen), „Jüdische Charakterköpfe" (Berlin-Osten und Berlin-Wittenbergplatz) „Einführung in philosophische Probleme", „Jüdische Politik" (Stettin), „Pazifismus" (Dresden). „Jüdische Tagesfragen" (Wanne-Eickel). — Von Vorträgen erwähnen wir außer der Tournee Steinhardt und Fritz Schwarzschild: „Aufgabe der jüdischen Jugend" (Dr. Kahlberg, Halle) in Dessau sc wie die Vorträge Dr. Kleins in Ichen hausen über „Aufgaben jüdischer Jugend" (fabelhaft die Singgruppe des rührigen Vereins!), in F i s c h a c h über „Propheten" (wie ist der kieine Landverein um sein schönes Heim zu beneiden) und in Ingolstadt über „Neue Aufgaben jüdischer Jugend". — Aus den Berichten wird noch interessieren das besonders eindrucksvolle und geschickte Werbeblatt mit Winterprogramm des Berthold-Auerbach-Vereins Stuttgart, der sic'i zur Feier des 35;ährigen Bestehens rüstet. Der Verein wird sicherlich gern bereit sein, das Blatt anderen Vereinen zu schicken (Adresse: Obersekretär Wißmann, Reinsburgstraß«i 19). — Magdeburg schreibt von der sichtbaren Entwicklung des Vereins zum Bund und dem Wollen zu ernsthafter Arbeit, das deutlich spürbar sei. — Schließlich etwas aus einem Bericht Freund Eigenfelds aus Hamborn über seinen Ferienaufenthalt im Erholungsheim des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände in Seesen. Er bezeichnet das Heim als vorbildlich, Verpflegung und Unterkunft als gut. Schön iand er das Gemeinschaftsleben der verschieden eingestellten Menschen. Besonders interessant waren die Aussprachen über Jugendbewegung, bei denen man sich durch Vertreter der einzelnen Bünde über ihre Ziele und Zwecke orientieren ließ. Sollte man es glauben, daß sich dabei herausstellte, daß sehr viele Mitglieder anderer Bünde erst durch diese Aussprachen erfahren haben, daß es noch andere Bünde gibt, daß vor allem die seltsamsten Vorstellungen über unseren Verband und seine Vereine zum Vorschein kamen und man sehr erstaunt war, als man hörte, wie es wirklich bei uns sei? Es ist dringend notwendig, daß möglichst viele unserer Freunde dies Heim besuchen. Stärker als je wird Arbeilsmaterial von der Zentrale angefordert, ein erfreuliches Zeichen des Arbeitswillens in allen Vereinen. Hoffen wir. daß dem Willen auch die Ausführung folgt. Das sei unser Wunsch zum neuen Jahre! L'schono tauwo tikossewu! K. Stellenvermittlungsnothilfe A. Stellenangebote: A 1003 Weingroßhandlung in Kitzingen a. M. sucht jungen Mann. A 1004 Rohproduktenhandiung in Hannover sucht jungen Angestellten gegen gute Entlohnung. A 1005 Desgl. sucht kaufm. Lehrling. A 1006 Kurz- und Spielwarengroßhandlung sucht sofort jungen Lageristen, Alter 19 bis 25 Jahre, nur branchenkundig, gegen Tarifgehalt. A 1007 Kaufhaus in Schlesien sucht lautend kaufmännisches Personal jeder Art. A 1008 Kaufhaus in der Grenzmark sucht kaufmännisches Personal jeder Art. A 1009 Konfektionshaus in Chemnitz sucht tüchtigen Verkäufer. Spezialisten der Herrenkonfektion. A 1010 Verkäufer für Teppiche und Gardinen sucht Warenhaus in Magdeburg. B. Stellengesuche: B 107 Junger Getreidehändler sucht Stellung. B 108 Erste Verkäuferin für Strumpfwaren. 26 Jahre, sucht Stellung. B 109 Junger Mann. 25 Jahre, sucht Stellung als Verkäufer oder Reisender für Wasch- und Baumwollwaren. B 110 Verkäuferin für Konfektion, 22 Jahre alt, Sprachkenntnisse, sucht Stellung. Gehalt 190 Mark. B 111 Kindergärtnerin, staatlich geprüft, 23 Jahre alt, sucht Stellung im Ausland, am liebsten London, zwecks Spracherlernung. Art der Beschäftigung gleichgültig. B 112 Statistikerin, bzw, Kontoristin, 25 Jahre alt, sucht Stellung. Gehalt 150 Mk. B 113 Verkäuferin für Strumpfwaren, 25 Jahre alt. Gehalt 220 Mk. B 114 Verkäufer oder Lagerist aus der Konfektion sucht Stellung. Kenntnisse in Lackschrift vorhanden. Alle Anfragen sind zu richten an Waldemar Strauß, Berlin S. W. 68, Ritlerstraße 52. Mitteilungen der Verbandsleitung 1. Die Verbandsleitung wünscht allen Freunden herzlichst „K'fiwo w'chasimo tauwo". Wir hoffen, daß wir im neuen Jahr in gemeinsamer Arbeit Wertvolles für unsere Aufgaben leisten können. 2. Jack Raphael bittet uns, noch einmal darauf hinzuweisen, daß jedem Ansuchen, internationale Korrespondenz und ahnliche Fragen betreffend, Rückporto beizufügen ist. Es ist ihm leider unmöglich, die zahllosen Anfragen usw. zum größten Teil aus eigener Tasche frankieren zu müssen. Denkt an die Fördererliste des Verbandes

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