Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 10 (1.10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Bindungen recht freundschaftlicher Art entstanden. Die meisten Verbindungen wurden nach England und nach den englischsprechenden Gebieten gesucht, der Rest verteilt sich auf französische Sprachgebiete (Frankreich, Kolonien, Schweiz), auf Holland und Litauen. In enger Arbeit und regem Gedankenaustausch stehen wir mit jüdischen Lehrpersonen in England, mit einigen britischen jüdischen Literatur- und Jugendbünden, liberal-jüdischen Vereinen, mit jüdischen Jugendkreisen Frankreichs, besonders Straßburgs, mit der Vereinigung Young Israel in den Vereinigten Staaten und mit der Joodsche Jeugdfedcratie in Holland. Daneben wurde unsere Mühe gefördert von einer Reihe bedeutender jüdischer Persönlichkeiten: C. Z. Klötzel, Berlin, der uns Beziehungen zu französisch-jüdischen Kreisen der Türkei gab, Herrn Dr. Robinson, Kowno, usw. Die Zusammenarbeit mit der l'nion Universelle de la Jounesso Juivc in Paris stockt noch sehr, auch mit Belgien sind keinerlei jüdische Verbindungen zu schaffen, und die zuerst aussichtsreichen Beziehungen zum Techeleth-Lawan, Prag, sind leider auch ohne unser Verschulden stark zurückgegangen, trotz persönlicher Unterhaltungen im Mai 1928. September 1929. Hus dem Leben des Verbandes Die Landesverbände sind in diesem Monat besonders rege gewesen. Es ist zunächst über fünf Lahdesverbandstagungen zu berichten. Am 8. September fand die ausgezeichnete, von sämtlichen Vereinen gut beschickte Tagung Badens in Emmendingen statt. Auch die Nachbarverbände Württemberg und Hessen sowie der Lehrerverein und die Rabbiner waren vertreten. Es war eine ausgesprochene, gut von dem Vorsitzenden Lutz Themal und dem Ortsverein vorbereitete Arbeitstagung. Das Hauptreferat Fritz Schwarzschilds über „J ü d i -' sehen Aktivismus" fand starkes Interesse. Die Aussprache über die Winterarbeit stellte die gemeinsame Arbeit der Bünde sicher. Lutz Themal wurde einstimmig zum Vorsitzenden wiedergewählt. Der 15. September sah die sächsischen Bünde zur Tagung in Chemnitz versammelt. Der Vorabend brachte eine eindrucksvolle Friedenskundgebung, bei der Dr. Hans Karger sprach. Der Sprechchor der Chemnitzer Junggruppe wirkte mit. Bei der Tagung hielt Dr. Karger das Referat über „Die Mitwirkung der Jugend bei der Neugestaltung der jüdischen Gesellschaft". Seine vorzüglichen Ausführungen riefen eine ausgiebige Debatte hervor, bei der die besöndere« Sciiwierigkeiten, die sich in den sächsischen Gemeinden ergeben, deutlich wurden. — Vorsitzender wurde wieder Max Rath, Plauen. Am 22. September wurden drei Tagungen abgehalten: Hessen verband seine Tagung mit dem zehnjährigen Jubiläum des J J V. Mainz. Es sprachen Jakob Jacobs, Frankfurt, und Herbert Felsenthal, Düsseldorf, über „Der Kampf um die neue jüdische Gesell s c h a f t". Die Aussprache war außerordentlich lebhaft. Hervorzuheben sind die scharf kritischen Ausführungen Ernst Holzers, Frankfurt, die sich gegen die Arbeit der gegenwärtigen Verbandsleitung richteten. Sie führten zu einem Anrag des Landesverbandes, in dem die Eröffnung einer agungstrib.üne im Hinblick auf die nächste Verbandstaguig gelordert wurde. Der verdiente Vorsitzende Dr. Jos. S p i e r . Höchst, der in aufopfernder Weise jahrelang den Landesverband vorbildlich geführt hat, mußteleider aus beruflichen Gründen sein Amt niederlegen. An seine Stelle trat Max Tschornicki, Mainz. Der Besuch der Tagung war außerordentlich stark. Den würdigen Abschluß bildete ein meisterhafter Vortrag des Mainzer Rabbiners Dr. L e v i. Westdeutschland tagte zugleich in Aachen. Dem sehr interessanten Referat Dr. Robert Salomons, Köln, über das Verbandsthema „W irtschaftskampf und Lebensgestaltung des jungen Juden" folgte eine lebhafte Aussprache, bei der die Richtlinien für" die Winterarbeit herausgearbeitet wurden. Dr. Philipp, Elberfeld, wurde als Vorsitzender wiedergewählt. Den Mittelpunkt der Pfalz-Saar - Tagung in Saarbrücken bildete das Referat Dr. Hahns, Essen, über „D i e Situation des jungen Jude n". Die ausgedehnte Aussprache zeigte einen starken Willen zur Arbeit. Der bisherige Vorsitzende, Rabbiner Dr. Jacob, ist nach Augsburg verzogen. Unser treuer Verbandsfreund Irwin Eppstein, Saarbrücken, führt jetzt den Landesverband. Das Schlußreferat der gut besuchten Tagung hielt der neue Rabbiner Saarbrückens, der bisherige bewährte bayerische Führer Dr. R ü 1 f , über „Moses Mendelssoh n". Das 50jährige Synägogenjubiläum der Gemeinde Flatow bot Gelegenheit zu einer großen Kundgebung, die aus allen Gemeinden der Grenzmark stark besucht war. Fritz Schwarzschild sprach über „D i e Jugend für die Gemeind e". Anschließend fand eine Arbeitssitzung der Grenzmarkenvereine statt. Die Richtlinien für die Winterarbeit wurden nach den Plänen der Verbandsleitung festgesezt. Fritz Schwarzschild besuchte danach die Grenzmarkvereine Preuß.-Friedland, Krojanke und Schneidemü hl. Auch sonst kamen die Landesverbände bei verschiedenen Gelegenheiten zusammen. Der Mitteldeutsche Bezirksverband hatte am 25. August ein Treffen in Weimar unter Leitung des Vorsitzenden Eugen Roth, Kothen. Die Vereine Erfurt, Eisenach, Gotha. Ilmenau, Mühlhausen, Dessau, Halle und zahlreiche Junggruppen waren vertreten, besichtigten das Goethehaus und Schloß Belvedere, wanderten, spielten, sängen und diskutierten. i Die Vereine der Kleingemeinden Niederschlesi in s , Bernstadt, Wartenberg, Militsch, Namslau, O e 1 s, trafen sich unter Leitung des Bezirksrabbiners Dr. AX' ahrmann in Sybillenort und vollzogen ihren "Anschluß an den Verband. Es wurde vereinbart, eine gemeinsame Arbeitsgemeinschaft über „Probleme des modernen Judentums" zu gründen. Im Nordwestdeutschen Bezirksverband trafen sich am 15. September die Vereine i...... o v e r , Bremen, Wesermünde und als Gäste Vertreter der jüdischen Jugend Verdens in Langwedel. Von Anfang an konnte ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit festgestellt werden. Der Vorsitzende des Bezirksverbandes, Joe Israel, Hannover, hielt ein Referat, das zur Einführung in die Verbandsthemen diente. Die Aussprache beschäftigte sich mit den Fragen der Verwirklichung der Themen in der praktischen Arbeit. — Am 20. September war ein Treffen der Vereine Hannover, Hildesheim und Hameln in Nordstemmen. In Pommern fand ein wohlgelungenes Treffen der Bünde Schivelbein, Belgard und Polzin in Arnhausen statt. Die Zusammenarbeit entwickelt sich dort infolge der intensiven Arbeit Erwin Seegalls besonders erfreulich. In fast allen Bünden ist den Sommer hindurch ununterbrochen gearbeitet worden. Ueberall soll nach dem VWgange von Stettin eine feste Gruppe als Bundeskern zusammengeschlossen werden, die die Zukunft des Bundes durch Anwachsen einer Führerschaft sicherstellt. — Das erfreulichste ist die feierliche Einweihung des Wanderheims des' Bezirksverbandes in Greifenhagen. Die Synagoge, die' nach der Feier durch 35 junge Menschen besichtigt wurde, hat seit 75 Jahren nicht mehr so viel jüdische Jugend in ihrem Inneren gesehen. Das Wanderheim kann 10 bis 15 Verbandsfreunde beherbergen. Die Mo selbünde des Westdeutschen Bezirksverbandes trafen sich einmal in Bad Bertrich, ein zweitesmal in Bernkastel, wobei der Vorsitzende des' Bezirksverbandes, Dr. Philipp, Elberfeld, referierte. Der Bezirksverband GroO-Berlin-Brandenburg war bei der Dessauer Mendelssohnfeier vertreten. Bei dieser Gelegenheit wurde mit den Dessauer, Bernburg er und anderen Jugendbündlcrn eine Aussprache veranstaltet, die sich in der Hauptsache um die Praxis des Verbandsthemas drehte und das gute Einvernehmen mit derj dortigen Freunden zeigte. T Von einer Tref fahrt der Bünde Groß-Berlin und Lausitz erfreute uns eine gemeinsame Karte au£ dem Spreewald. Die schönen Grüße werden herzlich erwidert. Der 200. Geburtstag Moses Mendelssohns wurde in vielen Vereinen begangen. Selbstverständlich beteiligten sich manche Vereine an großen Gemeindefeiern, wie in Dessau, Berlin, Düsseldorf. Von eigenen Feiern erwähnen wir die in Stuttgart (Redner Oberrechnungsrat Meyer), Berlin-Schöneberg (Walter PersicanerJJ P o 1 z i n , Harzburg (Dr. Wilhelm), Mainz, Hannover (Julius Oppenheimer), Göttingen (Meinh. Hammerschlag und Dr. Finkelscherer), Göppingen (Dr. Tänzer). Besonders her\ orzu- 7